Hier können alle Fragen zum Thema Tauchausbildung ausgiebig diskutiert werden. Verbandsübergreifend kann hier nach allem gefragt werden was zum Bereich Aus- und Fortbildung gehört - moderiert von erfahrenen Tauchern.
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PADI Self-Reliant Diver

Hallo,
mein Mann und ich überlegen ob wir im nächsten Urlaub den o.g. Kurs machen sollen. Wir haben beide 300+ TG, Deep und Nitrox und wollen uns nun "weiterbilden" um auf Krisensituationen besser vorbereitet zu sein. Was wir nicht wollen ist solo zu tauchen, da wir eh immer gemeinsam abtauchen.

Hat von euch jemand praktische Erfahrungen mit diesem Kurs (Tips) und ev. einen Rat bei welcher Basis in EG wir diesbezüglich einchecken sollte?

Wir sind für jede Anregung dankbar

Grüße Sarah
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C_aus_GPADI Bubblemaker i.A
11.01.2014 13:15
Den Kurs braucht man so nötig wie einen Kropf, da würde ich eher "Wrack" machen oder einen Höhlen-Einstiegskurs. Der Kursinhalt des SRD vertieft nur Dinge die man mit 300+ TG sowieso kennen sollte
11.01.2014 13:59
PADI Deep Specialty heißt ja, dass der PADI AA/AOWD vorhanden sein sollte. Dann wäre der nächste PADI-Schritt eigtl. der Rescue-Diver. Der befasst sich gerade mit den angesprochenen Krisensituation ohne den Fokus aufs Alleintauchen zu setzen.
Alternativ wäre von SSI das Stress&Rescue Specialty zu nennen. Das hat vergleichbare Inhalte.

Oder gibt es Gründe, gerade diesen Kurs nicht zu machen?


Ich hab meinen PADI OWD in EG bei James&Mac in Hurghada gemacht. Wir waren eine recht große Gruppe mit 8 Tauchschülern, hatten in der Theorie mind. 2 TL und im Praxisteil durchgängig 3 TL mit dabei. Fragen wurden gerne und kompetent beantwortet, Übungen je nach persönlicher Fertigkeit solange geübt bis alles funktioniert hat (dank der vielen TL waren dabei keine langen Wartezeiten nötig falls es bei jemandem mal nicht so schnell geklappt hat). Dazu kommt die tolle Basis und die genialen Tagesausfahrten die uns für einen reinen Tauchurlaub super gefallen (man ist bei Tagesausfahrten von 9 bis 16 Uhr auf dem Boot, bekommt für knappe 3€ ein geniales Mittagessen, kann die Mittagspause dösen, schnorcheln, schwimmen wie man Lust hat, ist aber eben auch den ganzen Tag unterwegs).

Erfahrungen mit SSI in EG hab ich nur bei den Extra-Divern in Makadi. Makadi ist etwas teurer als Hurghade selbst und empfiehlt sich eher für einen Strandurlaub mit zusätzl. Tauchen. Es wäre einfach schade, wenn man den ganzen Tag unterwegs wäre und die schönen Anlagen nicht nutzen kann. Die Basis ist ebenfalls sehr zu empfehlen. Alles sehr ordentlich und top organisiert.
11.01.2014 15:06
Dank eure Antworten

die wesentlichen Inhalte des PADI Rescue haben wir zusammen schon zusammen ohne Tauchlehrer trainiert. Daher ist dieser Kurs keine Alternative.

Makadi kennen wir auch, waren aber der Meinung einmal Makadi reicht und haben uns dann weiter Richtung Süden orientiert.

Worauf es uns ankommt ist, daß man trotz Buddy alleine besser ev. auftretende Krisensituationen meistern kann und auch als Sicherheitsreserve eine zusätzliche Flasche optimal positionieren und bedienen kann. Das lernt man beim Rescue glaub ich nicht.

Grüße Sarah



CutchemistCMAS***; TDI Trimix; TDI Intro to Cave
11.01.2014 16:30
Würde sagen weiterbildung kann generell erst mal nicht schaden. Ich stimme allerdings auch C_aus_G zu. Wrack und Höhle ist sicherlich auch absolut Sinnvoll, da hier auch erhöhter Wert auf Redundanz gelegt wird.

