Tauchmedizin ist ein sehr interessantes Thema. Über alles rund ums Thema Gesundheit und Tauchen kann hier ausgiebigst diskutiert und geschnackt werden. Sehr kompetente Antworten sind garantiert - denn viele Mediziner besuchen dieses Forum.

Diabetes Typ 1

Hallo zusammen...meine 15-jährige Tochter taucht seit 3 Jahren (JOWD). Anfang des Jahres wurde bei ihr Diabetes Typ 1 festgestellt. Sie geht weltklasse mit ihrer Erkrankung um und hat bisher alles top im Griff. Meine Frau und ich (beide AOWD) stellen uns jetzt die Frage, wie schwer es sein wird, eine Tauchbasis zu finden, die meine Tochter tauchen lässt. Über ein umfangreiches tauchmedizinisches ärztliches Gutachten, sowie den besonderen Verhaltensregeln vor und nach dem Tauchgang, haben wir uns bereits informiert. Hat vielleicht der ein oder andere Erfahrungen, wie "gern gesehen" Diabetiker bei den Tauchbasen weltweit sind? Haben uns entschlossen, dieses Jahr erstmal der Unterwasserwelt fern zu bleiben, aber nächstes Jahr soll es wieder los gehen..........viele Grüsse Silver-Surfer
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10.02.2010 15:16
Hallo,
eigene Erfahrungen kann ich (zum Glück) nicht beisteuern.
Aber vielleicht als Tipp: Ein Bekannter (auch Diabetiker) benutzt so einen camelbak http://www.sackpack.de/shop/product_info.php?products_id=1941 (oder so ähnlich) mit Apfelsaft, Eistee o.ä. Hat er an seiner Flasche befestigt und der Schlauch ist am Jacket durch die Lasche für den Inflatorschlauch geführt, so daß er unter Wasser trinken kann. Klappt wohl ganz gut.
Zu Problemen auf Tauchbasen: wie gesagt, keine Ahnung. Aber wenn doch eine Tauchtauglichkeit vorliegt, dürfte der Basis das doch vermutlich egal sein. Die Verhaltensregeln vom Arzt sollten natürlich berücksichtigt werden.
10.02.2010 16:08
Hallo,

laut Handbuch der Tauchmedizin setzt Tauchen mit D.m. ein Mindestalter von 18Jahren zur Erlangung der TT vorraus.
Nur als Hinweis für Versicherungsfragen.
Grüße
Uwe

P.S. die Diabetiker mit denen ich schon Tauchen war haben es der Basis aber nicht dem Buddy verschwiegen.
11.02.2010 10:23
Hallo Silver Surfer,

meiner Erfahrung nach gibt es auf vernünftigen Tauchbasen keine Probleme mit Diabetes.
Laut "Moderne Tauchmedizin" von Klingmann & Tetzlaff sollte jedoch im ersten Jahr unter Insulintherapie nicht getaucht werden. Zudem darf der Taucher mind. 1 Jahr keine Hypoglykämien oder Hyperglykämien gehabt haben, bei denen er auf die Hilfe 3. angewiesen war.

Ich selber habe bereits mit mehreren Gästen mit Diabetes Tauchkurse durchgeführt.
Als nützliches Mittelchen gegen eine Hypoglykämie und der daraus resultierenden Bewußtseinseintrübung hat sich Jubin erwiesen.
Die Tuben sind ohne Probleme im Jacket mitzuführen und auch UW zu konsumieren. (ist zwar furchtbar klebrig, aber es hilft )
Du kannst Dich hier mal über die Preise informieren, da dies leider nicht von der Krankenkasse gezahlt wird: http://www.preisroboter.de/ergebnis5298691.html

Auf keinen Fall würde ich den Diabetes der Tauchbasis verschweigen, denn die Symptome einer Hypoglykämie könnten mit einer DCS II, bei der es auch zu Bewußtweinseintrübungen kommen kann, verwechselt werden. Allerdings hilft im Fall einer Hypoglykämie Sauerstoff recht wenig.
Informiere Dich am besten im Voraus, wie es die von euch gewünschte Tauchbasis mit Diabetes und Tauchen hält.


Eine weitere interessante Seiten sind: http://www.diabetes-world.net/Portal-fuer-Patienten-und-Interessierte/Diabetes-behandeln/Bewegung-und-Sport/Sportarten.htm?ID=3010&MID=3010
http://www.diabetes-kids.de/artikel/tauchen-mit-diabetes-unter-wasser-254


Viel Spaß beim Tauchen und erlebnissreiche Tauchgänge

Der Zwerg
11.02.2010 11:06
Der Tipp mit Jubin ist toll. Ich habe keine Diabetes, aber wegen der Schilddrüse manchmal Unterzucker. Ist blöd deswegen den Tauchgang abzubrechen. Ich werde das mal versuchen, den Traubenzucker am Stück funktioniert nur ohne Handschuhe.

Gruß Dagmar
11.02.2010 11:54
Mein Hauptbuddy hat auch Diabetis (mit so einer Pumpe). Wenn man es langsam angeht (besonders UW) ist das kein Problem. Hin und wieder waren die Zuckerwerte allerdings grenzwertig (vorher/ nachher messen). Er führt immer eine Zuckertube mit (Jackettasche, Herzseite). Die Tauchbasis weis bescheid und sollte auf alle Fälle bescheid wissen (Notfallkette,...)! Zur Sicherheit werden noch ein paar Knoppers am Einstieg deponiert. Bis jetzt wurden die nur einmal geklaut.
Vorsicht sollte man beim Tieftauchen mit EAN walten lassen.
Irgendwie verschiebt sich die pPO2 Verträglichkeit nach unten. Mit EAN32 in 35m Tiefe gabs mal richtig Probleme (anfänglicher Sauerstoffkrampf - ging nochmal gut). Einfach nicht zu tief tauchen. So bis 25m sollte reichen, oder auf EAN einfach verzichten.

