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Nasenspray

Geändert von euro-hannes,

Hallo da ich fast ganzes Jahr mit meiner Nase zu kämpfen habe und sie immer mal zu ist greife ich öfter mal zu abschwellenden Nasenspray. Das Nasenspray nicht gesund ist ist mir klar aber wie lässt sich das mit den Tauchen vereinbaren.Ich bin schon öfter nach der Einnahme problemlos getaucht aber immer wieder hört man bei Nasenspray lieber nicht tauchen.Auch von Ärtzten hörte ich schon unterschiedliche Meinungen wie zB.kein Problem oder auf keinen Fall.Ich hörte auch schon von tech Tauchern die Nasenspray immer vor dem tauchen nehmen.

Was ist eure Meinung oder Erfahrung beim Tauchen mit Nasenspray?

Grüße Hannes

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NilsNaseUnfertiger Taucher
29.05.2021 13:50
Grundsätzlich ist Nasenspray nicht unbedingt ein Problem, ABER; Nasenspray hat nun einmal nur eine begrenzte Wirkdauer und wenn Du mit freier Nase zwar abtauchen kannst, die ganze Geschichte dann aber vor Ende des TG wieder zugeht, hast du ggf. ein durchaus sehr ernstes Problem.
Wenn du unter dauerhaften Problemen mit der Nase leidest, würde ich mal schauen ob sich nicht die Ursache finden und beheben lässt, das wäre sicher zielführender. Ein Versuch kann auch in der regelmäßigen Anwendung einer Nasendusche liegen, nicht selten schafft das schon dauerhaft bessere Ergebnisse.
29.05.2021 14:03Geändert von Uwe-Re154877,
29.05.2021 14:03
Ich nehme Nasenspray vor jeden TG, der tief, kalt und lange dauert.

Was anderes sagen, machen oder sonst ist mir völlig egal
29.05.2021 14:04
Nasenspray kann einen Rebound-Effekt zeigen, das heißt, dass nach Nachlassen der gefäßverengenden und abschwellenden Wirkung das Gegenteil eintritt, die Schwellung ist also vorübergehend stärker, was beim Wiederaufstieg übel werden kann. Außerdem kann Nasenspray suchterzeugend sein. Wenn ein Taucher das Spray zum Ritual vor dem Tauchen macht, halte ich das für arg bedenklich.

TE, Dir würde ich zum Gleichen raten wie @NilsNase.
29.05.2021 14:22
Nils und Spätbär haben die Problematik schon geschildert. Dazu kommt noch, daß es unten kalt und nass ist, d.h. optimale Bedingungen für Schleimhautschwellungen vorherrschen. Das Risiko eines Barotraumas beim Auftauchen ist durchaus gegeben..

Der Spray ist halt ein zweischneidiges Schwert: Selbst Tauchärzte raten im Zweifelsfall davon ab (nur ja kein Risiko eingehen!), wenn am Safariboot und ein TG steht auf dem Spiel, nehmen sie den Spray dann gelegentlich aber schon selber...

Wenn man den Spray ständig braucht, dann passt aber Etwas nicht - das gehört angesehen und therapiert...