Ich selber habe leider keine PADI Erfahrungswerte. Aber bei CMAS und NAUI hat mir auf jeden Fall jede "Weiterbildung" ein + an Sicherheit gegeben.

Zitat:
"die wesentlichen Inhalte des PADI Rescue haben wir zusammen schon zusammen ohne Tauchlehrer trainiert. Daher ist dieser Kurs keine Alternative."

Insbesondere die Rescue Ausbildung fand ich sehr Sinnvoll. Schließlich findet hier ein großteil der Ausbildung eher an der Wasseroberfläche und Außerhalb des Wassers statt. (Abschlepptechniken, Hebetechniken, HLW, Psychische Aspekte....)

Ich kann mir wirklich nur schwer vorstellen, dass man so etwas ausführlich im normalen Tauchalltag trainert!
11.01.2014 17:03
Hai,
wenn ihr 300+ TG habt und euch Inhalte vom RD Kurs selbst angeeignet habt, wäre eine denkbare (und sinnvolle) Weiterbildung auch ein Adv.Nitrox/Extended Range. Bei dem Vorschlag geht es mir weniger um die Tiefe, als vielmehr um die theoretischen und praktischen Inhalte. Die passen in euer "Profil" (?!)
diveforeverTDI Deco/Adv.Nitrox
11.01.2014 17:08
Hallo,
schaden tut der SelfReliant von Padi oder Solo Diver von SSI sicher nicht, jedoch tust Du Dir mehr Gefallen, wenn Du anstelle dieser Kurse Dein Geld in den Advanced Nitrox mit oder ohne Kombination der Deco Procedures einer Tauchorganisation investierst.

Warum ? > Der Advanced Nitrox erweitert Deinen Möglichkeiten mit einer Stage bis 100% O2 zu tauchen, wichtige Grundfertikeiten, die auch Basis fürs weiterführende Ausbildungen z.B. im technischen Tauchbereich sind.
Also alle Inhalte die sonst bein Solo Diver dabei sind und Du hast längerfristig mehr davon.

Self Reliant & Solo Diver kannst Du Dir für nichts weiteres anrechnen lassen.
Advanced Nitrox ist einerseits zb. die muss Vorraussetzung für Kreislaufgeräte (auch wenn nur im Sporttauchbereich ) , oder eben der muss Basis Schein für alle weiteren Tec Scheine.
Auch wenn Du niemals tiefer in den Tec Bereich vordringen willst, hast Du letztlich mehr gelernt, das Du auch mit Mono Fl. Sport Konfig. mit oder ohne Stage anwenden kannst.

Wie die Vorredner schon geschrieben, sind natürlich auch der Cavern Diver (Grottentauchschein) oder Wreck Diver als Basis Einstieg in diese Bereiche ein ideales Training um Extrem Situationen wie Tauchen & Rescue bei null sicht, totaler Dunkelheit mit Air Sharing , komplett ohne Maske , verschiedene Flossenschläge und vieles mehr zu trainieren.

Den Advanced Nitrox und auch Deco Procedures kannst Du mittlerweile auch bei vielen eher reinen Sporttauchbasen lernen , da ja PADI & auch SSI auch schon länger eine Tech Tauchschiene anbieten. ( natürlich leider nicht von allen Tauchbasen aber meist eher von denen die sonst ohnehin auch den Solo Diver oder Self Reliant anbieten würden. )

Also mach was, was Dir künftig weiterhin mehr nützt für Dein Geld wie z.b. den > Advanced Nitrox & oder Deco Procedures, Cavern, oder Wreck Diver .

viel Spass.


11.01.2014 17:09
Die Inhalte des Rescue alleine trainiert... soso aber sorry - das funktioniert nicht! Wenn der Rescue Kurs gut gemacht ist, dann gehört es auch dazu Streß zu erzeugen und Euch die Grenzen aufzuzeigen. Den anderen einfach nur durchs Wasser ziehen ist vielleicht eine Rettungstechnik aber beschreibt so nicht die Kursziele.

