Hier gibt es zu allen Fragen "Marke Süßwasser- und Meeresbiologie" kompetente Antworten - vom UBO (unbekannten Bestimmungsobjekt) im See bis zu Verhaltensregeln bei Haibegegnungen.
  • 1
  • 2

Idee um den Buckelwal in die Nordsee zu leiten

Geändert von madigor,

MoinMoin,

Vorneweg, ich bin weder Biologe noch habe ich Ahnung, nur eine experimentelle Idee!

Kurz gesagt: Buckelwal Fernkommunikation via Relais Station.

Es werden 2 Boote benötigt.

Boot 1:

Man sucht sich bspw ein Buckelwal-Weibchen welches sich in der Nordsee aufhält. Dem geht es gut und es grunzt freudig schmatzend in einem Heringsschwarm herum oder es ist gerade rollig und ruft nach einem Männchen.

Die Akkustik nimmt man auf und sendet es live via Funk/Satellit an Boot2

Boot2:

Das andere Boot fährt in genügend Abstand (1-2km) vor dem verirrten Wal herrum und gibt die Akkustik ins Wasser ab.

Der Wal denkt "Oh kuck an, da muss ich mal hinschwimmen" und so lockt man ihn in die richtige Richtung.

Mein Gedanke dabei ist das die eigentliche Kommunikation von uns gar nicht verstanden/entschlüsselt werden muß, wir wären reine Boten. Natürlich könnte man auch direkt 2-Wege Kommunikation herstellen, also von Boot2 zu Boot1 zurücksenden was der verirrte Wal so von sich gibt. Eventuell verwirrt das aber nur unnötig das Weibchen. Andererseits könnte eine 1-Wege Kommunikation den Wal langweilen wenn der merkt das ihn das Weibchen ignoriert. Keine Ahnung wie die so ticken, aber die Grundidee sollte klar sein.

AntwortAbonnieren
28.03.2026 21:26
Vergisses, das Vieh ist durch. Die Natur ist einfach kein Ponyhof.
28.03.2026 21:30Geändert von madigor,
28.03.2026 21:53
Befürchte ich ja auch, andererseits ist er gerade deshalb der ideale Testkandidate.Mag verwerflich klingen, aber ich denke da ganz pragmatisch
...wird auch nicht der letzte sein der sich dahin verirrt.

SpaetberufenerMaster Scuba Diver
29.03.2026 08:55
Er hängt schon wieder fest. Mir tut er schrecklich leid. Es wäre besser sein Leid zu beenden anstatt so ein Tier immer weiter zu treiben.
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
29.03.2026 14:38Geändert von Alpöhy,
29.03.2026 14:43

Wir haben jahrelang Playback Experimente im Regenwald gemacht, halt mit Menschenaffen (Orang Utan) und nicht alle Tiere haben gleich, oder überhaupt reagiert.
Zudem: um Walgesänge mit ihren entsprechenden tiefen Frequenzen, in der nötigen hohen Energie, über lange Distanzen zu übertragen, braucht es entsprechendes (Unterwasser) Equipment, das wohl in DE nicht an jeder Ecke schnell zu mieten oder ausleihen ist.

Zudem müsste man auch noch den entsprechenden (Audio) Content zur Hand haben. Das nimmt man nicht schnell an einem Nachmittag auf, falls nicht vorhanden.
Und geplant muss so etwas auch werden: wie ist Schallverteilung vor Ort? Kann es eventuell Reflexionsflächen geben, die die Ortung verschlechtern/verhindern und dem Wal die falsche Richtung anzeigen würden usw usf

Sowas stampft man nicht schnell in 48h aus dem Boden.

Aber für das alles ist es leider wahrscheinlich mittlerweile zu spät. Es sieht ganz so aus, als ob dies kein gutes Ende für den Wal und kein Feelgood Ende für die Medien/Gesellschaft nimmt. Das ist doppelt schade: erstens schade, dass so ein grossartiger Säuger qualvoll stirbt und schade, weil wir in dieser irren Zeit mit dem ganzen Doomscrolling alle wieder mal eine Geschichte mit Happy End gebrauchen könnten.

wettrafficAOWD, Self-Reliant Diver, Nitrox, Deep Diver
29.03.2026 15:22

Ich finde es verstörend, was alles rund um diesen Wal geschieht - durch Handlung und durch Aufmerksamkeit. Ich sehe aber auch, dass es nicht leicht ist, sich hier zu positionieren.