LG, Wolfgang

29.05.2021 15:29
Das meiste ist ja schon gesagt: Die "zue" Nase kommt durch eine Schleimhautschwellung, welche aus einer vermehrten Durchlutung der Schleimhaut resultiert. Abschwellendes Nasenspray verengt die Gefäße der Nasenschleimhaut, es kommt also weniger Flüssigkeit hin, folglich kann die Schwellung nicht weiter unterhalten werden. Die früher gebräuchlichen Nasensprays waren relativ kurz wirksam, weswegen man aufgrund der Gefahr des Rebound-Effekts (die Stoffe, die zu einer Erweiterung der Gefäße in der Nasenschleimhaut führen werden durch den verminderten Blutfluss nach Anwendung von Nasenspray natürlich nicht mehr so gut abtransportiert und können dann nach Abklingen der Nasenspraywirkung eine überschießende Schwellung, schlimmsten Falls unter Wasser, begünstigen) als Kontraindikation für den Tauchgang angesehen hat. Problem ist nicht die behinderte Nasenatmung, sondern die gefangene Luft in den Nasennebenhöhlen, die sich beim Auftauchen am Ende des Tauchgangs ausdehnen und abströmen können muss. Bei den langwirksamen Sprays ist die Gefahr heutzutage geringer, weswegen viele Taucher Nasensprays oder -tropfen in der Praxis sehr häufig problemlos benutzen. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass man das a) so selten wie möglich macht b) in einem zeitlichen Abstand vor dem Tauchgang, der sicherstellt, dass die Wirkung den gesamten Tauchgang über anhält und c) sich selbst auf Belüftungsprobleme beobachtet und dann möglichst frühzeitig und besonders langsam austaucht. Grundsätzlich ist ein erhöhtes Risiko aber mindestens latent vorhanden und wo möglich, sollten abschwellende Nasentropfen und -sprays daher vermieden werden, bedenkenlos EMPFEHLEN kann man sie nicht. Die Literatur empfiehlt hier bei allergischer Ursache eher die Anwendung vom kortisonhaltigen Sprays. Vielleicht kann da dauerhaft ein guter HNO-Arzt helfen?!
R3scol Anfänger
29.05.2021 17:00
Ich habe ein ähnliches Problem, meine Nase ist ganz oft zu, auch wenn ich nicht krank bin. Bisher hatte ich keine Probleme bis vor ein paar Wochen, da hat es übel geschmerzt beim tauchen. Beim HNO ist festgestellt worden, dass meine Nasenmuscheln viel zu groß sind und die Atemwege dadurch verengen + eine chronische NNH Entzündung. Heißt die Zugänge zur NNH sind fast komplett zu und Sekret läuft nicht mehr ab. Ich mache mehrmals die Woche eine Inhalation mit Kochsalzlösung, bis zur Operation. Ich empfehle dir bevor du irgendwelche abschwellenden Mittel nimmst geh zum HNO
29.05.2021 17:01
Nils, du müsstest ja Nasendpray fürchten, wie der Teufel das Weihwasser big
gr3yw0lflife is better in fins
30.05.2021 07:50
hm...

ich hab eine zeitlang vor dem tauchen einfache meersalz-nasensprays verwendet - geht super und wirkt eben nicht abschwellend, macht aber die nase frei...
30.05.2021 08:19
Man müsste schon, bevor man hier groß losdiskutiert, präzisieren, was für ein Nasenspray gemeint ist.

Ein Meersalz-Nasenspray ist was anderes als ein kortisonhaltiger.
30.05.2021 08:40
Es geht um abschwellende Nasensprays meine Favoriten:Nasic und Luuf.
Kenne auch Kortison Spray zb.Momentason
Oder Meerwasser: Colda Maris.
Die beiden letzteren haben halt nicht die wirkung
30.05.2021 09:13Geändert von Spaetberufener,
30.05.2021 09:13
- Abschwellende Nasensprays beinhalten einen "Verwandten" des Adrenalins. Das heißt, es tritt eine sofortige, aber nur kurzfristige Wirkung ein: Adern werden verengt, Schleinhäute werden trocken und flach.
- Nasensprays mit einem Cortison-Verwandten haben einen wesentlich langsameren, dafür auch langfristigeren Wirkungseintritt. Sie sind eher für eine anhaltende Therapie, beispielsweise während der Pollen-Saison, geeignet.
- Sprays mit Meersalz wirken befeuchtend und abschwellend und schleimlösend, aber wie beim Steroid eher langfristig.

Die beiden letzten Sprays wirken also, wie man heute so gerne sagt, nachhaltig.
Punkfish Divingbunte Kärtchen, einfarbige Kärtchen, egal - Hauptsache Tauchen :-)
30.05.2021 18:15

Das mit den Meerwasser-Sprays finde ich irgendwie lustig. Wollte mir hier in der Apotheke auch mal jemand verkaufen, ich habe etwas irritiert geschaut (das Meer war ca. 100m entfernt) und um etwas "richtiges" gebeten. Wenn mein Problem sich mit Meerwasser beheben lässt, nehme ich eine Nase voll genau davon, bei ein bisschen Schmodder hilft das ja auch hervorragend.