Ich halte den Vorschlag mit dem Rescue (gerade unter dem Aspekt - wir wollen nicht allein tauchen) daher nicht für schlecht. Selfreliant Diver kann man machen, sollte dann aber noch mehr schauen, wer den Kurs gibt und über welche Erfahrungen er verfügt.
biker55Tec 100 ccr/ tdi full cave
11.01.2014 17:32
Hallo Sarah,
interessant ist bei den bisherigen Antwort, dass keiner sagt " ich hab den SRD-Kurs gemacht " und hat mir etwas gebracht oder eben nicht gebracht.
Stattdessen wird kaum auf deine Frage eingegangen bzw. andere Kurse empfohlen.

Also - ich habe den SRD-Kurs gemacht und bin mittlerweile auch SRD-Instructor.
Der Kurs ist sinnvoll für Tauchlehrer/Divemaster( die tauchen in der Anfängerausbildung im Prinzip ohne Buddy)sowie Fotografen und Videofilmersowie ihre Partner.
Schwerpunkt ist Tge sicher planen zu können und sicher auf Nötfälle und auftretende Probleme reagieren zu können, unabhängig davon, ob man alleine taucht oder mit Buddy.
PADI setzt mindestens 100 Tge und AOWD vor Absolvierung des Kurses voraus - übrigens das einzige PADI Specialty mit dieser hohen Eingangsvoraussetzung. Sicherlich auch ein Indiz, dass die Anforderungen entsprechend hoch sind !

Nach Deep und Nitrox, halte ich den SRD-Kurs - richtig gemacht - für einen der sinnvollsten.
Allerdings ist er m.E. noch nicht weitgehend genug - ich erweitere den Kurs um einige Probleme, die im Kurs nicht enthalten sind und mache 4 statt 3 Tge bei der SRD-Ausbildung.
Aussage einer meiner Schüler "Das war der anstrengenste aber auch der Kurs, der mir am meisten gebracht hat "

biker
haitaucherinSSI-AOWI,IAC,CMAS**M
11.01.2014 18:22
@Sarahh: also die Bestandteile eines Rescue selbst zu üben ist gut ... aber zu einen Rescue gehört schon etwas mehr - sorry
ich würde euch trotzdem du es vielleicht nichthören möchtest, einen Rescue Kurs empfehlen

@biker55: also wenn Tauchprofis den Kurs noch brauchen, dann sag ich nur - zurück zum Start
mola Klar......
11.01.2014 18:32
.... die geballte Kompetenz......

Sarah, nimm mal Kontakt zu Shuttle auf, der bietet das an und kann Dir sicher auch wirklich was dazu sagen....

Viele der Vorschreiber zwickt der Höhenflug...
11.01.2014 19:09
@ mola, du tarierter Taucher
>
Viele der Vorschreiber zwickt der Höhenflug...
<
ganz schön unverschämt
11.01.2014 19:46
Grundsätzlich erstmal Dank an alle die sich die Mühe gemacht haben auf unsere Frage zu antworten.

Allerdings hat uns die Summe der Kommentare nicht wirklich weiter gebracht.

Wir wollen keinen Einstieg ins Technisch Tauchen mit Option auf was auch immer. wie ich schon geschrieben habe ist der Rescue auch keine Option.

Die Kernfrage ist weiterhin ob jemand praktische Erfahrung mit diesem Kurs hat und uns diesbezügliche Ratschläge geben kann.

