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Kopfschmerzen beim auftauchen?

Hallo,

Seit knapp drei Wochen mache ich das Training bei einem örtlichen Tauchverein mit und habe viel Spaß dabei.
Da ich mir vor kurzem nen Oberarm zertrümmert hatte schwimme ich nicht nur zum Training, sondern so drei-vier mal die Woche um die Beweglichkeit der Schulter wieder her zu stellen.

Am Gerätetauchen liegt mir nichts, aber das Schwimm- und Tauchtraining mache ich gerne.

Nun zu meinem Problem:

Letzten Donnerstag bekam ich, nachdem ich nen Ring aus der Sprunggrube geholt hatte beim auftauchen starke pulsierende Schmerzen im Hinterkopf.

Vorher war ich schon einige mal unten ohne Probleme. Jedenfalls habe ich dann aufgehört.


Heute war ich wieder im Schwimmbad. 30 Bahnen geschwommen, ein wenig im Schwimmerbecken rumgetaucht (1,8m) dann ein paar halbe, ganze und 1,5 Bahnen getaucht, ohne Probleme.
Schließlich bin ich zwei Bahnen getaucht und beim Auftauchen wars als ob mir jemand ein Brett auf den Hinterkopf haut. Höllisch starke, pulsierende Kopfschmerzen im Hinterkopf. Schwindel und übelkeit.
Ich habe mich angezogen, meine Frau nach hause gefahren und weils nicht deutlich besser wurde bin ich zuerst ins örtliche Krankenhaus gefahren von wo ich ins nächste größere KH zur Neurologie geschickt wurde.

Dort wurde eben gemacht:
Untersuchung, Blutdruck
Blutbild,
EKG,
CT,
Ultraschall der Halsvenen in der Station für Schlaganfälle, etc.....


Gefunden wurde nichts.

Die Ärztin meinte es wäre wohl ein Migräneanfall.

Ich hatte in meiner Jugend (17 18) drei Migräneanfälle, die aber vollkommen anders abgelaufen sind und außerdem ist das 16 Jahre her.


Hat das jemand schonmal gehört und vielleicht nen Tipp für mich wie ich das vermeiden kann?

Muss ich jetzt aufhören wo ich gerade erst angefangen habe?

Vielen Dank, Marcel
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16.08.2011 05:08
Kopfschmerzen beim Auftauchen haben in den meisten Fällen etwas mit Luft, welche beim Abtauchen zwecks Druckausgleichs in die Nebenhöhlen und Ohren "gepresst" wurde zu tun, die sich beim Aufstieg wieder ausdehnt und nicht schnell genug entweichen kann. Nennt sich Umkehrblockierung. Schade, dass die meisten Ärzte von solchen recht einfachen Dingen, die jedem passieren können, der mal bis zum Boden im Schwimmbad abtaucht, kaum Ahnung haben. Ein Arzt mit Kenntnis von HNO und am besten noch etwas Ahnung vom Tauchen, wäre für solche Belange die bessere Adresse.

Zur Vermeidung nicht mit Erkältung oder generell verschleimten Nebenhöhlen Tauchen gehen. Auch durch zu späten Druckausgleich und viele Auf- und Abstiege, können die Schleimhäute gereizt werden und anschwellen. Ätherische Öle inhalieren oder in Form von Gelomyrtol einwerfen kann auch was bringen.

Auf jeden Fall solltest du dich mit deinem Problem aber an einen HNO wenden, der mindestens das Prinzip Druckausgleich beim Tauchen versteht, was eigentlich jeder sollte, der in diesem Bereich unterwegs ist.
16.08.2011 09:23
@Scuba Dude

müssten Schmerzen wegen Druckausgleichproblemen aber nicht eher in vorderen Bereich des Kopfes liegen? Nasennebenhöhlen und Stirnhöhlen liegen ja schließlich dort. Ich hatte im Urlaub auch ein Problem mit den Stirnhöhlen, allerdings beim Abtauchen, statt beim Auftauchen. Ich dachte, es zerreist mir das rechte Auge, weil es dahinter so weh tat. Habe das Abtauchen abgebrochen und es nach einer Pause noch einmal, langsamer probiert. Was dann ging. Beim Auftauchen hat es dann gepfiffen .. und .. naja .. der obligatorische Blutpfropfen kam dann auch zu Tage Was da genau quer saß, keine Ahnung, die Tage später war alles in Ordnung.

