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struppirennfahrerPADI Instructor

Flaschen-TÜV

Geändert von struppirennfahrer,

Auf welcher Rechtsgrundlage verlangt der TÜV, dass man die Flasche mit Ventil prüfen lässt?

Früher habe ich nur die nackte Flasche zum TÜV gebracht. Seit ein paar Jahren wird verlangt, dass das Ventil mitgegeben wird, obwohl am Ventil doch keine Prüfung durchgeführt wird.

Zuletzt wurde das Ventil beanstandet, das schon immer zu der Flasche gehörte.

Auf welcher Rechtsgrundlage kann der TÜV ein Flachenventil beanstanden, ohne eine Prüfung des Ventils durchzuführen?

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NilsNaseUnfertiger Taucher
26.05.2021 13:53
Nach meinem Wissen, heißt das ganze ja "Druckbehälter Prüfung" und ein Druckbehälter ist es halt nur, wenn auch ein "Deckel" drauf ist. Von meiner Prüfstelle weiß ich, das Ventil wird "in Augenschein" genommen, um zu sehen, das es das passende zur Flasche ist und damit ist´s gut, gehört aber eben zur Vollständigkeit des Druckbehälters.
Warum im Einzelfall Dein Ventil bemängelt wurde, kann Dir im Zwiefel nur der Prüfer sagen, von hier aus würde es hellseherische Fähigkeiten verlangen.
26.05.2021 14:02
Rechtsgrundlage gibt es womöglich keine.

Trotzdem kannst Du froh sein, ein Ventil gehört genauso regelmäßig gewartet wie die Regler, bzw. die Flaschen getüvt...

LG, Wolfgang
Marv31Fertiger Taucher
26.05.2021 14:05
Also nie?headscratch
26.05.2021 14:11
Seit wann wartet der TÜV Ventile?
26.05.2021 14:18
Bei uns in Graz (Ö) führt nicht der TÜV, sondern die Fa. Hochl (https://taucher.net/tauchbasis-aqua_technik_graz-faz7) den TÜV durch. D.h., wenn Du die Flaschen beim TÜV in der Stadt abgibst, dann bringt der TÜV die Flaschen zur Druckprüfung dort hin. Da bringe ich die Flaschen (samt Ventilen) gleich zur Firma und lasse auch die Ventile revisionieren (ist günstiger als wenn ich mir die Ersatzteile irgendwo beschaffen und es selber machen würde). Wenn man es so möchte, kann man dort auch die Regler revisionieren lassen...

LG, Wolfgang
iDive2hat sowas auch
26.05.2021 14:39Geändert von iDive2,
26.05.2021 14:43
Das ist seit der Einführung der BetrSichV einheitlich geregelt, es wird die Baugruppe Flasche/Ventil geprüft. Auf dem Server der ZÜS (auch TÜV) finden sich die gemeinsamen Beschlüsse, die für alle ZÜS gültig sind. Der VdTÜV ist der Dachverband aller ZÜS (Zugelassene Überwachungsstellen) in Deutschland. Die Beschlüsse des VdTÜV sind für alle ZÜS bindend.

Geregelt in den Ausführungsbestimmungen zur Durchführung der Wiederkehrenden Prüfung nach BetrSichV und ergibt sich aus dem Dokument ZÜS-BD-009 rev 5 mit dem Titel "ZÜS-BD-009 rev 5 Prüfung nach BetrSichV von Flaschen für Atemschutzgeräte und tragbare Feuerlöscher durch zugelassene Überwachungsstellen"

Trotz des etwas merkwürdigen Titels findet dieses auch für Tauchflaschen Anwendung (Auskunft VdTÜV).

https://www.vdtuev.de/sachverstaendigentag/vdtuev-startseite/themen/anlagensicherheit/erfahrungsaustausch_zues/ek_zues_beschluesse/pdokliste?oid=98165&fbclid=IwAR2NOHM4IQB-7TMvCyh2xFFH63JEMYyZ90ybNGmSyCDC8XYfJHCBQuMBPaY


Der komplette Abschnitt 3 beschäftigt sich mit der Prüfung, 3.2 insbesondere mit der wiederkehrenden Prüfung. Hier steht qua si immer das Ventil mit drin, was da wie und wo zu prüfen ist.In Abschnitt 3.4 geht es um die Dichtigkeitsprüfung - die ohne Ventil ja gar nicht machbar ist.

