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Hier gibt es zu allen Fragen "Marke Süßwasser- und Meeresbiologie" kompetente Antworten - vom UBO (unbekannten Bestimmungsobjekt) im See bis zu Verhaltensregeln bei Haibegegnungen.

Rochen

Geändert von atemrhythmus,

Hallo!

Gibt's im Roten Meer tatsächlich gefährliche Rochen (elektrischen Rochen)? Gefährliche für Menschen, meine ich. Vielen Dank im Voraus!

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gr3yw0lflife is better in fins
07.11.2021 05:38
tante wicki schreibt:

Zitterrochen leben küstennah und küstenfern in allen gemäßigten und tropischen Meeren. Sie halten sich meist in Tiefen von 1 bis 250 m auf.
07.11.2021 10:42Geändert von marc_giros,
07.11.2021 10:47
Gibt auch andere Rochen, die dem Menschen gefährlich werden können und im Roten Meer leben. Wenn du aus Versehen auf einen Stachelrochen trittst, kann das auch böse enden.
mario-diverRD,EAN<40,Deep, SRD, UW/Schiffsarchäologie I (VDST),
07.11.2021 15:10Geändert von mario-diver,
07.11.2021 15:12
Hab einen Elektro-Rochen vor 2 Wochen am Panoramareef gefilmt...dauert aber noch bis fertsch😇🖖
Und nein, nicht gefährlich, solange man (grundsätzlich) nichts bedrängt oder gar antatscht😎
nandersenIANTD CCR
07.11.2021 15:47
Zur Gefährlichkeit der bekannten Blaupunktrochen im Roten Meer kann ich sagen, daß die allseits bekannte Paralysemethode gut funktioniert.

Hierbei findet ein Tauchgruppenmitglied einen nichtsahnenden Blaupunktrochen vor und setzt sofort die Panikkette in Gang. Hierzu werden möglichst viele Signalmittel verwendet (Tankbanger, Rassel, Shaker, wildes Gestikulieren und Herbeirufen).

Die hieraufhin dahereilenden Tauchbuddies erzeugen mittels hängender Octos einen Sandwirbel um jenen Rochen und betätigen anschliessend- meist abwechselnd, ihre Kamerablitzlichter.

Der nun so geblitzdingste Blaupunktrochen verliert hierauf völlig die Orientierung, schwimmt- nurnoch Sterne und Nebel sehend- oftmals flink davon um den nächsten Bus noch zu erwischen. Wenn er es schafft. Denn gefährlich ist der Mensch.
08.11.2021 11:54
Klar gibt es gefährliche Lebewesen am und im Roten Meer - es heisst Homo Sapiens !

Homo Sapiens ist das gefährlichste Lebewesen auf dem Planeten !
Der ägyptischen lokalen Spiezes stehe ich besonders skeptisch gegenüber - die kenne ich !


Dann gibt noch Lebewesen im Wasser, die beissen können, wenn lange genug drangsaliert, die stechen können wenn lange genug drangsaliert und welche die giftige Pfeile verschiessen können - wenn angegegrapscht. Die erachte ich alle als unproblematisch, da ich die Tiere nicht drangsaliere !

Die Chancen von solchen Tieren unprovoziert gebissen, gestochen oder per Gift-Pfeil ins Jenseits befördert zu werden, dürfte ungefähr so groß sein, wie 7 richtige im Lotto.

Statistisch gesehen sind die Tiere, die zu den meisten Todesfällen bei Menschen führen wohl die Mücke ( Malaria ) und die Honig-Biene. ( allergische Reaktion)
Also aufgepasst .......
mfg
Roland P
AnkouVielleicht
08.11.2021 20:48
Ja es gibt Meeresbewohner deren Biss nicht ungefährlich ist. Was genau sind deine Bedenken?
08.11.2021 21:52
Er will halt den Zitterrochen sehen da bei Marsa Alam. Gibt da ein paar mask Aber nicht so viel wie die blaupunktigen.
09.11.2021 09:08
Mit viel Glück sieht man mal so ein Tier.
Ich meine, ich habe die trotz vieler Tauchgänge in Ägypten ganz selten gesehen - dann auch nur von hinten, da sie auf der Flucht vor den lärmenden Tauchern waren .....
mfg
mario-diverRD,EAN<40,Deep, SRD, UW/Schiffsarchäologie I (VDST),
09.11.2021 09:47Geändert von mario-diver,
09.11.2021 10:28
https://youtu.be/RlBuX8dk-iw
Fertsch🖖
Rochen kurz zu Beginn 😇
(Bogenstirn-Zitterrochen)
tiger22TMX/OWSI
09.11.2021 09:47Geändert von tiger22,
09.11.2021 09:49
Torpedorochen sind vermutlich viel häufiger, als man denkt - sie sind halt einfach hervorragend getarnt, eher klein und zudem meistens bis auf die winzigen Augen und Atemlöcher eingegraben. An Wracks findet man sie daher leichter, da das Einbuddeln entfällt Im Roten Meer z.B. auf der Thistlegorm, Chrisoula K, Turkia, Salem, Umbria usw. Auf dem Vordeck der Rosalie hatte ich mal 4 Stück gleichzeitig im Umkreis von 10m. Weitere in Indonesien, Thailand, Malediven. Die größten Torpedorochen mit bis zu 60-70cm Gesamtlänge habe ich im Atlantik (Kanaren) und der Karibik gesehen.

