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Hörsturz - Sauerstofftherapie Druckkammer sinnvoll?

Geändert von Mat350ze,

Hallo zusammen,

ich bin kein Taucher, hoffe es ist trotzdem okay wenn ich hier die Frage stelle. Bin langsam etwas ratlos und verzweifelt was das Thema Sauerstoffkammer angeht.

Ich habe am 13.03. einen schweren Hörsturz (100% Taub) mit Schwindel gehabt. Am ersten Tag direkt stationär ins Krankenhaus gekommen und bereits am ersten Tag Cortison Therapie begonnen (Spritze ins Ohr + Infusion für 5 Tage). Zusätzlich diverse Untersuchungen im Krankenhaus, es wurde keine Ursache gefunden.

Nun ist fast 1 Monat vergangen und ich probiere noch Physio & Akkupunktur (Mir ist bewusst das ich keine Wunder erwarten kann).Der Schwindel ist etwas besser aber es ist immernoch Lagerungsschwindel vorhanden. Taubheit ist nachwievor 100% mit Dauer Tinnitus. Der HNO bei dem ich letzte Woche war hat mir eine HBO Therapie empfohlen.

Natürlich zahlt die Kasse nicht und es werden 10-15 Behandlungen empfohlen a 300€. Ich tue mich schwer die 3.000€-4.500€ zu investieren, da ich so gut wie keine positiven Erfahrungsberichte in Verbindung mit dem Hörsturz finde. Auf den Anbieter Seiten liest man natürlich "beste Behandlunge gegen Hörsturz", "Studien Belegen die Wirksamkeit", etc.

Deshalb die Frage, da ich denke hier im Forum sind vermutlich die meisten Personen die mit Druckkammern Erfahrung haben:

Hat bei euch die Druckkammer / Sauerstofftherapie geholfen? Und speziell hat es bei irgend jemanden hier bei einem Hörsturz zum Erfolg geführt?

Über Erfahrungeswerte wäre ich extrem dankbar.

Viele Grüße

Matze

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11.04.2024 10:29
kein eigenen Erfahrungen, aber hier findet sich eventuell was zum lesen: https://www.researchgate.net/search.Search.html?query=+hbo++"sudden+hearing+loss"&type=publication - Achtung, das sind wissenschaftliche/medizinische Publikationen (bei manchen bekommt man nur den Abstract kostenlos) und die meisten wahrscheinlich auf English.
RobertHilfsschlammaufwühler dritter Klasse.
CMAS ***, VDST TRIMIX, VDST TRIMIX CCR, PATD TRIMIX, IANTD TRIMIX CCR, VDST TL**
11.04.2024 22:42
Also ich würde es versuchen.
Habe Tinnitus und wenn ich einen langen Tauchgang mit rein O2 mache Partialdruck 1,6bar ist der für ein paar Tage besser, manchmal sogar weg. Allerdings kommt er bei mir wieder, so nach 2 bis 3 Tagen ist er wieder da.
Allerdings tauche ich nicht mit einem pO2 wie in der Druckkammer und auch nicht so lang.
Aber es scheint was zu bringen.

Mach doch zwei drei Fahrten und schau ob's was bringt. Das würde ich machen.
Dein Arzt rät dir doch auch dazu.
Zumindest solltest du mal in eine Druckkammer gehen und mit den Ärzten da reden.
voenixOWD+Deep+Nitrox
12.04.2024 09:34
Matze, hier im Forum wirst Du vielleicht ein paar Leute treffen, die schonmal in einer Druckkammer waren, aber aus völlig anderen Gründen, als Hörsturz/Tinnitus. Das hilft dir also vermutlich nicht wirklich weiter.

Als ich vor vielen Jahren einen Hörsturz hatte, wurde ich sofort mit Kortison-Infusionen behandelt. Gebracht hat das m.E. nix, außer meinen Kreislauf total runter zu ziehen, deswegen habe ich das nach einigen Infusionen abgebrochen.
Von einer möglichen HBO-Therapie war bei damals bei mir (leider?) nie die Rede.
Tinnitus habe ich bis heute, mich aber ziemlich daran gewöhnt. (Man darf ihn nicht als Feind sehen, was gerade anfangs schwerfällt.)

Wenn du dir die HBO-Therapie leisten kannst, würde ich es an deiner Stelle versuchen, und zwar möglichst bald - denn je früher, desto besser dürften die Erfolgsaussichten sein. Später bringt das vermutlich nix mehr.
Mit den Folgen deines Hörsturzes mußt Du eventuell für den Rest deine Lebens klarkommen, aber genau jetzt ist halt noch die Zeit, wo Du mit Glück den Verlauf positiv beeinflussen kannst.

