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GoRalledarf tauchen

Erste Hilfe-Ausbildung bei Tauchern

Hallo zusammen,

was sollte eurer Meinung nach in einer Erste Hilfe-Ausbildung für Taucher vermittelt werden ?

ich fange einfach mal mit ein paar Stichworten an, aber ohne den Anspruch auf Vollständigkeit :

- Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW,CPR)
- Umgang mit med. Sauerstoff
- Versorgung lebensbedrohlicher Blutungen
- erkennen und Erstversorgung von DCS

oder sollte man grundsätzlich sagen, das eine 8 Doppelstündiger Erste Hilfe Kurs Vorraussetzung für eine Tauchausbildung sein sollte ?

Ich hoffe auf eine sachliche Diskusion
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jhdsSDI-TDI Course Direktor
SSI Instructor
19.02.2009 08:57
Hallo GoRalle

wenm alle Taucher
- Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW,CPR)
- Umgang mit med. Sauerstoff
- Versorgung lebensbedrohlicher Blutungen
- erkennen und Erstversorgung von DCS
beherschen würden wäre es echt klasse.
Entscheident ist aber, dass diese Dinge regelmäßig geübt werden, denn nur so ist eine gute Versorgung gewährleistet. Ein 8 Doppelstündiger Erste Hilfe Kurs der einmalig abgehalten wird ist als Grundlage mit Sicherheit sehr gut aber man sollte alle 1-2 Jahre einen Auffrischungskurs machen.
Ferner sollte man die Rettungskette beherschen und für seine Tauchgewässer einen Notfallplan bereit haben und Sauerstoff mitführen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass dies leider nur eine Wunschvorstellung ist und die Realität doch etwas anderst aussieht.
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
19.02.2009 09:05
je mehr man kann und desto weniger man vergessen hat umso besser ist das im Notfall.

Also nicht nur einmalig irgendeinen Kurs machen, sondern auch mal wiederholen und auch andere Kurse machen.

z.B. haben wir mal einen Kurs mitgemacht, wo es ums improvisieren geht.
Bzw. mit den auf einen Tagesboot vorhandenen Mitteln arbeiten. Also Brüche mit Jacket ruhig stellen, Opfer stabil lagern, damit der bei Wellengang nicht umherrollt, usw.

Bei anderem Kurs ging es u.a. um Luftröhrenschnitt und Lunge punktieren. Wobei dies Dinge sind wo ich hoffentlich nie in die Lage gerate dies "versuchen" zu müssen.

Theoretisch hat jeder Autofahrer einen Erste Hilfe Kurs besucht und man könnte sich aufs Tauchspezifische beschränken.
Aber die meisten können kaum ein Pflaster setzen.
19.02.2009 09:32
Guter Ansatz
Ein intensiver Kursus schon i.V.m. der taucherischen Grundausbildung und nicht erst zum Rescue oder adäquat wäre sehr wünschenswert ebenso wie die selbstständige Auffrischung so alle 2 Jahre, um die neuesten Erkenntnisse (ich denke gerade an die "Taktveränderungen" HLW)...wäre schon wünschenswert, wenn das individuelle Verantwortungsgefühl in Taucherkreisen ausgeprägter wäre als im Heer der unwissenden Autofahrer...

Stichwortergänzung:
- Erst-Versorgung im Falle von Vernesselungen/Verletzungen durch aquatische Lebewesen


19.02.2009 10:48
GoRalle, wenn es nach mir ginge, dann müsste jede/-r Taucher/-in VOR dem ersten Tauchschein eine Rettungsschwimmerausbildung (DRSA Bronze) bestehen. Wer den Anforderungen an den praktischen und an den theoretischen Teil gerecht wird, der kann und darf dann auch Taucher werden.

Aber zum Glück für viele Taucher/-innen geht es nicht nach mir.
19.02.2009 10:51
Tach
HLW als Standardkurs finde ich mehr als Sinnvoll.
Auch sollte speziell für taucher auf einige besonderheiten eingegangen werden, wie da z.B. wären:
Rettungs ann Land/ins Boot
Verletzung von Meerestieren udn deren behandlung (die meisten Unfälle z.B. Seeigel)
genau die Sache mit dem Sauerstoff, auch z.B. das weitverbreitete Wenollsystem betrachten
Sonst sollte man dran denken, dass meist durch einfache Dinge wie bei Patient bei Bewustsein auch Nitrox überwasser aus dem regler schon ein wenig helfen könnte.

