Es gibt immer neue Ausrüstung, oder was zu meckern an der alten. Hier ist genau der richtige Platz, an dem Du Dir Infos zu irgendwelchen Tauchausrüstungsteilen holen kannst - oder das in Erfahrung bringst - was dich schon sehr lange interessiert hat.

Boje offen oder geschlossen?

Was ist den die bessere Wahl für eine Dekoboje? Birgt es nicht eine Gefahr, wenn ich meinen Inflatorschlauch vom Jacket abziehen muss um die Boje zu befüllen? Wäre ein Entenschnabelventil nicht besser? die kann man ja mit dem Automat füllen:
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bikefreshTaucher i.R.
27.06.2007 09:46
Die Modelle haben alle so ihre Vor- und Nachteile.
Wenn Du eine offene Boje bedienen kannst, was nach ein wenig Übung eigentlich kein Problem ist, reicht diese Version völlig. Und billiger ist es auch
Dazu wird einfach Luft aus dem Octopus reingeblasen, das untere Ende muß immer unter Wasser sein, damit der Elefantenfromms schön senkrecht steht.
Beim Setzen unterwasser bitte auf Leichtgängigkeit des Seils achten, sonst schießt Du Dich hoch.
Lasse Dir die Handhabung einfach mal zeigen.
27.06.2007 10:24
Eine geschlossene Boje ist allemal besser, als eine offene, egal ob mit Entenschnabelventil oder ganz geschlossen und mit Inflator zu befüllen.
Eine offene, wie bikefresh beschreibt ist allenfalls als Alibi geeignet.
Von den geschlossenen ziehe ich persönlich die Entenschnabelvariante vor, denn wie du richtig schreibst ist die ohne Veränderungen an der Ausrüstung zu befüllen. Wo die Vorteile der Inflatorschlauchvariante liegen hat sich mir bisher noch nicht erschlossen.

Geschlossen deshalb, weil sie die Luft hält, auch wenn sie an der Wasseroberfläche mal umkippt----Weil man die an der Oberfläche, falls man ein wenig weiter vom Boot weg ist, auch in die Hand nehmen kann, hochheben und winken-----weil man die hervorragend auch als Schwimmhilfe verwenden kann, weil sie eben die Luft hält.
Vorteile einer offenen oder sog. Elefantenpariser o. ä. kann ich, außer dem Preis, nicht erkennen. Zumal die meistens auch aus einem Material gefertigt sind, das bei Sonneneinstrahlung die Weichmacher verliert und dadurch hart uns spröde wird. Die platzen ganz gerne.
Und das wissen wir doch alle: Wenn der Präser platzt kann es nie gut sein

Zum setzen der Boje würde ich dir zu einer Fingerspule raten. Du hast mehr Seil drauf und kannst dieses mehr an Seil problemlos handeln. Das ist dann ganz angenehm (entsprechende Absprache mit der Bootscrew vorausgesetzt) wenn du merkst, daß es eine Tiefenströmung gibt. Dann kannst du deine Boje schon aus 20m oder so setzen und die auf dem Boot wissen dann, daß du nicht zum Boot zurückkommen wirst/kannst. Die können dann in aller Ruhe das Beiboot fertig machen und der Boje folgen. Wenn du auftauchst sind die da, egal wie weit du getrieben bist. Gibt gutes Gefühl
Es kann sich nix verhaken oder verfangen, weil du ja das Seil nicht vorher komplett auslaufen lassen musst.

Also geschlossene Boje mit Entenschnabel zusammen mit Fingerspule und du bist gerüstet.
27.06.2007 11:17
Also mir reicht eine offene Boje.
1. Ist diese billiger
2. Auf die Schwimmhilfe kann ich ganz gut verzichten, dazu habe ich meinen Anzug und mein Jacket, untergehen werde ich, wenn ich kein Blei mehr habe, mit Sicherheit nie.
3. Die offenen Bojen halten auch die Luft wenn sie an der Oberfläche umkippen, da an der Öffnung ein Gewicht befestigt ist welches die Öffnung unter Wasser immer niedriger hält als den Luftgefüllten Bereich über Wasser.

Ich für mich kann keinen Vorteil einer geschlossenen Boje erkennen welcher den Mehrpreis Wert wäre. Aber das sollte jeder für sich selbst entscheiden.

Viele Grüße, Michael

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www.hid-tec.de
27.06.2007 13:00
Hallo zusammen,

wo bekomme ich denn eine Fingerspule her die folgende Eigenschaften erfuellt:

- Bedienbar auch mit dicken Bluepoint-Trockentauchhandschuhen
- Seewasserbestaendiges Material
- nicht teurer als die Boje selbst

Vielen Dank schonmal!
Jens
27.06.2007 13:20
Hallo Jens,

geschlossene Boje,Entenschnabelventil, Spool ist die optimale Kombination. Damit bist du sicher und gerüstet für Sicherheitsstopps oder auch Dekostops bis 21m Tiefe (oder auch tiefer).
Spools gibt es bei ebay für unter 10 Euro. Eventuell musst du den Messingdoppelender gegen einen aus Edelstahl eintauschen am billigsten hier gefunden http://62.75.177.102/tectauchshop-s50h49-Bolt_Snaps.html?sid=df41d87c80cddb2f46199ba418de32b2.

