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DIN-Gewinde nachschneiden?

Hallo zusammen,

was haltet Ihr davon die Gewindegänge bei einem DIN-Ventil nachzuschneiden? Hauptsächlich um Ablagerungen zu entfernen? Ich bräuchte einen G5/8 Gewindeschneider dazu, richtig? Und weiß jemand wo man einen solchen online am besten bestellen kann? Bei CONRAD gibt es diese Größe leider nicht.

Danke schon mal für eure Hilfe und Grüße von den Seychellen

Steffen

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FullcaveGUE Cave 2, IANTD Technical Cave, IANTD Full Trimix OC
20.03.2017 09:34
"Hauptsächlich um Ablagerungen zu entfernen? "Wie wäre es denn, mit einem Imbuss das Gewinde abzuschrauben und in Essigessenz mit ner Zahnbürste die Ablagerungen zu entfernen? Wegen Ablagerungen schneidet man doch kein Gewinde nach......
nandersenIANTD CCR
20.03.2017 09:44

Stimme mit fullcave überein. Den Gewindegang nachträglich zu schwächen kann nicht zielführend sein.

Davon abgesehen kann es Dir passieren, daß Dein nachgeschnittenes Gewinde beim Schneiden exzentrisch läuft- vergiss nicht, daß die Verriegelung bei Druckbeaufschlagung durch die Gesamtreibung an den Gewindeflächen entsteht, werden diese durchs Nachschneiden uneben fehlt ggf. Fläche.

Vergleicht man die Risiken "Bekomme 1ste Stufe nicht eingeschraubt- ausgefallener Tauchgang" mit dem Risiko "Gewindebruch- Verlust des Tauchgases und Buddypanik" sollte die Entscheidung feststehen.

ramklovApnoeTL, TL**
20.03.2017 10:02

Da gibt es tatsächlich zwei Möglichkeiten:

(1) Ventil abschrauben, zerlegen, ins Ultraschallbad mit Metallreiniger

(2) Gewindebohrer mit Gefühl ansetzen und Dreck (und Knaufen im Gewinde) rausschneiden. Mit ewas Gefühl sollte man das Metall nicht beschädigen.

Nach meiner Meinung geht ja beides, aber wenn das Gewinde schon so eingebacken ist, dass kein Regler mehr draufpasst, dann sind die Spindeln bestimmt auch eingebacken, so dass Version (1) schon wegen der Gängigkeit des Handrades angesagt sein dürfte.

gruß ramklov

20.03.2017 12:40

Wie wäre es denn, mit einem Imbuss das Gewinde abzuschrauben...

@Fullcave, es ist vom Ventil die Rede, da kann man das Gewinde eher nicht mit einem Imbus abschrauben....

20.03.2017 13:08

Wo ist denn diese Zitatfunktion?

FullcaveGUE Cave 2, IANTD Technical Cave, IANTD Full Trimix OC
20.03.2017 13:52
@Schokoladenhai: Jau, Imbuss is natürlich Quatsch mit Soße. Ich meinte so nen großen Schlüssel mit glatten Backen. Ventilausdreher geht ja wohl wegen der Ablagerungen nicht (oder doch?). Würde aber trotzdem erstmal versuchen, die Ablagerungen zu entfernen. Egal wie...
StoneXNormoxic Trimix
20.03.2017 14:03

@Troll
Unter Formate -> Absatzformate -> Zitat

Ganz benutzerfreundlich im T-Net Style big

20.03.2017 14:41

Ich meinte so nen großen Schlüssel mit glatten Backen

Ach, Gabelschlüssel oder Maulschlüssel genannt

Ich würde das Ventil dort lassen wo es ist, nämlich an der Flasche, und "nachschneiden" oder "nachputzen", wie immer das man nennen will. Dann etwas abströmen ums auszublasen, fertig. 

arureusCMAS-TL**, Nitrox**, 2400 TG
20.03.2017 15:06

Ablagerungen im Zitronensäure-Bad, ggfls. im Ultraschall, beseitgen. Essig oder Essigessenz funktioniert zwar sehr gut und ist meist einfach zu kriegen, greift aber in kürzester Zeit Metalle (insbesondere Messing) stark an, innerhalb von Minuten.