Gruß Baschdel
19.02.2009 12:33
"oder sollte man grundsätzlich sagen, das eine 8 Doppelstündiger Erste Hilfe Kurs Vorraussetzung für eine Tauchausbildung sein sollte ? "

Das ist eine Maximalforderung, die sicherlich auch im gesellschaftlichen Sinne positiv ist (denn jeder Taucher ist ja auch die meiste Zeit an Land und damit nicht Taucher, sondern Bürger seines Staates), aber sie wird sich nicht durchsetzen lassen, weder in DE noch erst recht nicht im Ausland.

Die Forderung nach hochklassiger und umfangreicher Ausbildung als Ersthelfer beginnt aber spätestens dann, wenn jemand gewerblich für eine Tauchergruppe Verantwortung übernimmt, also ab dem Status des Tauchguides. Und als Verantwortlicher auf einem Safarischiff muss da nochmals aufgestockt werden. Programme wie EFR sind da absolut zu wenig.

Ein in der Diskussion noch fehlender Aspekt ist die Anwendung eines AED, ferner ist auch Erkennen und Helfen bei allergischen Reaktionen wichtig.
19.02.2009 13:09
@GoRalle
Leider war ich heute Morgen beschäftigt, deshalb komme ich erst jetzt dazu in die Diskussion einzusteigen.

Aber zur Sache:
Ich denke hier muss man zunächst einmal unterscheiden, was im Idealfall wünschenswert wäre und was realistisch ist.
Wünschenswert wäre es im Notfall sicherlich, wenn jeder Ersthelfer ausgebildeter Rettungsassistent oder noch besser Notarzt wäre. Das das aber nicht realistisch ist braucht hier wohl nicht weiter diskutiert zu werden.

Realistisch wäre aber durchaus, dass JEDERMANN über eine Ausbildung in Erste-Hilfe und HLW haben sollte. Wie gesagt, nicht nur Taucher.

Wie es aber damit in der Praxis bestellt ist wissen wir glaube ich alle. Ich denke jeder von uns kennt die typischen Bilder von Verkehrsunfällen. 100 Mann stehen herum und gaffen, aber kaum einer tut etwas. Und das, obwohl - wie Stefan K. schon sehr richtig erwähnt hat - jeder Autofahrer einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert haben muss.

Es stellt sich also folgende Frage:
Warum tun so viele Menschen nichts, obwohl sie dazu in der Lage sein sollten?

Die Antwort dürfte sein, weil sie seit Ihrer Ausbildung vieles vergessen haben und weil sie Angst haben etwas falsch zu machen.

Hieraus resultieren die nächsten Fragen:
1. Warum haben sie vieles vergessen?
2. Warum haben sie Angst etwas falsch zu machen?

Frage 1. ist recht einfach zu beantworten. Nämlich, weil man Wissen, das man nicht regelmäßig anwendet schnell wieder vergisst. Und des umso schneller, je komplexer das Wissen. Insbesondere die Details gehen am schnellsten verloren.

Die Antwort zu Frage 2. führt uns nun langsam zu den unterschiedlichen Ausbildungsansätzen.
Die Leute haben nämlich deshalb Angst etwas zu tun, weil man Ihnen in Ihrer Ausbildung zu viel Detailwissen vermittelt hat, verbunden mit jede Menge Hinweisen, was alles passieren kann. Genau diese Details haben sie aber - wie in der Antwort zu 1. schon dargelegt - über die Zeit vergessen und deshalb haben sie Angst etwas falsch zu machen.

Eine wichtige Maßnahme um dem entgegenzuwirken, und da sind wir uns sicherlich alle einig, ist die regelmäßige Teilnahme an Auffrischungskursen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist aber die Ausbildung selbst. Und hier stoßen wir nun auf zwei völlig unterschiedliche Ansätze.
Da wäre einmal die Ausbildung bei einer der Rettungsorga´s, die sicherlich am häufigsten vorkommt. Und genau daraus resultieren mE auch die häufigen Probleme der oben beschriebenen Art.
Was den Rettungsorga´s nämlich fehlt, ist ein EH-Ausbildungskonzept für Laienhelfer. Für die Rettungsorga´s ist nämlich die EH-Ausbildung zugleich die Grundausbildung für ihre ehrenamtlichen Helfer. Von diesen erwartet man natürlich auch dass sie sich entsprechend und vor allem regelmäßig weiterbilden. Dementsprechend - und unter diesem Aspekt auch folgerichtig - versucht man in der Grundausbildung bereits eine solide Basis zu schaffen. Da man von dem Helfer einer Rettungsorga auch entsprechend professionelles Handeln erwartet, legt man eben auch viel Wert auf Details und geht intensiv auf mögliche Fehler ein.
Das ist auch gut und richtig in der Grundausbildung von professionellen bzw. semiprofessionellen Helfern.

