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“Watte im Ohr” Barotrauma?

Geändert von Hans91,

Hallo Zusammen,

Ich habe Mitte Oktober meinen OWD im Zürichsee gemacht, und während einem Freiwassertauchgang im See evtl. den Druckausgleich auf 5 Meter etwas zu stark gemacht. Nach meinem letzten Freiwassertauchgang hatte ich 1-2 Tage das Gefühl Watte im Ohr zu haben, habe mir aber dabei nichts gedacht.

2 Wochen später hatte ich plötzlich das Gefühl Watte im linken Ohr zu haben. Dabei habe ich mir auch nichts weiter gedacht, und 600 mg Ibuprpfen eingeworfen. Am nächsten Tag war alles wieder normal. Genau eine Woche später das selbe Spiel, diesmal hat es jedoch 2 Tage gedauert bis ich links wieder normal hören konnte. Dann bin ich zum Allgemeinarzt und 2 Tage später zum HNO. Beide konnten nichts außergewöhnliches feststellen. Der HNO stellte fest dass bei meinem Ohrinnendruck die Kurven flacher verlaufen als vor 2 Monaten bei der Tauchtauglichkeitsuntersuchung. Keine weiteren Hinweise vom HNO.

Einen Tag später hatte ich Fieber und das Ohr machte wieder Probleme. Nach Konsultation einer erfahrenen Ärztin und grossem Blutbild: starke Entzündung, bakterielle Infektion. Antibiotikum für 7 Tage, Diclofenac + Nasonex. Nun gehen die 7 Tage zu Ende, und ich höre schon wieder gedämpft am linken Ohr...

Ich habe Angst mir win Barotrauma zugezogen zu haben. Da ich im Dezember 2 Wochen auf die Malediven fliege, möchte vorher unbedingt abklären was das ist. Hatte jemamd von eich schon einmal ähnliche Probleme? Oder kennt jemand einen erfahrenen HNO Arzt in Bayern oder der Schweiz der selbst auch taucht? Wäre euch sehr dankbar für Tipps!

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23.11.2021 00:07
in München Dr. Klingmann
23.11.2021 00:11
Hast/hattest du Ohrschmerzen?
Könnte auch ne ordentliche Entzündung sein. Wenn nach dem TG noch Wasser im Ohr zurück bleibt können darin alle möglichen Bakterien drin wachsen und gedeihen.

Deshalb nach dem TG mit Süßwasser waschen. Gibt auch so Sprays aus Isopropanol. Das betreibt das Wasser im Ohr und desinfiziert auch gleich.
Hatten in Malta die Apotheken alle vorrätig...
gr3yw0lflife is better in fins
23.11.2021 05:11
hm...

also wenn eindeutig eine bakterielle infektion vorliegt, ist deine angst vor einem barotrauma relativ unbegründet.
in zukunft viel früher mit dem druckausgleich beginnen (vielleicht schon vor dem abtauchen, spätestens auf 0,5m), nach dem tg die ohren gut trocknen und warmhalten, unter umständen vor dem tg (geht auch bereits 1-2tage davor) etwas medizinisches olivenöl in den gehörgang.

einen reinigungsalkohol wie isopropanol würde ich mir nie ins ohr kippen. erstens ist er wasserlöslich und zweitens greift er die lipidschicht im gehörgang an, was wiederum eher eine grundlage für gehörgangsentzündungen darstellt.


23.11.2021 08:03Geändert von Hans91,
23.11.2021 08:04
Danke für eure Antworten. Ich hatte nie Schmerzen, das war der Grund weshalb ich es relativ lange ignoriert habe. Eine normale Mittelohrentzündung war es bestimmt nicht, da die Belüftung immer gegeben war. Habe jetzt einen Termin bei einem kompetenten HNO, um es abklären zu lassen.
23.11.2021 08:18
Ein normaler Hörsturz fühlt sich auch so an. Trat das immer nach dem Tauchen auf? Wenn das wieder auftritt, sofort während der Symptome zum HNO oder in die Ambulanz einer Klinik.
23.11.2021 08:35
Das war auch mein erster Verdacht: Ein Hörsturz. Auch meine HNO Ärztin bei der ich zu Beginn war hat von einem "Mini-Hörsturz" gesprochen. Mein Problem tritt jede Woche für 2-3 Tage auf.
Dominik_Emind is like parachute
23.11.2021 09:39
Man kann sich bestimmt vorstellen, dass der ursprüngliche Auslöser für die Entzündung und alles dann folgende ein Barotrauma war. Nur mal ehrlich, es wird halt auch oft dann alles aufs Tauchen geschoben. Es ist ja so wie ich lese nach dem Tauchen alles wieder gut geworden, und dann kam Woche(n) später was großes ohne Tauchen. Das muss auch nicht zusammen hängen. Gründlich untersuchen, und halt nicht nur auf tauchspezifische Verletzungen, würde ich aber auf jeden Fall auch machen lassen bevor das den Urlaub verdirbt. Gute Besserung und viel Erfolg bei der Ursachensuche!
23.11.2021 11:05
Was auch immer der Auslöser war, ich tippe auf Hörsturz und das kann bei Wiederholungen zu dauerhaften Gehörstörungen führen. Deshalb würde ich das so handhaben, wie ich oben schrieb. Die Behandlung ist nicht immer einfach. Ich würde die Ursache nicht suf das Tauchen beziehen, bzw. das ist müßig. Die Tauchtauglichkeit mit Hörsturzproblrmrn muss ein HNO beurteilen, vorzugsweise wenn er Mitglied der GTÜM ist. Auf deren Homepage findedt du rine Liste.
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