Hier können alle Fragen zum Thema Tauchausbildung ausgiebig diskutiert werden. Verbandsübergreifend kann hier nach allem gefragt werden was zum Bereich Aus- und Fortbildung gehört - moderiert von erfahrenen Tauchern.
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Aufklärung Kindertauchen

Hallo,

nachdem ich diese Wochenende mal wieder am ...see verbracht habe, stelle ich mir die Frage, wie das mit der Aufklärung beim Kindertauchen läuft.

Grund der Nachfrage sind 2 sehr riskante Situationen, die ich am Rande mitbekommen habe.
3 Männer (AOWD) im besten Alter finden sich mit einem 15 Jährigen AOWD am ...see im Euregiogebiet ein.
Sie haben neue Ausrüstungsgegenstände dabei, und machen ihre ersten Erfahrungen ohne Tauchlehrer im Tieftauchen.
Geplant ist ein Tauchgang in 25m Tiefe.
Das am ...see die 4 Sterne Buddyregel gefordert wird, und keiner der Beteiligten ein 2Stern-Brevet hat, scheint hier niemanden weiter zu stören.

Die 4 tauchen gemeinschaftlich ab, während wir uns am Auto ebenfalls aufrödeln. Kaum stehen wir am Ufer, plöppt der erste wie eine Boje aus dem Wasser, wenige Sekunden später taucht der 15 Jährige Sohn auf, und noch 2 Minuten später die anderen 2 Begleiter.
Ein kurzes Gespräch an der Wasseroberfläche ergab, das der neue Automat - man verwendet trotz Empfehlugen nur einen - vom Vater vereist ist, und dieser einen Aufstieg unter Panik hinlegte und aus 23m hochschoß, kurz gefolgt von seinem Sohn, der zwar kontrolliert, jedoch dennoch grenzgänig zügig an die Oberfläche folgte. Erst nachdem sie nicht wieder abgetaucht sind, kamen die anderen 2 Begleiter an die Oberfläche, selbstredent auch ohne Sicherheitsstop.

Nach unserem Tauchgang sprachen wir dann kurz über das geschehene, und erklärten den Zustand der Vereisung, und wie man sich eventuell durch ein Absperren der Ventile durch den Partner aus der Situation befreien kann.

Um das ganze zu Verdauen, wollten sie tatsächlich einen 2ten Tauchgang wagen. Während wir unsere Ausrüstung verstauten, gingen alle 4 erneut ins Wasser, um diesmal die 30ger Tauchtiefe zu knacken.

Appelle an die Vernunft, der Gesundheit, der Anwesenheit des 15 Jährigen Sohnes und der leise Hinweis der Fürsorgepflicht wurden mit dem Satz entgegnet:

Wir sind alle AOWDler, wir dürfen 30m tief tauchen.

Völlig hin und her gerissen galt meine Sorge dem Teenie, der ja einfach alles mitmachte, und ehe ich mit mir im Reinen war, wie ich damit umgehen sollte, verschwanden alle 4 wieder am Ufer, um kurz darauf abzutauchen.
Ich suchte mit meiner Frau besorgt das Ufer auf, um nach dem rechten zu sehen. Zu aller Erleichterung tauchten sie schon im Flachwasser erneut auf, da der Jüngste keinen Druckausgleich mehr schaffte.
Erleichtert halfen wir ihm aus dem Equipment, während Papa und co. erneut die Tiefe suchten, und wir den Platz verlassen hatten, wohl wissend, das der Junior heile am Ufer wartet.

Jetzt meine Frage an alle Kindertauchlehrer, wie ist das bei eurem Verband, 15 Jahre und 30m Tieftauchen, ist das eventuell möglich, oder jenseits der Regularien für Teenies ???

Wie reagiert man in solch einem Falle, wo Väter offensichtlich gegen alle gesunden Regeln verstoßen, und dann noch ihre Kinder mit einbeziehen ??? Ein verantwortlicher Seebetreiber war nicht in der Nähe.