Die Schermzen waren aber wie gesagt im vorderen Kopfbereich. Allerdings geb ich Dir recht, das ganze abzuklären ist sicher sinnvoll, zumal die ärztliche Bescheigung dann auch mal erneuert werden kann

Zu Unterwassermigräne kann ich leider nichts beitragen, aber der Thread ist ja noch jung.

@leggy aus welcher Region kommst Du? Ich kann Dir in Bonn einen guten HNO mit ausreichend Taucherfahrung empfehlen. Ist allerdings eine Privatpraxis.
16.08.2011 09:58
Hallo,

es handelt sich um ein verbreitetes Problem, was auch in anderen Foren schon diskutiert wurde.
Die Barotrauma/ Druck-Thematik sollt ehier irrellevant sein, denn es geht um STRECKENtauchen, also mit Wassertiefen von maximal 1,80m.

Hier sind schon viele Leute zum Taucherarzt/ Neurologen gegangen und haben Kernspin und was weiss ich was machen lassen.

Offenbar liegt die ursache bei etwas anderem: Beim Streckentauchen schwimmt man eine lange, gerade Strecke in relativ kaltem Wasser geradeaus, Blick starr nach vorne, vielleicht unter Stress etwas verkrampft, bewegt dabei die Schultern beim Armzug stark / oft nicht mit idealem Armzug.

==> Man verrenkt sich den Nacken, was zu den Kopfschmerzen im Nacken/ Hinterkopf fuehrt. Das scheint vergleichbar zu sein mit den Schmerzen, die man hat, wenn man im Zug/ auf einem falschen Kissen/ sonstwie verknotet schlaeft ...

==> Wahrscheinlich eine Sache der uebeung und im Zweifel eine Frage an einen Orthopaeden!
ramklovApnoeTL, TL**
16.08.2011 10:41
@ leggy,

es kann durchaus vom unterlassenen oder blockierten Druckausgleich kommen. Dafür spricht nach meiner Auffassung, dass Du nach dem Streckentauchen ähnliche Symtome hattest wie nach dem Tauchen in der Sprunggrube und dass diese nicht jedes Mal auftraten. Auch beim Streckentauchen in 1,80m Tiefe ist der Druckausgleich bewusst oder unbewusst notwendig.

Die Position von Kopfschmerzen muss nicht immer mit dem Ort der Ursache zusammenfallen.

h1o´s Annahme mit der verkrampften Haltung könnte auch zutreffen.

Achte das nächste mal einfach darauf bewusst den Druckausgleich zu machen und höre während des Streckentauchens in Dich rein, ob Deine Schultern/Nacken auch entspannt sind. So schaffst Du übrigens auch mehr Strecke.

gruß ramklov
16.08.2011 13:19
@Junsa: Ja, normalerweise treten durch eine Umkehrblockierung verursachte Schmerzen eher im vorderen Bereich des Kopfes oder den Ohren auf. Kann z.B. teilweise mit heftigen Zahnschmerzen verwechselt werden. Bei Schmerzen die direkt nach oder während eines Aufstiegs auftreten, würde ich trotzdem erst mal eine Umkehrblockierung vermuten.

Dass die Schmerzen beim zweiten mal nach dem Streckentauchen auftraten, hatte ich irgendwie überlesen. Da macht das mit der Umkehrblockierung natürlich weniger Sinn. Was h1o da schreibt könnte ein Grund sein. Dies wäre um so wahrscheinlicher, wenn der Taucher öfters Probleme im Nacken- oder Schulterbereich hat.

Gut zu wissen wäre es, wie lange die Kopfschmerzen angehalten haben und wie diese abgeklungen sind.

Eine weitere mögliche Ursache könnte eine Anreicherung von zu viel CO2 im Blut sein. Wenn durch zu kurze Pausen zwischen den Tauchgängen nicht genügend CO2 abgeatmet wird und durch jeden neuen TG sich mehr CO2 im Blut anreichert, kann es irgendwann zur Hyperkapnie kommen. Dafür würde sprechen, dass die Kopfschmerzen beide male erst nach mehreren Tauchgängen aufgetreten sind. Zur Abhilfe längere Pausen zwischen den Tauchgängen einlegen, um angesammeltes CO2 aus dem Blut zu bekommen.
16.08.2011 14:31
Hallo!

