Tauchausbildung Foren

Hier können alle Fragen zum Thema Tauchausbildung ausgiebig diskutiert werden. Verbandsübergreifend kann hier nach allem gefragt werden was zum Bereich Aus- und Fortbildung gehört - moderiert von erfahrenen Tauchern.
butzerApnoe, Trimix,

Rescue etc.

Welcher Verein, sei es Padi, SSI, CMAS etc. bietet den umfangreichsten Rescue Kurs bezüglich Theorie und Praxis.
Es geht mir nicht um irgendeinen Verein und der Preis ist auch erstmal nebensächlich.
Wichtig ist mir, daß man soviel wie möglich dabei lernt und nicht nur ein Kärtchen mehr in der Sammlung hat.
Eigentlich kann so eine Frage auch nur ein Tauchlehrer beantworten, der schon bei verschiedenen Organisationen ausgebildet hat, wie ich finde.

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boesewichtProTEC PL5, SSI AOWI
24.06.2009 16:45
Kann man so nicht beantworten ...

Im Endeffekt liegt es alleine am Tauchlehrer, wie umfangreich er die Ausbildung gestaltet und durchführt ...

Da kann man jetzt schwer sagen, diese oder jene Organisation ist def. besser ...
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
24.06.2009 16:49
Eigentlich kannst du bei jedem Verband nachlesen was die Inhalte der einzelnen Kurse sein sollten.

fraglich ist eher was der Tauchlehrer dir vermitteln wird.
Weniger als er müsste,
da geforderte oder
mehr als das geforderte?

Und wie gross ist die Gruppe
und kann der TL den Stoff vermitteln?

bei CMAS ist das ein Specialty (Stress&Rescue)
bei PADI ein eigener Kurs.

Es kommt sehr viel auf den Tauchlehrer an und weniger auf den Verband.

Ich würde mir eine gute Tauchschule in der Nähe suchen und dort einen Kurs machen, egal welcher Verband.
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
24.06.2009 17:01
Unter der Voraussetzung, dass ein TL mit Liebe zum Thema den Kurs durchführt, schenkt sich der SK Tauchsicherheit & Rettung, der PADI Rescue und der SSI Stress & Rescue weder in Theorie als auch Praxis nicht wirklich viel.
Was mir persönlich beim Durchführung des Padi Rescue Kurses sehr gut gefällt, ist der Teil "Selbstrettung" (den ich so vom SK und S&R nicht kenne) und vor allem die vorgeschriebenen Szenarien. Diese mit guten Leuten durchgeführt sind genial. Die jeweiligen (Rettungs-) Übungen für sich betrachtet schenken sich wie gesagt nicht wirklich viel. Da du nach dem Umfang gefragt hast, nach meiner Beobachtung ist der Padi Kurs, sofern alle geforderten Theorielektionen (=5 nebst Prüfung), alle Übungen (10 nebst Szenarien zu den Übungen + Selbstrettungsteil) und alle Freiwasserszenarien (4 Szenarien, die mehrere TG erfordern) umfassend durchgeführt werden, am umfangreichsten.

Aber wie Bösewicht schon angedeutet hat, ich kenne TL (auch Kollegen meines Verbandes), die minimalistisch durchziehen und TL, die umfassend, gründlich und mit viel Engagement rangehen (auch aus anderen Verbänden). In Theorie und Praxis. Insofern ....
24.06.2009 18:38
Eigentlich ist schon alles gesagt.
Gut ist ein Kurs auch immer dann, wenn kontrolliert wird, was bisher eventuell vernachlässigt wurde. 2 erste Stufen und Ventile selbst bedienen – Abblaser händeln etc.
Sonst schließe ich mich boesewicht und shuttle an.

Immer Gut Luft
24.06.2009 21:36
So gefällt mir das! Man kommt abends spät nach Hause und stellt fest, dass einem andere schon die Arbeit abgenommen haben.