Demnach dürfte künftig bei der TÜV-Prüfung die Flassche mit Ventil vorgestellt werden, das Ventil wird beanstandet wenn bei der Dichtigkeitsprüfung auffällig ist. Das ganze ergibt sich aus der BetrSichV und den Ausführungsbestimmungen.
26.05.2021 15:01
Flaschen-TÜV und Ventilrevision sind zwei unterschiedliche Dinge, die nichts miteinander zu tun haben, darauf wollte ich nur hinweisen.

Ich habe dieses Jahr meine Flaschen ohne Ventile zum TÜV gebracht. Die Flaschen wurden geprüft, mit dem Vermerk, dass keine Ventile vorhanden waren.
iDive2hat sowas auch
26.05.2021 15:35Geändert von iDive2,
26.05.2021 15:43

Korrekt, der "TÜV" revisioniert keine Ventile, das erledigt der freundliche Tauchshop oder der Heimwerker. Der TÜV (korrekt ZÜS, da auch andere als der klassische TÜV die Prüfungen durchführt) prüft die Tauchflasche/Baugruppen entsprechend den Vorgaben und erteilt die Abnahme oder eben nicht (umgangssprachlich TÜV genannt). Zur korrekten Durchführung nach BetrSichV ist eine Dichtigkeitsprüfung der Baugruppe Flasche/Ventil durchzuführen, dieses wird ohne Ventil nicht wirklich möglich sein.

Das Problem, ob ich die Flasche mit oder ohne Ventil zum "TÜV" bringe wird sich in der nächsten Zeit relativieren, wenn auch die letzte ZÜS die Vorgaben der VdTÜV korrekt umsetzt und dieses auch bei den weiterbildungsresitenten Aussenstellen angekommen ist. Wenn alles ordnungsgemäß durchgeführt wird, wird es ohne das Ventil den begehrten Aufkleber nicht mehr geben oder die ZÜS nimmt die ventillose Flasche garnicht erst an (so aktuell beim TÜV-Süd).

Wenn die ZÜS korrekt und nach den Ausführungsbestimmungen zur Durchführung der Wiederkehrenden Prüfung arbeitet, dürfte es ohne Ventil keinen "TÜV" geben. Finde den Fehler

26.05.2021 15:53
Ich will ja nur den Aufkleber, also kann ich keine Fehler erkennen wink2
iDive2hat sowas auch
26.05.2021 15:59Geändert von iDive2,
26.05.2021 16:07

Den wirst du auch bekommen, mittelfristig eben nur noch wenn die Flasche mit Ventil vorgestellt wird, kostet auch nicht mehr

Ich meide nur ZÜS die nicht korrekt arbeiten oder nicht an die Vorgaben halten. Der Fehler liegt bei der ZÜS, die müssten wissen was sie da treiben. Dem Nutzer kann es egal sein.

Zurück zum Thema, hier hat der ZÜS einfach korrekt gearbeitet und das "System oder Baugruppe" vermutlich aufgrund der Dichtigkeitsprüfung bemängelt.
Der TO erwähnt nicht, ob der den Aufkleber bekommen hat oder die Abnahme nicht erfolgt ist?

26.05.2021 16:22Geändert von DB,
26.05.2021 16:23
"Ich meide nur ZÜS die nicht korrekt arbeiten.."

Warum? Das Überprüfen der Flaschen alle 2,5 Jahre ist doch total sinnlos. Andere Flaschen, die nicht zum Tauchen benutzt werden, haben viel längere Prüfungsintervalle.

Mit ist vollkommen egal wie korrekt die arbeiten. Hauptsache die machen nichts kaputt und es geht schnell.
iDive2hat sowas auch
26.05.2021 16:39Geändert von iDive2,
26.05.2021 16:44

Warum? Das Überprüfen der Flaschen alle 2,5 Jahre ist doch total sinnlos. Andere Flaschen, die nicht zum Tauchen benutzt werden, haben viel längere Prüfungsintervalle.


Warum nur? Weil die vielleicht nicht im Wasser eingesetzt werden und die Gefahr der Rostbildung möglicherweise nicht so gegeben ist. Du musst als Privatperson deine Flaschen überhaupt nicht überprüfen lassen, es besteht keine rechtliche Grundlage. Einziger Nachteil, in einem Shop oder im Verein wird dir die Pullen keiner mehr füllen, das heisst du hast einen eigenen Kompressor und bei einem Unfall wird es eng mit der Haftung.