Grüße

T2
27.06.2007 13:48
Nur so am Rande die Bojen mit nichteinrastender Inflatorkupplung lassen sich auch per Mund aufpusten.

Weiterer Vorteil ist, das du nicht mit irgendwelchen Automaten halb im Entenschabel hängst, wenn das Teil abgeht
Trotzdem sollte man das (ohne Dekopflicht) an jedem Tauchtag ein, zwei Mal üben. Erstens geht es dann irgendwann auch hinreichend schnell und die Handgriffe sitzen, so daß wenn man mal ne Boje setzen muß nicht erst pfriemelt, Doppelender versenkt und seine Spool entwirren muß


27.06.2007 15:26
Ich würde auf keinen Fall eine Dekoboje mit Entenschnabel verwenden. Wenn sie eine zeitlang zusammengerollt ist, verkleben sich die Entenschnabel ineinander und man kriegt keine Luft in den Sack.

Die offene Version kann ich auch nicht empfehlen, habe schon Leute gesehen die den Automat in den Bändern verwickelt haben und mit dem Sack nach oben geschossen sind.

Nach meiner Meinung und Erfahrung haben sich die Bojen mit Inflatoranschluss bewährt.
Du musst ja nicht den Jacketanschluss verwenden, kannst ganz gut den vom Trockenanzug verwenden, oder ihn von Mund aufblasen.

Nachteil: recht teuer, wenn man sie fast nie braucht. Habe in meiner 20 jährigen tauchzeit noch nie eine gebraucht.
27.06.2007 15:52
Hallo,

ich hatte erst eine mit Entenschnabel. Nachdem dann mal mein Automat dran hängen geblieben ist, habe ich auf eine mit Inflatornippel umgestellt.

Wenn Du einen zusätzlichen Inflatorschlach an eine Stage schraubst, kannst Du Deine Konfig auch so lassen wie sie ist. IMHO ist der zusätzliche Inflatorschlauch sowieso sinnvoll, und stört bei Nichtbenutzung auch nicht.

Ciao

Eric
27.06.2007 18:46
Wie tief steckt ihr eigentlich euren Automaten in die Boje rein, damit der Automat am Entenschnabelventil hängen bleibt??? Also bei mir reicht es, wenn der Automat unter der Boje sitzt oder ich mit Luft aus dem Inflator oder der Ausatemluft die Boje aufblase. Wenn du das auf 20m Tiefe machst muss auch nicht die ganze Boje schon voll sein. Boyle-Mariotte hilft...
Bei mir hat sich das Ventil auch noch nie verkleb, obwohl ich meine Boje schon seit 5 Jahren tauche. Man sollte eben Qualität kaufen.

EChem
27.06.2007 18:57
kann T2 nur zustimmen.

Im Entenschnabelventil hängen bleiben. Die Boje ist keine Kuh und ihr seit keine Tierärzte. Ich halte den Automaten unter die Boje und die Luft geht auch rein. Wo keine Kontakt, da keine hängen bleiben.

Gruß,
D3
27.06.2007 21:53
Kleine Variation: Statt mit dem (wirklich, je nach Mundstück, manchmal ziemlich dicken) Automaten (auch wenn man ihn wirklich nicht reinstopfen muss) mit dem normalen Inflator (dünner und härter als Automatenmundstück) aufblasen, also Jacket entlüften und damit zugleich Boje belüften. Tarierung bleibt, solange man die Boje noch halten kann, stabil; hochschießen somit unmöglich, auch wenn irgendwas irgendwo irgendwie hängt. Man kann die Boje so in aller Ruhe so voll blasen, wie Luft im Jacket ist; wenn`s etwa nicht reicht, dann eben noch etwas zusätzlich aus dem Automaten. Nach loslassen, Inflator ist ja sowieso noch in der Hand, wieder Luft ins Jacket, oder vorübergehend sich auch mal etwas am Bojenseil festhalten.
bikefreshTaucher i.R.
28.06.2007 05:15
Den Tip von hastemal... werd ich mal testen, hört sich interessant an und ist zwecks neutraler Tarierung sinnig

Ein Verheddern mit der Boje kenne ich nur, wenn sich das Bojenseil irgendwo festsetzt, da ist das o.g. Fingerspool eine Alternative.

Die Nutzung eines zusätzlichen Inflatorschlauches bzw. des Inflatorschlauches des Trockis kommt für mich (fast) nicht in Frage, da ich die Boje (fast) nur im Urlaub (Rotes Meer etc.) nutze.

Nach dem Urlaub wird die Boje mit Süßwasser ordentlich gereingt und auch von innen getrocknet, da klebt dann auch nichts zusammen.
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