Vielen Dank für Eure antworten und Hinweise. Ich werde Versuchen auf alles einzugehen.

Antwort von Scuba Dude am 16.08.2011 - 05:08
Kopfschmerzen beim Auftauchen haben in den meisten Fällen etwas mit Luft, welche beim Abtauchen zwecks Druckausgleichs in die Nebenhöhlen und Ohren "gepresst" wurde zu tun, die sich beim Aufstieg wieder ausdehnt und nicht schnell genug entweichen kann.

Mit dem Druckausgleich habe ich inzwischen keine Probleme mehr. Beim Streckentauchen mache ich ihn nicht mehr indem ich in die Nase drücke, sondern nur noch indem ich zwischendurch schlucke. Als ich anfangs noch probleme mit dem Druckausgleich auf einem ohr hatte hörte ich beim Auftauchen auch noch ein Pfeifen, wenn die Luft wieder entwichen ist.




Antwort von Junsa am 16.08.2011 - 09:23
Zu Unterwassermigräne kann ich leider nichts beitragen, aber der Thread ist ja noch jung.

@leggy aus welcher Region kommst Du? Ich kann Dir in Bonn einen guten HNO mit ausreichend Taucherfahrung empfehlen. Ist allerdings eine Privatpraxis.


Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, daß es Migräne ist. Die letzte Migräne hatte ich vor 16 Jahren und der Verlauf war vollkommen anders. damals fing es mit einem flimmern vor den Augen an was immer schlimmer wurde, irgendwann setzten dann die Kopfschmerzen ein (teilweise bis zum erbrechen) und kurz danach wars vorbei.
Hier kommt der Schmerz schlagartig im Hinterkopf.
An der Belastung kann es auch nicht liegen. ich bin zwar viel zu schwer (125 Kg bei knapp 1,90m) aber ich gehe regelmäßig laufen (9km) und bin auch schon 110km am Stück mit dem MTB gefahren ohne sowas zu bekommen.

Ach ja, ich wohne in der Eifel in der Nähe von Gerolstein und Daun.




Antwort von h1o am 16.08.2011 - 09:58
Offenbar liegt die ursache bei etwas anderem: Beim Streckentauchen schwimmt man eine lange, gerade Strecke in relativ kaltem Wasser geradeaus, Blick starr nach vorne, vielleicht unter Stress etwas verkrampft, bewegt dabei die Schultern beim Armzug stark / oft nicht mit idealem Armzug.

Ich bewege die Arme beim tauchen garnicht. Ich habe sie die meiste Zeit vor meinem Kopf ausgestreckt und schaue nach unten auf die "Bahnlinie". nur zwischendurch schaue ich nach vorne. Die letzte halbe bahn war ich wohl wirklich verkrampft weil ich mir dachte" DAS schaffst du jetzt auch noch".




Antwort von Scuba Dude am 16.08.2011 - 13:19

Gut zu wissen wäre es, wie lange die Kopfschmerzen angehalten haben und wie diese abgeklungen sind.



Ich habe die Schmerzen immer noch, jetzt aber nur noch pulsierend spürbar wenn der Puls hoch geht.

Verlauf: Am anfang plötzlich auftretende starke pulsierende Kopfschmerzen im linken hinterkopf begleitet von übelkeit und schwindel. Der schlimmste Schmerz hat innerhalb 5 minuten nachgelassen der rest ging größtenteils in den nächsten 6 Stunden weg. Die Übelkeit war nach ca 15 min weg und ein wenig schwindelig ist mir jetzt noch manchmal (23h später). Der Schmerz ist innerhalb von 3 Stunden vom Hinterkopf nach oben in die linke Mitte gewandert.

Die Ärztin meinte es bestände die Möglichkeit, daß man kleine Blutungen im Kopf haben könnte, die nicht im CT gesehen werden. diese könnten nur mit einer Lumbalpunktion und untersuchung der Flüssigkeit auf Blut festgestellt werden, aber dann würde der Schmerz nicht nachlassen, sondern bestehen bleiben.



Das erste mal als ich das letzten Donnerstag hatte war auch nicht beim angestrengten streckentauchen, sondern mehr beim spielen mit meiner Tochter. Bin vom einer in die Sprunggrube, druckaufgleich auf dem Boden, warten bis sich die Blasen verzogen haben und dann suchen und heraufnehmen des Tauchrings.
Gestern hatte ich jedesmal einige zeit zwischen den "Tauchgängen". vor dem letzten hatte ich einige Minuten am Beckenrand gelegen und mich unterhalten, dann ein wenig auf die Atmung konzentriert und bin getaucht.




