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Lagerungsschwindel

Hallo

Ich hatte vor ein paar Tagen morgens im Bett beim Drehen heftigen Schwindel. Beim Arzt wurde gutartiger Lagerungsschwindel diagnostiziert.

Mit dem Eplay Manöver habe ich den Schwindel gut in den Griff bekommen.

Auf meine Frage zur Tauchtauglichkeit meinte der HNO Arzt das ich nach Abklingen der Symptome noch etwas Zeit verstreichen lassen soll und wieder tauchen darf.

Er sagte aber auch das diese Form von Schwindel immer mal wieder auftreten kann, gerade bei Frauen die nicht mehr die aller jüngsten sind [bin fast 50] Nun möchte ich aber ungern so eine Attacke während eines Tauchganges erleben. Deshalb meine Frage :

Hat jmd Erfahrung mit dieser r Art von Schwindel und ist ebenfalls Taucher[in] und kann mir seine Erfahrungen ober Tipps mitteilen?

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20.10.2018 20:16
Hallo Annemone

Der Lagerungsschwindel kommt, wir mir vom HNO Arzt erklärt wurde, von gelösten kristallen im Ohr, die einem
Eine andere Körperhaltung suggerieren, als die man gerade einnimmt. Als das bei mir war, wollte ich nicht an eine Gutartigkeit
glauben. Man hat sich ja so gut wie gar nicht mehr unter Kontrolle. Der Arzt hat bei mir das gleiche Manöver gemacht wie bei
Dir und es war auf Anhieb weg. Manchmal muss es ein paar mal wiederholt werden. Wenn man mit dem Kopf keine hastigen
Bewegungen macht, wie zb. Rad schlagen, kommt es nicht wieder. Unterwasser könnte es theoretisch nicht passieren. Sollte
Es doch passieren, müssen die Augen einen festen Punkt haben wie beim Drehschwindel, hier eventuel der Computer und dann auftauchen. Bei mir ist es nicht wieder gekommen.

Ich hoffe ich konnte helfen, VG Painterfisch
SirManfredCMAS**** und PADI-RD
21.10.2018 09:52

Hallo Annemone,

meine Frau hat das gleiche Problem (gehabt) und gelegentlich auch unter Wasser. Sie hat sich dann auf dem Compi bzw. Kompass konzentriert und es damit in den Griff bekommen. Genau wie painterfisch schreibt.

21.10.2018 11:16
Hallo Painterfisch und SirManfred.
Das klngt ja schon mal beruhigend.
Ich soll das Manöver 1 Woche lang 3x täglich weitermachen. Zur Zeit habe ich noch so ein unbestimmtes Benommenheitsgefuhl.
Vielen Dank für eure Antworten.

HansBCMAS*** und Nitrox
21.10.2018 11:27
Hi Anemone, habe das gelegentlich bei sehr schlechter Sicht, hab mich schon dran gewöhnt, gehe etwas näher an den Grund und fixire irgendwas, einen Stein, Muschel oder einen Zweig, dauert nur ein paar sekunden und alles ist wieder OK, hatte das schon als Kind wenn ich mich mit dem Kopf nach unten an eine Stange gehängt habe, da hieß es immer das einem das Blut in den Kopf läuft, immer kurz auf einen festen Gegenstand geschaut, schon war es OK.

Gruß HansB
Gelbe MaskeAbz. "Für gutes Wissen" (Gold)
21.10.2018 12:38
Vorab, ich kenne das Problem selbst nicht, bin auch kein Mediziner. Aber https://de.m.wikipedia.org/wiki/Epley-Manöver klingt nicht so, als ob man das UW machen kann. Einige Zeit auf TC konzentrieren klingt nicht so, als wenn das, insbesondere in bestimmter Umgebung (Höhlen, Wracks, frei fliegend bei ungenügend perfekter Tarierung..) ganz ungefährlich wäre, in einigen Sekunden (wenn es nicht nur 2s sind) kann viel passieren. Nebenbei ist der TC am Arm kein fester Punkt im engeren Sinne, sofern man sich tatsächlich schon bewegt/dreht.
Nur mal als Anstoß zur Risikoabwägung, mehr nicht.
21.10.2018 12:48
Hallo HansB .
Danke für deine Antwort.
Ich habe noch als Tipp bekommen viel viel Wasser zu trinken.
Dann trocknet das Gepolsterte imOhr nicht so leicht aus und diese kleinen Kristalle können sich nicht so leicht lösen und Schwindel auslösen.
Also werde ich die Wasserflasche vorm Tauchen am Besten ganz leeren und nicht nur halb.