Wenn dasselbe Konzept aber auf die Ausbildung von reinen Laienhelfern angewandt wird, dann wird es zum Problem, weil die Leute mit zuviel Information überfrachtet werden, die sie bereits nach kurzer Zeit der Nichtanwendung nicht mehr richtig sortiert bekommen.

Um das ganze Mal an einem Beispiel zu verdeutlichen:
Bei den Rettungsorga´s wird die HLW idR an der Computer-Annie gelehrt, mit blinkenden Lämpchen, die z.B. gebrochene Rippen oder eine nicht effektive Beatmung anzeigen und entsprechenden Computerausdruck der ebenfalls den Erfolg oder Misserfolg dokumentiert.
Für die angehenden Hilfskräfte, die regelmäßig üben und sich fortbilden, ist dies sicherlich eine hervorragende Sache.
Was aber passiert bei den Laienhelfern?
Die stehen vielleicht nach ein, zwei oder noch mehr Jahren an einem Unfallort vor einer bewusstlosen Person mit Atem- und Kreislaufstillstand und jetzt geht es los.
Auweia, wie war das noch mal? Was muss ich jetzt tun? Was kann da noch mal alles passieren? Rippen können brechen? O Gott, o Gott, da lass´ ich lieber die Finger davon, das sollen andere machen.
Und schon haben wir die oben beschriebene typische Situation am Unfallort.

Dabei, was kann man in einer solchen Situation eigentlich falsch machen? In welchem Zustand befindet sich denn das Oper/der Patient?
Eben, er ist Tot. Kann ich einen Toten noch toter machen? Nein, natürlich nicht!!!
Also kann alles was ich mach seinen Zustand nur verbessern. Selbst wenn ich ihm bei der HLW ein paar Rippen breche, er lebt aber anschließend wieder, dann habe ich ihm geholfen. Und wenn es mir nicht gelingt ihn zu reanimieren, dann ist es auch egal, wenn ein paar Rippen gebrochen sind. Wobei ohnehin jeder, der sich in der Materie auskennt, weiß, dass es bei der Reanimation von Erwachsenen praktisch schon die Regel ist, dass ein paar Rippen brechen.
Der größte Fehler, den ich in dieser Situation machen kann, ist NICHTS zu tun. Aber dies wird in der EH/HLW-Ausbildung der Rettungsorga´s viel zu wenig betont. Dort wird, aus den oben genannten nachvollziehbaren Gründen, hauptsächlich auf den möglichen Fehlern, die passieren können, herumgeritten. Letztendlich verkomplizieren diese „Fehler“ aber allenfalls die Behandlung nach erfolgreicher Reanimation.

Und genau bei diesem Problem setzt die EFR-Ausbildung von PADI an, da diese Ausbildung ausschließlich für Laienhelfer gedacht ist.
Die Ausbildungsinhalte wurden auf das absolute Minimum zusammengestrichen. Aber der verbleibende Stoff wird, mit einfachen und unkomplizierten Hilfsmitteln, immer wieder wiederholt, um in das Unterbewusstsein der Kursteilnehmer vorzudringen.
Die Folge ist, die Abläufe werden nach und nach automatisiert und im Ernstfall werden die Absolventen einer EFR-Ausbildung wesentlich häufiger aktiv. Darüber existieren in Amerika sogar Statistiken.
Deshalb sollten wir uns auch von der in Deutschland verhafteten „Doppelstundenmentalität“ verabschieden. Soweit ich weiß nach sind diese „Doppelstunden“ auch der Hauptgrund, weshalb EFR in Deutschland nicht überall anerkannt wird. Für deutsche Beamtenschädel ist es halt schwer nachvollziehbar, dass Ausbildungsinhalte und –ergebnisse wichtiger sind wie die Zeit die jemand abgesessen hat.