Im übrigen ist das keine Hetzattacke auf Padi, den AOWD gibt es auch bei Barakuda, SSI, Naui und anderen Verbänden.

Welches Verhalten würdet ihr mir für die Zukunft raten, wegsehen, ignorieren, oder sogar unterbinden ??? Was würdet ihr tun
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BubbleDirkAdv. Trimix OC
Adv. Trimix CCR / JJ-CCR Level 3
29.09.2012 02:29
Zugegeben - da warst du in einer blöden Situation. Wenn ich das mit meinem (bescheidenen) Rechswissen etwas abklopfe, dann hättest du vielleicht gem. § 32 BGB handeln können / müssen:
--->
Notwehr.
(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.
<---

Fraglich ist, ob der Vater rechtswidrig gehandelt hat - sicherlich veranwortungsbegrenzt, aber rechtswidrig? - ich meine nein. Das Sorgerecht (was auch eine Pflicht ist) liegt bei den Eltern. Selbst wenn der Junge gar kein Brevet gehabt hätte, hättest du m.E. hieraus keine Eingriffsmöglichkeit, die über deinen Apell an die Vernunft hinausgeht, gehabt. Da der Junge auch nicht unmittelbar vom Vater zur Teilnahme genötigt oder gezwungen wurde...

Evtl. könnest du aber nach dem Umkehrschluss aus
§ 323c StGB handeln können / müssen:
--->
Unterlassene Hilfeleistung.
Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.
<---
Hierzu hätte somit eine gemeine Gefahr oder eine Not bestanden haben müssen. Es war zwar eine Gefahr vorhanden, aber nach Definition keine "gemeine" Gefahr. Bliebe noch die Not. Da es dem Jungen (noch) gut ging und lediglich die Wahrscheinlichkeit eines Problems eher mehr als weniger groß war, scheidet auch dies m.E. aus.

Somit sehe ich keine Rechtsgrundlage für ein aktives Einschreiten. Du hast mit deinem Apell an die Vernunft des Vaters meiner Meinung nach alles richtig gemacht.

Bitte korrigiert mich, wenn ich mit meiner Einschätzung falsch liegen sollte.

Dirk
biker55Tec 100 ccr/ tdi full cave
29.09.2012 08:37
AOWD ist äquivalent zu 2-Sterne - 4-Sterne-Regelung wurde also eingehalten.
Lt. PADI Standards dürfen 15-jährige AOWD`ler bis 30 m tauchen.
Mehr als ein "Appell an den Vater" war nicht drin ! Hätte ich auch so gemacht.
biker
ramklovApnoeTL, TL**
29.09.2012 10:15
"AOWD ist äquivalent zu 2-Sterne" ->
ramklovApnoeTL, TL**
29.09.2012 10:45
Die Eingangsfrage ist etwas zu ernst, um Verbandsunfug zu verbreiten.

@ toto1495,

wir hatten mal eine ähnliche Diskussion, zu der Frage was man tun darf, um einen offesichtlich gefährlichen Tauchgang zu verhindern und wie es mit Haftungsfragen aussieht: http://www.taucher.net/forum/Kann_ein_TL_bei_einem_TU_haftbar_gemacht_werden__weil_er_den_TG_nicht_verhindert_hat._recht360.html
Wenn Du die Leute aufklärst und die Dir sagen, das entspricht doch voll und ganz den Empfehlungen von PADI (biker55 behauptet dies), tja dann ...[Kommentar selbst entfernt]

Die Maximaltiefenempfehlung für 15 Jährige beträgt beim VDST laut sicherheitsstandards http://www.vdst.de/uploads/media/VDST-Sicherheitsstandards_2012.pdf Seite 10 übrigens maximal 25m, wenn der Junge ein ausgebildeter (!) Taucher ist, also CMAS* hat und bei der 4-Sterne Regel begleitet wird von CMAS*** aufwärts.

gruß ramklov
29.09.2012 11:23
Bei PADI bist du mit 15 "erwachsen", darfst also mit der entsprechenden Ausbildung auch auf 40m. ( Allgemein gesagt, der Junge hatte ja wohl keinen Tieftauch-Schein).