Zitronensäure kriegt man als Granulat/Pulver im INet für sehr kleines Geld. Dieses greift die bei Tauchequipment verwendeten Metalle nicht an.

Gewinde nur vorsichtig nachschneiden, wenn die Gewindegänge wirklich beschädigt sind. Oxidationsspuren ggfls. mit Messingbürste entfernen. Wichtig ist auch bei tatsächlich beschädigten Gewinden zu ergründen, warum die beschädigt sind! Evtl. Füllanschlüsse vom Kompressor überprüfen (!) oder die eigenen Leihautomaten.

Grüße arureus

Gelbe MaskeAbz. "Für gutes Wissen" (Gold)
20.03.2017 19:35
Imbuss? Imbus? Oder doch Inbus? Wie wärs erstmal mit einer Ultraschallzahnbürste...Ultraschallbad gibts übrigens bei Conrad.Basteltipp, erstmal passende griße Schraube mehrmals rein/rauswürgen, das beseitigt oft Probleme mit Gewinden.
21.03.2017 06:20

Hier werden mal wieder Tipps gegeben, dass sich die Nackenhaare sträuben. Ein Ventil besteht aus Messing, welches verchromt ist. Wenn ich da mit einem Gewindebohrer ran gehe, beschädige ich garantiert die Chromschicht. Selbst bei einem einwandfreien Gewinde beschädige ich die Chromschicht. Danach haben wir freigelegtes Messing, das oxidiert sehr gerne (darum ist es ja verchromt) und ist für neue Ablagerungen noch empfänglicher.

Wenn es nur um Ablagerungen geht, dann demontiere das Ventil und gebe es ins US Bad. Nicht in ein Billig-Optiker-Bad, sondern in ein beheizbares Bad mit ordentlich Leistung z.B. http://www.conrad.ch/ce/de/product/826358?insert=UP&WT.mc_id=ade_3_shopping_b2c_826358&WT.srch=1&gclid=CLHDksjr5tICFUkQ0woduOwNSg ; wobei dieses mit 1.2 lt reichlich klein bemessen ist. Wichtig: stelle exakt 50 Grad ein, bei höheren Temperaturen bricht gerne die Chromschicht weg, habe so schon einen Automaten geschrottet. Als Beigabe nehme ich, wenn es um Kalkablagerungen geht, jeweils einen gewöhnlichen Entkalker, das ist besser als all die sündhaft teuren Superduperreiniger. Für die Entfettung nehme ich Spüli, da gilt das selbe.

Wenn das nicht hilft, ist dein Gewinde mechanisch beschädigt. Dann musst du selber entscheiden, ob du mit einem Gewindebohrer das Gewinde wieder gängig machen willst, dabei aber das Gewinde auf eine andere Art schädigst.

arureusCMAS-TL**, Nitrox**, 2400 TG
21.03.2017 11:23

Hi Steffen,

niemals würde ich einem Schweizer wiedersprechen! Denn wäre ich schlauer als er, wäre ich kein Deutscher sondern auch ein Schweizer!

Nein vergiss die Tipps von Hobbyschraubern, die in Ländern mit guter Ersatzteilversorgung sitzen und ihr eigenes Equipment kaputtdilletieren. Ich habe selbst 20 Jahre lang die Regler einer Tauchbasis in Griechenland gewartet (und die Ersatzteilbestellungen gemacht) und weiß, was es heißt, fern einer funktionierenden Ersatzteilversorgung und mit einfachen Mitteln zu arbeiten.

