Schau mal, Schaffel,
jede Linse – auch dein Auge – hat eine minimale Scharfstellgrenze. Das ist der Bereich, in dem sie noch scharf fokussieren kann. Wenn du nicht extrem kurzsichtig bist, kannst du das leicht selbst testen:
Halte deinen Finger etwa 50 cm vor dein Gesicht und schau ihn an. Geh nun langsam näher an dein Auge heran. Irgendwann erkennst du mehr Details, und irgendwann wieder weniger, weil das Bild anfängt zu verschwimmen.
Genauso verhält es sich bei einer Kamera – völlig unabhängig davon, ob es eine GoPro, Insta, Osmo, TG 5-7 oder eine Nikon Z8 ist.
Jede Optik hat ihre eigene Nahgrenze. Wenn du also sehr kleine Motive filmen oder fotografieren willst (z. B. Sexy Shrimp mit ~1 cm Größe), musst du sehr nah an das Objekt heran, damit es möglichst groß und detailreich im Bild erscheint.
Actioncams sind grundsätzlich auf Weitwinkel ausgelegt. Das hat zwei große Vorteile:
1. Verwackler werden besser kaschiert
2. Man bekommt möglichst viel Bildinhalt aufs Bild
Genau das macht sie aber für Makroaufnahmen erst einmal ziemlich ungeeignet.
Um trotzdem Objekte scharfzustellen, die sehr nah vor der Kamera sind, gibt es Vorsatzlinsen. Die funktionieren im Prinzip wie eine Brille für die Kamera und erlauben es, näher ans Objekt heranzugehen.
Vergleichbar wäre das beim Menschen mit einer Lesebrille oder einer Korrektur für Weitsichtigkeit.
Moderne Smartphones haben mittlerweile meist mehrere Objektive. iPhones besitzen z. B. ein Makroobjektiv, das im Kameramodus sichtbar umschaltet, wenn du sehr nah an ein Motiv herangehst. Makroobjektive sind von Grund auf so gebaut, dass sie sehr kurze Fokusdistanzen ermöglichen.
Die Olympus TG-5 bis TG-7 hat z. B. einen speziellen Makromodus, mit dem du von Haus aus bis auf ca. 10 mm an das Objekt heran kannst – das ist wirklich sehr stark.
Kurz gesagt: Alles ablehnen und trotzdem Makro wollen funktioniert nicht – einen Tod muss man sterben 😉.
Das Smartphone braucht im Divevolk im Vergleich zu anderen Lösungen recht wenig Platz und ist – trotz der immer wieder genannten Risiken – insgesamt am besten geeignet.
Du brauchst dafür auch keine Schiene und keine extra Lampen (wobei ich dir für Makro zumindest eine kleine Handlampe bzw. Taschenlampe empfehlen würde).
Für Weitwinkel- und Übersichtsaufnahmen ist ein Rotfilter Gold wert – mit der UWA-App, aber auch ohne möglich. Die Details kommen allerdings immer über Licht.
Die TG-5 bis TG-7 wäre ohne Gehäuse zwar kleiner, ist aber offiziell nur bis 15 m Tiefe freigegeben.
Actioncams haben zusätzlich den Nachteil, dass du – selbst mit Vorsatzlinse – kaum beeinflussen kannst, was genau scharfgestellt wird. Wenn der Hintergrund scharf ist, hast du darauf wenig Kontrolle.
Im Divevolk kannst du dagegen, wie beim Handy, einfach auf das gewünschte Objekt tippen – den Rest regelt das Smartphone dann selbst.
Die Physik lässt sich nicht austricksen ;)
PS: die letzten 6 Reels bei uns auf Isntragram https://www.instagram.com/philippeilers/reel/ hat Nina mit dem iPhone im Divevolk aufgenommen. (Freihändig aber mit Nauticam SMC-1 Vorsatzlinse)