Das Problem grad in dem Alter: du glaubst den Erwachsenen natürlich. Ich war mit 15 mit einem TL unterwegs, der mehr als nur groben Unfug getrieben hat und hab natürlich auch mitgemacht, obwohl ich es zumindest teilweise besser gewusst hätte.
Und ich denke, genau da kann man ansetzen. Ein VERANTWORTUNGSVOLLER 15-jähriger kann meiner Meinung nach recht gut entscheiden, ob er etwas mitmachen will, sofern er die Risiken kennt. Ich würde in so einem Fall, wenn sich der Vater schon sperrt, versuchen. It dem Jungen zu sprechen und ihm die Risiken klar machen. Dann kann er selbst entscheiden.
Bei mir hat es jedenfalls genützt, ich hab mich dann mit knapp 16 vom andern TL verabschiedet.
Ich denke auch, dass du sonst nicht wirklich viel tun kannst.
ag2908PADI Staff Instr.
29.09.2012 11:42
Äquivalent zu ** ist der Rescue Diver
29.09.2012 20:34
Äquivalent zu ** ist weder der AOWD noch der Rescue noch was auch immer der VDST sich alles "wünscht". Wenn an dem See eine ****-Regel gilt, dann zählt das, was der Besitzer des Sees sagt. Ist in Hemmoor auch nicht anders.

29.09.2012 22:17
Nur mal so am Rande zu **, folgendes Zitat ist bei Verbänden zu finden :

Mit dem AOWD schlagen Sie zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie weisen sich als fortgeschrittener Taucher aus und Sie haben die erste Hürde zum Master Diver / CMAS** absolviert.
Fehlt nur noch Rescue + 2 Sonderkurse

Klartext, AOWD nix **
** ist ganz klar als Deutsches

Mir geht es aber im oben beschriebenen Fall darum, das ich auf der einen Seite kein Moralapostel bin, und ich jedes Vergehen an den Pranger stelle - ich selbst schlage auch schon mal über die Stränge , auf der anderen Seite waren hier so viele Faktoren negativ, das ein Zwischenfall schon fast planmäßig war.
Meine Sorge galt ja nicht den Erwachsenen, wenn die meinen, sie müßten das so machen, dann zählt der Mißerfolg halt zum Lernprozess dazu, meine Sorge galt dem Teenie, der mit der Euphorie der Erwachsenen über die bevorstehenden Tauchgänge überhaupt nicht abschätzen konnte, was dort passiert.
Ich selbst tauche auch mit Teenies, und sofern keine Sprungschicht im Wege ist, nehmen die, die ich kenne, jeden Tiefenmeter mit, den sie finden können. Bei mir hat noch kein Zwerg gesagt, ich will nicht tiefer, eher versuchen sie mich dazu zu bewegen, in neue höhere Tiefen abzutauchen, als sie in der Verfangenheit waren.
Lediglich die Kälte zwingt sie manchmal zum umdenken. Aber wer in 20m nicht friert, der friert auch nicht in 30m, die Temperatur ist die selbe, und der Tiefenrausch oder die Anspannung tun ihr übriges zur Ignorierung der Kälte.

Empfehlungen gibt es viele, nur die Aufklärung fehlt meistens, und wenn ich nur lange genug suche, finde ich eine Empfehlung, die mir in die Karten spielt, auch wenn sie noch so sinnfern ist.

