Der Rebreather-Bereich hat nun ein eigenes Board. Fragen zu den verschiedenen Modellen, Umbauten, technischen Details und zur Praxis des Kreiseltauchens finden hier Ihren Platz. Viele Interessante Fragen wurden hier bisher gestellt und beantwortet. Alle Freunde des Rebreathertauchens - Reinschauen!

Geschlossene Kreisel im ehemaligen Deutsch-Ost-Afrika

Quastenflosser Expedition in Tanzania 2006

Während wir die Küste von Tansania befahren, passieren wir Orte mit exotischen Namen wie Dar es Salaam, Zanzibar, Tanga und Pemba. Mit unseren Fingern ziehen wir über maritime Karten, suchen nach Korallenriffen und Sandbänken und gelegentlich rufen wir aus “ lasst uns hier tauchen, das sieht nett aus, das erforschen wir mal “. Das Wasser ist dunkelblau, der Himmel fast wolkenlos, die Sonne brennt. Die grüne Küste Ost-Afrikas ist dünn besiedelt, wir befinden uns in der Nähe der kenianischen Grenze zu Tanzania. An den Korallenriffen brechen sich die Wellen, der Indische Ozean lädt uns zum Tauchen ein. Während wir uns unsere Tauchgeräte, sei es Offen ( OC ), Halbgeschlossen ( SCR ) oder Vollgeschlossener Kreisel ( CCR ) anlegen, fiebern wir den Tauchgängen ( Tg ) entgegen, um in diese unbekannten Tiefen abzutauchen.

Das ist die Realität von Tanzanias einzigem Safariboot ( Liveaboard ) und Forschungsschiff, der 33 Jahre alten in Deutschland gebauten, 43 Meter langen, 300 Tonnen BRT Stahlschiff “ The Kairos “, das mit einer Ansammlung außergewöhnlicher maritimer und Tauchausrüstung ausgestattet wurde. Es ist ein Privileg heutzutage Teile unserer Erde erforschen zu dürfen, seinen Fuß oder besser gesagt seine Flosse hineinzusetzen wo niemand jemals zuvor getaucht ist und dies zu dokumentieren. Es waren mehr Menschen auf dem Mond, als an den Korallenriffen die wir hier betauchen.

Ich wurde eingeladen die Quastenflosser ( Coelacanths ) Expedition 2006, die von der Kairos Company entlang der tanzanischen Küste organisiert wurde, als Tauchsicherheitsoffizier ( DSO ) zu begleiten, um an der Erforschung und Dokumentation des Lebensraumes der Quastenflosser teilzunehmen. Quastenflosser wurden als bis zu 400 Millionen Jahre alte Fossilien entdeckt, bis sie 1938 als lebende Fische wiederentdeckt wurden. Eine Verbindung in unsere prähistorische Vergangenheit. Durch die zu erwartenden extremen Tauchtiefen von über 100 Meter in den Lebensraum der Quastenflosser war das Tieftauchteam als CCR Team ausgelegt.

Das Forschungsteam setzte sich aus den Besitzern der Kairos Company Thierry mit seinem CCR KISS und Frau Catrine OC, Professor Mokama von der Universität of Tanzania OC, dem französischen hyperbaren Arzt Andre mit CCR Inspiration, dem französischen Federation TL Pascal mit CCR Inspiration, T.D. aus Florida mit CCR Inspiration, Jitka aus Florida mit CCR Megadolon, Magali and Phong aus Frankreich mit SCR Dolphin und DSO Matt aus Mexiko mit CCR Megadolon zusammen.

Neben dem Tauchteam waren noch an Bord die Crew Jean Francois der Mix Master, Arnod der Chef Ingenieur, Xavier der Kapitän, Deckhände und Dinghy Kapitäne Soloka, Antony und Mgaya. DaDa und Siti haben die Kabinen und das Essen auf Trab gehalten, Hasimi hat für alle gekocht.

An Bord der Kairos befindet sich eine unglaubliche Anzahl von Ausrüstungsgegenständen, unter anderem eine Doppellock Dekompressionskammer für zwei Personen inklusive ausgebildetem Personal, zwei große Bauer Kompressoren, eine Nitrox Membrananlage, eine Boosterpumpe, eine Bank mit EAN 32 Nitrox, eine Bank mit Luft, jede Menge Sauerstoff und Helium, eine große Anzahl von Tauchflaschen verschiedenster Größen, sieben SCR Dolphin, ein CCR KISS, 1.5 Tonnen Atemkalk ( Sofnolime ) kleiner Krümelgröße, zehn Apollo Scooter, Digitale Video- und Fotokameras mit Unterwassergehäusen, ein Ultraleichtflugzeug, zwei Zodiac RIB ( Rigid Inflatable Boat ) boot mit jeweils 50 PS Außenbordmotoren, verschiedenste miteinander vernetzte Multimediacomputer mit einem großen Plasma Bildschirm und Videobearbeitung Software.

Das Schiff selbst hat ein modernes State of the Art Navigations System mit zwei GPS
( Global Positioning System ) Systemen, Radar und Autopilot, das vernetzt ist mit zwei Computern mit digitalen maritimen Weltkarten und einem hochauflösenden Fischsonargerät, welches es ermöglicht Unterwasservermessungen der zu betauchenden und zu erforschenden Korallenriffe oder anderer geologischen Erscheinungen durchzuführen und als 3D Reliefkarte auf dem Plasmaschirm wiederzugeben. Ein außergewöhnliches Werkzeug für Unterwasserforschung und Vermessung.