An manchen Rifftauchplätzen kann man sie ziemlich zuverlässig finden, z.B. in der Gegend von Marsa Alam und auf dem Plateau am Daedalus, also unter dem geparkten Boot.
An Daedalus habe ich folgenden "Hochspannungsunfall" beobachtet:

Ein handtellergroßer Torpedorochen ließ sich gerade seine Beute schmecken. Ein ebenfalls hungriger Falterfisch wurde mit einem kaum sichtbaren Schlag des Schwanzes auf die ortsüblichen Abstandsregeln hingewiesen. Der Falterfisch zuckte einmal kurz und war sofort vollkommen gelähmt. Er klappt in die Horizontale und sank langsam in den Sand. Keine Atmung mehr, Feierabend...dachte ich jedenfalls.

Nach etwa zwei Minuten, immer noch im Sand liegend, begann er wieder zu atmen. Kurze Zeit später versuchte er sich wieder aufzurichten, was aber nicht wirklich gelang. Stattdessen stieg er in waagerechter Schwimmlage vom Sand auf und kreiste völlig unbeholfen umher. Immer wieder versuchte er sich aufzurichten, klappte aber nach wenigen Sekunden wieder um. Nach ein paar Minuten gewann er die Kontrolle zurück und schwamm normaler Haltung durchs Riff - vermutlich war der Falterfisch nun vollständig "entladen"


...um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen: Torpedorochen gibt es überall, nicht nur im Roten Meer. Mit vernünftiger Tarierung und einem halben Meter Abstand sollte nichts passieren. Auf die Isolationswirkung von Neopren würde ich mich im Medium Salzwasser eher nicht verlassen
AnkouVielleicht
09.11.2021 10:06
Dont touch this, also so wie immer.
Unangehmer sind die großen Brüder des Aals, der Conger. Der ist nämlich ausgesprochen neugierig und wenn so ein Viech aus einem Hydraulikanschluss eines großen Bordkrans raus schaut, in deine Richtung schwimmt und du dann merkst das der länger als die Ladeöffnung des Schiffes ist, dann könntes du den Köttel in der Hose haben......
09.11.2021 13:40
Mein Adrenalin Tip - Titan Drücker mit schlechter Laune
Den hatte ich nicht nur in Ägypten - aber immer wieder spannend.
( vor denen habe ich wirklich viel Respeckt - weil man keine Chance hat - ! Da hilft nur die Flucht.)

Kegelschnecke in die Badehose stopfen - ist ja so schön das Gehäuse von z.B. Conus Textilis.
Blauring Octopus mit der Hand fangen und drangsalieren.
Fangschrecken mit der Hand fangen und drangsalieren.
Rotfeuerfisch mit der Hand fangen und dabei in die Rückenflosse greifen......
Sich in den Giftzangen-Seeigel rein knien ..........

Mein lieblings YT Video ( Asien ) : Große Muräne erst mit Würstchen füttern und später drangsalieren - das Futter hinter dem Rücken verstecken - autsch ......

Als Tipp für alle die das Besondere lieben ........


Nur beim Titan Drücker, hat man im Grunde kaum einen Einfluss - wie ich erleben musste.
Weit und breit kein Gelege !

Bei den elektrischen Gesellen, würde ich einfach etwas Abstand halten, besser ein paar Zentimeter mehr als üblich
mfg

09.11.2021 13:52
Petermännchen können scheinbar auch ganz ordentlich weh tun.
Zumindest wird davor gewarnt reinzutreten. Ich hab die allerdings noch nie im Flachwasser sondern eher auf 5-10m Tiefe gesehen, da ist reintreten dann doch etwas schwierig.

Da der Threadstarter scheinbar wirklich aus Unwissenheit fragt. Es gibt einige Tiere im Meer die beißen, stechen oder sonstige schmerzhafte Dinge können, aber die wenigsten machen das als Angriff sondern als Verteidigung. Also so lange man sie nicht bedrängt hat man selten etwas zu befürchten.

Der Triggerfisch ist da vielleicht eine Ausnahme, aber auch beim schnorcheln ist mir der zum Glück nie zu nahe gekommen und eigentlich will der ja auch nur sein Gelege verteidigen.
09.11.2021 14:20
Ja, meist geht es beim Titan um den Schutz des Geleges - wie meine b.H. schon festellen musste.
Da war sie dann sogar als Schnorchlering fällig ! Aber auch alle anderen Schnorchler die es gewagt haben in die Nähe zu kommen.