Grüße Sarah
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
11.01.2014 20:52
Ich hab keinen solchen Kurs gemacht, aber aufgrund meiner Erfahrungen mit PADI-Kursen würde ich:
a) genau gucken, ob der Kurs-Tauchinstructor so taucht, wie ich es mir vorstelle (das erfährst du nicht hier, nur vor Ort)
b) ob er üblicherweise den Schnellkurs macht, oder sich die nötige Zeit nimmt (erfährst du ebenfalls nur vor Ort).
Ansonsten vielleicht eher ein Kurs bei einer Tauchorganisation, die etwas weniger auf`s Massengeschäft spezialisiert ist (SDI/TDI), da kann man zumindest vermuten, dass der TL nicht nur ausnahmsweise so einen Kurs macht, sondern tatsächlich auch selbst nicht nur Recreational Dives Plant... und einem Dinge zeigt, die bzgl. Ausrüstung, Planung, Fertigkeiten über das übliche Niveau hinausgehen. (Für einen 0815-Wochenendkurs ist es nach 300TG doch wohl zu spät.)
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
11.01.2014 20:56
P.S.:
In EG würde ich den Kurs übrigens nur machen, wenn ich dort so tauchen würde, wie zu Hause...
Oder habt ihr die 300TG überwiegend in EG getaucht?
11.01.2014 22:30
@Gelbe Maske

Stimme Dir zu, nur die Ausgangsfrage ist nicht beantwortet:

„Hat von euch jemand praktische Erfahrungen mit diesem Kurs (Tips) und ev. einen Rat bei welcher Basis in EG wir diesbezüglich einchecken sollte?“

Allerdings ist die Frage auch nicht vernünftig zu beantworten unter dem Aspekt:

„ ...."weiterbilden" um auf Krisensituationen besser vorbereitet zu sein.“

Die TO sollte schon mal erläutern für welche Krisensituationen sie besser vorbereitet sein will, vor allem bei welcher Art von TG.

Dann:

„Worauf es uns ankommt ist, daß man trotz Buddy alleine besser ev. auftretende Krisensituationen meistern kann und auch als Sicherheitsreserve eine zusätzliche Flasche optimal positionieren und bedienen kann.“

Um sich eine zusätzliche Flasche an’s Jacket zu hängen bedarf es wohl keines Kurses (und Plastikkarte), vor allem für erfahrene Taucher, die den Rescue praktisch autodidaktisch absolvieren.

Um hier eine vernünftige Antwort geben zu können bräuchte man doch noch ein paar zusätzliche Angaben (außer 300 TG).
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
11.01.2014 22:56
@mola: Das war jetzt gemein, jetzt muss ich wohl etwas sagen, dachte ich kann mich drumrummogeln

@sarahh (ich kopier einfach mal ein früheres Statement von mir zum Thema):

Zur Ausbildung an sich: Um es kurz zu machen: alle mir bekannten Solotauchausbildungen (SDI, Pro-Tec, Self-Reliant) genügen mit den in den jeweiligen Standards, respektive Leistungsanforderungen m.E. nach dem Anspruch, den man an ein solches Brevet stellen sollte, nicht.

Trotzdem ist es, einen entpsrechend motivierten TL unterstellt, der über die geforderten Mindeststandards hinaus und mit Blick auf vorhandene (oder nichtvorhandene) Fertigkeiten das Thema unterrichtet, sinnvoll, sich einmal voll und ganz um die Erlangung von Solokompetenz zu bemühen und auch Anleitung zu erhalten, wie man diese weiter trainiert und sich aneignet.

Unser Vorgehen (uns= meine Frau und ich):

Wir checken erstmal die Vorkenntnisse (Tauchgangsplanung, Navigationsfähigkeit, Tauchverhalten etc. pp.), besprechen Ausrüstungsfragen, modifizieren die vorhandene Ausrüstung eventuell, gehen ins Bad und trainieren dort erstmal Grundskills wie Selfchecks, Ventilmanagement, Stagehandling, Umgang redundanter Luftsysteme, Apnoeüungen ohne Maske und dergleichen mehr (i.d.R. 2 mal).

Begleitend Theorieunterricht nicht unter 4 Stunden (i.d.R. mehr, alleine das Thema Tauchgangsplanung frisst endlos Zeit)

Dann erst geht es ins Freiwasser und da fordern wir die Probanden. Und zwar so lange, bis wir der Meinung sind, OK, die kannst auch alleine losziehen lassen .... Wieviel Tauchgänge das sind, liegt nicht an uns (mind. 4, davon einer ein geplanter Solotauchgang, der indirekt überwacht wird).