So, jetzt mal speziell zum Tauchen.
Hier gilt aus meiner Sicht nichts anderes als im normalen Leben. Wenn man sich einmal anschaut, wie häufig Tauchunfälle überhaupt passieren, dann reicht die EFR/EH-Ausbildung für die Masse der normalen Sporttaucher völlig aus. Es gilt hier das, was ich eingangs schon in Bezug auf Jedermann schrieb.
Auch widerstrebt es mir diese Ausbildung für Taucher verbindlich vorzuschreiben. Einerseits sollte diese Ausbildung ohnehin JEDER haben. Andererseits rückt mir eine verbindliche Vorschrift das Ganze zu sehr in die Nähe der Mentalität eines Verbandes, der nur Nichtraucher als Mitglieder akzeptiert. Über beide Sachen sollte jeder mit seinem gesunden Menschenverstand selbst entscheiden.

Auch eine Ausbildung im Umgang mit med. Sauerstoff halte ich für die Masse der Taucher nicht für zwingend erforderlich, da diese üblicherweise ohnehin nur in Begleitung von Guides oder TL´s tauchen.
Für all die, die gedenken selbständig und eigenverantwortlich zu tauchen, empfehle ich generell die Weiterbildung bis zum Rescue Diver. Und dort gehört die entsprechende Ausbildung dann auch hin. Für Divemaster und TL´s halte ich entsprechende Ausbildungen für selbstverständlich und da hätte ich auch nichts dagegen, wenn man die Anforderungen bezüglich des nachzuweisenden Levels im Bereich EH/HLW höher schrauben würde. Hierzu gehört dann auch das von D-32 angesprochene Thema AED.
19.02.2009 13:44
"... selbständig und eigenverantwortlich zu tauchen, empfehle ich generell die Weiterbildung bis zum Rescue Diver."

Rescue Diver? DTSA-SK "Tauchsicherheit und Rettung"? Lernt man alles erst viel zu spät.

Wenn es nach mir ginge, dann müsste jede/-r Taucher/-in vor(!) dem ersten Tauchschein eine Rettungsschwimmerausbildung (mindestens DRSA Bronze) bestehen. Wer den Anforderungen an den praktischen und an den theoretischen Teil gerecht wird, der kann und darf dann auch Taucher werden.

Aber zum Glück für viele Taucher/-innen geht es nicht nach mir.
Günter 05DIN EN 14153-3 , TX*
19.02.2009 14:57
Ich habe mich nach meinem Rescue Kurs entschieden alle 2 Jahre eine Weitebildung in Erster- Hilfe zu machen, es ist zumindest ein Anfang um nicht alles was man gelernt hat zu vergessen.

Günter
19.02.2009 16:21
Hi Diver´s

@GoRalle es würde vollkommen ausreichen wenn die Leute/Taucher einen !vollständigen! EH-Kurs (16 UE) besuchen würden und ihn alle 2 bis spätestens alle 3 Jahre zum aktuallisieren und auffrischen wiederhollen würden oder wie Telemar schon erwähnte den RSA Bronze wen nicht sogar RSA Silber zu machen.

Wer noch mehr interresse hat kann noch einen Sanitätshelfer Lehrgang (24 UE) besuchen um dan noch eine Unterweisung in die Gerätschaften zu bekommen (wenn nicht schon beim EH-Kurs gemacht) sprich Ambubeutel, Tubus und Sauerstoff.

Es ist auch div. machbar das als vorraussetzung zu machen ganz zu schweigen Aufgabe eines Tauchlehrers seine "Schäfchen" zwischen durch ein bisschen abzufragen, finde ich zumindest.

Zu den ganzen -Special ergänzen- kann ich nur sagen sind diese überflüssig sprich !Behandlung! von Stichverletzungen von Seeigeln oder so weill wir als "Laien" dazu überhaupt nicht befugt sind soweit ich das weiss und wenn man solche Kurse machen will muss Mann/Frau sie Teuer bezahlen, ganz zu schweigen von den Equipment was ich mir dan anschaffen muss um diese Erstklassige verosrgung überhaupt durchführen zu können, würde ich mal so behaupten was kann ih den bei solch einen Stich zum beispiel machen ?????? Hinzu kommt noch wie oben schon von einem Vorredner erwähnt den inneren Schweinehund zu überwinden um überhaupt Hilfe zu Leisten. Manche Leute sind schon mit der Rettungskette überfordert und dan sollen sie auch noch irgendwelche Verletzungen behandeln die von irgendwelchen Tropischen Tierchen abstammen also ich weiss ja nicht.......

