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Drohnen ganz allgemein

Geändert von Karsten320787,
02.08.2019 22:14

Ich trage mich mit dem Gedanken, mir eine Drohne zuzulegen. Dabei interessiert mich weniger die Technik. Ich glaube die Mavic-Moldell sind momentan nicht schlagbar. Vielmehr interessiert mich was und wo man in der Praxis mit einer Drohne für sein Tauchvideo machen kann.

Ich habe schon tolle Beispiele gesehen, beginnend mit Luftaufnahmen der Tauchbasis, des Hotels, der Region, des Safaribootes, wo man sich eben gerade befindet, bis hin zu Luftaufnahmen von Mantas, Delfinen, etc. kanpp unter der Wasseroberfläche, wozu natürlich auch ein ganzes Stück Glück gehört.

Mir geht es auch um Erfahrungen, wie es um die offizielle Rechtslage und die gängige Praxis in diversen Tauchregionen wie Ägypten, Malediven, Indonesioen, Karibik, usw. bestellt ist. Z.B. ist wohl in Ägypten die Einfuhr von Drohnen verboten, aber so mancher nimmt im aufgegebenen Gepäck trotzdem eine mit, und benutzt sie dann, wenn kein Militär in der Nähe ist (was ja dort gar nicht so einfach sicherzustellen ist).

Wie reagieren Boosbesatzungen oder Tauchbasen auf den Einsatz von Drohnen?

Lohnt sich die Investition und auch das Risiko, sie in ein Land mitzunehmen und dort einzusetzen, wo es gesetzlche Bestimmungen gibt, die das reglementieren (so wie in Deutschland ja auch)?

Würde mich freuen, wenn jemand seine Erfahrunegn dazu teilen kann.

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diggydoedePADI AOWD
02.08.2019 22:19Geändert von diggydoede,
02.08.2019 22:20
Musste jetzt schon zweimal bei Ankunft in Ägypten die Tauchtasche wg. Kamerausrüstung ("Drohne?") auspacken. Würde ich also nach Ägypten vermeiden eine Drohne ohne Genehmigung mitzunehmen.

02.08.2019 22:24
Ja verstehe, mir war es auch "zu heiß".
TechnomancerPlastikkärtchen
03.08.2019 02:50
Falsches Forum, die Anwendungszwecke hast du ja schon geschildert roll

Die rechtlichen Dinge wird man dir in einem Drohnen-Forum sehr viel eher mitteilen können.

Kurz: In DE schon heikel, im Ausland unfassbar verwirrend verschieden. Ich hab mich nur einen Tag eingelesen, das war vor 2 Jahren, und eine Drohne dann wieder verworfen.
nandersenIANTD CCR
03.08.2019 04:43Geändert von nandersen,
03.08.2019 04:49
Ist zwar völlig off-topic-tauchen, ich gebe aber dnenoch mal meine Erfahrungen dazu her- vielleicht fragen sich andere Taucher dies ja auch öfter...

Egypt orientiert sich derzeit am ECOWAS council was die Zulassung von UAS angeht. Hierbei benötigst Du zweierlei Zertifizierung. Erstens muß das Gerät mit Seriennummer bei der CAA registriert werden und bekommt einen Aufkleber mit dem lokalen 'Kennzeichen'. Gewöhnlich dauert dies 1-2 Wochen, wenn Du die richtigen Stellen kennst kannst Du das aber ggf. am selben Tag erledigen. Zweitens brauchst du die persönliche Lizenz, um diese zu erlangen hängt es vom Zweck des Fliegens ab.

Es gibt zwar eine recreational license, wenn Du diese aber nicht schon außerhalb Ägyptens erlangt hast vermute ich Du wirst sie dort nicht bekommen. Gewerbliches Fliegen ist generell möglich, dies erfordert (nach aktuellem EcoWas Regelwerk) entweder eine PPL-H Lizenz oder Begrenzung auf 30m Höhe und eine angemeldete Firma.