Wäre es nicht viel schöner, wenn ich als Vater bemüht wäre, meinem Nachwuchs erlebnisreiche Tauchgänge zu vermitteln in sicherer oder zumindest angemessener Umgebung, anstelle ihn als Buddy zu Mißbrauchen auf der Suche nach meinen persönlichen Erfolgszielen in extremen Umgebungen, in denen Kinder nichts verloren haben.
MatttiTL* / ÜL Tauchen
29.09.2012 23:09
Auch bei CMAS bist du mit 15 "Erwachsen" - auf jedenFall zu alt für einen Kundertauchkurs. AOWD sind fortgeschrittene Taucher und werden bei der 4Sterne Regel wie ** behandelt.

Trotzdem: Das Tauchen im See mit nur einer ersten Stufe bei tiefen größer 10-15m ist verantwortungslos.

Viele Grüße
Matti
30.09.2012 08:50
Das ganze eins-zwei-drei-SternAowdund was weis ich-Geträller hier geht mir auf die Nerven ! Besagt nämlich, schaut an die Teiche, GARNICHTS !
Sterne auf der Schulter haben sie alle genug und gehen trotzdem mit 4 2.Stufen rein und so´n Unsinn...

Aber der völlig unumstrittene Punkt ist in der oben beschriebenen Problematik (wer das anders sieht sollte lieber Kirchenorgeln von hinten bewundern..) das der TG mit jeweils nur einer ersten Stufe durchgeführt werden sollte ! Und somit auch einher geht,daß diese Taucher sich mit dem Szenario eines abblasenden Automaten überhaupt nicht befasst haben !!!

Nur, toto, machen kannst Du da nichts !
Ansprechen, völlig klar. Würde bei mir auch stattfinden. Allerdings bei obigem Szenario des Vorhabens und entsprechender Uneinsichtigkeit auch nicht mehr sehr diplomatisch sondern dann auch in Wortwahl & Lautstärke eher deutlich. Auf jeden Fall würde ich dem Jüngeren der Gruppe ein schlechtes Gewissen einhebeln und ihm klarmachen, weshalb soetwas nicht ohne 2. erste Stufe und vor allem dann auch Training des Szenarios getaucht wird !

Aber das war´s dann auch. Mehr kann man nicht machen. Und toto, ab dann brauchst Du Dich auch für nichts mehr verantwortlich fühlen und/oder ein schlechtes Gewissen haben. Du wirst nicht das Leid aller Kinder beseitigen...
ag2908PADI Staff Instr.
30.09.2012 11:37
@Riesendrücker´sLiebling
"Auf jeden Fall würde ich dem Jüngeren der Gruppe ein schlechtes Gewissen einhebeln und ihm klarmachen, weshalb soetwas nicht ohne 2. erste Stufe und vor allem dann auch Training des Szenarios getaucht wird ! "
Warum nur dem Jüngeren??
Allerdings wirst du meiner Erfahrung nach sowieso auf Granit beissen Wer nach der Erfahrung mit einem abblasenden Automaten das nicht von selbst erkennt der wird auch deine Erklärung nicht kapieren oder nicht kapieren wollen.
@toto1495
Kindertauchen ist das in dem Alter nicht mehr

Grüsse aus Dahab
30.09.2012 13:10
ag2908
Alles, was nicht mit einem völlig ausgebildeten Körper funktioniert, fällt für mich unter das Kindertauchen.
Wie soll ich mir das sonst vorstelle, mit 14 Jahren und 11 Monaten kann man mehr wie 18m nicht verantworten, und 6 Wochen später sind dann 30m völlig OK ???

Ein wiederspuch an sich.

Generell wollte ich das Thema nicht zu sehr aufbauschen damals am See, ich wollte nur den Vater dazu bewegen, mal über das Vorhaben und desen Ausgänge nachzudenken, manchmal fällt der Groschen erst später. wer er für sich keine Kontrolle hat, wird es ihm um so schwerer Fallen, seinem Sohn zu helfen bei Problemen.

Immerhin hätte er mir auch ein Märchen erzählen können getreu dem Motte, wir tauchen am Ufer im 8m Bereich, obwohl er die Seemitte anpeilt.