Ich habe es aber auch ohne Gelege schon erleben müssen - den Angriff habe ich sogar auf Video - habe micht mit der Kamera verteidigt.
( ich bin mir absolut sicher, das dort kein Gelege war - nicht vorher und auch nicht nachher ...... )

Zu den großen Rochen gibt es ja dann noch das tragische Beispiel eines bekannten Australiers, was tödlich endete.
Bei Rochen sollte man halt wissen, das die oftmals einen Stachel haben, mit dem sie sich verteidigen - zur Not auch gegen Menschen.
mfg
Roland
09.11.2021 14:27
Ich hab auch schon solche großen Dinger gesehen (runder Stechrochen mit über 2m Körper), die waren aber absolut harmlos und sind entspannt an uns vorbeigeschwommen.

Der Kollege den du ansprichst musste ja auch alles betatschen und manche Tiere lassen sich das halt nicht gefallen und zeigen was sie davon halten.
AnkouVielleicht
09.11.2021 16:29
Vor Jahren hat man auf den Kanaren Stechrochen angefüttert. Ist schon ein scheiße Gefühl wenn der Kollege unter dir auf das Futter zu eilt und der Stachel schön sichtbar 10cm unter deinen Klöthen vorbeizieht............


Dominik_Emind is like parachute
10.11.2021 01:00
Also der "Kollege" braucht bestimmt keine posthume Belehrung aus dem taucher.net, der hat ob man seine Sendungen nun mag oder nicht mehr für den Schutz der Meere getan als jeder hier. Das war ein ziemlich tragischer Fall, aber ganz ehrlich auch extremes Pech. Sowohl Zitterrochen als auch große Stachelrochen gibt es gar nicht selten auf den Kanaren, ja. Der "Stromschlag" eines Zitterrochen ist aber üblicherweise auch nicht stark genug um einen Menschen ernsthaft zu gefährden. Ich habe noch nie jemanden getroffen der einen abbkeommen hätte, aber was man aus Berichten so liest ist es eher so wie ein physischer Schlag mit der Hand. Übrigens braucht man sich auch gar nicht andauernd einreden es sei "immer der Mensch schuld". Auch Taucher die "nie" etwas anfassen gehen üblicherweise zu Fuss ins Wasser und wieder raus. Die Rochen liegen auch mal ufernah im Sand. Es kommt schon vor, dass sowohl Schwimmer als auch alle anderen Wassersportler die so unabsichtlich berühren. Es gibt halt einfach echte Unfälle, nicht immer ist wer "schuld".
10.11.2021 11:04
Nettes Buch zum Thema.
Titel klingt reisserisch, es gibt aber sehr differenzierte Informationen.
PerkedderCMAS**
10.11.2021 13:03
Ich habe es mir eben spontan bestellt
13.11.2021 14:18
Liebe Freunde, vielen herzlichen Dank für eure informative und interessante Kommentaren!
14.11.2021 10:23
Hier mein Video zum Titan Drücker. Wie immer, das Beste kommt zu Schluss......
https://vimeo.com/manage/videos/5112080


Wenn man ganz viel Glück hat, dann sieht die Begenung mit einem großen Rochen so aus......
https://www.youtube.com/watch?v=fZ3NJIm3XRE&list=UU6jZsQk28DDci6bQcOFja3Q&index=17

mfg
Roland P
16.11.2021 09:26
Au ja,
die guten alten Titanen...

Kann Rolands Aussage:
"Ich habe es aber auch ohne Gelege schon erleben müssen - den Angriff habe ich sogar auf Video - habe micht mit der Kamera verteidigt.
( ich bin mir absolut sicher, das dort kein Gelege war - nicht vorher und auch nicht nachher ...... )
mehrfach bestätigen.

Zumindest im Golf von Thailand haben "professionelle Videofilmer" in der Vergangenheit OWD Kurse begleitet und ihre Filme im Achluss an die Schüler verkauft.
Um mehr "Action" zu haben, wurden die Drücker solange gereizt, bis sie angriffen, auch ohne Gelege. Irgenwann brauchten sie wohl nur noch einen von diesen merkwürdig blubbernden Gestalten zu sehen.....

Meinen heftigsten Angriff hatte ich vor vielen Jahren am Sailrock: sie kamen gleich zu zweit. Einer attakierte von oben in Richtung Kopf, ein anderer von unten...
brauchte eine gefühlte Ewigkeit bis ich aus deren "Angriffzone raus war


LG

23.11.2021 17:29
Mario-Diver, Roland P., danke für Videos! Beeindrückend!
mario-diverRD,EAN<40,Deep, SRD, UW/Schiffsarchäologie I (VDST),
23.11.2021 18:32
🖖Dank😎
Antwort