Offen gesagt verfolge ich das nur sehr an der Peripherie. Gestern abend habe ich durch Erzählung erfahren, dass irgendjemand dem Wal einen Namen gegeben hat. Mich erinnert das sehr an die Simpsons-Folge, in der Bart so tut, als sei ein Junge in einen Brunnen gefallen. Eine ganze Traube von Menschen versammelt sich am Brunnen, samt TV-Übertragung und einem Lied, das von einer Ansammlung von Stars aufgenommen wird. Moral: Ohne entsprechende hochselektive (mediale) Aufmerksamkeit würde das Thema niemanden interessieren. Aber vielleicht ist der Wal auch eine Projektionsfläche und erzählt mehr über uns und unsere Selbstbeschäftigung als über die Natur?

Wir gehen so unfassbar schlecht mit diesem Planeten um. Es wird Konsum ohne Ende betrieben, es wird unfassbar viel Müll produziert, aber jetzt wird ja der Wal gerettet, der schon völlig demoliert aussieht und zum wiederholten Male gestrandet ist.

Gestern, heute und auch morgen werden vermutlich das mehrfache an Walen irgendwo auf dieser Welt unbemerkt stranden. Die Betonung liegt auf "unbemerkt". Ganz unbemerkt hängen derzeit auch viele Fische, Meeresvögel, Delfine und Wale irgendwo verendet in Geisternetzen. Sicherlich ist nicht alles an dieser spezifischen Rettungsaktion falsch. Aber hinsichtlich unserer Aufmerksamkeitsverteilung sind wir Menschen schon speziell. Darum geht es mir letzenendes.

AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
29.03.2026 15:35

"Aber vielleicht ist der Wal auch eine Projektionsfläche und erzählt mehr über uns und unsere Selbstbeschäftigung als über die Natur?"

Ich glaube da bist Du auf einer heissen Spur." wink2

Btw: Und von fast allen Medien "unbemerkt" sterben auch dieses Jahr wieder über 100Mio Haifische, hauptsächlich wegen der Flossen und Millionen davon werden wieder lebend ins Meer zurück geworfen, sobald man ihnen die Flossen abgeschnitten hat... Und von den Medien "unbemerkt" wird man wieder gigantische Flächen mit Schleppnetzen umpflügen. Etc etc...

wettrafficAOWD, Self-Reliant Diver, Nitrox, Deep Diver
29.03.2026 22:49Geändert von wettraffic,
29.03.2026 22:50

Ich sehe gerade, dass Robert Marc Lehmann wohl mit von der Partie ist oder war und es wohl auch schon irgendeine Petition gibt und sich auf Insta die Leute für ihn in die Waagschale werfen im Sinne von, man solle den einzig wahren Experten wieder ins (wohl buchstäblich) Boot holen. Er soll wohl auch Vorwürfe bezüglich des Ablaufs der Rettungsaktion ausgesprochen haben.

Ich weiß nicht so ganz, was ich davon halten soll. Wer hat ihn eigentlich ursprünglich beauftragt gehabt?

31.03.2026 00:13Geändert von kwolf1406,
31.03.2026 00:21
Meine Befürchtung ist, dass der Wal keine Chance hat und immer wieder nach Süden stranden wird, weil er den komplizierten Weg aus der Ostsee offensichtlich nicht kennt und sich im Atlantik wähnt, wo er ja freie Bahn nach Süden hätte - gefangen in einer riesigen Reuse.
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
31.03.2026 05:39
Ja, danach sieht es leider aus.
31.03.2026 10:34
Der Wal ist verschwunden. Schaun wir mal wie es weitergeht. Die Viecher sind schon intelligent.
01.04.2026 20:31
Robert Marc Lehmann ist ein Top Meeresbiologe. Er hat dem Wal eine 0.1 % Chance gegeben. Dann hat er nach Prinzip Hoffnung geholfen und als der Wal das erste mal frei war die Empfehlung ausgesproche das Tier nicht zu stressen. Das ist aber nicht erfolgt. Und dann hat er sich wieder festgesetzt.

