„Oceans“ – die deutsche Version von „Plongez“
Geändert von Kurt-Eddington,Ich hatte das französische Magazin „Plongez“ vor ein paar Jahren auf der BOOT kennengelernt. Mein französisch ist nicht besonders gut, dass ich sie nicht wirklich lesen konnte. Aber beim Durchblättern hatte sie mir gut gefallen. Ein reichbebildertes Hochglanzmagazin mit Artikeln zu Tauchgebieten, Biologie, Expeditionen, dazu Informationen zu Produktneuheiten, Interviews – alles was man sich von so einer Zeitschrift wünscht.
Entsprechend spannend war es, auf der diesjährigen BOOT ein Exemplar der ersten Ausgabe der deutschen Version zu bekommen (zum sehr stolzen Preis von 14,50 Euro).
Das Heft orientiert sich stark am französischen Original, klar.
Chefredakteur ist Dietmar Fuchs (und natürlich gibt es gleich wieder einen Mehrteiler zu Taucheruhren. Das scheint ja sein Steckenpferd zu sein …).
Inhaltlich entspricht es dem, was ich vom französischen Muttermagazin kannte. Aber was mich extrem gestört hat ist, dass die meisten Artikel offensichtlich Übersetzungen aus dem Französischen sind, die leider sehr dilettantisch und möglicherweise mit einer KI oder einem anderen Onlinetool gemacht worden sind. Das ist mir zum ersten Mal aufgefallen, als von einem „Korallenhai“ geschrieben wurde. Hatte ich noch nie gehört und man konnte dem Zusammenhang entnehmen, dass es um einen Weißspitzen-Riffhai handelt. Der heißt auf Französisch „requin-corail“ – das erklärt den seltsamen Namen.
Und von solchen Fehlern wimmelt es: Fledermausfische werden als Plattfische bezeichnet, der „karibische Riffhai“ wird „karibischer Grauhaifisch“ genannt. Statt von Klaspern wird von Pterygopodien gesprochen, was nicht direkt falsch ist, da es den Fachbegriff schon gibt, aber er ist (anders als im Französischen) sehr unüblich in solchen Publikationen. Und so weiter, und so weiter Das Deutsch ist häufig befremdlich, teilweise lausig. Auch das sieht sehr nach schlechter KI Übersetzung aus.
Es ist nicht weiter überraschend, dass in „Oceans“ dieselben Artikel wie in „Plongez“ pubiziert werden. Und ich finde es nachvollziehbar, dass man auf Übersetzungsprogramme/KI zurückgreift. Aber dann sollte man die Texte überprüfen und - wenn nötig - redigieren. Das wurde hier leider nicht gemacht. Entsprechend schlecht ist das Ergebnis.
Kurz, es ist eine sehr schludrig gemachte deutsche Version der französischen Zeitschrift. Bei dem Preis würde ich mir doch etwas mehr Sorgfalt wünschen.