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Bomber im Maria Laacher See

Hallo Gemeinde! Beim Googeln stoße ich immer wieder auf den Hinweis, daß die DLRG eine Tauchgenehmigung im o.g. Gewässer hatte. Die haben die sicher auch genutzt! Kann mir jemand weitere Infos zu dem Flugzeugwrack geben? Was tut sich da von behördlicher Seite? (Zeitungsberichte sind von März/April) Gibt`s vielleicht sogar UW-Fotos? Schöne Grüße, Andreas

Geo Tags: Deutschland, Rheinland Pfalz, Laacher See, Andernach
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04.09.2007 14:45
Englisches Flugzeugwrack im Laacher See
- Stellungnahme der Abtei Maria Laach -

Bezüglich des im Jahre 1942 in den See abgestürzten Kampfflugzeugs gibt die Abtei folgende Erklärung ab:

Nach vermehrten Anträgen für Tauchgenehmigung im Laacher See bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Koblenz, erteilt diese seit dem 24. November 2006 keine Tauchgenehmigungen mehr, da, nach Aussage der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Kampfmittelräumdienst, Trier, eine Gefährdung durch höchstwahrscheinlich noch im Flugzeug befindliche Bomben mit Langzeitzündern besteht.

Die zuständige Ordnungsbehörde, die Verbandsgemeinde Brohltal, Niederzissen, hat am 30. März 2007 Tauchen, Bootsverkehr, Schwimmen sowie Hobbyangeln im gefährdeten Bezirk untersagt. Lediglich für die Berufsfischerei wurde am 13. April 2007 eine Fischereierlaubnis erteilt.

Die Abtei ist in enger Zusammenarbeit mit den Behörden auch im Interesse der Besucher und aller Interessierten um eine baldige Lösung der Angelegenheit bemüht.

Die Nutzung des Rundwanderweges ist weiterhin ohne Gefahr möglich.
Ebenso ist das Baden und Segeln auf der nördlichen Seehälfte im markierten Bereich ohne Gefahr möglich.

Maria Laach, 27. April 2007

Alles klar
04.09.2007 14:48
Flug­zeug wurde im Zweiten Welt­krieg abge­schos­sen

Gefahr am Grund des Laacher Sees

Maria Laach - Rhein­land-Pfäl­zer lieben den Laacher See und das angren­zende Erho­lungs­gebiet - zum Spa­zie­ren­gehen, zum Campen, zum Schwim­men oder Boot­fah­ren. Doch was wenige wissen: Bis heute kündet ein Stahl­koloss am Grunde des Sees vom schreck­lichs­ten Krieg, den Europa je erlebt hat.
regio3.jpg

So hat das Kriegs­flug­zeug der bri­tischen Luft­waffe wahr­schein­lich aus­gese­hen. Den Abschuss der Maschine im August 1942 über­leb­ten wohl nur drei der sieben Mann starken Besat­zung. Jetzt soll das Wrack mög­licher­weise gebor­gen wer­den.

Im Laacher See, in rund 50 Meter Tiefe, liegt das Wrack eines bri­tischen Hali­fax-Bom­bers, der im Zweiten Welt­krieg von einem deut­schen Nacht­jäger-Flug­zeug abge­schos­sen wurde. Zu dem Luft­kampf kam es am 30. August 1942 kurz nach Mit­ter­nacht. Die Halifax wurde dreimal von dem deut­schen Jäger beschos­sen, bis sie schließ­lich um 0.10 Uhr in den Laacher See stürz­te.

An Bord des bri­tischen Bombers waren sieben Sol­daten: Drei davon konnten sich mit dem Fall­schirm retten. Ein Mann kam ums Leben, weil sich sein Fall­schirm nicht öff­nete, ein wei­terer wurde tot aus dem Wasser gefischt. Zwei Besat­zungs­mit­glie­der werden bis heute ver­misst. Mög­licher­weise befin­den sich ihre sterb­lichen Über­reste noch in dem Flug­zeug­wrack.

