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SchaffelAOWD/Solo-Diver

Action-Kamera: Welche kann auch Makro?

Geändert von Schaffel,

Hallo Beisammen,

da sich meine GoPro Hero 9 leider im letzten Urlaub verabschiedet hat, suche ich eine neue Action-Kamera.

Bisher bin ich mit GoPro gut gefahren und auch weitgehend zufrieden - bis auf ein Thema:
Im Makro-Bereich (nicht mega-winzig, sondern so Bereich Hohlkreuzgarnele bzw. Größe 1 cm) ist mit der GoPro 9 praktisch keine scharfe Aufnahme möglich.

Kann jemand sagen, ob die aktuelle Version Gopro Hero 13 hier besser ist???

Oder gibt es inzwischen andere Modelle, die in dem Bereich weiter sind - und bei denen man keine Abstriche machen muss?
Auch einen Rotfilter sollte es geben (idealerweise Backscatter Flip oder ähnlich).

Danke für Eure Erfahrungen!
LG Schaffel

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18.01.2026 15:10
Hallo, das mit den Action Cams und Makro kannst vergessen. Das funktioniert nicht.die sind dafür nicht gebaut. Auch die verbauten Sensoren sind zu klein. Die Action Cams sind für schnelle Bewegungen, und Weitwinkel gebaut worden. Und die meisten haben auch echt Probleme mit wenig Licht. Eine bessere Lösung ist sicher Divefolk Gehäuse mit uwacam app. Gibt's ja mittlerweile auch für Android.und die meisten Smartphones sind den Action Cams weits Überlegen.
m-n-nCMAS** / Nitrox
18.01.2026 17:09
Ich seh' das wie GSX1200 - eine Actioncam und Makro ist wie wenn du mit 'nem GTI Offroad fahren willst ... ist irgendwie nicht dafür gemacht. Ja es gibt Makrovorsätze, aber am Ende ist das alles Murks - scheitert oft schon daran, dass es nur eine relativ kleine Schärfeebene gibt und Du auf den winzigen Displays der Actioncams nicht wirklich was erkennen kannst. Mit einem Hugyfot-Gehäuse sieht das natürlich anders aus ... aber dann bist Du garantiert 4-stellig.

Wenn Du was Universelles suchst, dann versuch das mit dem Smartphone - ich habe damit (für meine Belange) zufriedenstellende Aufnahmen hinbekommen.
Wenn Du eher Fotos machen willst, dann käme noch eine TG5, 6 oder 7 in Betracht ... für Video (oder beides) würde ich dann aber wieder zum Smartphone gehen.
pephotoSSI DM
18.01.2026 18:27

Hallo Schaffel,

Theoretisch geht das mit allen Actioncams, aber wie die Vorredner schon sagten ist es halt nur mit Vorsatzlinsenmöglich. Die billigen bieten dir auch nicht die guten Ergebnisse.
Der Nachteil bei den Axtioncams ist zudem noch du kannst den Fokus nicht setzen und musst auf gut Glück hoffen, dass das was du scharf haben willst auch scharf ist.

Was dir hilft ist natürlich der kleine Sensor, aber den hat zum Beipspiel das Smartphone auch.

Klare Empfehlung, Handy (Hat man sowieso) Divevolk mit Klemme und vernüpftiger Vorsatzlinse und einer Lampe für Licht (hast du warscheinlich sowieso.

Divevolk weil du den den Fokus setzen kannst, Sealife und die anderen bieten zwar mittlerweile auch vorsatzlinsen sind aber eingeschränkt in der Bedienung, Die UWACam App ist kein muss, schon gar nicht bei Makro. Da reicht auch die Standard Handyapp

VG

SchaffelAOWD/Solo-Diver
18.01.2026 19:03

Danke für die Infos - natürlich weiß ich, dass man bei Kleinzeug und Actioncam Abstriche machen muss - aber trotzdem wird es Unterschiede geben, schon die verschiedenen GoPro-Modelle haben sich hier unterschieden.

Ich möchte keine Zusatzlinsen und auch kein Licht verwenden (nur nachts), daher auch der Hinweis auf den Rotfilter.