Was noch in den EHK fest eingebaut werden sollte sind die DCS und was man da machen sollte/könnte z. B. den Leuten klarzumachen wenn einer auf der Wasser Oberfläche treibt mit Tauchausrüstung den Menschen an der Notrufsäule oder dem an der 112 NR. zu sagen das es ein Tauchunfall ist und nicht nur ein Ertrinkungsfall.

Wo kann ich es den mal Nachlesen was in den ganzen Rescue Kursen durchgenommen wird und was da Vorraussetzung ist zum Bleistift bei PADI??? Hat da mal einer einen Link oder auch zwei??


emefge LD
19.02.2009 16:26
@Telemar-king

Sorry, aber das ist Steinzeitdenke. Das haben inzwischen Gott sei dank auch ALLE Tauchausbildungsorganistionen eingesehen.
19.02.2009 16:39
explorer08, da Du Master Instructor bist, musst Du nach außen hin so antworten. Das kann ich voll verstehen und nehme es Dir auch nicht übel.

Denn ganz tief in Dir drin weißt Du nämlich selbst die ehrliche Antwort darauf, wieviele Tauchschüler Du noch hättest, wenn alle vor dem OWD oder vor dem 1-Stern erst den Rettungsschwimmer in Bronze machen müssten. Genau das steht jedoch dem Profitdenken aller Organisationen im Wege.
19.02.2009 16:39
@LogDive

Voraussetzungen für PADI Rescue Diver:

- Mindestalter 12 Jahre (unter 15 Jahre Junior Rescue Diver)
- erfolgreiche Teilnahme an einer anerkannten Ausbildung in EH und HLW innerhalb der letzten 2 Jahre
- PADI Advanced Open Water Diver oder äquivalent

Was den Stoff des Rescue Diver Kurses angeht, da musst Du mal schauen, dass Du einen PADI Instructor findest, der Dich in sein Instructor Manual schauen lässt. Das ist zu umfangreich um es hier zu posten und es ist auch im Internet nicht verfügbar.
Einen ganz groben Überblick findest Du http://www.padi.com/padi/gr/kd/rescuediver.aspx.
19.02.2009 16:56
@Telemar-king

Du hast völlig Recht was die Anzahl der Tauchschüler angeht, wenn der Rettungsschwimmer Voraussetzung fürs Tauchen wäre. Ich weiß da auch genau wovon wir reden. Ich war lange genug in der DLRG und in der Wasserwacht aktiv und habe von beiden mehr wie Bronze.

Aber ich sehe die Sache nicht nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Ich finde es einfach völlig in Ordnung, dass es heute massenhaft Leute gibt, die sich für die Unterwasserwelt interessieren, ohne die Sache deshalb mit dem gleichen Anspruch an sich selbst anzugehen, wie ich selbst es vor über 25 Jahren getan habe und wie es damals auch noch mehr oder weniger allgemein üblich war.
Ich sage es immer wieder: Wenn jemand seinen Spass daran hat in warmem, klarem Wasser auf 10 oder 20m Tiefe bunte Fische zu gucken und er darüber hinaus keinen weiteren Ehrgeiz entwickelt, dann ist das für mich völlig in Ordnung (völlig ohne den Hintergedanken an diesen Leuten auch zu verdienen). Für mich gehören diese Leute heutzutage genauso zu unserem Sport wie die Tekkies an anderen Ende der Fahnenstange. Und ich habe es gestern schon mal in einem anderen Thread geschrieben: Ohne diese Masse an "bunte-Fische-Guckern", die wir heute haben, wäre auch für die ambitionierteren unter uns maches was wir heute als selbstverständlich erachten nicht, oder nur zu deutlich höheren Kosten, möglich.
wernerstachAOWD/Nitrox
19.02.2009 18:40
So nun hab ich mal eine Frage? Hier machen sich viele Leute Sorgen bezüglich der Ersten Hilfe und wann und wieoft diese wiederholt werden soll. Ich weiß nun nicht wer von euch in welchem Beruf tätig ist?(oder auch nur zu Hause rumsitzt bzw. tauchen geht) Bei uns "Energie Versorgungsunternehmen im Norden" ist einmal jährlich ERSTE HILFE KURS (8 Stunden inklusive HLW) vorgeschrieben. Dies gilt nicht nur für die Kollegen im technischen Bereich sondern auch für die Kollegen und Kolleginnen aus den Büros. Für diese Maßnahme gibt es auch Vorschriften bezüglich der Berufsgenossenschaften.
So, ich hatte das Vergnügen im Januar. Wann habt ihr, die hier schreiben denn das letzte mal an einem Kurs teilgenommen? (und was ist euch lieber ein Rescue Diver der irgentwann mal den Kurs belegt hat, oder ein AOWD der jährlich einen Kurs macht?)
19.02.2009 20:39
2 Jahre.

