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Auswandern als Tauchlehrer mit Familie

Geändert von Marcus freediver ,

Moin liebe Tauchfreunde,

Ich Spiele seit längerem mit dem Gedanken raus aus Deutschland auszuwandern. Jedoch hängt da mit Familie so einiges dran.

Ich war die letzten 12 Jahre bei der Marine tätig, unteranderem auch als Taucher/Taucherausbilder.

Habe jetzt im zivilen noch meinen Trainer Assistent gemacht.

Wir, eine vierköpfige Familie ( Kinder 10 und 8 Jahre alt) überlegen Deutschland ggf. Europa zu verlassen.

Nun bezieht sich meine Frage darauf, wo man als Tauchlehrer mit Familie Auswandert. Eine gute Infrastruktur (Zwecks Schulbildung etc.) sollten gegeben sein.

Vielen habt ihr ja Erfahrung

Wir freuen uns über jeden Tipp.

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JG79i.a.c. Master Diver
11.09.2025 15:25Geändert von JG79,
11.09.2025 15:26

Sollte ich mal soweit sein, sind meine Auswanderungsziele entweder Kroatien (Krk), Malta, Seychellen oder Malediven.

Bei den Seychellen und Malediven musst du dir aber die Frage stellen, wie lange es die Inseln über Wasser noch lebenswert gibt, falls du für länger voraus planst...

11.09.2025 16:00
Trainer Assistent hört sich nach CMAS an. Wenn Du als Tauchlehrer komerziell arbeiten möchtest sind PADI oder SSI sinnvoller; falls Du da noch erst einsteigen musst wird es schwieriger. Eventuell kannst du in einer Basis bei Dir in der Nähe ja also Assi/Divemaster anfangen und ggfs Instruktor machen. Damit würdest Du auch einen Einblick in das Tagesgeschäft bekommen (falls Du das noch nicht hast). Eventuell ergeben sich dann auch Möglichkeiten/Kontakte zu Basen im Ausland und Du könntes ausprobieren, ob das wirklich was für Dich ist. Und abklären, ob die finanzielle Seite funktioniert; Die meisten Tauchlehrer, die ich kenne schwimmen jetzt nicht im Überfluss...

Auswandern mit Familie ist nicht ohne, besonders wenn du "eine gute Infrastruktur" möchtst. Damit sind die meisten "exotischen" Ziele raus, d.h. es bleiben im Wesentlichen einige europäische Länder übrig. Spanien, Italien etc. oder Australien und natürlich die USA; wir sind "nur" nach Dänemark gezogen und haben erst hier eine Familie aufgebaut, und das war schon anders also in Deutschland. Aber ich will nicht zurück Wichtig ist, dass alle "mit" wollen und an einem Strang ziehen. Und je "weiter weg" von Deutschland (auch auf die Mentalität bezogen), desto mehr solltet ihr euch vorbereiten. Rechtliche Aspekte abklären (Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung) und basale Sprachkenntnisse aneignen (nicht geht so sehr in die Hose wenn man ohne die Landessprache auskommen muss; Skandinavien ist da mit Englisch evenutell sogar die Ausnahme).
11.09.2025 18:06Geändert von Schokoladenhai (Dalatias licha),
12.09.2025 07:21
Also Angestellter TL eine Familie ernähren, in einem fremden Land wo man erst Fuß fassen muss stelle ich mir schwierig vor. Mit Startkapital vielleicht wenn man versucht eine eigene Basis aufzubauen. Oder ist es nebenberuflich gemeint, und der Broterwerb bleibt die Marine (oder was auch immer?)
Ansonsten, bei den Randbedingungen würde ich in Europa, innerhalb der EU bleiben. Das bringt den Kindern eine anerkannte Ausbildungsmöglichkeit, und das Thema Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis ist auch gleich erledigt. Nachteil, eigentlich überall in Europa ist Tauchen ein Saisongeschäft.
SchaffelAOWD/Solo-Diver
11.09.2025 18:59

Das Vorhaben ist nicht ohne - die Frage ist vor allem, wie die Lebensverhältnisse der Kinder aussehen sollen.

Solange die nicht in der Schule sind, reicht eine vernünftige medizinischen Versorgung vielleicht schon aus - aber Schule ist dann eine andere Geschichte.....wenn die deutschsprachig sein soll, wird es schon ziemlich eng, englischsprachig wird man eher finden - aber ob man da mit 8 / 10 so leicht den Anschluss finden kann?

Ich glaube, ich würde Europa eher nicht verlassen......Malloraca bzw. Spanien vielleicht......aber am Ende müsst Ihr selbst wissen, wo und wie Ihr leben möchtet.