Handy - ja, das wäre eine Überlegung - aber das ist halt eine ganz andere Größenordnung und wahrscheinlich viel Gefummel - und für mein Primärhandy wäre es mir auch zu riskant bzw. zu unpraktisch.

Daher die Fage konkretisiert: Gibt es eine Actioncam, die für Kleinzeug besser geeignet ist als die GoPro Hero 13?

LG Schaffel

pephotoSSI DM
18.01.2026 20:05Geändert von pephoto,
18.01.2026 20:11

Schau mal, Schaffel,

jede Linse – auch dein Auge – hat eine minimale Scharfstellgrenze. Das ist der Bereich, in dem sie noch scharf fokussieren kann. Wenn du nicht extrem kurzsichtig bist, kannst du das leicht selbst testen:
Halte deinen Finger etwa 50 cm vor dein Gesicht und schau ihn an. Geh nun langsam näher an dein Auge heran. Irgendwann erkennst du mehr Details, und irgendwann wieder weniger, weil das Bild anfängt zu verschwimmen.

Genauso verhält es sich bei einer Kamera – völlig unabhängig davon, ob es eine GoPro, Insta, Osmo, TG 5-7 oder eine Nikon Z8 ist.

Jede Optik hat ihre eigene Nahgrenze. Wenn du also sehr kleine Motive filmen oder fotografieren willst (z. B. Sexy Shrimp mit ~1 cm Größe), musst du sehr nah an das Objekt heran, damit es möglichst groß und detailreich im Bild erscheint.

Actioncams sind grundsätzlich auf Weitwinkel ausgelegt. Das hat zwei große Vorteile:

1. Verwackler werden besser kaschiert
2. Man bekommt möglichst viel Bildinhalt aufs Bild

Genau das macht sie aber für Makroaufnahmen erst einmal ziemlich ungeeignet.

Um trotzdem Objekte scharfzustellen, die sehr nah vor der Kamera sind, gibt es Vorsatzlinsen. Die funktionieren im Prinzip wie eine Brille für die Kamera und erlauben es, näher ans Objekt heranzugehen.
Vergleichbar wäre das beim Menschen mit einer Lesebrille oder einer Korrektur für Weitsichtigkeit.

Moderne Smartphones haben mittlerweile meist mehrere Objektive. iPhones besitzen z. B. ein Makroobjektiv, das im Kameramodus sichtbar umschaltet, wenn du sehr nah an ein Motiv herangehst. Makroobjektive sind von Grund auf so gebaut, dass sie sehr kurze Fokusdistanzen ermöglichen.

Die Olympus TG-5 bis TG-7 hat z. B. einen speziellen Makromodus, mit dem du von Haus aus bis auf ca. 10 mm an das Objekt heran kannst – das ist wirklich sehr stark.

Kurz gesagt: Alles ablehnen und trotzdem Makro wollen funktioniert nicht – einen Tod muss man sterben 😉.

Das Smartphone braucht im Divevolk im Vergleich zu anderen Lösungen recht wenig Platz und ist – trotz der immer wieder genannten Risiken – insgesamt am besten geeignet.

Du brauchst dafür auch keine Schiene und keine extra Lampen (wobei ich dir für Makro zumindest eine kleine Handlampe bzw. Taschenlampe empfehlen würde).
Für Weitwinkel- und Übersichtsaufnahmen ist ein Rotfilter Gold wert – mit der UWA-App, aber auch ohne möglich. Die Details kommen allerdings immer über Licht.

Die TG-5 bis TG-7 wäre ohne Gehäuse zwar kleiner, ist aber offiziell nur bis 15 m Tiefe freigegeben.

Actioncams haben zusätzlich den Nachteil, dass du – selbst mit Vorsatzlinse – kaum beeinflussen kannst, was genau scharfgestellt wird. Wenn der Hintergrund scharf ist, hast du darauf wenig Kontrolle.

Im Divevolk kannst du dagegen, wie beim Handy, einfach auf das gewünschte Objekt tippen – den Rest regelt das Smartphone dann selbst.

Die Physik lässt sich nicht austricksen ;)

PS: die letzten 6 Reels bei uns auf Isntragram https://www.instagram.com/philippeilers/reel/ hat Nina mit dem iPhone im Divevolk aufgenommen. (Freihändig aber mit Nauticam SMC-1 Vorsatzlinse)

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