Sei frei in deiner Entscheidung. Ich habe gerne Flaschen bei denen das was draufsteht, respektive draufgeklebt ist, auch korrekt ist. Meinst du das ganze machen die zum Spaß um den ambitionierten Taucher zu ärgern Die BetrSichV ist eine Verordnung mit Gesetzteskraft, kein Wuschauslegungspapier.

Ich zahle Geld für eine Dienstleistung und möchte auch die entsprechende Leistung erhalten.

26.05.2021 17:34
"Meinst du das ganze machen die zum Spaß um den ambitionierten Taucher zu ärgern"

Nein, eher um Geld zu verdienen. Um Rostbildung zu entdecken braucht man nicht unbedingt den TÜV. Tauchshops schauen beim Füllen oft gar nicht hin, die wollen auch Geld verdienen. Ich halte die 2,5 Jahre für weit übertrieben. Das kann aber wirklich jeder selbst entscheiden.

Übrigens prüft der TÜV bei der Auto-HU auch nicht richtig, die wollen auch Geld verdienen und die Kunden schnell abfertigen.
iDive2hat sowas auch
26.05.2021 19:18
Nein, eher um Geld zu verdienen. Um Rostbildung zu entdecken braucht man nicht unbedingt den TÜV. Tauchshops schauen beim Füllen oft gar nicht hin, die wollen auch Geld verdienen.

Ja dann, wie schon erwähnt, sei frei in deiner Entscheidung. Wie ebenfalls erwähnt, du brauchst als Privatperson keinen TÜV für die Tauchflaschen, also auch deine Entscheidung.

Ich für meinen Teil stehe nicht auf innen und aussen verrostete und verharzte Flaschen bei denen die Lastzyklen am Ende sind und die Möglichkeit besteht, dass mir diese um die Ohren fliegen könnten - man beachte KÖNNTEN nicht MÜSSEN!

Jetzt mal einfach alle Leute beim TÜV als Deppen hinzustellen, ich weiß nicht. Ich befürchte, da gibt es doch einige Leute beim VdTÜV die wissen schon was sie da so treiben und erstellen die Ausführungsbestimmungen mit Sicherheit um die Deutsche Bahn zu ärgern. Schreib doch mal den VdTÜV mit deiner steilen These an und bitte um Anpassung der für dich schwachsinnigen Verordnungen und Bestimmungen. BTW, ich habe die nicht verbrochen.
Tastenchef13Normoxic Trimix
26.05.2021 19:21
@iDive2

Wieviel Lastzyklen können den Stahlflaschen ab? Die ja wohl gebräuchlich sind in Deutschland.
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
26.05.2021 19:28
Hab auch schon überlegt, aus Tauch-Stages heimische Sauerstoffflaschen zu machen, die dann ja nicht Gefahr laufen, wegen (sagen wir) wöchentlich 1h Wasser zu verrosten. Von außen nach innen, Aluflaschen.


iDive2hat sowas auch
26.05.2021 20:04

@Tastenchef13
Gute Frage, ich weiß es nicht, habe noch keine Flasche produziert. Frage doch mal bei einem Hersteller nach, vielleicht können die was zu sagen. Könnte aber durchaus sein, dass die TÜV Fristen genau deshalb so festgelegt wurden, weil es keiner genau weiß und die Aufzeichnung der Lastwechsel wohl schwierig bis unmöglich ist. Zumindest kann bei der Druckprüfung eine gewisse Festigkeit festgestellt werden.

Im Bereich der Komressoren gibt es keine TÜV Fristen für die Druckbehälter, da gibt der Hersteller die Lastwechselzahl oder maximales Alter vor. Die lassen sich leicht nachvollziehen und wenn die Frist erreicht ist, bye bye.

Was wäre sinniger, regelmäßig TÜV oder der Gesetzgeber sagt Tauchfalschen maximal 10 Jahre und dann weg damit und neue kaufen.