Alles was es hier noch zu sagen gibt fällt unter die Rubrik: Es wurde alles schon gesagt, nur noch nicht von jedem!
butzerApnoe, Trimix,
24.06.2009 21:53
Keine Sorge Explorerchen, beim nächstenmal bekommst auch du wieder eine Chance!
25.06.2009 09:33
Ich habe vor vielen Jahren (bin halt schon ein wenig älter... mal den Stress&Rescue nach SSI absolviert und musste feststellen, dass das Meiste dort Vermittelte recht kurz kommt. Die Zeit für diese Kurse ist recht knapp bemessen und die Teilnehmerzahlen vielfach zu hoch.
Um im Vorfeld was zu lernen (z.B. was jeder beherrschen sollte, nämlich die HLW), empfehle ich, wer die Möglichkeit hat, sollte sich über einen Rettungsschwimmverein zum Rettungsschwimmer ausbilden lassen. Da reicht auch die einfachste Stufe. Ob Wasserwacht oder DLRG ist vollkommen egal, aber man hat dort die Möglichkeit Rettungstechniken, Stressbewältigung und vor allem HLW an der Puppe ausgiebig zu üben. Und ganz nebenbei schult man die Fitness, was dem einen oder anderem Taucher auch ganz gut tut... Die hier erlernten Grundlagen kann man dann in einen Kurs mit einbringen und vertiefen.
Denn solche Stress&Rescue-Kurse sollen ja nicht dem Selbstzweck dienen und Kärtchensammlern das Ego aufpolieren, sondern Taucher befähigen im Notfall richtig zu funktionieren. Und das geht nur mit viel Übung.
25.06.2009 10:59
Bevor Du aber darüber nachdenkst einen Rescue Kurs zu absolvieren, sollten folgende Skills perfekt sitzen:

1. Tarierung. Damit mein ich auch mal 5min in einer Position (Tiefe) zu verharren und das ohne Flossenschlag oder Armbewegungen.

2. Navigation. Den Kompass so zu beherrschen dass man in der Lage ist verschiedene Suchmuster zu absolvieren.

3. Flossenschlag. Damit man bei schlechter Sicht nicht noch mehr durch den Flossenschlag aufwirbelt.

4. Langsames Tauchen ohne Tarierungsverlust.

5. Innere Ruhe.

Solltest Du ein Defizit in einem der oben genannten Punkte haben, solltest Du vor dem Kurs daran arbeiten.

Und dabei bitte ehrlich zu sich selbst sein.

shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
25.06.2009 11:30
@Bulette: du bestätigst eigentlich alles, was ich oben angeführt habe. Fazit: es kommt halt drauf an, wie der/die TL den Kurs durchführen.
"Die Zeit für diese Kurse ist recht knapp bemessen " -> das hängt vom Ausbilder ab. Im Pool werden die einzelnen Übungen geübt, und hier liegt die Betonung auf geübt, möglichst mit kleinen Szenarien. Und wenn man Leistungsanforderungen ernst nimmt, halt solange, bis die Probanden diese beherrschen

"und die Teilnehmerzahlen vielfach zu hoch" -> das gilt für alle Kurse. Ich führe gerade einen Kurs durch. Insgesamt 6 Schüler. Wir haben das gesplittet, 4 TL insgesamt trainieren an verschiedenen Tagen im Pool mit den Leuten, das ist ein Verhältnis 1:2. Alle Schüler haben die Möglichkeit (und ein Teil nutzt dies) bis zum Freiwasser (zwei volle Tage) an jedem Pooltag mitzugehen und unter Aufsicht zu üben. Soweit zum Pool und den Übungen.
Bei den Freiwasserszenarien sehe ich es völlig anders. Das ist der einzigste Kurs, bei dem ich hohe Teilnehmerzahlen liebe. Vorausgesetzt die Probanden beherrschen alle notwendigen Übungen lassen sich z.B. bei 6 Teilnehmern 3 Zweierteams bilden und sich so herrliche Szenarien (Opferteam, Retterteam zu Wasser, Retterteam zu Land, immer schön durchwechseln und unterschiedliche Szenarien) durchspielen. Jetzt noch 2 TL hinzu, ein oder zwei DM, alles notwendige Material. Ein tolles Gemeinschaftserlebnis mit viel Sinn und Hintergrund.


