Dekompressionstheorie: Wissen oder Kaffeesatzleserei?
Mit schöner Regelmäßigkeit taucht hier – in einem Taucherforum ja auch nicht weiter verwunderlich – das Thema Dekompressionstheorie auf. Dabei werden die unterschiedlichen Theorien und Modelle von ihren jeweiligen Anhängern häufig religionsgleich behandelt und auch dementsprechend verteidigt.
Ich dagegen habe bereits wiederholt meine Skepsis gegenüber allen Dekompressionstheorien und –modellen zum Ausdruck gebracht. Diese Skepsis begründet sich darin, dass mE über die physiologischen Vorgänge bezüglich der Dekompression nur wenige Eckpunkte bekannt sind, während die Details der Vorgänge noch weitestgehend im Dunkeln liegen. Denn wären sämtliche Details bekannt, dann müsste man sich ja nicht mehr mit Theorien und Modellen begnügen, sondern man könnte die Vorgänge exakt beschreiben und berechnen.
Wie sehr die unterschiedlichen Theorien und Modelle im Ergebnis voneinander abweichen möchte ich an einem ganz einfachen Beispiel aufzeigen.
Dazu berechne ich zwei Tauchgänge mit unterschiedlichen Tabellen:
1.TG 24m/20min – Oberflächenpause 1h – 2.TG 20m/30min
Nun die Ergebnisse:
1. Deco 2000 1.TG NZ-TG 2.TG außerhalb der Tabellenmöglichkeiten
2. DCIEM 1.TG NZ-TG 2.TG Deko 10min auf 3m
3. MN90 1.TG NZ-TG 2.TG Deko 9min auf 3m
4. NAUI 1.TG NZ-TG 2.TG Deko 8min auf 5m
5. PADI RDP 1.TG NZ-TG 2.TG NZ-TG empf. Sicherheitsst. 3min auf 5m
6. US Navy 1.TG NZ-TG 2.TG NZ-TG
Und nur noch als Anekdote am Rande:
Bühlman/Hahn Anno dunnemals 1.TG NZ-TG 2.TG NZ-TG
Bleiben wir bei den aktuell im Umlauf befindlichen Tabellen.
Mit einer Tabelle, die in ihrer letzten möglichen Stufe für einen 20m TG immerhin schon eine Deko von 17min auf 3m aufweist, ist diese Tauchgangsabfolge bereits nicht mehr berechenbar. Für zwei andere Tabellen dagegen ist selbst der zweite TG noch immer ein Nullzeittauchgang.
Alle sechs benutzten Tabellen sind weltweit, täglich tausendfach im Einsatz (oder aber zumindest Computer, die auf diesen Tabellen basieren). Dabei ist die Anzahl von Dekompressionsunfällen weltweit, im Verhältnis zu der Anzahl durchgeführter Tauchgänge, verschwindend gering und unabhängig von der Art der verwendeten Tabelle.
Obwohl die Hersteller aller Tauchtabellen ausdrücklich darauf hinweisen, dass ein Überschreiten der Grenzen ihrer Tabelle ein hohes Risiko für eine Dekompressionserkrankung birgt, bleibt mir nach allem nur die Schlussfolgerung, dass selbst die Nichteinhaltung eines Dekostops von mehr als 17min mit höchster Wahrscheinlichkeit KEINE Auswirkungen haben wird.
Gleichzeitig wirft dies bei mir die weitere Frage auf, was Dekostops von 1, 2, 3 oder 5 min überhaupt für einen Sinn machen?
Die Kernfrage, auf die ich eine schlüssige Antwort suche lautet aber: Warum kann ich einen Tauchgang bzw. eine Tauchgangsserie mit so vielen verschiedenen Tabellen oder auch Computern kalkulieren, dabei zu so vielen unterschiedlichen Ergebnissen kommen, wie ich Tabellen bzw. Computer verwende und ich trotzdem meinen Tauchgang bzw. meine Serie mit hoher Sicherheit durchführen, egal an welche Tabelle bzw. an welchen Computer ich mich halte?
Bitte jetzt keine Ausführungen zu der Entwicklung von Tauchtabellen. Wie Tauchtabellen entwickelt werden weiß ich. Ich weiß auch, dass Entwickler A mit diesem und jenem Kompartiment arbeitet und Entwickler B mit anderen. Das interessiert mich aber überhaupt nicht.
Mich interessiert lediglich die Frage, wieso ich trotz derart unterschiedlicher Ergebnisse, mit allen aufgeführten Tabellen sicher tauchen kann?
