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Nachttauchen

Geändert von euro-hannes,

Hallo meine Bilder beim Nachttauchen haben im Hintergrund immer sehr viele Segmente (Reflexion) ich möchte aber ein reines tiefes schwarz was mache ich falsch liegt es vielleicht an der Position der Video Leuchte.wenn es nur ein paar wären würde wahrscheinlich Photoshop helfen aber ich denke bei meinen Fotos nicht mehr.

Hab mit absicht sehr schlechte Bilder hochgeladen aber mir geht's hauptsächlich um den Hintergrund.

Bitte um Tips bzw.Verbesserungsvorschläge

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16.07.2020 20:40
Die gesamtqualität der Bilder wurde beim hochladen sehr komprimiert hoffe man kann genug erkennen
DettiAOWD
16.07.2020 22:16Geändert von Detti,
16.07.2020 22:17
Das ist nicht der Hiintergrund, der fleckig ist, das ist der Vordergrund.
Du hast beim Blitzen Schwebeteilchen angeblitzt, die nun etwas strahlen. Könnte aber noch viel schlimmer aussehen.
Hier hilft nur, den/die Blitze so auszurichten, dass nichts zwischen Kamera und Objekt beleuchtet wird ( das ist dann die hohe Schule).
Üblicherweise richtet man den Blitz daher etwas nach außen und nicht direkt auf das Objekt.
Aber die paar Flecken kann man doch locker wegstempeln.
Hoffe, das hilft erst mal.
LG
Detlev
16.07.2020 23:16Geändert von knober,
16.07.2020 23:17

Blitz:Der Blitz (oder das Licht) darf auf keinen Fall frontal auf das Motiv zeigen. Für einen dunklen Hintergrund musst du das Motiv freistellen und kannst dann das Motiv von der Seite anblitzen (bei 2 Blitzen) oder leicht von oben.
Der Hintergrund wird dadurch nicht beleuchtet, sondern nur das Motiv selber.
Wichtig ist auch noch die Platzierung des Motivs, ein schön freigestelltes Motiv (ohne störende Korallen, Steine, Gegenstände im Hintergrund) lässt sich besser fotografieren vor schwarzem Hintergrund.
Bei deinem Foto müsstest du 1. viel näher ran und 2. das Motiv besser freistellen (Kameraposition tiefer, weniger von oben).

ISO: wichtig ist, die ISO auf einen tiefen Wert einzustellen, zum Beispiel 125. (nicht AUTO!)

Belichtungszeit: die sollte auch eher kurz sein, zBsp. 1/200 - 1/320

Blende: relativ fest schliessen (zBsp. F/8 oder f/11), das reduziert die Lichtmenge, die auf den Sensor fällt.

Das Ganze ist also eher unterbelichtet, ohne Blitz oder Licht wäre dein Bild komplett schwarz (austesten), mit Blitz /Licht ist dein Motiv beleuchtet, der Hintergrund aber schwarz.

Hast du einmal eine passende Einstellung, macht es viel Spass und funktioniert auch tagsüber, nicht nur bei Nachttauchgängen.
Tipp: zum Ausprobieren / Austesten genügen auch irgendwelche Äste oder Steine, die sich garantiert nicht wegbewegen und sogar noch gezielt platzieren lassen.

Womit fotografierst du?

AlpöhyFreestyle Vollhöhle 9Sterne Vereinsmeier DIR-MIR Platincard
16.07.2020 23:20Geändert von Alpöhy,
16.07.2020 23:21
Detti hat das schon recht gut beschrieben. Das nennt sich Backscatter und wird von den Schwebeteilchen zwischen Linse und dem zu fotografierenden Objekt verursacht die du mit deinem Blitz anleuchtest. Lösung: Blitz an Armen mit Klemmen montieren, mind. 50cm und dann Blitz von Aussen oder leicht schräg oben auf das Objekt ausrichten, so dass das Licht erst beim Objekt eintrifft, aber die direkte Strecke fpdazwisxhen dunkel bleibt. Gekonnt eingesetzt hast du keinen Backscatter und kannst auch das Licht schön setzen damit das Objekt dynamisch ins Licht gesetzt wird und Tiefe bekommt.
Und der Tip schlechthin: Geh näher ran 😉