Beim Abflug fünf Bomben gela­den

Ex­per­ten gehen davon aus, dass der Hali­fax-Bom­ber beim Abflug fünf Bomben geladen hatte. Sie waren ent­weder mit TNT- oder Ama­tol-Spreng­stoff gefüllt. Geht von dem Bom­ber-Wrack heute noch eine Gefahr aus? "Wir wissen nicht, ob der Flieger beim Absturz noch Bomben geladen hatte. Wenn sie sich aber noch in dem Wrack befin­den, können sie auch heute noch explo­die­ren!", sagt Horst Lenz, Leiter des Kampf­mit­tel­räum­diens­tes Rhein­land-Pfalz. "Man muss unbe­dingt prüfen, ob die Spreng­kör­per noch auf dem Grund des Sees lie­gen."

Keine Gefahr für Anwoh­ner

Was würde pas­sie­ren, wenn die Bomben hoch­gehen? "Ge­fähr­lich könnte eine Explo­sion für Men­schen beim Baden oder Boot­fah­ren werden. Keine Gefahr besteht aber für die Anwoh­ner. Sie würden durch die Deto­nation höchs­tens einen großen Schre­cken bekom­men", erklärt der 51-jäh­rige Spreng­stoff-Exper­te, den die Struk­tur- und Geneh­migungs­direk­tion (SGD) Nord in Koblenz wahr­schein­lich beauf­tra­gen wird, das Flug­zeug­wrack zu unter­suchen.

Die SGD Nord ist viele Jahr­zehnte nach dem Zweiten Welt­krieg auf das abge­schos­sene Flug­zeug auf­merk­sam gewor­den, da sich ein unbe­kann­ter Pri­vat­mann an sie gewen­det hat. Er will ver­anlas­sen, dass das Wrack des Bombers gebor­gen wird. In den kom­men­den Wochen soll geklärt werden, wo die Maschine genau liegt. Dazu wird der Boden des Laacher Sees mit einem "Side-Scan-Sonar" abge­sucht. Das Sonar­gerät, mit dem gewöhn­lich Mee­res­böden erforscht werden, sendet Schall­wel­len aus und kann das Wrack so orten. Wahr­schein­lich ist es von tiefem Schlamm bedeck­t.

Ent­schär­fung oder Bergung wäre kom­pli­zier­t

Die Ent­schär­fung der Bomben oder gar die Bergung des Flug­zeu­ges wäre sehr kom­pli­ziert: "Ich arbeite seit 1984 in meinem Beruf. Aber eine Bombe unter Wasser habe ich noch nie unschäd­lich gemacht. So etwas ist extrem auf­wen­dig", sagt Lenz.

Um kei­ner­lei Risiko ein­zuge­hen, wurden bereits Sicher­heits­maß­nah­men ein­gelei­tet. Die SGD Nord hat alle Geneh­migun­gen für Sport­tau­cher im Laacher See wider­rufen. Der Boots­ver­leih, den die Bene­dik­tine­rab­tei Maria Laach betreibt, wurde bislang aber nicht geschlos­sen. Auch der Rund­wan­der­weg um den See kann nach wie vor genutzt wer­den.
04.09.2007 16:11
Hallo Sung, Danke für Deine Bemühungen. Kennst Du jemanden, der mal in dem Gewässer tauchen war? Oder weißt Du ob`s vielleicht sogar UW-Fotos aus dem See gibt?
04.09.2007 18:22
Soweit ich weis war am Wrack noch niemand. Man weis nur das dort ein Flugzeug liegen müßte. Aber selbst das Muster ist nicht sicher. Wenn dort getaucht wurde sollte es auch Bilder geben, weil heute alles geknipst wird. Zu den Bedenken mit den Bomben ist meine Meinunge das die Gefahr ein bisschen hochgepuscht wird. Fast jedes Flugzeug das in erreichbarer Tiefe in Süwasser liegt wird heutzutage falls es nicht völlig pulverisiert wurde, geborgen. Das Wrack einer He-111 (deutscher Bomber) im Plattensee bracht über eine Million Euro.
05.09.2007 14:43
Hallo sung, kannst Du das Bild " regio3.jpg" komplett verlinken? Wäre sehr interessant. Danke.
05.09.2007 19:42
Das Bild war winzig.
Hier ein bessers von einer Handley Page Halifax