Wiederhollung zwangsweise mind. alle 2 Jahre.

LD
19.02.2009 21:08
Bei mir: Juni 2008

Und alle 2 Jahre auffrischen ist gut und wichtig, es gibt ja auch gelegentlich mal Änderungen und Neues.
DerGeroellheimerCMAS***/Padi Res,EAN
19.02.2009 21:47
@explorer08

Mit deiner Aussage, dass Kursteilnehmern zu viel Detailwissen vermittelt wird und die Leute deshalb nicht helfen kann ich dir leider nicht ganz folgen.
Der "typische" Autofahrer macht einmal in seinem Leben einen 4-stündigen "Sofortmaßnahmen am Unfallort" Kurs, bei dem auch nur die Anwesenheit bestätigt wird.
Dass man da nach x Jahren keine Ahnung mehr hat ist wohl klar.

Ansonsten würde ich jedem (nicht nur Tauchern) einen regelmäßigen EH-Kurs / EH-Training empfehlen (wenn möglich inkl. Benutzung eines automatischen Defis). Daneben sollte für Taucher die Sauerstoffgabe auch bekannt sein.
Kölle AlaafPADI - DM,SSI-MD ...
19.02.2009 22:15
@ Queen:

mehrere Jahre beim Bund, dann Fremdenlegion, Afghanistaneinsatz und zwei Jahre im Außendienst bei der Steuerfahndung - erst dann sollte man den Leuten erlauben ihren ersten Schnuppertauchgang zu machen - alles andere ist doch unverantwortlich ... sorry, aber DIESES Mal stimme ich Dir nicht zu - Tauchen ist KEIN Kampfsport und auch ohne dass die Taucher Deine Anforderungen erfüllen, passiert relativ wenig. Natrlich ist jeder Unfall einer zu viel, aber auf andere Sportarten bezogen, ist tauchen doch sehr "sicher" - und in diesen Sportarten verlangt man auch nichts derart "überzogenes". Ansonsten "darf" Deutschland irgendwann mit keinem einzigen Sport mehr aktiv beginnen, weil die Voraussetzungen nicht da sind. Und nur Fernsehsport mit Bier und Chips ist schön blöd
19.02.2009 22:23
Allen, die für eine regelmäßige Auffrischung der EH-Ausbildung plädieren, kann ich nur zustimmen.

Was mich selbst angeht, so halte ich 3-4mal im Jahr EFR-Kurse ab, teils mit teils ohne AED. Außerdem bilde ich auch Emergency Oxygen Provider aus. Dies zwingt mich, mich immer wieder mit der Materie zu beschäftigen. Gleichzeitig nutze ich diese Kurse um auch selbst die Fertigkeiten, in Form der Demonstrationen, immer wieder zu praktizieren. Daneben halte ich mich über das Internet auf dem laufenden über Neuerungen und außerdem habe ich auch in Deutschland noch Freunde im Rettungsdienst, die mich informieren, wenn sich etwas wesentliches tut.

@Der Geroellheimer
Das Problem betrifft leider nicht nur den typischen Autofahrer mit seinem SM-Kurs, sondern genauso Leute, die eine komplette EH-Ausbildung absolviert haben, den leider sieht die Realität anders aus wie Deine Empfehlung, die ich voll und ganz unterstützte.

Eines muss ich allerdings auch mal sagen. Ich habe durchaus den Eindruck, dass unter Tauchern brauchbare EH-Kenntnisse weiter verbreitet sind als unter dem Rest der Bevölkerung.
Das sehe ich allerdings nicht als Grund zum ausruhen, sondern als Ansporn hieran weiter zu arbeiten.
19.02.2009 22:29
Was haltet ihr denn von folgender Kompromissformel:
Wer der Meinung ist (oder Arbeitgeber/BG etc. sind es), dass eine regelmäßige Wiederholung von Ersthelfermaßnahmen Bürgerpflicht oder betriebliche Vorgabe ist, der handelt nicht falsch durch diese regelmäßigen Kurse.