Wenn diese Frage niemand schlüssig beantworten kann, dann bin ich auch nicht traurig. Es bestätigt dann lediglich meine Auffassung, dass niemand die genauen Details kennt und deshalb alle Tabellen (und auch Computerprogramme) lediglich auf (relativ gut funktionierenden) Vermutungen basieren.
Ich dagegen habe bereits wiederholt meine Skepsis gegenüber allen Dekompressionstheorien und –modellen zum Ausdruck gebracht. Diese Skepsis begründet sich darin, dass mE über die physiologischen Vorgänge bezüglich der Dekompression nur wenige Eckpunkte bekannt sind, während die Details der Vorgänge noch weitestgehend im Dunkeln liegen. Denn wären sämtliche Details bekannt, dann müsste man sich ja nicht mehr mit Theorien und Modellen begnügen, sondern man könnte die Vorgänge exakt beschreiben und berechnen.
Wie sehr die unterschiedlichen Theorien und Modelle im Ergebnis voneinander abweichen möchte ich an einem ganz einfachen Beispiel aufzeigen.
Dazu berechne ich zwei Tauchgänge mit unterschiedlichen Tabellen:
1.TG 24m/20min – Oberflächenpause 1h – 2.TG 20m/30min
Nun die Ergebnisse:
1. Deco 2000 1.TG NZ-TG 2.TG außerhalb der Tabellenmöglichkeiten
2. DCIEM 1.TG NZ-TG 2.TG Deko 10min auf 3m
3. MN90 1.TG NZ-TG 2.TG Deko 9min auf 3m
4. NAUI 1.TG NZ-TG 2.TG Deko 8min auf 5m
5. PADI RDP 1.TG NZ-TG 2.TG NZ-TG empf. Sicherheitsst. 3min auf 5m
6. US Navy 1.TG NZ-TG 2.TG NZ-TG
Und nur noch als Anekdote am Rande:
Bühlman/Hahn Anno dunnemals 1.TG NZ-TG 2.TG NZ-TG
Bleiben wir bei den aktuell im Umlauf befindlichen Tabellen.
Mit einer Tabelle, die in ihrer letzten möglichen Stufe für einen 20m TG immerhin schon eine Deko von 17min auf 3m aufweist, ist diese Tauchgangsabfolge bereits nicht mehr berechenbar. Für zwei andere Tabellen dagegen ist selbst der zweite TG noch immer ein Nullzeittauchgang.
Alle sechs benutzten Tabellen sind weltweit, täglich tausendfach im Einsatz (oder aber zumindest Computer, die auf diesen Tabellen basieren). Dabei ist die Anzahl von Dekompressionsunfällen weltweit, im Verhältnis zu der Anzahl durchgeführter Tauchgänge, verschwindend gering und unabhängig von der Art der verwendeten Tabelle.
Obwohl die Hersteller aller Tauchtabellen ausdrücklich darauf hinweisen, dass ein Überschreiten der Grenzen ihrer Tabelle ein hohes Risiko für eine Dekompressionserkrankung birgt, bleibt mir nach allem nur die Schlussfolgerung, dass selbst die Nichteinhaltung eines Dekostops von mehr als 17min mit höchster Wahrscheinlichkeit KEINE Auswirkungen haben wird.
Gleichzeitig wirft dies bei mir die weitere Frage auf, was Dekostops von 1, 2, 3 oder 5 min überhaupt für einen Sinn machen?
Die Kernfrage, auf die ich eine schlüssige Antwort suche lautet aber: Warum kann ich einen Tauchgang bzw. eine Tauchgangsserie mit so vielen verschiedenen Tabellen oder auch Computern kalkulieren, dabei zu so vielen unterschiedlichen Ergebnissen kommen, wie ich Tabellen bzw. Computer verwende und ich trotzdem meinen Tauchgang bzw. meine Serie mit hoher Sicherheit durchführen, egal an welche Tabelle bzw. an welchen Computer ich mich halte?
Bitte jetzt keine Ausführungen zu der Entwicklung von Tauchtabellen. Wie Tauchtabellen entwickelt werden weiß ich. Ich weiß auch, dass Entwickler A mit diesem und jenem Kompartiment arbeitet und Entwickler B mit anderen. Das interessiert mich aber überhaupt nicht.
Mich interessiert lediglich die Frage, wieso ich trotz derart unterschiedlicher Ergebnisse, mit allen aufgeführten Tabellen sicher tauchen kann?
Wenn diese Frage niemand schlüssig beantworten kann, dann bin ich auch nicht traurig. Es bestätigt dann lediglich meine Auffassung, dass niemand die genauen Details kennt und deshalb alle Tabellen (und auch Computerprogramme) lediglich auf (relativ gut funktionierenden) Vermutungen basieren.