So ganz untätig war das ja jetzt nicht von meiner Seite, ich habe das hier mal breit getreten, und wenn auch nur ein Vater mal in Ruhe diesen Thread mitgelesen hat oder in Zukunft aufruft, und er daher vielleicht etwas konservativer an die Sache rangeht, und die Sicherheit des Sohnes vor die eigenen Interessen stellt, dann hat sich das hier schon gelohnt.

Das ausgerechnet jemand aus Dahab mit Blue Hole und Canyon vor der Türe da anderer Meinung ist, wundert mich nicht. Wäre ja unwirtschaftlich, die Gruppen noch nach Jugendlichen une Erwachsenen aufzuteilen, da man mehrere Guides bräuchte. Da ist es klar kein Problem, Empfehlungen auszureizen, und die Teenies mit den Erwachsenen mit zu schicken. Umgekehrt wird ja kein zahlender Gast ausgerechnet in Dahab im flachen Wasser bleiben, nur weil ein Teenie in der Gruppe ist.

Nur kann ich 40m Sicht und 25 Grad nicht mit 5m Sicht und 5 Grad verwechseln.
30.09.2012 14:16
"Warum nur dem Jüngeren??"

Ganz einfach, weil´s da tragischer ist, wenn so´n junger Kerl dauerversenkt wird.
Und bei den, wie Du ja auch schreibst, Granitresistenten ist´s mir egal.

Leider hat so´n Papa in so einer Situation eben den Gott-Status gegenüber jedem Aussenstehenden. Ähnlich wie meistens die TL bei ihren Anfängern. Und da hast Du recht, ist dann schwer was zuzusagen, wenn man gravierende "Mängel" erkennt. Und ja auch immer die Frage, ob einem das überhaupt zusteht. Im beschriebenen ´(wenn´s denn tatsächlich genauso abgelaufen ist..) Fall allerdings gibt´s keine 2 Meinungen, 1 erste Stufe hat in unseren Seen schlichtweg NICHTS verloren ! Da gibt´s eben Rabatz, bei sowas halte ich nicht hinter´n Berg. Und bei dem 15jährigen ist dann wohl eher die Chance, das er das ganze für sich nochmal kritisch hinterfragt.
Altersstarrsinn kommt ja erst später, dei denen sind die Knochen noch weich...
MatttiTL* / ÜL Tauchen
30.09.2012 15:02
Hallo Thorsten,

schade, dass deine Mail nur an mich per PM geschickt hast.

Laut Barakuda Ausbildungsrichtlinien dürfen zwei AOWD Taucher zusammen
Tauchen. (Aktuelle Barakuda Richtlinie, Seite 11) Hierbei gilt Füßnote 2:
BARAKUDA empfiehlt für alle Tauchgänge mit optimalen Umgebungsbedingungen (z.B. warmes, klares Salzwasser) eine maximale
Tauchtiefe von 40m. Bei nicht optimalen Bedingungen (z.B. eingeschränkte Sicht, Kälte, Strömung, ...) soll die Tiefe von 30m nicht
überschritten werden.

Du hast nicht berichtet, dass die aus dem Wasser gerufen haben Wir sind PADI AOWDS, wir dürfen das"...

Ein Barakuda AOWD hat die selben Tiefenlimits wie ein CMAS** und lernt im Barkauda Ausbildungsystem schon als OWDs das theoretische planen von Deko-Tauchgängen. Daher sollte man sie wenn man schon die Veraltete 4 Sterne Regel nutzt wohl auch wie 2** Taucher behandeln. Nach den Bedingungen dürfen sogar 2 OWDs alleine bis 20m Tauchen, wenn die Bedingungen stimmen.



Von Padi war bei der Diskussion bisher nie die Rede. Nur von AOWD - das bieten nun wirklich
viele Verbände an, mit unterschiedlichen qualifikationen.