Fazit bisher: wir hatten bislang nur Probanden in der Klasse CMAS ***, Divemaster, Rescuediver. Keiner hatte weniger als 200 Tauchgänge. Und ALLE
hatten ihr "Aha" bislang (und auch wenn man es nicht glauben mag, selbst wirklich erfahrene Taucher hatten Probleme beim Thema Planung, hatten ihren Luftverbrauch teilweise kräftig falsch eingesschätzt, setzten hervorragend eine Boje ... bis sie das ohne Maske machen sollten usw, usf.

Tipp: das Thema mit Blick auf: "wie weit bin ich heute zum Thema Solotauchkompetenz" mit einem guten TL (der möglichst Tec-Erfahrung hat, was überwiegend auch der Fall ist, wenigstens bei den mir bekannten SRD + Solo TL Kollegen) vorbesprechen.

Tipp zu EGY: Divepoint Hurghada bei Matthias Breit, der auch Tec-Instructor ist. Wenn du da tatsächlich aufschlägst, Gruß von mir und sag ihm, Qualitätsanspruch lt. Curriculum Shuttle, er soll mich nicht blamieren

eine kleine Bilderstrecke:
http://www.taucher.net/photos/photo10350/allebilder.html
mola Klar......
12.01.2014 03:34
Zum Thema
Danke und war nicht böse gemeint. Du kannst das einfach besser!!!
Zur Bilderstrecke:
Der Korker See ist so leider nicht mehr zu erleben. Seit dem Baggerstart im Herbst sieht man grade noch die Hand vor Augen

Habt einen schönen Sonntag.
NeptunCMAS 3-Stern
12.01.2014 03:42
„Die Kernfrage ist weiterhin ob jemand praktische Erfahrung mit diesem Kurs hat und uns diesbezügliche Ratschläge geben kann.“

Schade, ich wäre Shuttle gerne zuvor gekommen.

Nein, ich habe keinen kompletten SRD-Kurs absolviert.
Ja, ich hatte vor einiger Zeit an einem kompletten Praxis-Tauchtag am See im Rahmen eines SRD-Kurses als weiterer Schüler teilgenommen.

Sarahh, wenn Du die folgende Ziele verfolgst:
- „und wollen uns nun "weiterbilden" um auf Krisensituationen besser vorbereitet zu sein. Was wir nicht wollen ist solo zu tauchen, da wir eh immer gemeinsam abtauchen.“
Und
- „Worauf es uns ankommt ist, daß man trotz Buddy alleine besser ev. auftretende Krisensituationen meistern kann und auch als Sicherheitsreserve eine zusätzliche Flasche optimal positionieren und bedienen kann. Das lernt man beim Rescue glaub ich nicht.“

Dann kämen m.E. grundsätzlich zwei Kurse in Betracht. Der Search and Rescue und der Self Reliant Diver. Diese Kurse haben jeweils unterschiedliche Schwerpunkte, decken aber in Teilbereichen auch ähnliches ab.

Der Search and Rescue hat weite Teile die Rettung eines verunfallten Tauchers aus dem Wasser an Land und die Erstversorgung an Land im Fokus. ==> Auch das gehört wohl zu Deinem/Eurem Ziel „auf Krisensituationen besser vorbereitet zu sein“. Die Rettung eines verunfallten Tauchers IST gemeinhin eine „Krisensituation“.

Der SRD-Kurs legt mehr den Schwerpunkt darauf, daß unter Wasser erst gar keine Krise entsteht. Die Bezeichnung dieses Kurses als Solo-Tauch-Brevet halte ich daher auch für stark irreführend und die englische Bezeichnung „self reliant“ sehr viel treffender. An „meinem“ SRD-Tauchtag wurde unter anderem das Stage-Handling einer 11cuft-Stageflasche intensiv geübt ==> was ja auch Eurer Zielvorstellung entspricht „eine zusätzliche Flasche optimal positionieren und bedienen“.

Daher müsst Ihr nun halt abwägen, welchen von beiden Kursen ihr machen wollt (oder eben beide).