Aber ja, wenn es blöd läuft, war das Geld für die Therapie komplett für die Katz.
Leider weiß die Medizin m.W. noch viel zu wenig über die Ursachen von Hörsturz und Tinnitus, und es gibt auch kaum vernünftige Studien über verschiedene Behandlungsmethoden.
Das dumme ist, daß Du später nicht wissen wirst, wie es mit oder ohne den einen oder anderen Versuch gelaufen wäre. Ist halt so.
blackraiderDM / IANTD Normoxic Plus
12.04.2024 12:19
Ich habe meinen Tinitus damals mit Gingium und Infusionen tatsächlich wieder weg bekommen.
War so dermaßen genervt, dass ich alles versucht hätte um das pfeifen loszuwerden.

Das was Robert schreibt habe ich schon öfter gelesen im Internet.
Würde es daher auf jeden Fall versuchen!
Vielleicht nicht alle veranschlagten Behandlungen sondern mal mit 5 starten und sehen was passiert.
Sollte sich Besserung einstellen würde ich den Rest definitiv investieren.
Dieter_BSCMAS*/PADI AOWD
12.04.2024 16:27Geändert von Dieter_BS,
12.04.2024 16:29
Hallo Mat,
ich sass die letzten 3 W in einer Druckkammer wegen Tauchunfall (siehe auch mein anderer thread hier zu Druckkammer Male). da sassen auch immer 2 Hörsturz/Tinnitus Patientinnen mit drin, die von Besserung berichteten, sie hatten aber glaube ich ca. 20 Sitzungen bisher. Die Sitzungen waren 2 x 45 min bei 2.5 bar (15 m Tauchtiefe) Sauerstoff, dazwischen 5 min Pause = Maske runter. Ein anderer Patient in der kammer, berichtete dass er seit 15 jahren Probleme mit Tinnitus und einem Mix von Stör Frequenzen=Tönen hätte. Durch die Behandlungen (er hatte ein Paket von 40, dann Pause und ist nun am Ende vom 2. 40er Paket) wären paar Stör Frequenzen verschwunden. Wodurch sein Tiinitus ursprünglich kam, weiss ich nicht, jedenfalls waren alle 3 gen. Patienten keine Taucher.
Wenn Du ein Paket bekommst, solltest Du täglich in die Kammer, mit Pause am WE. Es gibt in allen grösseren Städten Kammern, aber es braucht da auch einen kompetenten Arzt. Manche Kammern sind in Schönheitskliniken für die Haut der verwöhnten Gattinen reicher Männer, da wird wohl wenig Kompetenz bezüglich Hörsturz sein....
29.04.2024 20:49
Grüß Dich Mat350ze,

erst einmal: bitte denke nicht nur an die Ohrgeräusche! Denke langfristig an die Aspekte der zentralen Verarbeitung zwischen den Ohren.
- unsere Gehirnhälften sind verbunden
- eine Hälfte erhält nun von einer Seite eine gerinrge / gar keine akustischen Informationen
- kein Richtungshören, keine Selektionsfähigkeit
- länger- / langfristig wird die Verarbeitung der akustischen Signale (= Informationen) sich immer mehr auf das "gute" / besere / normale Ohr ausrichten (wir Menschen sind von naurbedingt "faul" = wir orientieren uns dorthin wo es leichter geht = auch in der zentralen Verabeitung)
- bei einer monauralen Schallaufnahme wirst Du immer häufiger den Kopf drehen um zu hören / zu verstehen = Deine komplette Kopf- und Körperhaltung wird "verdreht" = weitere Beschwerden (z.B. Rückschmerzen) sind die Folge

Deine Priorität sollte daher nicht in der Symptonbehandlung "Ohrgeräusche" liegen, sondern denke länger- / langfristig
Es geht darum, dass die Bereiche der zentralen Verarbeitung (zwischen den Ohren) akustische Informationen bekommen. Denke daher über eine Unterstützung Deiner zentralen Bereiche nach, die in der Verknüpfung beider Ohren Reize benötigen. Dann sollte sich auch das Ohrgeräusch (Symptom) in der Empfindung reduzieren.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung - bin "Öffentlich besteller und vereidigter Gutacher für das Hörakustik-Handwerk" der Handwerkskammer München / Oberbayern

30.04.2024 12:16
Ich denke, man braucht beides: Symptomatische Behandlung bzw. Korrektur der Hörfehler (möglichst frühzeitig) und das Training der Wahrnehmung. Letzteres ist aber ohne Korrektur sehr eingeschränkt möglich.
30.04.2024 12:16
Ich denke, man braucht beides: Symptomatische Behandlung bzw. Korrektur der Hörfehler (möglichst frühzeitig) und das Training der Wahrnehmung. Letzteres ist aber ohne Korrektur nur eingeschränkt möglich.
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