http://www.spitcrazy.com/halifax.jpg
05.09.2007 19:44
das Bild regio3.jpg ist ein kleines Bild von einer Halifax. Vermutlich Revell Bausatz also kein Foto oder etwas das dieses Wrack im See zeigt.
05.09.2007 20:07
Hier sind ein paar Bilder von einer Handley Page die aus einem See in Polen geborgen wurde.
http://www.detektorweb.cz/index.4me?s=show&i=7224&mm=1&vd=1&PHPSSIDW=2eaed47f9a997c2349a0ebf471c7ce87
Ich bin fest davon überzeugt wenn es diesen Bomber in dem See wirklich gibt, dann wird den auch irgendjemand bergen wollen, auch wenn es ein bisschen was kostet.
22.03.2008 18:33
hi,
gibt es eine Namensliste der Besatzung? Warum zahlt jemand 1 Mio für die Bergung eines Flugzeuges?
29.07.2009 10:36
Suche nach Bomber im Laacher See abgebrochen

Die Suche nach einem britischen Bomber im Laacher See ist eingestellt worden. Es seien zwar Teile des Flugzeugrumpfes, aber keine Munitionsreste gefunden worden, teilte der Leiter des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz mit.

Luftbild der Abtei Maria Laach und des Laacher Sees

* Am Grund des See liegt der Bomber.

Zweieinhalb Wochen lang suchten die Männer mit Sonargeräten nach dem Halifax-Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg. Offenbar war die Suche aber schwieriger als ursprünglich erwartet. Die Schlammschicht, die das gesunkene Flugzeug bedeckt, ist offenbar rund 50 Meter dick. Deshalb musste der Kampfmittelräumdienst bessere Sonargeräte anfordern, da die zunächst eingesetzten Geräte eine derart dicke Schicht nicht zu durchdringen vermochten. Doch auch mit der neuen Ausrüstung konnten die Experten keine der sechs im See vermuteten scharfen Bomben ausmachen.

Das Flugzeug war am 30. August 1942 von einem deutschen Nachtjäger-Flugzeug abgeschossen worden. Ob die Suche irgendwann fortgesetzt werde, ist noch offen.


Gruß Rico
www.divebulls-bonn.de
27.09.2009 13:12
Hallo,
ich selbst war zusammen mit dem Kampfmittelräumdienst
mehrmals an dieser Stelle nach dem Wrack tauchen. Ausser bergeweise Trümmerteile haben wir nichts zusammmenhängendes gefunden. Denke das die wirklich großen Stücke tief im Schlamm stecken.
RiverratsDCS, SRI
11.10.2009 22:19
50 meter schlammschicht?

ich dachte der see ist insgesamt nur 53 meter tief
12.10.2009 15:57
Offiziel hat mal irgendwann (60er Jahre?) ein Schrotthändler alles mit einem Kran rausgezogen was er bekommen konnte. Heute sieht man noch Alu-Fetzen im Ufer Bereich wo damals der Kran stand.
Denke das dabei der Flieger in diese Trümmerstücke zerlegt wurde. Einige Teile liegen auf dem Schlamm und stecken im Schlamm. Welche Teile noch da sind und wie tief diese unter der Schlammschicht sind - keine Ahnung.
16.03.2010 13:33
Die Maschine ist zuerst im Uferbereich aufgeschlagen (wenigstens lag da noch das Heck) und dann ins Wasser geschleudert. Ich bin sicher das sich die ueberreste der zwei toten Piloten noch im See befinden, aber die zu lokalisieren wird wie die Nadel im Heuhaufen sein. Danny
10.05.2011 09:03
Schaut mal da:
http://bbs.keyhole.com/ubb/ubbthreads.php?ubb=showflat&Number=1043816&site_id=1#import
vor allem der unterste Beitrag ist interessant.
Also, wenn ich das richtig verstanden habe, kam die Halifax von einem Einsatz in Nürnberg ZURÜCK und hatte deswegen wohl keine Bomben mehr an Bord
Tastenchef13Hypoxic Trimix / Cave
12.04.2021 19:59
Gibt's da eigentlich nach Jahren was neues tauchen wieder möglich?
Sven_SANDI Technical TriMix Diver, GUE Fundamentals, SSI OWI
12.04.2021 20:38
Hatte in 2019 mal angefragt, aber man bekommt dort weiterhin keine Genehmigung. Die DLRG macht wohl Übungen vor Ort.
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