Mein erster Reflex beim Lesen Deines Eingangspostings war folgender: Ihr braucht doch gar keinen Kurs! Ihr seid zwei Taucher, die
- häufig miteinander tauchen (also fester Tauchpartner)
- schon einiges an Taucherfahrung haben und
- beide fortentwicklungswillig seid.

Dann genügt es doch, wenn ihr beide einfach immer wieder „Krisensituationen“ gemeinsam UW übt. Überlegt Euch vorher, was ihr trainieren wollt, und baut bei jedem TG einfach eine Übung ein. Dem Tauchpartner (TP) eine Flosse klauen, oder mal die Maske, oder Wechselatmung, OOA, oder Boje setzen, oder ohne Maske die Boje setzen, oder mal „bewußtlos werden“… es gibt tausend Dinge, die ihr zu zweit unter Euch üben könnt, gratis und kostenlos ohne einen Extra-Kurs zu buchen.

Nun zu meiner „Erfahrung“ aus meinem SRD-Praxistauchtag (zwei SRD Tauchlehrer, ein offizieller SRD-Schüler und ich als „Schnupper-Schüler“, ich selbst war/bin CMAS DreiStern und hatte 500TG):

Am See haben wir ziemlich ausführlich unsere jeweiligen Tauchausrüstungen besprochen, Atemregler, Schlauchlängen, Verstaumöglichkeiten, aber auch zusätzliche Ausrüstung wie Boje, Spool, Tauchermesser versus Leinencutter und deren Anbringungsmöglichkeiten am Jacket etc… Da wurde sehr ins Detail eingegangen und sehr auf Praxistauglichkeit wert gelegt.

In der Diskussion in der Gruppe hat jeder die Vor- und Nachteile seiner Ausrüstung genannt und es hat sich eine fruchtbare Diskussion über Für und Wider ergeben – jeder hat seine Ideen eingebracht. Bemerkenswert fand ich auch die Aktion des TL, um zu zeigen, was ein gutes Tauchermesser im realen Tauchalltag können muß: er hat sich spontan das Tauchermesser des Tauchschülers geschnappt und versucht, ein Stück des Harness-Gurtbands an seiner eigenen (TL) Ausrüstung abzusäbeln. Zum Vergleich hat er dann seinen Leinencutter genommen und damit sein Gurtband traktiert – der Unterschied der Schneidetauglichkeit wurde sofort jedem ganz plastisch. Also kein Theoriegeschwafel sondern praktisches Ausprobieren, selber tun und daraus lernen.

Die UW-Übungen beinhalteten:
a) ausführliches Stage-Handling an einer Plattform, aufnehmen, ablegen, aufnehmen, dann aufnehmen einer zweiten Stage und wieder abgeben etc.
b) eine dreistufige Messung des individuellen AMVs in kompletter Ruhe, unter Normalbedingungen und unter starker Belastung – ganz real unter Wasser gemessen und protokolliert.
c) Spool/Reel-Handling: Der Proband sollte mit seiner Spool unter Wasser einen Parcours verleinen, den ganzen Parcours komplett ohne Maske zurücktauchen und anschließend ohne Maske die ganze Leine mit allen tie-offs wieder einholen und verstauen. Alles natürlich kontrolliert, sauber tariert und in korrekter Tauchlage.
d) Setzen der Boje ohne Maske, ohne Tiefenmesser, ohne TC oder Uhr und kontrollierter Aufstieg ohne Maske mit simulierten einzuhaltenen Dekostops.
e) Bei jedem Tauchgang mit eingebaute Navigationsaufgaben – jeder Schüler musste die Gruppe zu einem bestimmten UW-Ziel bringen, beim Zurücktauchen einen exakten Punkt beim Einstieg treffen etc.
f) Weitere Tarierübungen, an die ich mich nicht mehr erinnern kann.

Das war im Wesentlichen der Inhalt des einen Praxis-Tauchtages in diesem Kurs. Was an den anderen Praxis-Tauchtagen innerhalb dieses SRD-Kurses noch zusätzlich trainiert wurde, weiß ich nicht.