Heute ist wieder Training im Verein. Ich werde meine Tochter hinfahren und zuschauen.


Grüße, Marcel





16.08.2011 21:16
@h1O

erstens, ist der Betroffene auch tiefer getaucht, wie 1.8m und zweitens sind Druckerkrankungen schon ab 1.2m wassertiefe möglich
16.08.2011 21:41
wenn du den Kopf in den Nacken nimmst, kann es passieren, dass Blutgefäße abgeklemmt werden, was zu hämmernden Kopfschmerzen führen kann, besonders, wenn es mit etwas Atemnot verbunden ist. Ich hatte das mal so schlimm, dass es längere Zeit auch bei anderen Anstrengungen auftrat. Einen Tag nach dem Ereignis war ich beim Durchgangsarzt, der stellte fehlenden Pupillenreflex fest.
Sunny E.CMAS ***
21.06.2013 07:19
Das hört sich fast so an wie das was ich auch schon hatte.

Wie du so schön beschreibst hat es sich auch bei mir angefühlt als würde mir jemand mit einen Brett auf den Hinterkopf hauen. Der Schmerz kam vom oberen Nackenbereich und ist bei mir dann den ganzen Hinterkopf hoch gestrahlt.

Bei mir ist es auch zuerst während des auftauchens vorgekommen. (Beim Unterwasserrugby spielen) Danach bin ich aber nochmal ins Wasser und runter getaucht, die Schmerzen kamen dann nach einigen Metern tiefe sofort wieder.

Habe dann mal meine Tauchlehrerin danach gefragt. Die meinte es könnte mit den Nackenwirbeln zu tun haben, da man ja beim Tauchen oder auch vorher beim schwimmen eine vielleicht ungewohnte Kopfposition einhält. Sie meinte durch den zusätlichen Druck unter Wasser könnten die Wirbel gestauch oder eingeklemmt sein und daher könnte der Schmerz kommen. Gerade halt wenn man nicht so gut im Training ist dann auch noch durch die Anstrengung und Atemnot

Aber irgendwie erscheint mir die Antwort nicht soo plausibel.

Bin schon ziemlich frustriet, weil ich das gleiche schon im Winter hatte, es da aber auf meine Dauererkältung bezogen habe. Vor dem letzten Winter hatte ich das noch nie und mittlerweile habe ich schon Angst vor dem Schmerz beim Training.

Werde denke ich demnächst mal beim Arzt vorbeischauen. Werde dann auf jeden Fall mal berichten was der gesagt hat

23.06.2013 14:26
Bei mir lag es mit großer Wahrscheinlichkeit daran, daß ich den Kopf zu sehr überstreckt hatte.... besonders beim auftauchen.

Als ich darauf achtete beim Tauchen mehr nach unten und nicht überstreckt nach vorne zu schauen und beim Auftauchen mit dem rücken nach unten drehte um nach oben zu schauen ist es nicht mehr aufgetreten.....

Ich tauche zwar zur Zeit nicht mehr, aber wollte das trotzdem schreiben denn vielleicht kann das jemand anderem ein wenig weiterhelfen....

Viele Grüße und noch viel Spaß, Marcel
08.09.2017 10:11

also ich habe das gleiche problem und das kam bei mir schon mehrmals vor z.b als ich versucht habe eine ganze strecke zu tauchen oder ich mal vom 5meter turm  gesprungen bin und sofort wieder aufgetaucht bin kamen auf einmal plötzlich diese kopfschmerzen am hinterkopf.. ich weiß auch nicht mehr an was das liegen soll ich war beim sprung vielleicht 2sekunden unterwasser und die kopfschmerzen waren sofort da. ( das mit dem sprung ist schon 1 jahr her aber heute war ich nach langer zeit mal wieder schwimmen und ich hatte es wieder nach wenigen meter tauchen. abgesehen davon habe ich vor 1woche die gleichen kopfschmerzen bekommen als ich mich an klimmzüge versucht habe und beim 8klimmzug die kopfschmerzen ruckartig da waren. wäre nett wenn einer weiter helfen kann.

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