Ich will aber gar nicht abstreiten, dass im 2** Kurs mehr taucherisches können verlangt wird als bei einem AOWD. Trotzdem sind die Tiefenlimits eventuell gleich (je nach Verband)

Bei allen Verbänden in Deutschland ist für den 2* und 3* bei 40m Schluss. Bei Barakuda AOWDs auch. Nur weil die Deco 2000 bis 63m soll man nicht so tief tauchen. Luft Tauchgänge auf dieser Tiefe sind genau so Verantwortunglos wie
das Tauchen mit nur einer ersten Stufe im "flachen" kaltwasser


Auch sind die Ausbildungsystem nicht so unterscheidlich wie du vermutest. Ein Crossover von PADI zu einem CMAS Verband läßt sich in 2-3 Tagen machen und benötigt keine Wochen, da die Ausbildungsstandarts eh sehr ähnlich sind.

Mit Barkauda ist der Verband IAC gemeint (Namenswechsel)

Viele Grüße
Matti
ag2908PADI Staff Instr.
30.09.2012 15:30
@toto1495
"Wie soll ich mir das sonst vorstelle, mit 14 Jahren und 11 Monaten kann man mehr wie 18m nicht verantworten, und 6 Wochen später sind dann 30m völlig OK ??? "
Irgendwo muss man eben eine Grenze ziehen
Autofahren darf man eben auch nicht mit 17 Jahren und 10 Monaten, aber mit 18 Jahren darf man dann.
Ich habe schon einige 14-15 Jährige ausgebildet, denen ich mehr zutraue als manchem gestandenen Mannsbild

Grüsse aus Dahab
30.09.2012 19:58
@Matti

http://europeandiving.fr/index.php?option=com_content&view=article&id=224&Itemid=132

*** bis 60m mit Luft, wenn der CMAS-Verband in F anerkannt.
Sterben jetzt alle Franzosen die mit Luft tiefer als 40m tauchen oder sind verantwortungslos??
Für mich kann ich Deine Ansichten nicht nachvollziehen.

Glückauf
MatttiTL* / ÜL Tauchen
30.09.2012 23:15
Uwe: Deshalb ja auch meine Beschränkung auf Deutschland
Sterben tut man bei 60m nicht, die gefahr durch die Stickstoffnarkose steigt aber deutlich
MatttiTL* / ÜL Tauchen
30.09.2012 23:50
...und die Bildung von Mikroblasen auch. Sehr eindrucksvoll zeigt das der Taucherarzt Frank Harting mit seinen Doppler Untersuchungen nach Deep Air Tauchgängen.
Auch DAN hat dazu einiges:
http://www.diversalertnetwork.org/medical/articles/How_Deep_is_Too_Deep

"Some divers routinely dive to depths in excess of 165 feet/50 meters on air, although over recent years gas mixtures such as heliox and trimix have become far more commonly used for very deep diving as they are less narcotic. These divers are often, but not always, conversant with the substantial risks and demands of these dives and choose to push the limits for their own reasons. Such divers are usually well equipped and well prepared for the dives. Most usually manage to get away with diving to these depths with no apparent problems, others do not. Some of the unfortunate ones are left with permanent disability; others die."

Aber darum ging es in den Thread ja ursprünglich gar nicht

01.10.2012 20:01
@Matti,

die medizinischen Dinge sind mir sehrwohl bekannt.
Mich störte nur ... verantwortungslos... als unpassende Wortwahl.
Kenne einige Tauchmediziner die, wie ich, mit Luft auch tiefer als 40m tauchen. Die Mikroblasen sind bei entsprechenden Profilen beherrschbar, ebenso die Stickstoffnarkose.
Helium sollte m.M.n. wegen seiner Knappheit nicht so inflationär im Tauchen verwendet werden.