Ich fand den Tag sehr intensiv und herrlich lehrreich, aber auch locker und ungezwungen. Insbesondere wurden alle Themen sehr praxisrelevant behandelt. Nicht theoretisieren, sondern einfach mal praktisch selbe ausprobieren, einfach mal „machen“ statt nur zu „labern“.

Was habe ich gelernt? Gelernt ist vielleicht der falsche Ausdruck – eher habe ich viele Situationen durchgespielt und trainiert. Ich hatte noch nie vorher ohne Maske eine Boje gesetzt und dann einen kompletten Aufstieg mit zeitkontrollierten Stopps ohne Tiefenmesser/TC/Uhr durchgeführt. Ich hatte vorher noch kein so intensives Stage-Handling. Ich hatte noch nie…. usw. Und selbst wenn ich schon mal etwas „konnte“ – das ist ja nicht verkehrt – dann habe ich es eben nochmal geübt oder nochmal trainiert.

Bringt nun Euch beiden dieser Kurs etwas? Das kann ich nicht für Euch entscheiden, das müsst Ihr selber abwägen anhand Eures bisherigen Erfahrungsstandes. Wichtig wäre es in meinen Augen, einen sehr praxiserfahrenen und engagierten TL zu finden, der sehr individuell auf Eure „Stärken und Schwächen“ eingeht und den Kurs und die Schwerpunkte entsprechend anpasst. Und nicht stur sein Kursprogramm abspult.

Zu guter letzt fragst Du nach Rat zu einer Tauchbasis in Ägypten. Da kommt von mir eine Fehlanzeige, ich kenne mich in Ägypten nicht gut genug aus. In Deutschland könnte ich Euch einen in meinen Augen sehr guten TL für einen SRD-Kurs nennen, das wäre dann im süddeutschen Raum. Ich kenne halt nur diesen einen SRD-TL; es mag noch viele andere sehr gute TLs in Deutschland geben.

Ich wünsche Euch beiden viel Erfolg bei Eurem Vorhaben!

Grüßle vom Neptun
mola Klar......
12.01.2014 08:00
.... und in Süddeutschland lässt sich super mal ein verlängertes Wochenende Urlaub machen, was man durchaus mit einem SRD Kurs verbinden kann!
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
12.01.2014 09:35
"in Süddeutschland lässt sich super mal ein verlängertes Wochenende Urlaub machen, was man durchaus mit einem SRD Kurs verbinden kann!"
Klingt nett, ist aber albern (`tschuldigung), ähnlich wie der Ägypten-Solotauchkurs (für die infrage kommenden, auch oder sogar vorwiegend in Deutschland Tauchenden). Man braucht mehr Zeit, ich würde einen TL in Wohnortnähe (oder mindestens in häufig besuchter Wassernähe) empfehlen. Womöglich kommt in einem Jahr sogar noch irgendein Kurs infrage, dann hat man schon einen Ansprechpartner

@shuttle
Ja, das meinte ich: Kostet viel Zeit und Engagement, nicht jeder Instructor ist bereit und fähig dazu. Vielleicht fast jeder Solotauchinstruktor (da fehlt mir der Überblick), aber sicher nicht die Mehrzahl der mir bekannten Tauchinstruktoren.
Übrigens: Boje setzen ohne Maske: Braucht man das? Wozu? Für den Fall des Ausfalls auch der Zweitmaske bei gleichzeitiger großer Dekoverpflichtung, was vielleicht nur mit Boje geht, weil man den Tauchcomputer nicht mehr ablesen kann? Aber wie kommt man dann in vernünftige Bojenschießtiefe hoch?