Für alle Flüge innerhalb Ortsgrenzen ist generell eine takeoff-permit über einen eingereichten Flightplan zu erlangen. So wie Du es beschreibst würdest Du mit der Mavic ohnehin auf 2 Probleme stoßen:

1. Liegen die Flughäfen zu nah an der Küste und sind im Vektor an der Küste ausgerichtet, deren Radius (12nm bis flightlevel 2) überschneidet sich knapp mit den Hafenanlagen. Dh. legal dort zu fliegen wird schwer- einen Flugplan würde man ggf. nicht genehmigt bekommen. Bedenke: schon unter lvl1 fängt der überwachte Luftraum an!

2. Im aufgegebenen Gepäck kannst Du keine Drone transportieren, da die Akkus (bspw. bei der Mavic) die Energiegrenzen der IATA deutlich überschreiten. Ich habe für solche Zwecke eine zertifizierte Zarges Kiste- aber auch diese darf lediglich 'Air Cargo', nicht im Passagierflieger reisen. Zudem müssen die Zellen entladen sein und dies ist ebenso schriftlich anzuzeigen.

Wenn Du nie eine Lizenz gemacht hast, oder nur-mal-so eine Chinadrone steuerst, laß Dir gesagt sein: Es ist nicht so einfach wie Du glaubst. Viele Hindernisse lassen die Elektronik schnell an die Grenzen stoßen (bspw. Akkulaufzeit-vorhersage bei DJI bei Rückenwind, Staub und Rotorlager etc.) und erfordern mitunter einen zweiten oder dritten Piloten bei langen Flügen. Auch die völlig autarken UAS (bspw. fixed wings Metreor etc.) dürfen oftmals nur semi-autark oder LOS unterwegs sein. Kleine Hobbydronen wie die Mavic (die allerdings echt cool ist- habe ebenfalls eine) sind nicht ausfallsicher! Blockiert ein Rotor (was recht häufig vorkommt, bspw. nach Vogelschlag) fallen diese wie ein Stein herunter. Dies führt immer zu Problemen. Abgesehen von der Umweltbelastung ist das Verletzungspotential enorm und so auch die Brandgefahr. Stürzt Du über einem Wohnhaus ab und das Gerät zerlgt sich auf den Dachschindeln eines Hauses kann es recht schnell zum Brand eines Dachstuhls führen.

Mittlerweile gibt es nicht-entzündliche Akkus, Octosysteme die auch einen Rotorausfall tolerieren und oft für Nutzlast >2kg zugelassen sind.

Ich sage all dies um anzuregen sich vorher Gedanken über die Gefahren zu machen- auch einen Operator-Course kann ich sehr empfehlen, den bieten IATA zertifiziert viele Flugschulen ab ca. 3000Eur für die Theorie an.
03.08.2019 08:46
Ich besitze ein Mavic Air, den ich bislang zu einigen Tauchurlauben mitgenommen habe. In Ägypten war ich damit noch nicht und würde es wegen der Rechtslage auch eher sein lassen. Der erste Tauchurlaub mit dem Mavic Air war auf Madeira. Da Madeira eine recht kleine Insel ist, nimmt der Sicherheitsbereich des Flughafens einen nicht kleinen Teil der Insel ein. Leider lag in diesem Bereich auch unsere Tauchbasis, so dass ich an der örtlichen Küste nicht fliegen konnte. Der Rest der Insel ist bedeckt mit Nationalparks. Hierfür benötigt man Sondererlaubnisse von verschiedenen Behörden. Das ganze war furchtbar kompliziert, aber ich hab es tatsächlich geschafft diese zu erhalten. Am Ende bin ich jedoch kaum geflogen weil es die Verhältnisse nicht wirklich zugelassen haben sicher zu fliegen.

Der zweite Trip war nach Indonesien. Dort sind die Regeln noch sehr relaxed. Ich bin dort mehrere Male von der Tauchbasis und auch einmal vom Tauchboot geflogen.

Kürzlich war ich auch auf Lanzarote. Dort ist Drone fliegen wegen des sehr zentral liegenden Flughafens und anderer Gründe im Prinzip ausgeschlossen. Deshalb blieb die Drone zuhause.

Alles in allem würde ich mir wahrscheinlich nicht wieder eine Drohne kaufen, und sie vielleicht nur mieten. Dann hätte ich auch immer die neueste Ausstattung. Ich habe schon überlegt meine Drohne zu verkaufen, aber meine Freundin ist dagegen.
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