Glückauf

P.S. die Ergebnisse von Frank Harting sind wichtig, aber nicht ohne weiteres zu verallgemeinern, Erläuterung würde hier den Rahmen sprengen
MatttiTL* / ÜL Tauchen
02.10.2012 00:12
UWE: OK - verantwortungslos war wirklich nicht die richtige Wortwahl. Vieleicht besser "Risikobehafteter".

Ich bezog mich auf eine Privat erhaltnene Mail in der es um Tauchgänge bis 63m (wofür 2** und 3*** Taucher nach Meinung des Absenders ausgebildet sind und welche, die man früher bis 71m durchgeführt hat).
Diese finde ich mit Luft absolut Grenzwertig und oft nicht mehr SICHER beherrschbar.
ogroetenich lebe noch
02.10.2012 18:06
Bei solchen Tauchgängen spielen ganz andere Risikofaktoren mit:

63m -> 7,3bar Umgebungsdruck, führen zu einem Sauerstoffpartialdruck von 1,52bar. Ok, die 120 Minuten Einwirkzeit sind tatsächlich noch beherrschbar. Allerdings schon jenseits der empfohlenen 1,4 bar ppO2

Nach Empfehlungen der NOAA ist bei 66m eh Schicht im Schacht, da sind die 1,6 bar ppO2 erreicht.

Tiefenrausch sind von der Tagesform, der jeweiligen Person, einer gewissen Gewöhnng und noch ein paar unbekannten Faktoren abhängig. Ob das nun sicher beherrschbar ist oder nicht, dazu äusser ich mich nicht wirklich. Beherrschbar ist sicherlich die Dekompression und in Grenzen auch das Gasmanagement.

Insgesamt sind diese Tauchgänge sehr grenzwertig. Sicherlich ex- oder implodiert man nicht sofort. Die Risiken steigen aber exponentiell an.
03.10.2012 18:24
Zur Ursprungsfrage:
Mehr als Aufklaerung an die Beteiligten geht imho nicht. Diese selbst machen sich nicht irgendwie strafbar. Der Vater hat aber eine Garantenstellung gegenueber seinem Sohn und der Tauchgruppenfuehrer (sofern dies ein anderer ist) gegenueber allen. D.h. bei einem Unfall wird dann gerichtlich geklaert, ob sie der Garantenstellung gerecht wurden (da wird der eine Automat auch schon gewuerdigt werden) und wieweit Fahrleassigkeit im Spiel ist. Dabei werden die Richtlinien des Verbandes, dem sie angehoeren, mit beruecksicht.
toto1502VDST TL 1,Nitrox* TL, Gasblender Ausbilder , Padi ATL, Nitrox**
05.10.2012 13:15
Also nur mit 1 Stufe ist sträflich, aber mit 15 J
darf der Jugendliche in jedem Verband auf 30m.
Bei PADI reicht ein AOWD Partner,bei VDST ein ***
Buddy, also gegen die Tiefe als solche gibts Verbandtechnisch keine Einwände.
05.10.2012 17:25
Wird bloß bei einem Unfall interessant, ob Fahrlässigkeit im Spiel war: Da nützt dann auch nicht: `Mein Verband hat erlaubt, dass 2 OWDs miteinander tauchen dürfen` oder `wir haben die Sterenregel erfüllt...`, wenn sie aus Unfähigkeit schweren Mist gebaut haben.
alphafisch-trierPADI MI | CMAS TL**
05.10.2012 18:04
Ich hab neulich an der Ampel im Golf neben mir beobachtet, dass die Frau auf dem Beifahrersitz unangschnallt saß, ihre 2jährige Tochter auf dem Arm und eine brennende Kippe im Mundwinkel hatte.
a) Wie hätte ich reagieren sollen? Können?
b) Kann man Volkswagen dafür verantwortlich machen? Immerhin kann man unangeschnallt mit zwei Personen auf einem Sitz fahren.
c) Wer genau ist bei einem Unfall für die Verletzungen des Kindes verantwortlich?
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