Ansonsten: Eine Umkehrblockierung ist wirklch richtig ekelhaft schmerzhaft. Wenn man so verschleimt ist, dass man nur mit Nasenspray überhaupt eine Chance hat, kann es durchaus die bessere Entscheidung sein, einfach mal einen Strandtag einzulegen.... Also, ich sitze gerade mit verschleimter Stirnhöhle vor dem PC...

30.05.2021 19:48
Jepp, wenn man verr..., sollte man auch nicht tauchen. Spray nehme ich, wenn die Nase nur leicht verstockt ist. Dann hält die Wirkung auch stundenlang gut genug.
30.05.2021 20:01
Ich meinte auch nicht bei Verkühlung oder Nebenhöhlen Entzündung aber da meine Nase immer mal wieder leicht zu ist und ich diesen Umstand leicht mit Nasenspray ändern lässt und dadurch das Tauchen angenehmer macht.
War auch schon mehrmals beim HNO leider ohne Erfolg
30.05.2021 22:14
Ich denke es sollte auch berücksichtigt werden was "dichte Nase" bedeutet. Ein Nasenloch ist Naturgemäß "dicht" normalerweise wechselt jedoch die Atmung von Zeit zu Zeit von einem zum anderen Nasenloch. Letztendlich erschwert die Atmung schon eine relativ kleine Verjüngung der Atemwege. Für den Druck und daraus resultierende Schmerzen und Probleme muss es schon richtig dicht sein. Das ist in den seltensten Fällen permanent der Fall. Solange ein Nasenloch nicht komplett Atmungsunfähig ist, sollte kein Nasenspray notwendig sein. Wenn das Loch so dicht ist, das gar keine Luft mehr durch kann, dann geh ins Bett und kurier dich aus!

Bisher hatte ich nur einmal schmerzen in den NNH beim tauchen und da hat ein wieder tiefer gehen und gaaaanz langsam aufsteigen das Problem gelöst.

Statt selbst hin und zu spekulieren, verschwende nicht die Zeit und such lieber ein richtigen HNO-Arzt, doch Vorsicht viele haben im Hinblick auf tauchen keine Ahnung.


CutchemistCMAS***; TDI Trimix; TDI Intro to Cave
02.06.2021 13:31

Eigentlich ist alles gesagt.... Ich möchte hier dennoch noch etwas aus der Praxis beitragen:

2014 habe ich einen 8-tägigen Tauchtrip nach Dahab gemacht. Die leichte Erkältung bekämpfte ich
täglich mit Nasenspray damit der Druckausgelich funktioniert.
Bei einem der letzten Tauchgäng ließ die Wirkung nach und ich hatte eine Umkehrblockade auf
dem Rückweg vom Canyon..... Mit den Nachwirkungen des Tauchgangs hatte ich dann mehrere Monate
lang zu kämpfen.

Heute vermeide ich die Nutzung von Nasensprays in der Regel. Beim Höhlentauchen habe jedoch immer
ein Notfallspray in meiner Pouch um bei einer Blockade in der Höhle (häufiges auf und abtauchen) notfalls
untestützen zu können. Gebraucht habe ich es noch nie.

03.06.2021 21:56
Danke für die vielen Meinungen
Mein Fazit: Nasenspray bleibt im für Notfälle im Gepäck
NDLimitGelegen-
heits-
taucher
03.06.2021 22:38
Mit solchen Empfehlungen wäre ich vorsichtig.

Hier sollte die Moderation über den Link entscheiden.
moeAOWD 140TG
03.06.2021 23:11
Solches klar nur nach Absprache mit HNO....
03.06.2021 23:15Geändert von kwolf1406,
03.06.2021 23:15
Ich habe da mal in den Beipackzettel geschaut: Nur bei allergischen Nasenbeschwerden. Infektion (Shnupfen) ist sogar eine relative Kontraindikation. Also für die Mehrzahl der Fälle ungeeignet!
03.06.2021 23:33Geändert von Spaetberufener,
03.06.2021 23:34
Korrekt. Ein steroidhaltiges Nasenspray unterdrückt die Immunantwort (darum macht es bei Allergien Sinn) und kann bei Infektionen die Heilung verzögern oder verhindern. Bitte immer nur nach ärztlichem Rat einnehmen.
Antwort