LG Schaffel

Punkfish Divingbunte Kärtchen, einfarbige Kärtchen, egal - Hauptsache Tauchen :-)
11.09.2025 19:16

Wenn du einen Ort suchst, an dem ihr als Familie legal leben könnt und eine Infrastruktur findet, de der ähnelt, die du gewohnt bist, dann wird es Europa sein.

Dort hast du aber - wir natürlich auch an anderen Orten - das Problem mit dem Saisongeschäft, das europäische Festland hat nur Jobs von Mai/Juni bis Oktober. In der Zeit arbeitest du dann für einen Mindestlohn aber auch 6 Tage die Woche, 12 Stunden am Tag. Ganzjährig Saison haben die Kanaren, da sind die Löhne aber eher schlechter als auf dem Festland. Und um da so Fuss zu fassen, dass du zu denen gehörst, die tatsächlich das ganze Jahr beschäftigt werden, musst du Zeit, Geduld, Initiatve und Geld mitbringen. Erst mal den Tauchlehrer, dann Erfahrung darin sammeln, wie man in zivil ausbildet, dann richtig gut werden und möglichst noch ein bisschen mehr können als nur Tauchlehrer sein, deutsch/englisch/spanisch braucht es langfristig schon, und dann kannst du schon davon leben. Du. Aber nicht eine ganze Familie, für den Plan braucht ihr auf jeden Fall entweder sehr gute Rücklagen, oder deine Frau auch einen Beruf, den sie hier ausüben kann. Und dann müsst ihr euch entscheiden, ob die Kinder spanisch lernen und direkt auf eine Schule gehen sollen, in der wirklich keiner deutsch spricht, oder ob es ein Ort mit einer deutschen Schule sein soll - was sich mit Tourismus und Tauchen ein wenig beisst...

Also: Interessante Idee, aber der Weg dahin ist ziemlich lang. Mach doch mal ein paar Wochen Praktikum in einer Tauchbasis, schau dir an, was das so bedeutet, rechne nach, was ihr so zum Leben braucht... Als Tauchlehrer eine Familie ernähren halte ich für so gut wie ausgeschlossen.....

12.09.2025 08:09
um's ein bißchen positiver zu sehen - Australien wäre vielleicht möglich. Zumindesbraucht man "nur" Englisch, Schulmöglichkeiten sollten kein Problem sein. Gibt wahrscheinlich auch Sachen für Deine Frau. Aber die Punkte der anderen sind natürlich valide - Saisonalität, Konkurrenz, geringe Löhne. Viele Länder sind auch auswärtigen Arbeitnehmern nicht wirklich aufgeschlossen (reicht kaum für die lokale Bevöklerung), in Europa hast Du praktisch Freizügigkeit. Die auswärtigen Guides, die ich auf Tauchgängen hatte, waren junge Weltenbummler oder Divemaster in Ausbildung, denen reichte ein bißchen Geld neben Kost und Logis. Das ist mit einer Familie natürlich anders.
AssistOWSI
12.09.2025 14:21Geändert von Assist,
12.09.2025 14:24
So wie ich dich verstehe ist es dein Ziel, in der neuen Heimat hauptberuflich als TL zu arbeiten und damit den Lebensunterhalt zu verdienen? Dann wäre sicher die Frage, ob du schon einmal längere Zeit in einer klassischen Ferien Destination in einem Divecenter gearbeitet hast. Falls nicht: mach das mal für 2-3 Monate. Es klingt romantischer als es ist und die Bedingungen (Lohn) sind oft nicht zum Überleben ausreichend smile2 (50 Std pro Woche an 6 Tagen versteht sich)
12.09.2025 15:25

Wären die ABC Inseln nicht auhc eine Möglichkeit?

Curacao ist doch, glaube ich, Europa weil Holland?

Dominik_Emind is like parachute
12.09.2025 15:49
Ist kein Teil der EU, obwohl niederländisches Staatsgebiet. Gibt es bei einigen fernen Inseln, diesen Unterschied. Ich würde aber so und so die praktischen Fragen -- wie geht es organisatorisch und finanziell? -- für dringender Ansehen als die Arbeitserlaubnis, für diese wird es Bedingungen geben, klar, aber das sind ja erprobte Verfahren die man durchlaufen kann.
12.09.2025 15:54
Auf Curacao braucht wohl kaum jemand einen Guide oder TL. Der Grossteil der Leute kommt dahin, um eigenständig zu tauchen und nimmt sich nur Luft und Blei
AlpöhyHat ein Herz für Baggersee-fraktionisten.
12.09.2025 16:49Geändert von Alpöhy,
12.09.2025 16:50