17.07.2020 13:34Geändert von roku,
17.07.2020 13:41
Doppelpost
17.07.2020 13:40Geändert von roku,
17.07.2020 13:42
Die paar Schwebeteilchen sind doch in Photoshop mit ein paar Klicks und großem Reparaturpinsel schnell weggestempelt.
GlentaucherPADI Rescue + Spezialbrevets von PADI; Nitrox CMAS; TDI Rebreather
17.07.2020 15:40
Ich würde den Messmodus auch mal überprüfen. Matrix-Messung, mittenbetont, Spotmessung (so kenne ich es von Nikon). Da nachts eh fast nur Makro fotorafiert wird, schalte ich auf Spotmessung, denn ich will ja nicht, dass - wie auf deinem Bild - 80% ausgehellt werden, sondern möchte die richtige Dosis Licht auf dem Objekt haben. Zudem: leicht unterbelichten, minus 2/3 Blende. Und möglichst ran an das Motiv. Den Rest haben die Kollegen oben beschrieben.
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
17.07.2020 16:49
Wie nah man an's Objekt rangeht, hängt doch vom gewünschten Foto (bei vorhandenem Objektiv usw.) ab, man kann nicht immer beliebig nah ran. Auch dem Abstand der Beleuchtung vom Objektiv zur Vermeidung von angeblitzten nahen Schwebeteilchen sind praktische Grenzen gesetzt.
Helfen könnten (neben dem, was schon gesagt wurde) längere "Belichtungszeiten", in der Hoffnung, die Schwebeteilchen stören dann weniger, weil nicht deutliche Punkte. Oder etwas mehr Abstand vom Boden, weil weniger Schwebeteilchen.
Oder eben Nachbearbeitung. Maskierung (!) der schwarzen, oberen Bildhälfte, dort nachbearbeiten (weichzeichnen, Kontrast hoch, dunkler, ggf. Pinsel).
AlpöhyFreestyle Vollhöhle 9Sterne Vereinsmeier DIR-MIR Platincard
17.07.2020 17:07
Logisch kann man vieles am Computer machen und bei UW Bildern muss man eh immer einiges machen. Schwebestoffe können aber auch an anderen Orten als im Schwarzen stören, z.B. manchmal auf dem Fisch selber, da ist es u.U. mühsam dies wegzustempeln, oder zerstört Details der Zeichnung auf dem Fischkörper.
Zudem: alles was ich an Postproduction an Zeit einsparen kann, nehme ich immer gerne, sprich ich schaue lieber schon bei der Aufnahme ein möglichst gutes Bild zu kriegen, um hinterher nicht so viel und lange vor dem Rechner sitzen zu müssen 😉

Zum Thema näher ran: die beiden gezeigten Bilder würde „ich“ beide etwas croppen, das erste etwas weniger, das zweite ziemlich stark. Wenn ich aber bei der Aufnahme näher rangehe, muss ich weniger oder gar nicht croppen, sprich die Endauflösung des Bildes ist höher. Zudem habe ich weniger Schwebestoffe zwischen Linse und Objekt und die Farben werden ev. auch noch etwas besser, weil das Licht des Blitzes weniger Weg durch das Wasser zurücklegen muss. Btw: das Licht des Blitzes muss immer den doppelten Weg machen: einmal vom Bliitz zum Objekt und von dort zurück zur Linse... Und das Wasser selber verschlechtert die Schärfe des Bildes auch, ergo bin ich näher dran, habe ich mehr Details.

