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Offenes Foramen Ovale und Tec - / Tieftauchen

Hallo,

habe kommende Woche einen Termin beim Kardiologen, um mein Herz untersuchen zu lassen.
Aufgrund von sehr schwankendem Sauerstoffgehalt in meinem Blut, ( 95-98 %), besteht lt. meinem Hausarzt die Möglichkeit, dass ich ein offenes Foramen Ovale habe.
Wenn es so ist, habe ich damit ein Problem, da das Tauchen für mich alles ist, ich ca. 150 TG`s pro Jahr mache und eigentlich diesen, spätestens kommenden Sommer Richtung Trimix und richtig tief wollte.
Mein Arzt, der mir die Tauchtauglichkeitsbescheinigungen macht meinte, dass das heutzutage als nicht mehr so tragisch angesehen wird und es viele Tectaucher mit einem offenen Foramen Ovale gibt und das auch gut geht.

Fakt ist, dass ich letzten Sommer eine DCS I, Tendenz sogar Richtung DCS II hatte, was jedoch eher an meiner nicht unbedingt konservativen Tieftaucherei mit Pressluft liegt.
Ein offenes Foramen Ovale allerdings würde das auch erklären, da es die Möglichkeiten, eine DCS zu bekommen verstärkt.
Für den Fall, dass der Doc kommende Woche ein offenes Foramen Ovale diagnostiziert, wie soll es dann weiter gehen ??
Kann ich dann beruhigt technisch Tauchen gehen, endet dann für mich die Taucherei in öden Nullzeittauchgängen oder kann man es operieren lassen ?????
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05.03.2006 14:14
Hallo Chris, 30% der Menschen haben ein Offenes Foramen Ovale. Und auch beim Dekompriemieren macht ein Offenes Foramen Ovale nichts aus.
DorftaucherPADI Rescue, Nitrox, SCR-Rebreather
05.03.2006 15:39
@musher
"Nichts ausmachen" ist eine recht gewagt-saloppe Aussage.

@Chris75
Ich nehme an Du hast Dich schon ein bißchen über das Problem informiert. Bei einem offenn (bzw. "funktionell durchgängigen" <Klugschiß off>) Formamen ovale können v.a. bei erhöhtem Druck im Lungenkreislauf Bläschen in den Körperkreislauf übertreten. Sie müssen nicht, sie können. Es ist wie immer, das offene Foramen führt nicht unbedingt und sofort zum Dekounfall, es steigert "nur" das Risiko. Wenn Du da Zahlen und Prozentsätze wissen willst frag` am besten den Kardiologen UND einen kompetenten Tauchmediziner. Deine "nicht unbedingt konservative Tieftaucherei mit Preßluft" potenziert dieses Risiko natürlich.
Behandeln kann man ein offenes Formanen auch, allerdings nicht (mehr) mit einer OP (am offenen Herzen, da ist man ja i.d.R. auch nicht so scharf drauf, oder?). Stattdessen wird da unter örtlicher Betäubung über die Leistenarterie ein Katheter bis ins Herz vorgeschoben der an der Spitze so ein kleines "Schirmchen" hat, das man dann im Foramen "aufspannt" und es so verschließt. Dieser Eingriff ist nicht völlig frei von Risiken und wenn die einzige Indikation dafür der Wunsch nach Tec-Tauchen ist könnte ich mir vorstellen daß das Deine Krankenkasse nicht unbedingt bezahlen möchte. Aber auch darüber kann Dich der Kardiologe informieren.
DorftaucherPADI Rescue, Nitrox, SCR-Rebreather
05.03.2006 19:33
Nochmal @musher
Danke für Deine Info per Mail. Darf ich die hier reinkopieren damit alle was davon haben?
Ich bin zwar weiterhin anderer Meinung aber das ist ja der Sinn eines Diskussionsforums.
06.03.2006 11:18
@ Dorftaucher,

ja, ich habe mich schon etwas über das Foramen Ovale informiert und weiss auch durch die Ausbildung einiges darüber. Sogar in meinen Nitrox-Manuals wird es erwähnt und es wird auch gesagt, dass man von Dekotauchgängen abrät und bei allen Tauchgängen zu Nitrox rät, um den Stickstoffgehalt im Blut niedrig zu halten.