"Dann wäre sicher die Frage, ob du schon einmal längere Zeit in einer klassischen Ferien Destination in einem Divecenter gearbeitet hast. Falls nicht: mach das mal für 2-3 Monate. Es klingt romantischer als es ist und die Bedingungen (Lohn) sind oft nicht zum Überleben ausreichend smile2"

Ich hab das mal eine Wintersaison gemacht. War eine tolle Erfahrung, aber jahrelang? Nope. Schlecht bezahlt, unregelmässiges Einkommen, Gäste von supernett bis zu Leuten, die ich nie mehr in meinem Leben sehen möchte. Ist halt ein Dienstleistungsbusiness an der Front und man bekommt die volle Überheblichkeit, Dummheit, Arroganz und Aggressivität der Gäste ab, genauso wie all die positiven Eigenschaften, die Menschen an sich haben können. Man muss das schon mögen und wollen.
Des weiteren kommt halt noch eine nicht unerhebliche Verantwortung dazu. Meist sind es gerade die Gäste, die nicht "parieren" und auf Briefings und Sicherheitsanweisungen pfeifen, die am meisten Wind machen und rummotzen.

Wie gesagt, es war ein toller und abwechslungsreicher Winter und ich hab mir viele TG raufgepackt und viel Routine und Erfahrungen für mich gewonnen, habe viele nette Menschen kennengelernt, aber eben auch andere.


Würde ich unbedingt zuerst ausprobieren, ob es passt, bevor ich mit Familie in das Abenteuer springen würde.

AssistOWSI
12.09.2025 19:44
Genau das meine ich, Alpöhy. Ich stehe gerade am Ende einer Sommersaison und möchte die Erfahrung auf keinen Fall missen. Aber nochmals? Nein danke. Die Tauchindustrie ist kein Zuckerschlecken. Und was da im Urlaub alles einen Tauchschein hat, zu den teilweise anspruchsvolleren Tauchplätzen mitwill aber null Tarierung hat- zum Haare raufen. Und du bist dann als Guide dafür zuständig..
13.09.2025 10:27Geändert von Schreibmayer,
13.09.2025 10:28
Die monetäre Situation wurde eh schon ausreichend angesprochen und die Arbeit muß einem eben Spaß machen. Familie als angestellter TL ernähren ist kaum möglich, ausser die Familie hat so gut wie keine Ansprüche. Geht evtl. wenn am Ende der Entwicklung die eigene Basis als Familienbetrieb steht und sie läuft gut...

Ich denke es wäre auch ein Ort wichtig, wo die Saison möglichst das ganze Jahr andauert. Kroatien ist da ganz schlecht, da ist die Saison kurz. Wir waren z.B. gerade in Murter und ein TL der TB dort arbeitet im Winter auf den Malediven, weil es im Winter (Nov-April) in Kroatien keine Arbeit für ihn gibt. Interessante Erfahrung für junge Burschen/Mädels für ein paar Jahre, aber nicht familientauglich...

Mir fällt Florida ein: westliche Standards bzw. Infrastruktur und durchgehend Saison (Ausbildung von Kindern kostet aber ordentlich - ich kenne Familien die von USA nach Österreich gezogen sind (ein Elternteil österreich. Staatsbürger), damit sie sich das Studium der Kinder leisten konnten).


LG, Wolfgang
Punkfish Divingbunte Kärtchen, einfarbige Kärtchen, egal - Hauptsache Tauchen :-)
13.09.2025 11:21

Australien, Florida und alles, was nicht Europa ist, hat wirklich massive Probleme mit Arbeitsgenehmigung und Visum. Das ist nicht nur ein bisschen Papierkram, sondern man braucht eine Basis, die einen wirklich unbedingt anstellen will, und die bereit ist, dafür mit dir die ganzen Visasachen zu erledigen. Dabei müssen sie begründen, warum sie ausgerechnet dich brauchen und nicht einen der lokalen Tauchlehrer nehmen können - das funktioniert dann über Sprache, sie argumentieren, dass sie unbedingt einen brauchen, der deutsch spricht. Das ganze ist aufwändig und teuer, das macht keine Basis für dich, die dich nicht kennt und wirklich dringend haben wil, weil - tadaaa - da stehen auch ne Mnege 29-jähriger mit Work und Travel Visum vor der Tür, die den Job auch gerne hätten.

Also, ernsthaft: Der beste Tipp von allen ist der mit dem Praktikum, und danach noch mal nachdenken, ob man den Plan wirklich so verfolgen möchte.

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