aber wie immer: jeder wie er möchte prost
AlpöhyFreestyle Vollhöhle 9Sterne Vereinsmeier DIR-MIR Platincard
17.07.2020 17:09
Maske: mehr Abstand zum Boden würde hier bedeuten: Fische von oben fotografiert, was den meisten Fischfotos perspektivisch nicht gut bekommt...😉
17.07.2020 21:04
Ok mal Danke für die guten Tips soweit ich es verstanden habe kommt es viel auf die richtige ausrichtung der Videoleuchte die nähe zum Motiv und Verschlußzeit an.
um so besser das Foto um so weniger muß ich nacharbeiten.
Nun haben zb. Roku und Detti geschrieben mit Photoshop kein Problem hier auch schon meine Frage. Ich Arbeite laienhaft mit Canon Dpp ich kann zwar mal ein paar schwebeteilchen "wegstempeln"
aber so viele?.Mit welchen Programm arbeitet ihr und wie macht ihr das ich schaffe das leider nicht bitte gebt ein paar Tips.Werde euch auch gerne mal ein Foto in RAW zukommen lassen und ihr könnt mir zeigen was machbar ist würde mich sehr Freuen (rede nicht von meiner Fotosammlung sondern nur von einem Bild).
Hoffe es kommen noch einige interresante Antworten Grüße Hannes.
AlpöhyFreestyle Vollhöhle 9Sterne Vereinsmeier DIR-MIR Platincard
17.07.2020 21:54Geändert von Alpöhy,
17.07.2020 21:57
Hallo Eurohannes, bezüglich Blitz ausrichten: schau doch mal hier vorbei:
https://www.uwphotographyguide.com/
Viele Tips bezüglich Unterwasserfotografie.
dann kann ich noch das Buch von Alex Mustard „ Unterwaterfotography Masterclass“ empfehlen. Auch für Fortgeschrittene noch ein super Buch.

Auf Deutsch:
Unterwasser-fotografieren.de
oder das Buch „Näher Ran“ für Basics.

Bezüglich Software: jedes halbwegs professionelle Fotoprogram kann das, gepaart mit einem Haufen Geduld seitens des Anwenders. Ich arbeite mit DXO Photolabs oder Adobe Photoshop oder Affinity Photo. Es gibt aber auch Gratis Alternativen, da kenne ich mich aber nicht so aus.
Tutorials zum Thema Bearbeitung von UW Bilder findest du gefühlt Millionen auf YouTube. Zu den bekannten Software findest du auch Lern DVD‘s und Bücher und bei z.B. Affinity Photo oder DXO Photolabs gibts gleich auf der Webseite viele Video Tutorials.

BTW: Deine Bilder sind noch relativ easy zum bearbeiten, da habe ich bezüglich Schwebestoffe schon schlimmeres gesehen oder (früher) produziert 😉 Aber Geduld zahlt sich aus: 1. beim Einfangen des Bildes und 2. beim Bearbeiten und wie gesagt: umso mehr du auf Punkt 1 geachtet hast, umso weniger Geduld brauchst du bei Punkt 2 😉

Ich wünsche dir weiterhin viel Spass beim Bilder einfangen.
prost
22.07.2020 14:20
Hallo Hannes,
sicher ist es für Dich am besten erst einmal einen Fotokurs für Unterwasserfotografie zu besuchen. Wenn Du nur wenig von den grundsätzlichen Zusammenhängen von Blende, Belichtungszeit, Lichtempfindlichkeit und Licht oder Blitzführung weist und lernst Du das Bein einem Kurs am schnellsten. Im Anhang mal ein Beispielbild einer kleinen Süßwasser Meduse von 2 cm Größe. Mit den richtigen Einstellungen sind solche Bilder nicht so schwer, ist aber nicht mit 3 Tipps im Forum zu erlernen.
Grüße
AlpöhyFreestyle Vollhöhle 9Sterne Vereinsmeier DIR-MIR Platincard
22.07.2020 14:34Geändert von Alpöhy,
22.07.2020 14:36
@drwave: ich denke das ist dem TO schon klar, dass ein paar Tips nicht reichen. Aber wenn man sich selber in die Materie einliest, braucht es m.M.n. nicht unbedingt einen Kurs, aber da hat ja jeder seine persönliche Vorlieben. Egal ob Kurs oder Selbststudium: üben, üben, üben, dann kommts gut.
BTW: schönes Bild, gratuliere!

Ich vergass: die Bildern von anderen Fotografen anschauen und versuchen zu analysieren hilft auch ungemein, gerade perspektivisch, Licht setzen usw. 😉
22.07.2020 20:09
Habe mir Verlängerungsarm zugelegt und werde beim nächsten mal versuchen leicht von oben und seitlicher auszuleuchten.Darf kann mann die Kugelköpfe am arm während des Tauchgängs drehen / verstellen oder werden diese beschädigt?
Gibt es für die Canon g7xmark ii eine ausgangseinstellung für Aufnahmen beim Nacht bzw Tag die ihr mir empfehlen könnt
Danke für eure Hilfe
PS .meine Konfiguration im Anhang

AlpöhyFreestyle Vollhöhle 9Sterne Vereinsmeier DIR-MIR Platincard
22.07.2020 23:50
Nein, die darfst du nur einmal einstellen und dann ja nichts mehr dran machen.😁
Ok, Spass beiseite: du kannst die Armen und Klemmen natürlich unter Wasser nach Belieben verstellen. Du kannst die Klemmen so anziehen, dass du die Arme noch einigermassen leichtgängig verstellen kannst ohne an den Klemmen zu drehen und die Lampe bleibt trotzdem da wo sie bleiben soll.😉
Der Arm sieht mir etwas kurz aus, aber besser als nichts.