@Gelbe Maske
Genau deshalb habe ich meine Flaschen, egal ob Stahl oder Alu, auf Gänseblümchenanzuchtbehälter umtüven lassen, da ist die Gefahr von Alurost und Sauerstoffausbleiche wesendlich geringer und die TÜV Fristen länger. Bei Füllung mit hochprozentigen Spaßgetränken sind diese sogar unendlich lang

gr3yw0lflife is better in fins
26.05.2021 20:09
hm....

ich kenne tauchflaschen, die nach 18jahren gebrauch immer noch tüv kriegen, aber auch welche, die mit 7jahren von tüv gelocht zurück kamen.
also insofern kann man wenig zu haltbarkeit und lebensdauer sagen....
26.05.2021 22:19Geändert von Schokoladenhai (Dalatias licha),
26.05.2021 22:22
In Österreich rosten Flaschen langsamer, deswegen müssen sie auch nur alle 10 Jahre zur Druckprüfung und dazwischen 2x begutachtet werden. Wobei die Beträge, die für 1x reinschauen (Ventil schon angeschraubt) verlangt werden auch absurd sind.
@greywolf, die alten Flaschen machen fast nie Probleme, anscheinend war die Stahlqualität besser ? Dicker können sie ja nicht sein, dann wären die auchschwerer
struppirennfahrerPADI Instructor
27.05.2021 07:17
meine Flaschen haben TÜV bekommen, die älteste ist 37 Jahre alt und hat kaum Rost

es wurden nur die VEntile nicht montiert, was ich dann selbst erledigt hab
gr3yw0lflife is better in fins
27.05.2021 07:26
@schokoladenhai

das mit dem weniger rosten hab ich auch schon festgestellt wink

bei der druckprüfung - naja. nach 10 jahren musst du - ich zb lass meine bei jedem tüv druckprüfen, weil der kostenunterschied marginal ist (ca 2 euro/flasche).....
iDive2hat sowas auch
27.05.2021 07:51

Meine Flaschen haben auch schon ein paar Jahre auf der Flaschenschulter und sind bisher, bis auf eine, immer ohne Beanstandung durch den TÜV. Eine Flasche wurde mal gelocht, die war um die 20 Jahre und lag bei der Gewichtsprüfung ausserhalb der Toleranz, gut hatte mächtig Rost unter dem Standfuß (innerhalb eines halben Jahres total vergammelt!) und das aufhüpschen hat leider nicht zum Erfolg geführt. War aber einkalkuliert, deshalb, das Alter einer Flasche sagt garnix, der Zustand ist entscheidend.

Aber zurück zur eigendlichen Frage des TO, hier hat der ZÜS einfach korrekt nach den Ausführungsbestimmungen gearbeitet. Nicht alle ZÜS halten sich nach meiner Erfahrung so korrekt an diese, einige scheinen auch Flaschen ohne Ventil zu akzeptieren und erteilen den TÜV. Einfach vorher nachfragen wie angeliefert werden soll. Wenn mit Ventil, dann ist auch von einer Dichtigkeitsprüfung auszugehen und bei einem defekten Ventil kommt dann die Beanstandung.

Ich überhole meine Ventile eh regelmäßig, meist vor dem TÜV und die 2 Tage ohne gefüllte Flaschen finde ich nicht tragisch und beim "TÜV" gibts keine Übertaschungen (im Umkreis von 150km nimmt keiner mehr Flaschen ohne Ventil zum TÜV an).

struppirennfahrerPADI Instructor
27.05.2021 08:07
"bei einem defekten Ventil kommt dann die Beanstandung"

Mein Ventil ist nicht defekt bzw. undicht. Es wurde regelmäßig gewartet und ist dicht.

Vermutlich wurde die fehlende Beschriftung des Ventils beanstandet, obwohl ein anderes Ventil auch ohne Beschriftung akzeptiert wurde.
iDive2hat sowas auch
27.05.2021 08:49
Hmm, zu jedem "TÜV" gibt es doch einen Prüfbericht, auf dem müsste auch stehen was oder warum beanstandet wurde. Mit der Dichtigkeitsprüfung war nur eine Vermutung, was sagt der Prüfbericht?

Normal steht auf dem Ventil die EN-Nummer und das Gewinde (z. B. M25x2), bei älteren Ventilen fehlen diese Angaben hin und wieder. Solche Kombis könnten unter Bestandschutz fallen, sind ja vermutlich schon öfter so über den "TÜV" gegangen.

Die Rechtsgundlage/Verordnung für die Prüfung mit Ventil habe ich oben genannt bzw. den Link eingefügt.
struppirennfahrerPADI Instructor
27.05.2021 09:27
einen Prüfbericht habe ich beim Flaschen-TÜV noch nie erhalten
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