Die Chromabnutzung im Ventilanschluss ist bei häufig genutzten Flaschen auf einer Tauchbasis normal. Ebenso gibt es diese Abnutzung innerhalb der Ventile und innerhalb der ersten Stufen bei kolbengesteuerten Reglern. Genau aus diesem Grund solltest Du keinen Essig oder Essigessenz verwenden. Das greift das Messing sofort an. Zitronensäure kannst Du in der Apotheke vor Ort evtl. erhalten als Vitamin-C-Pulver oder der Entkalker für Kaffeemaschinen (Kupferleitungen und Messing inside) sind auch aus Zitronensäure!

Ich unterstreiche nochmal meinen Hinweis auf die Ursachenforschung bei beschädigten Gewinden! Die Füllmanschaft geht bei ihrem leicht langweiligen Job gerne unsanft mit den Füllschläuchen um - zumindest aus meiner Erfahrung. Die Gewinde der Füllschlüche liegen ja außen, einmal auf den Boden oder aufs Ventil geknallt nehmen die schnell Schaden. Selbstverständlich kann eine Beschädigung auch von einem Regeler eines Gastes mit eigenem Equipment kommen, ist aber eher selten.

Grüße vom Rhein auf die Sechellen!

22.03.2017 22:46

Lade doch mal ein Bild hoch.Damit ist es besser einschätzbar welche möglichkeiten es gibt diese zu reinigen.Nachschneiden wäre das allerletzte mittel.

22.03.2017 22:51

Conrad ist im übrigen überteuert genauso wie Amazon.

23.03.2017 08:03

http://www.gewindebohrer.de/shop/catalog/product_info.php/info/p992_BAER-HSSG-Handgewindebohrer-2-tlg--Satz-G--BSP--5-8-x-14.html ; Wenn das US Bad nicht hilft und es dann doch der Gewindebohrer sein soll. Habe gute Erfahrungen mit Baer gemacht.

Arureus, wenn du natürlich 20 Jahre in Griechenland mit einfachen Mitteln gearbeitet hast, dann kennst du kein Ultraschallbad. Eine Automatenrevision ohne dasselbige ist dann das Paradebeispiel einer schlampigen Revision in einer Hinterhofwerkstatt. Jeder Hersteller schreibt die Reinigung im US Bad vor, nicht nur in Zitronensäure ohne Ultraschall.

Ich schätze mal, dass man auf den Seychellen eher ein US Bad findet als einen G5/8 Gewindebohrer. Und wenn Steffen schon ein neues Produkt kaufen will, dann besser ein US Bad als einen G5/8 Gewindebohrer. Das bezieht sich nicht nur auf das hier beschriebene Problem, sondern auf zukünftige Arbeiten im Allgemeinen.

23.03.2017 08:41

Hallo ecocenter,

wenn es dir um das Reinigen von Ablagerungen geht: nimm doch einfach eine kleine runde Drahrbürste für die Bohrmaschine ... rein ins Gewinde, ein paar Umdrehungen mit der Bohrmaschine oder mit dem Dreml - fertig. Wichtig dabei: die Bürste darf nicht zu hart sein, sonst ist das Chrom beschädigt. Ich nehme Bürsten von Proxxon für einen Dremel.

Da wird kein Chrom zerstört, und die Dichtfläche, wo der O-Ring aufliegt ist auch noch sauber

Thema Gewindeschneider: in der Tat neigt der dazu die Chromschicht zu zerstören, er schafft vielleicht die Ablagerungen nicht komplett zu entfernen, da ein Gewindeschneider (auch ein 3 stufiger Fertigschneider) nicht auf den letzten Gang zur Dichtfläche kommt (Prinzipbedingt) und diesen reinigen könnte.

Schiefes Ansetzen ist bei einem vorhandenen Gewinde fast nicht möglich, ausser es ist total kaputtoxidiert (dann geht aber auch kein Atemregler mehr hinein ...)