Mit der Canon kenne ich mich nicht aus.
Ansonsten fotografiere ich mit fester Basis ISO und stelle Blende und Belichtungszeit manuell ein, ebenso Blitzstärke.


23.07.2020 06:52
Danke mit den klemmen war ich mir nicht ganz sicher hab's aber vermutet sm1 wegen Armlänge habe zweite Verlängerung denke aber das mir das ganze zu groß wird werd's mal so versuchen und sonst nochmals verlängern.
Wegen Einstellungen werde Mal versuchen mit AV oder ich bekomme hier noch Tips von jemanden mit Canon g7xmarkll
AlpöhyFreestyle Vollhöhle 9Sterne Vereinsmeier DIR-MIR Platincard
23.07.2020 07:53
Mit dem Blitz benutzt man normalerweise 2 Armsegmente. So lässt sich die Geschichte bei Nichtgebrauch zusammenklappen, hat genug Länge und ist flexibel beim Ausrichten des Blitzes.

Wegen Einstellungen: mit Blitz mache ich das ungefähr so:
Belichtungszeit muss kurz genug sein um Bewegungsunschärfe zu vermeiden.
Die Blende stellt ergibt die Helligkeit des Hintergrunds: Blende je weiter offen umso weniger Tiefenschärfe und das Wasser im Hintergrund umso heller. Blende zu ergibt mehr Tiefenschärfe und Hintergrund wird dunkler.
Mit Stärkeeinstellung des Blitzes stellt man die Helligkeit ses zu fotografierenden Objekts ein.

Da du mit Lampe fotografierst, sieht das etwas anders aus: die Helligkeit am Objekt ergibt sich aus Abstand zum Objekt und du bist weniger flexibel mit den Blenden/Verschlusszeiten, kannst aber ISo in die Gleichung nehmen um flexibler zu werden. Für den Anfang würde ich mir ein still stehendes Objekt beim mächsten TG nehmen und in Ruhe verschiedene Einstellungen ausprobieren. Zu Hause am Computer siehst du ja dann welche Einstellungen erfahrungsgemäss am Besten funktionieren.
25.07.2020 19:03
Ich würde auch einen Blitz statt Lampe bevorzugen, meisst wärmeres Licht, Diffuser und angepasste Power
kleinste Blende und 1/250 sec
25.07.2020 20:46
OK Blitz wäre natürlich interessant aber welcher?Mein Gehäuse D&D
Werde wahrscheinlich aber aus Kostengründen bei meiner Leuchte bleiben könnte ich dann auch als ausgangseinstellung kleinste Blende also bei g7 F11 und 1,250sec nehmen auch am Tag oder nur bei Nacht?
Werde voraussichtlich nächstes Wochenende testen und möchte natürlich noch soviele Ratschläge wie möglich eventuell auch im Bezug auf die g7 Danke an die Tauchernet Gemeinde
29.07.2020 07:32
Im Prinzip ist der kleinste Blitz stärker wie jede Lampe. Es passt jeder Blitz mit Vorblitz (on/off) was soweit alle aktuellen Modelle haben. Blende Zeit Kombi bleibt bei Makro und diesen Abstand immer so. Durch das Licht werden aber einige Lebewesen die Flucht ergreifen bevor Du abgedrückt hast. Beim Blitz hat man eher den Überraschungseffekt
04.08.2020 20:30
OK war am Freitag Nachttauchen und bin zu erkenntniss gekommen ich muß noch viel üben sm1um eure Tips umsetzen zu können.Habe versucht im Modus M zu Fotografieren habe unterschiedliche Ergebnisse bekommen mal bessere mal schlechtere.Muß auch noch üben mit 5mm Handschuhen unter Wasser zu konfigurieren.
Möchte mich nochmals für die tollen Ratschläge bedanken.
LG.Hannes
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