Was hingegen hältst du von der Übung "Tauchausrüstung komplett ab/anlegen" für einen Doppelflaschenträger mitohne Bleigurt?
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
12.01.2014 09:42
(Gut, in D kommt man auch ohne Maske noch halbwegs in "vernünftige Bojenschießhöhe", sofern man ein 30m-Spool statt einer angeblich hervorragend funktionierenden 10m-Strippe dabei hat: Man taucht so lange auf, bis es erkennbar heller wird. Aber im Meer... Also, lieber die Zweitmaske.)
12.01.2014 10:03
@gelbe maske:

"Aber wie kommt man dann in vernünftige Bojenschießtiefe hoch? "

Tja, hätteste mal uffgepasst. Erstens mal nimmt ein Spool mit knapp 50m (das trägt jetzt nicht vielmehr auf, als ein sinnloses Fingerspool mit 10m). Auf 21m und 3m machst Du einen Knoten rein. Du schießt die Boje auf deiner aktuellen Tiefe. Dann hangelst Du dich bis zum ersten Knoten hoch. Nun bist Du auf 21m. Von nun an ziehst Du Dich in 1m Schritten hoch. Wie bestimmst Du ca. 1m: mitte Brustkorb bis Fingerspitzen sind bei jedem Erwachsenen ca. 1m. Kannst Du ja gerne mal nachmessen

Zählen kannste ja im großen und ganzen

Funktioniert auch im Meer.

Wozu braucht man das? Es geht um Stressbewältigung.
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
12.01.2014 10:24
@Fullcave
Ich hab ein 30m-Spool. Wenn ich vorher in, sagen wir mal, 45m war, weiß ich nicht sicher, ob nach kurzem Hochtauchen schon 30m erreicht sind, also muss ich sicherheitshalber besser bis 15m hoch. Hierzulande merke ich das, im Meer nicht so genau.
Aber mit Zweitmaske brauche ich diese Übung real nie einsetzen. (Knotenzählen ist natürlich bekannt, als letzte Möglichkeit. Übrigens kann man auch ohne Maske den TC notfalls mal ablesen, Stichwort Luftblase.)
50m-Spool hab ich nicht, bei tieferen Tauchgängen dann ggf. ein Reel.
Stressbewältigung? Sonst kein realer Bezug? Das kann man evt. auch mit realistischeren Übungen üben. 1 Maske zu verlieren ist selten, 2 zu verlieren fast unmöglich.

Wie ich einem anderen Thread jetzt entnahm, ist Sarahh zu 90% Urlaubstaucher; dann wäre Ägypten als Ausbildungsort vielleicht doch richtig. Da müsste man mehr wissen, z.B. in wie vielen Jahren die 300TG stattfanden, evt. würde ich dann sogar den Tipp geben: Besser kein Solotauchkurs (SRD), sondern doch S&R, bzw. öfter mal zur Urlaubsvorbereitung schon zu Hause tauchen (aber vielleicht sind ja genau das die 10% schon..).
12.01.2014 10:32
"1m: mitte Brustkorb bis Fingerspitzen sind bei jedem Erwachsenen ca. 1m. Kannst Du ja gerne mal nachmessen"

Muaahh: das wäre aber dann ein gröbliches Abweichen von der horizontalen Wasserlage...
12.01.2014 10:40
@gelbe maske:

Der 21m Knoten ist für einen eventuellen Gaswechsel. Den willst Du nicht auf 30m machen. Der 3m Knoten ebenfalls. Aufgrund der Gefährlichkeit von reinem o2 sollte man den Knoten nicht auf 6m setzen. Im Meer würde ich den Knoten auf 4,5m setzen.

Ansonsten: Nicht jeder hat eine Backupmaske dabei. Manche vergessen die auch einfach. Im Kaltwasser kann es durchaus vorkommen, dass Du es unter Stress nicht mehr schaffst, an deine Backupmaske zu kommen, bzw. auch fallen lässt. Einen "Tauchunfall" üben ist wenig realistisch, da meistens mehrere Faktoren hinzu kommen.

Frage: Ist es realistisch, dass bei 3 erfahrene Tauchern mit einem Gaswechselprotokoll, was als "narrensicher" gelten sollte, trotzdem einer unter der Ausicht der anderen 2 auf 21m auf 100% Sauerstoff wechselt und auf 3m dann abnippelt?

Tja, ist so passiert. Der erste Fehler ist schon zu denken, dass einem dies und das nicht passieren könnte.
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