Die andere Idee das Tier zu erlösen geht nicht einfach so. Man kann einfach nicht anders als die Natur ertragen. Und um andere Wale zu retten auf Fisch zu verzichten.
13.04.2026 13:57
@ex_338849: Bitte meine Frage nicht provokant verstehen. Das ist echt Neugier von mir.
Worauf begründest Du die Aussage, dass RML ein "Top Meeresbiologe" ist?
Er ist sicherlich online sehr präsent. Aber mir ist er eher als "Berufsabenteurer" und Photograf aufgefallen, denn als Experte für Meeresbiologie. Ich habe aufgrund Deines Posts ein wenig (aber zugegeben nicht übertrieben viel) recherchiert und konnte nicht viel finden, was ihn nach meiner Einschätzung als Koryphäe der Walforschung qualifizieren würde. Ok, er hat Bio studiert und eine Ausbildung zum Forschungstaucher absolviert. Das ist in meinen Augen aber eher die notwendige Voraussetzung als eine besondere Qualifikation. Wissenschaftliche Publikationen von ihm, findet man nicht viele.
wettrafficAOWD, Self-Reliant Diver, Nitrox, Deep Diver
14.04.2026 19:10

@ Kurt: Was mich in der Tat etwas stutzig gemacht hat, war die immer wieder kolportierte Aussage, Robert Marc Lehmann habe den Wal beruhigt. Wie beruhigt man eigentlich einen Buckelwal und woran stellt man fest, dass er sich beruhigt hat? Ich finde das ein wenig fragwürdig und frage mich, welch gesicherte wissenschaftliche Evidenz dafür vorliegt, dass man als einzelne Person einen Wal beruhigen kann (und wenn ja, mit welchem erprobten Verfahren?). Als biologischer Laie könnte ich es mir zumindest vorstellen, dass es einen gestrandeten Wal eher stresst, wenn da plötzlich ein unbekanntes Wesen neben ihm steht.

Fairer Weise muss ich sagen, dass ich nicht weiß, ob Herr Lehmann die Erzählung von der Wal-Beruhigung selbst verbreitet hat.

14.04.2026 21:26
Die SZ hat da einen sehr netten Artikel "Walretter oder Wichtigtuer?" online big. Ich bin da im Team b)
15.04.2026 00:31
SZ is aufpreispflichtig,

aber passend zum Thema:



https://www.youtube.com/watch?v=-2BQQkoj3i4

AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
15.04.2026 01:56Geändert von Alpöhy,
15.04.2026 01:59

@J: ich sehe es ähnlich. Ich mag ihm zwar nicht absprechen, dass er sein Herz auf dem rechten Fleck hat, aber seine Tätigkeit als Influenzer, die tägliche Jagd nach Clicks und die grosse Internetfangemeinde hat ihn zum Wichtigtuer gemacht, der mit absoluten Wahrheiten um sich schmeisst. Und die Story in der SZ mit der versteckten Kamera im Kinderwagen ist einfach nur infantil und zum fremdschämen.

Wir haben zwei Freundschaften mit einem Tierkurator eines Tierparks und einem Zooleiter. Wir werden die beiden bei unserem traditionellen Pfingstwandern treffen. Mal schauen, wie die über die Geschichte lachen.lol2

Meine bessere Hälfte, die einen Doktor in Verhaltensbiologie besitzt, hat die Walgeschichte enger verfolgt als ich und rollt bei der Erwähnung von Lehmann mittlerweile nur noch mit den Augen...lol2

Das Problem mit Lehman ist, dass seine Ausbildung und wissenschaftliche Erfahrung (die er mehrmals geschönt hat) jetzt nicht gerade als das Nonplusultraexpertenniveau bezeichnet werden kann, er sich aber benimmt, als wäre er das männliche meeresbiologische Pendant zu einer z.B. Jane Goodall. Nur dazwischen klaffen Welten.