Der Unterschied zwischen einem normalen Safariboot und einem Expeditionssafariboot ist, dass es keine Informationen über die zu betauchenden Riffe gibt, dass es wir sind, die diese Riffe erforschen und erstmals betauchen, für die es keine Karten oder Skizzen gibt, außer denen, die von den Teilnehmern dieser Expedition erstellt werden, sei es durch Zeichnen oder der elektronischen Vermessung mit der Schiffselektronik. Für einige Gegenden gibt es auch maritime Karten, die jedoch oft ungenau sind oder über 120 Jahre alt wie im Fall der Insel Pemba, die von einer Vermessung aus dem Jahre 1878 stammen, und von der HMS Fawn durchgeführt wurden.

Die ersten Tage der Expedition wurden benötigt, um das Team und die Tauchprozeduren zu bilden, um dem Tieftauchteam Andre, Pascal, T.D. und Jitka Zeit zu geben, sich zu aklimatisieren, der Tauchumgebung anzupassen und dem DSO Zeit zu geben, die Technik und Anwendung der treibenden Dekostation zu verfeinern. Gleichzeitig wurde die Koordination zwischen dem Mutterschiffskapitän, den zwei Zodiac Kapitänen und den Sicherheitstauchern eingespielt.

Nachdem wir in der Küstenregion des Dorfes Kigombe eingetroffen waren, wo die meisten der Quastenflosser in Tanzania gefischt wurden, machte sich eine Gruppe unseres Teams auf, um in dem Fischerdorf nach einem Fischer zu suchen der uns an die Stelle führen konnte wo die Quastenflooser tatsächlich gefischt wurden. Das Team wurde fündig und lokalisierte Sahid, der schon mehrere Quastenflosser in den letzten 2 Jahren gefangen hat und uns dann an die Fangstelle führte, die dann im Laufe des Tages und der Nacht vermessen wurde. Mit diesen Daten wurden dann die 3D Riffkarten hergestellt, die wir für die Tauchgangsplanung benötigten.

Es stellte sich schnell heraus, das wir es mit einer Wand zu tun haben, die bei ca. 100 Meter anfängt und bis auf 140 Meter steil abfällt. Der Temperatursensor, den wir bis auf 120 Meter abgelassen haben, gab uns eine Sprungschicht an, die sich auf 87 Meter befindet mit Temperaturen von 19 Grad Celsius unterhalb der Sprungschicht. Wir waren an der richtigen Stelle.

Der erste Tauchgang führte das Tieftauchteam auf eine Tiefe von 97 Metern, um die ersten Video und Digitalen Fotoaufnahmen von der Lebensumgebung des Quastenflossers zu schießen. Nachdem wir die Daten und Videoaufnahmen analysiert hatten, wurde ein zweiter Tieftauchgang durchgeführt, der das Team auf 124 Meter führte und das nun direkt im Lebensumfeld des Quastenflossers filmte und forschte. Wir waren bei den Forschungstauchgängen angekommen. Der Tauchgang war extrem erfolgreich mit der Dokumentation des Lebensraumes, nur leider hat sich keiner der sehr teretorialen Quastenflosser gezeigt.

Nach weiterem Analysieren der Videoaufnahmen und der Meeresgrundvermessung wurde eine weitere Wand als nächstes Tauchziel ausgewählt. Während der Tage, an denen das Tieftauchteam mit den CCR unterwegs, war wurden die flacheren Korallenriffe von den Sporttauchern mit OC und SCR erforscht und dokumentiert.

Nachdem wir einen undichten und langsam platzenden Schlauch, der komprimierte Luft zur Dekompressionskammer führt, entdeckten und es klar wurde, dass er nicht zu reparieren war und auch kein Ersatz an Bord und in nächster Nähe war, wurde als Team entschieden, dass ein unangemessenes Risiko besteht die Tieftauchgänge fortzusetzen ohne die Dekokammer in Betrieb zu haben. Die nächste Dekokammer befindet sich 2 Tagesreisen und 3500 Kilometer entfernt in Südafrika. Die folgenden Forschungstauchgänge wurden limitiert auf 40 Meter Maximaltiefe, um die Risiken der Dekompressionskrankheit gering zu halten.

Während dieser letzten drei Tage wurden extrem schöne, gesunde und vielfältige Korallenriffe um die Insel Pemba und die Küstenstadt Tanga ( wo es eine Eckernförder Strasse gibt ) die sich nahe der kenianischen Grenze befindet, betaucht, vermessen, erforscht und dokumentiert.

Es wurden während der Expedition 101 Tg durchgeführt mit 138 Stunden unterwasser. 48 Tg mit 44 Stunden wurden mit OC durchgeführt, das beinhaltet auch die Tauchgänge der Sicherheitstaucher. 57 Tg mit 87 Stunden wurden mit CCR durchgeführt und 6 Tg mit 7 Stunden SCR. 33 Tg wurden mit dem Inspiration durchgeführt, 13 Tg mit dem Megadolon, 12 Tg mit dem KISS und 6 Tg mit dem Dolphin. Während der Expedition gab es nicht einen Vorfall oder Unfall.

Die Erforschung der Tanzanischen Küste geht weiter. Für mehr Informationen bitte auf die http://www.thekairoscompany.com web Seite gehen.
URL korrigiert- Harry, Redaktion

Gruss
Matt
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