Meiner Meinung nach spielt es beim Tauchen eine nicht unbedeutende Rolle, jedoch gibt es auch widersprüchliche Meinungen darüber.

Für mich wäre es interessant, hier mal mit einem Taucher zu plaudern, der so etwas hat und trotzdem taucht.

Mein Doc meinte, es sei beim Tauchen gar nicht so dramatisch, wie man immer annahm, andere Leute schlagen die Hände über`m Kopf zusammen und sagen, oh mein Gott, offenes Foramen Ovale und Tauchen ist zu gefährlich.
Wäre super, wenn ein " betroffener " mal berichten könnte, oder ein hier anwesender Mediziner.
06.03.2006 11:22
http://www.taucher.net/forum/PFO_tek1991.html

Carsten
06.03.2006 11:40
@ CarstenR

danke für den Link,

ich lasse jetzt erst mal die Untersuchung machen und dann sehen wir, ( ich ), weiter.
Wenn ich ein offenes Foramen Ovale diagnostiziert bekomme, trenne ich mich dann vielleicht von meinem Wing mit Backplate und D12.
07.03.2006 08:50
..habe kurz den Beitrag gelesen und wollte mich auch ein bisschen informieren.....prompt kam die Antwort aus Tauchärztenkreise:
Zitat Taucharzt: "Ein generelles PFO Screening ist bei Tauchern gegenwärtig nicht empfohlen, doch weiss ich, dass gerade technical divers oft ein Screenig wünschen. "
07.03.2006 09:50
Hallo Chris!!!

Habe selbst die gleichen Probleme (DCS I, leichte Anzeichen von DCS II)wie du gehabt, mit der Betonung auf gehabt, da ich mir vor 3 Jahren mein PFO mittels Kathetertechnich verschließen ließ. OP easy, 2 Tage Spitalsaufenthalt, 4 Tage Schonung, das wars. Seit dem habe ich bei Tauchgängen, jenseits der Nullzeitgrenzen keine Probleme mehr, obwohl der Gedanke an früher immer dabei ist. Die Untersuchung auf vorhandensein eines PFO, naja du wirst schon sehen, ist aber auszuhalten. Jedenfalls würde ich auf keinen Fall bei vorhandensein eines PFO´s Tauchgänge unternehmen, die jenseits der Nullzeitgrenzen liegt. Auch bei Tauchgängen die nur an die Grenzen der Nullzeiten geht, würde ich mich im speziellen in der Auftauchphase (keinesfalls Husten unter Wasser) und auch nach dem Tauchgang keiner körperlichen Anstrengung unterziehen. Ich hatte auch bei diesen Tg´s Probleme, die sich in Üblekeit, starke Kopfschmerzen, etc. äußerten, also passe bitte auf. Als Argumentation betr. Finanzierung meiner OP, half mir insbesondere das Argument, dass ich verstärkt nebenberuflich in der Ausbildung tätig bin und dementsprechende Einkünfte daraus erziele. Nur die Argumentation, dass ich tiefe, lange Tg´s machen will hätte nicht ausgereicht.

Solltest du noch Fragen diesbezüglich haben, dann.....

lg
Robert
07.03.2006 09:58
Es ist nicht richtig, dass ein offenes Foramen ovale generell mit einem Schirmchenverschluss über Katheter verschlossen wird. Das geht nur, wenn genügend Randgewebe vorhanden ist, an dem das Schirmchen befestigt werden kann. Allerdings gibt es Kliniken, die einen ASDII verschließen können, ohne das gesamte Brustbein zu öffnen.
Wenn keine medizinische Notwendigkeit besteht, wie z.B. ein vorangegangener Schlaganfall, bezahlt die Kasse i.d.R. die OP nicht.
Es ist zum Beispiel auch ein erhöhtes Risiko vorhanden, wenn unter Wasser gehustet wird.
Ein ASDII ist nur ganz genau zu diagnostizieren, bei einem Schluckecho. Bei einem meiner Söhne wurde bei Ultraschall über den Brustkorb ein ASDII diagnostiziert, welches sich im Schluckecho als NICHT vorhanden darstellte. Hier wurde im Vorfeld auch von mehreren Ärzten unbedingt eine OP empfohlen, wobei klar war, dass bei der Lage des angeblichen PFO kein Schirmchenverschluss möglich sei, da es nicht mittig lag. Letztendlich stellte sich das ganze als Fehldiagnose heraus, da es sich um eine Einbuchtung in der oberen Herzscheidewand handelte, wo Blut zurückgedrückt wurde, was im Ultraschall als großes Loch (Shunt) dargestellt wurde. Insofern ist ein Schluckecho anzuraten, um eine genaue Diagnose zu bekommen.
07.03.2006 11:25
@ pitcairn,