15.04.2026 19:25
@Öhy - bei der Sache mit dem Kinderwagen hab ich nur noch "so a Depp" gedacht.
Aber mal schauen, die Diletanten dürfen jetzt Timmy weiter quälen...
wettrafficAOWD, Self-Reliant Diver, Nitrox, Deep Diver
15.04.2026 20:42

"Timmy"

Teilweise wohl auch "Hope" genannt.

Ich muss ehrlich sagen, wenn ich mir die Userkommentaren bei verschiedenen Medienbeiträgen im Netz so ansehe, falle ich vollends vom Glauben ab.

In manch Kommentarspalte ergreift mich die pure Sprachlosigkeit. Man findet dort Vehemenz, teilweise Aggression. Manche Statements erscheinen völlig entgleist. Vermeintliche Natur-Liebe schlägt bei einigen in Hass und Rachephantasien um. Unsere Welt nimmt aufgrund der Extreme teilweise dystopische Züge an. Als suchten einige geradezu den großen Knall im Irrsinn und der ewigen Konfrontation.

Ich habe Beitrage gelesen, die sich ungefähr so lesen: "Hope kämpft. Er will leben, er ruft nach Hilfe". Was sagt man dazu? Vermutlich gar nichts mehr.

AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
15.04.2026 23:16
Ich glaube viele Menschen sind im Beruf extrem eingespannt, die aktuelle Gesellschaft-, Wirtschafts- und Sicherheitsaussichten sehen auch nicht so rosig aus und da kommt so eine Geschichte gerade recht. Das Sicherheitsventil ist bei vielen wie beim Dampfkochtopf am zischen und gebirt solche Kommentare.

Projektion.

Macht mich ehrlich gesagt etwas unruhig...
SpaetberufenerMaster Scuba Diver
16.04.2026 07:37Geändert von Spaetberufener,
16.04.2026 09:03
Mich weniger. Die Menschheit ist eh zum Untergang verurteilt. Dieser grenzenlose Hass und die Dummheit, die man im Internet findet, sind der Anonymität zu verdanken. In der Öffentlichkeit würden sich solche Leute nicht trauen, oder sie wären schnell isoliert. Die Menschheit ist in jedem Aspekt gausskurvenverteilt, aber das Internet verzerrt diese Verteilung.
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
16.04.2026 09:51

"In der Öffentlichkeit würden sich solche Leute nicht trauen, oder sie wären schnell isoliert."

Eben nicht. Immer mehr solche Gestalten getrauen sich ans Licht der Öffentlichkeit. Unter dem Motto: "Das wird man doch wohl noch sagen dürfen...!" Mit jeder verbalen Entgleisung wird das was man sagen "darf" ein wenig weiter ausgedehnt.

16.04.2026 14:31
In den sozialen Medien haben die unteren 25% der Gaussverteilung die Mehrheit. So einfach ist das.
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
16.04.2026 15:06

Interessante theoretische Diskussion nur gibt es auch noch so Sachen wie Gruppendynamik und die Deutungshoheit über vermeintliche Wahrheiten, die je nach Zeitgeist andere Bevölkerungsgruppen an sich reissen können. Wohin bewegt sich die Glockenmitte?

Das Internet ist das eine, in der wirklichen Welt bewegt sich aber auch etwas: sogar in der sicheren Schweiz nehmen z.B. die verbalen und körperlichen Angriffe auf das Personal im öffentlichen Verkehr zu. Vermeintlich liberale oder mittige Parteien übernehmen Framing und Wording extrem rechter Parteien. Internet und reale Welt interagieren und sind längst zusammengewachsen. Das "Stadtbild" verändert sich, um Fritzchen zu zitieren, der das wahrscheinlich anderes gemeint hat als ich.
"Das" macht mich unruhig.

16.04.2026 16:17
Das beunruhigt mich auch deshalb, weil es so "einfach" funktioniert. Nicht ohne Grund sind extremistische Gruppen im Netz so präsent, auch mit Hilfe von Bots.
  • 1
  • 2
Antwort