21.10.2018 13:04
Hallo gelbe Maske.
Genau das ist das, was meine Bedenken ausgelöst hat.
Die Schwindel Attacke ging tatsächlich mit Übelkeit und Erbrechen und so gut wie keiner Kontrolle bei jedem Lagewechsel einher, bis das Manöver mich davon erlöst hat.
Das unter Wasser wäre eine Katastrophe.
Ich tauche seit 30 Jahren und es würde mich sehr traurig machen darauf verzichten zu müssen.
Aber positiv denken:vl war es ja nur eine einmalige Attacke.
Danke für deine Antwort
21.10.2018 13:42
Hi,

ich habe das Problem selbst nicht, habe es aber im persönlichen Umfeld mehrmals miterlebt. Ist auch von aussen "spektakulär", ja, und für den Betroffenen mega unangenehm. Ob man es wirklich verhindern kann? Vielleicht nicht, und es kann jeden von uns irgendwann erwischen. Wenn Du es nicht andauernd hast, würde ich persönlich mit Sicherheit nicht in ständiger Angst davor leben. Vielleicht noch eine kleine Idee: Erklär dem/der Buddy vor den TGs, was das ist, dass Du ein bisschen Bedenken hast es könnte Dich nochmal treffen, macht ein extra Zeichen aus, und dass das dann erstmal _kein_ Notfall ist, sondern dass Du einfach sicher zur Oberfläche geführt werden möchtest? Und wie man so liest, mit einiger Chance kommt es eh nicht wieder, oder nur sehr selten...

21.10.2018 15:13
Hallo Dominik.
Da hast du sicher Recht. Wahrscheinlich braucht es erst einen
zeitlichen Abstand zu dieser Attacke um die Angst zu verlieren.
Meine nächsten Tauchgänge sind unabhängig davon auch erst im Frühjahr geplant.
Das ganze vorher ins Briefing einzubauen ist ein super Ansatz.
Vielen Dank für deine Antwort .
21.10.2018 16:18
Hallo Annemone,

Das Manöver kann man natürlich nicht Unterwasser machen. Was mir eher Sorge macht, ist das du schreibst das es mehrfach wiederholt werden soll. Das Manöver alleine machen, geht nur in der Beschreibung. Es muss mit sehr viel Schwung mit einer Drehung
ausgeführt werden. Dabei sollten zwei weitere Personen helfen. Während der Körperdrehung erfolgt ja auch die Kopfdrehung der
Dann auch mit etwas Schwung auf der Liege ankommt. Dadurch lösen sich die Kristalle und gehen in die Ausgangsstellung. Mit diesem Problem ist natürlich kein tauchen möglich. Hier ist leicht eine Panik möglich.

VG Painterfisch
21.10.2018 19:16
Hallo Painterfisch.
Der HNO Arzt hat mir gesagt das ich die Übung schon mit einem gewissen Schwung machen soll, es nicht so sehr auf den Schwung ankommt sondern darauf zwischen den einzelnen Lagewechseln 1 min Pause zu machen.
Ich habe eine App die mich durch die Übung führt. Das klappt ganz gut.
Klar kann man Unterwasser so ein Manöver nicht durchführen.
Ich werde Abwarten müssen ob der Mist sich wiederholt Man kann es einfach nicht berechnen.
In den meisten Fällen erwischt es einen wohl morgens weil man sich im Bett von einer Seite auf die andere dreht. Aber man weiß ja nie!
Danke für deine Antwort
kwolf140614413-1; Nitrox**
21.10.2018 19:17Geändert von kwolf1406,
21.10.2018 19:19
Das Maneuver muss deshalb mehrmals wiederholt werden, damit die Statolithen aus der falschen Position herauskommen. Das ist quasi eine kausale Therapie und lässt sich überprüfen, wenn durch diese Übung eben kein Schwindel mehr provoziert wird. Ich denke, wenn man vor den Tauchtagen je beidseitig probiert und kein Schwindel ausgelöst wird, hat man kein besonderes Risiko mehr.
21.10.2018 19:59
Hallo kwolf
Das hört sich sehr plausibel an und einen Test vorm Tauchen zu machen ist ein guter Tipp. Das werde ich ausprobieren. Vielen Dank dafür.
21.10.2018 20:03
Painterfisch, die Leute die ich mit diesem Lagerungsschwindel bisher gesehen habe, die wären als das grad im Gang war eh nicht auf die Idee gekommen tauchen zu gehen, keine Sorge. Das sah mir eher so aus, als habe man da schon gröbste Schwierigkeiten auch nur durch die eigene Wohnung zu gehen. So wie ich Anemone verstand, geht es allein um die Frage, was ein kluges Vorgehen ist wenn man das schonmal hatte, aber momentan nicht. Nach meinem Kenntnisstand ist die Antwort im Endeffekt die gleiche wie bei jedem von uns (denn bei uns allen kann jederzeit so ein Kristall auf Wanderschaft gehen, ist anscheinend keineswegs selten). Weiss nicht ob das jetzt viel hilft, aber gedanklich könnte ja auch jedem von uns jederzeit durch eigenen Fehler (ich weiss, macht keiner, aber vielleicht ja doch) unter Wasser ein Trommelfell platzen. Das soll vom Schwindel her wohl ähnlich krass sein, und dann muss man halt wohl auch sehen wie man die Lage beruhigt. Schaffen die Leute meistens...
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