genau darin liegt das Problem, dass man unterschiedliche Aussagen sogar unter den Medizinern hört. Es scheint fast so, als könne man sich die Theorie heraussuchen, an die man selbst am ehesten glaubt.

@uptodive,

die DCS I die ich hatte kann auch gut mein Verschulden ohne PFO sein. Im der Woche in der ich die DCS hatte, bin ich jeden tag, also 7 mal pro Woche getaucht, fast jeden tag min. 2 Tauchgänge und teilweise über 50, fast 60m tief und auch mit Pressluft dekompremiert. Speziell an diesem Tag machte ich morgens nen Tg aug 54m mit über ner halben Std. Deko auf dem Aladin, 2 Std. später nen TG auf max. 36m, immer nahe an der Nullzeit lang, anschließend Sicherheitsdeko von 5m auf ca 5m, dann ab ins Boot.
Eine Std. später auf der Basis war es dann so weit, dass ich Hautrötungen hatte, Schmerzen in den Gelenken, Sehstörungen, Sprachstörungen, taube Finger usw.
Ganz klar, mein eigener Fehler, da die Tauchgänge in dieser Woche sehr gewagt waren.

Ich habe im Frühjahr 2005 man einen Notaufstieg aus ca. 40m gemacht, der Tauchcomputer ist direkt in den Unfallmodus gesprungen, habe dann nass rekompremiert, keine Symptome.

Bei mir ist es nicht wirklich begründet, dass ich ein PFO habe, dafür spricht mein schwankeneder Sauerstoffgehalt im Blut und die DCS, obwohl die eher am Tauchen liegt, dagegen spricht, dass ich schon viele wilde Aktionen ohne Symptome gemacht habe.

Habe bescheid bekommen, dass sich mein Termin auf 6. April verlagert hat, dann bin ich schlauer.

Wenn ich Fragen habe, komme ich jedoch gerne auf Dich zurück.
18.04.2006 17:03
Hatte heute im Klinikum von Kaiserslautern eine Herzuntersuchung mittels Schluckecho.
Das Ergebnis isr positiv, d.h., ich habe ein offenes Foramen Ovale.
Die Mediziner sind sich jedoch sehr strittig darüber, inwiefern sich das ganze auf die Taucherei auswirkt. Von der Diagnose, das tauchen aufzugeben bis hin zu dem Rat weiterzumachen und lediglich die absoluten Brecher und Zectauchen wegzulassen, habe ich nun alle ratschläge bekommen.

Noch dazu gibt es just hier auf taucher.net einen sehr unschlüssigen Bericht zum Thema, der hier nachgelesen werden kann.

http://www.taucher.net/redaktion/54/DAN-PFO_Projekt_4.html

Ich persönlich werde erst mal so weitermachen wie bisher, jedoch werde ich die Deko eindeutig konservativer gestalten und nur noch mit Nitrox dekompremieren bzw. reinem o2.
Desweitern werde ich innerhalb von 24 STD. nach einem tiefen Tauchgang keinen Wiederholungstauchgang machen.

Das Tauchen jedoch nun aufzugeben, ist ausgeschlossen für mich.

Ich frage mich gerade, wie viele Taucher, auch Tectaucher mit einem PFO tauchen und davon gar nichts wissen.
Viele Taucher lassen sich auf ein PFO nie untersuchen und bei der Tauchtauglichkeit wird das nicht untersucht.
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