"Um im Vorfeld was zu lernen (z.B. was jeder beherrschen sollte, nämlich die HLW), empfehle ich..." -> das verstehe ich nicht. Das ist ja Voraussetzung. Alle unsere Probanden (in diesem Fall) haben einen EFR abgeschlossen und zwar an einem Sonntag 8 Stunden lang (zwei Gruppen, zwei TL). Die wissen jetzt wie HLW geht Darüber hinaus ein Teil noch den Oxygen-Provider. Also das ganze Programm.

Ich bleib dabei: "Unter der Voraussetzung, dass ein TL mit Liebe zum Thema den Kurs durchführt ... " und Interesse und Engagement von beiden Seiten ..... Ich liebe diesen Kurs, wie man vielleicht merkt Ich finde auch gut, ehemaligen Absolventen so im ein- zwei-Jahres Rhythmus eine Auffrischung und/oder Beteiligung an laufenden Kursen zu ermöglichen.
25.06.2009 12:56
Ich habe die Ausbildungsberechtigung für "Tauchsicherheit & Rettung" (Barakuda) sowie für "Stress & Rescue" (SSI, inaktiv). Nach meinem Gefühl ist die Ausbildung bei SSI sowohl in der Theorie als auch Praxis von den Anforderungen etwas oberflächlicher. Ich treffe diese Aussage auf der Basis des Lehrmaterials (SSI) bzw. des Foliensatzes Tauchausbildung (VDST) die ich für die Rettungsausbildung eingesetzt habe / einsetze. Alle Programme sind aber nur ein Grundlagenprogramm, der durchführende Ausbilder kann auch darüber hinaus eigene Erfahrungen einfließen lassen. Entscheidend ist hier wieder mal die Durchführung.
nightclubberstreß & rescue 90 tg
25.06.2009 13:22
also ich kenn die padi rd unterlagen und die ssi streß & rescue, die ssi unterlagen sind gut, aber nicht so ausführlich wie andere, liegt daran das der sogenannte rescue leader part bei ssi erst beim divecon mitbehandelt wird. anonsten denke ich auch, es hängt viel vom tl ab, aber das is eigtl. gernerell der fall, nicht nur beim rescue
Bitte löschenBitte löschen
25.06.2009 23:02
Ich habe im letzten Monat den EFR und Rescue absolviert. Es hat 3 1/2 Tage von 8:30 bis 17:30 oder meist nach 18:00 Uhr bei ca. 2 Stunden Mittagspause gedauert. Der Rescue hatte 5 TG a` ca. 1 Stunde unter bzw, im Wasser. Es war eine TL und ich als einziger Schüler. Die Theorie war ein sehr intensives Lehrgespräch (1:1) auf das ich mich mit den Unterlagen die ich 3 Tage vorher bekam vorbereitet habe. Alle Übungen wurden wiederholt bis wir beide zufrieden waren. Die Tests (1 bzw. 3 Fehler) schrieb ich alleine ohne Hilfe oder Unterlagen. Die TL war Dipl. Ingenieurin und dem Stoff absolut gewachsen. Didaktisch hat sie mich sehr geschickt durch die Tage motiviert und geführt.
Auf meinen Wunsch haben wir noch das Ablegen und wieder aufnehmen des Jacket am Grund und frei schwimmend geübt damit ich lerne ggf. im kalten Wasser sicher an die Flaschenventile komme.

Das alles noch in Agypten (Mangrove Bay) und nach PADI Regeln, also Bedingungen die eher kritisch gesehen werden. Ich denke ein sehr gutes Beispiel für die häufige Meinung, dass die Ausbildung mit der/m TL steht und fällt.
26.06.2009 08:26
@shuttle
...Die wissen jetzt wie HLW geht...
Das bezweifle ich zwar, denn wenn du die meisten Leute ohne regelmäßige Übung der HLW nach einigen Monaten mal wieder an die Puppe lässt, dann wäre in vielen Fällen der Proband tot...
Ich stimme dir zu, dass solche Kurse in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden sollten - wenn`s denn nicht zur Geldschneiderei wird und die Preise dafür im Rahmen bleiben.