Ultraschall: ist wohl die sauberste Methodik, hat aber (auch ein gutes U-Bad) oft nicht genug "Kraft" Oxidationen zu entfernen. Hat auch eine komplettRevision von Ventil und Flasche (Thema Feuchtigkeit) zur Folge.

Von Säurebädern rate ich dringend ab ! das zerstört mehr, als es hilft. (Dichtungen, Teflonscheiben, Federn, Schrauben, Chrom - alles im Eimer danach ...

H2CO3

arureusCMAS-TL**, Nitrox**, 2400 TG
23.03.2017 09:53

Moin big

@Agro: Guter Return! Nee echt! Aber selbst in unserer "Unter-den-Olivenbäumen-Werkstatt" hatten wir zumindest irgendwann ein US-Bad. Allerdings nicht einstellbar auf 50 Grad, wir haben - als Stümper - einfach warmes Wasser ausm Wasserkochen genommen.

@H2CO3: Naja.....bei einer Revision der Ventile nit Abschrauben und Reinigen im Ultrschallbad dürfte man voraussetzen das selbige komplett zerlegt werden und vor dem US-Bad Schmiermittel soweit möglich entfernt, was man auf einer guten Tauchbasis eh jährlich macht.  Wenn man das extra ansprechen muss, sollter der "Techniker" dann besser wirklich die Finger von den Sachen lassen.

In diesem Sinne fröhliches Schrauben

23.03.2017 10:22Geändert von Agro,
23.03.2017 10:24

Warmes Wasser aus dem Kocher ist durchaus praktikabel, da spricht nichts dagegen. Wobei die heutigen US Bäder ab ca. 1.5 lt eh meist eine Heizung drin haben. Vorteil: konstante, kontrollierte Temperatur und viel einfacheres Handling.

In einem guten US Bad (genug Power, bezeizt) geht JEDE, aber wirklich JEDE Oxidation weg. Auch jede Kalkablagerung. Bei grosser Schichtdicke muss die Dauer von 10min auf z.B. 30 min erhöht werden, dann fliegt alles weg. Bei meinem Imag US Bad darf ich nicht heisser als 50 Grad fahren, sonst wird die Chromschicht zerstört. Habe mal so eine erste Stufe geschrottet, weil ich 60 Grad (nur 60!) eingestellt hatte.

Nicht so bei dicken Fettschichten, die überleben oft auch 1 Std. im US Bad, trotz kräftigem Reinigungsmittel. Habe mal den Test gemacht: ein Blech mit Silikon beschmiert und ins US Bad. Auch nach 1 Std. war noch viel Fett übrig. Also immer zuerst mechnisch reinigen. Ich spüle erste Stufen und Ventile jeweils mit Verdünner und blase sie kräftig aus. Dann erst ins US Bad. So ist jeder Kanal sicher fettfrei.

Der Gewindeschneider erreicht jeden mm des Gewindes, da es nicht bis an die Dichtfläche geht. Die letzten mm sind gewindefrei, weil das Handrad des Automaten nicht bis an die Dichtfläche geht. Man muss im Gegenteil aufpassen, dass man das Gewinde nicht tiefer schneidet, als es schon ist. Dabei könnte der Gewindebohrer bis auf die Dichtfläche kommen und diese zerkratzen.

MühliTauchausbildung nach ISO 24801
24.03.2017 17:42Geändert von Mühli,
24.03.2017 17:43

Ich empfehle für so eine "gründliche" Reinigung eine Gewindefeile. Ist universell für viele Gewinde geeignet und man kann wirklich ein Gewinde reparieren ohne es gleich über die ganze Länge nachzuschneiden. Außengewinde gehen deutlich leichter damit nachzuarbeiten. Innengewinde lassen sich eher reinigen als echt gut damit nachschneiden. Die Toleranzlage ist immer so ein Thema, einfach so mit dem Gewindebohrer reinfahren...da kann man schon Überraschungen erleben.

Gruß

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