Hallo!
Über den richtigen Zeitpunkt, wann man den RD bzw. den S&R machen sollte/könnte, darf man trefflich streiten. Leider leider wird hier im Taucher.net auch viel zu oft darüber gestritten.
Ich würde ihn weniger an der reinen Anzahl der Tauchgänge festmachen sondern vielmehr an den einzelnen Schülern selber. Man sieht leider immer noch Taucher, die auch mit weit über 50 TGs noch nicht in der Lage sich oder ihre Ausrüstung weder über noch unter Wasser zu beherrschen. Hier wäre ein RD/S&R einfach zu früh.
Andererseits vertrete ich aber ebenfalls die Auffassung, dass ein solcher Kurs einen Taucher nur weiterbringen kann. Sehr viel weiter, als es ein AOWD etc. jemals könnte. Shuttles Aussage von oben, dass der RD der wichtigste Kurs ist, kann ich nur zustimmen. Man sollte also im Gegenzug nicht zulange warten um ihn zu machen. Ist man nach 20 TGs wirklich schon fit, so kann man starten. Als verantwortungsbewußter TL sollte man dann schon in der Lage sein, hier spezifisch auf den Schüler einzugehen oder ihm auch mitteilen, wo noch Defizite sind und diese abarbeiten. Das kann auch bedeuten, dass der RD erst einmal ausgesetzt wird.
Die Theorie kann keinem schaden, egal wie viele TGs er hat. Wissen hat noch keinen umgebracht (nun ja, manchmal schon, aber Hexenverbrennungen sind ja sowas von out).
Bleibt die Praxis. Gerade gut geplante und durchgeführte Szenarien/Rollenspiele versetzen den Schüler in die Situation, die er auch im Ernstfall antreffen könnte. Nehmen wir mal die Punkte von shuttle
- Selbstrettungstechniken
- Hilfe "Ermüdeter Taucher" (Annäherung, Beurteilung, Kontakt, Beruhigen, Hilfeleistung und Transport, Entfernen der Ausrüstung ....)
- Hilfe "Taucher in Panik" (Annäherung und Beurteilung, Kontakt, Befreiungstechniken .... )
- Hilfeleistung vom Ufer, Boot oder Steg (reagierender Taucher)
- Taucher in Schwierigkeiten unter Wasser (Überanstrengung, Panik, Out of air ..... )
- Vermisster Taucher (Effektive Suche, Suchmuster .... )
- Hochbringen eines nicht reagierenden Tauchers
- Nicht reagierender Taucher an der Oberfläche
- Ausstiege mit einem nichtreagierenden Taucher
- Erste Hilfe für druckbedingte Verletzungen und das Verabreichen von Notfall‑Sauerstoff
- Hilfsaktionen vom Ufer/Boot aus – nicht-reagierender Taucher
Viele der Punkte könnte ich sogar erledigen, wenn ich überhaupt kein Tauchgerät dabei hätte. Geht es um die Hilfeleistung im Wasser, so trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Aber auch einem Schüler, der seine Ausrüstung noch nicht fest im Griff hat, wird diese nach dem Kurs mehr als vertraut sein.
Kleines Beispiel. Ich hatte meinen RD nach (kurz nachgeschaut) 52 TGs. Gemacht wurde der Kurs in einem Trocki mit Frontzipp. Machte der mir anfangs beim Anziehen und Schließen des Zipps noch Ärger, so war ich nach dem Kurs in der Lage, diesen im Eiltempo anzulegen und den Zipp sauber zu schließen. Kunststück, durfte ich während der Übungen und Szenarien diesen doch gefühlte 30-mal aus und anziehen.
Ein kleiner Punkt zum Schluss. Wichtig ist hier auch, dass die Übungen nicht nur einmal gemacht werden und das war es dann. Dann haben wir ein Szenario wie den EH-Kurs beim Führerschein. Mit 18 irgendwann gemacht und nie wieder dran gedacht. Will man ernstlich was aus diesem Kurs mitnehmen, so sollte man immer wieder die Punkte des Kurses in ein paar Übungen einbauen. Das bringt einen selber weiter und kann auch für den Buddy mehr als hilfreich sein.
Just my 2 Cent
CU Oliver
P.S.: Hmm, ich hoffe, ich habe mich jetzt verständlich ausgedrückt
Kommt davon, wenn man am Morgen zuviel schreibt.