In jeden Fall macht auch hier die Übung den Meister. Und wenn das hilft Leben zu retten, dann sind ein paar Euros sicher gut angelegt. (Zur Info: Ich besitze keine Tauchschule und werde auch von keiner gesponsort )
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
26.06.2009 11:28
"Das bezweifle ich zwar.. " -> warum? wissen tun sie es, dass die Übung (noch) felt ist klar

Sorry wegen der Wortklauberei, ansonsten
27.06.2009 06:28
@Bulette: Wenn wir schon bei der Wortklauberei sind dann kann ich mir folgendes nicht verkneifen.

Zitat: "...Leute ohne regelmäßige Übung der HLW nach einigen Monaten mal wieder an die Puppe lässt, dann wäre in vielen Fällen der Proband tot...".

HLW wird dann eingeleitet, wenn man von einem Herzstillstand des Opfers ausgeht, also die Person klinisch tot ist! In diesem Zustand ist das verkehrteste was man tun kann, gar nichts zu tun. Vor allem aus der Angst heraus etwas nicht gut genug oder falsch zu machen. Selbst kontinuierliche Kompressionen ohne Atemspende kann schon ausreichen, wenn es schnell genug eingeleitet wird und professionelle Hilfe schnell genug eintrifft. Kann sogar um einiges Sinnvoller sein, als den Magen wegen unzureichender Öffnung der Atemwege aufzublasen.

Ich möchte hier keinem an`s Bein pinkeln, aber meiner Meinung nach führen solche Aussagen nicht wirklich dazu Laien zur HLW zu ermutigen!
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
27.06.2009 12:10
... zum Thema "Wortklauberei" hätte ich noch einen: "Proband" ist der Schüler/Prüfling und wenn man diesen "nach Monaten wieder an die Puppe (Rescue-Anne?) " lässte, wird er nicht wirklich sterben, selbst wenn er sich völlig verausgabt
... also liebe Probanden, nur ran und feste und wiederholt üben, es passiert nichts und die Anne mag das, es ist ihre Daseinsberechtigung.
divemasterandrepadi divemaster
28.06.2009 09:35
kommt immer auf den jeweiligen tauchlehrer an, mach den kurs am besten bei dem tauchlehrer deines vertrauens und besorg dir extra lektuere um sicher zu gehen dass du alles wichtige weisst.
viel spass
andre

Redaktion: link gelöscht. Der im Reg reicht
28.06.2009 19:51
@Scuba_Dude 27.06.2009 - 06:28 kann ich in allen Punkten nur zustimmen.

Zunächst mal zur Wortklauberei:
Zu Beginn der HLW ist der Patient IMMER tot. Anderfalls wäre keine HLW indiziert.

Und genau darüber sollte man sich immer im klaren sein.

Von daher kann man also bei der HLW im Grunde genommen nichts falsch machen - es sei denn, man macht garnichts.
Denn wenn jemand bereits tot ist kann man seinen Zustand nicht mehr verschlechtern.

Solange ich nur irgendetwas mache und der Patient kommt wieder zurück ins Leben, dann habe ich schon alles richtig gemacht!

Was allenfalls passieren kann ist, dass ich durch suboptimale HLW die weitere Behandlung erschwere, z.B. durch gebrochene Rippen (wobei dies bei der HLW am erwachsenen Patienten schon wieder fast die Regel ist).
Aber es steht wohl außer Frage, dass jeder lieber mit gebrochenen Rippen weiter lebt, als das er mit ganzen Rippen tot ist. Und dies gilt auch für alle anderen Probleme, die durch "Fehler" bei der HLW entstehen.

Von daher gibt es aus meiner Sicht in der HLW-Ausbildung für Laien nichts schlimmeres wie ständige Hinweise auf mögliche Fehler. Genau dies führt nämlich nachher dazu, dass die Leute aus lauter Angst etwas falsch zu machen lieber garnichts tun.

Wohlgemerkt, dies gilt nur für die HLW-Ausbildung für Laienhelfer. Für die Ausbildung von professionellen oder semiprofessionellen Helfern gelten selbstverständlich andere Maßstäbe.
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