Bei TLs und Guides vor allem im Ausland sollte es eine berufliche Verpflichtung sein, mindestens alle 2 Jahre eine umfangreiche EH-Schulung (also deutlich mehr als bei EFR usw.) zu machen. Wer das nicht machen will, verliert seinen aktiven Status.
19.02.2009 22:59
@D-32

Mit Deinem ersten Punkt rennst Du bei mir offene Türen ein.

Deinen zweiten Punkt finde ich von der Idee her gut, nur habe ich einige Probleme hinsichtlich der Praktikabilität.
1. Kann dies ja sicherlich nicht nur für deutsche TLs und Guides gelten.
2. Wer soll das durchsetzen? Etwa die Verbände? Und wer will die dann dazu verpflichten?
3. Wenn ja, wer soll diese Schulungen dann durchführen? Die Verbände (und hier spreche ich jetzt ganz allgemein und vor allem auf internationaller Ebene), haben hierzu idR gar keine entsprechend qualifizierten Kräfte. Das höchste Level, was bei den meisten Verbänden existiert ist der EFR-Instructor-Trainer (oder wie immer das bei anderen Verbänden heißt).
Nun zwei Beispiele: Ich glaube z.B. von mir selbst, einem ganzen Teil der PADI-EFR-Instructor-Trainer in Punkto EH noch einiges vormachen zu können. Das gleiche nehme ich für mich in Anspruch in Bezug auf die Ausbilder der TSSF hier in der Türkei. Wer von denen soll mich also fortbilden? Das gleiche gilt natürlich auch für alle anderen Guides und TLs. Solange, die Verbände keine Ausbilder mit höheren Qualifikationen haben, können sie auch niemanden höherwertig ausbilden.
Also bleiben nur noch die Rettungsorgas. Das könnte vielleicht in Deutschland, Österreich oder der Schweiz funktionieren. Aber bleiben wir mal wieder bei meinem Fall. Ich lebe permanent in der Türkei. Hier ist das Rettungswesen völlig anders organisiert als in Deutschland. Und was glaubst Du wohl, was ich beim Roten Halbmond noch dazu lernen könnte? Oder was glaubst Du, wie das in Thailand, in Ägypten oder, oder, oder... aussieht?

Sorry, aber so gut die Idee auch gemeint ist. Das ist einfach nicht umsetzbar.
19.02.2009 23:17
@ explorer08

Zu Punkt 2: In Ägypten gibt es bereits in diese Richtung ziemlich klare Denkansätze. Die Leute von der CDWS haben mächtig Elan und wollen jahrelange Versäumnisse nachholen.

Zu Punkt 3: Mit dem Argument habe ich gerechnet! Gut, das klappt nicht, wenn auf einer Miniinsel im Pazifik ein Tauchlehrer und zwei Guides hocken. Aber in vielen Gegenden gibt es reichlich Tauchbasen und Safarischiffe. Dann tut man sich zusammen in der Zeit, wo wenig los ist, zahlt entsprechend qualifizierten, sporttauchenden Ausbildern z. B. aus DE Flug, Hotel und ein Kurshonorar. Der bringt sein Zeug samt Annie mit, macht je zwei Tage ganztägig mit dem Basenstaff die Fortbildung, und wenn er in einer Region fertig ist, laden ihn reihum die Basen zum Tauchen ein. Ich wüsste ad hoc ohne Nachdenken drei Leute, die so etwas gern und zeitlich flexibel machen würden.

Es ist umsetzbar, man muss es nur wollen! Abgesehen davon, siehe die aktuellen Sicherheitsdiskussionen, können die Basen, die solch weiterqualifiziertes Personal haben, auch bestens damit werben.
GoRalledarf tauchen
20.02.2009 08:12
Guten Morgen,

ich glaube wir sind uns hier alle einig darüber das mehr getan werden muß. leider haben wir es nicht in der hand die sache im gesamten zu ändern.
ich denke mir aber das genau diese hier geführte dikusion den mitlesern einen denkanstoß gibt, mehr für seine und die sicherheit der anderen zu unternehmen.

@explorer08

du machst kurse mit AED. habt ihr ein solches teil bei euch auf der basis ?
Und was ist ein "Emergency Oxygen Provider" also da würden mich mal die ausbildungsunterlagen interessieren.
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