Gruß,
André

PS: auf mein medizinisches Wissen geb ich keine Garantie. Am besten ihr diskutiert das nochmal mit einem Spezialisten.

11.02.2010 11:56
Ach ja, nur kurz am Rande: durch die erhöhte Abgabe von Aceton in der Atemluft ist Rebreathertauchen nicht möglich (maximal aktives SCR).
11.02.2010 15:54
Hallo,

@Zwerg

Du hast einen entscheidenen Hinweis aus dem von Dir genannten Buch vergessen!!
Mit insulinpflichtigen D.m. besteht erst ab 18Jahren (in Ausnahmefällen 16) TT.
Die Tochter ist 15 und somit keinfalls TT.

Grüße
Uwe
11.02.2010 16:45
@AFN:

bei einem nicht total beschissen eingestellten Diabetiker sollte aber keine Abgabe von Aceton über die Atemluft erfolgen!

Aceton in der Ausatemluft ist ein deutliches Zeichen für eine Insuln-Unterversorgung bzw. eine schon beginnende Ketoazidose.

Damit dann auch noch Tauchen zu gehen, naja...

Ansonsten sind die Tips mit Jubin sehr gut. Generell lasse ich mich beim Tauchen von nix abhalten

Gruß

Tobias
11.02.2010 16:52
@ Uwe-Re

Danke für den Hinweis. Hatte ich doch glatt überlesen

Gut Luft

Der Zwerg
11.02.2010 17:13
@Tobias

stimmt schon, was du sagst. Normal wird kein Aceton abgegeben, aber weisst du vorher genau, wieviel Insulin benötigt wird? In der Praxis ist das manchmal (zum Glück selten) schwer kalkulierbar, zumal sich der Tauchgang eh nie genau planen lässt. Tauchte man mit Rebreather und beommt eine Insulinunterversorgung, hat man gleich zwei Probleme. Gut, bail it out... aber zumindest hat der Arzt vom Rebreathertauchen abgeraten.
11.02.2010 17:49
@AFN

Bei einem normaler Sporttauchgang würde ich sagen, wer seinen Insulinbedarf so schlecht im Griff hat, dass er innerhalb dieser Zeit in so eine massive Unterversorgung mit Ketoazidose gerät, der sollte lieber gar nicht tauchen!

In der Regel dauert es ja einige Stunden bei massiv erhöhten Zuckerwerten, bis man in eine Ketoazidose gerät. Da müssten also vor dem TG schon anzeichen da sein (Ketone im Urin bei Zuckerwerten von 250 oder höher!)
Daher ja auch die oft gehörte Regel, den TG mit Werten um die 180 beginnen um eine gewisse Reserve zu haben. Bei 250 ohne Ketone heisst es ja aber auch noch das man tauchen gehen kann.
Mit Ketonen dann aber zu 100% nein, und das auch ohen Rebreather...
Schwierig wird es bei Tauchgängen, die mehrere Stunden dauern, sprich anspruchsvolle technische Tauchgänge - dafür bekommt man als Diabetiker aber eh keine Freigabe

Für die normalen TG im Sporti-Bereich denke ich kann man auch bedenkenlos mit einem Rebreatcher tauchen, wobei man ihn da aber eigentlich auch nicht braucht. Es gibt aber irgendwo sogar ne Webseite eines tauchenden Diabetikers, der sich extrem positiv übers Rebreathertauchen äussert.

Ich kann da aber nicht aus Erfahrung sprechen, da ich nur mit offenem System tauche, da aber auch etwas über den normalen Sporti-Bereich hinaus.

Generell denke ich, das man für normale TG im Sport-Bereich keinen Rebreather unbedingt braucht und kann dann ja auch als Diabetiker gut drauf verzichten.

Viele Grüße, immer gut Luft und immer genug Restzucker im Blut

Tobias
11.02.2010 19:29
Nur schnell zum Stichwort Jubin:

Was da für 1,50 - 1,90 Euro verkauft wird, kann sich jeder mit einer Küchenwaage für einstellige Centbeträge selbst machen.

@ Silver

Du hast Mehl!
11.02.2010 20:02
@Tobias
ein aktiver SCR ist Sporttauchen und ich schrieb, dass das geht.
Zur Diskussion standen damals eher CCR, pSCR und hast du nicht gekauft. Und dies läge außerhalb des Sporttauchens.

Zu deinen medizinischen Angaben kann ich nix sagen, da ich keine große Ahnung davon habe, worauf ich bereits hingewiesen hatte. Ich habe nur das erzählt, was mir einer erzählt hat, der es von einer Ärztin erzählt bekommen hat.
Nach der soll es bei einem O2CCR Probleme geben können.

Ich glaube aber auch nicht, dass Silvers Tochter mit so einem Ding tauchen will...

Best Regards,
André
CabrinhaCMAS ***
12.02.2010 19:24
Eine Bekannte von mir hat auch Typ 1 und das tauchen ist überhaupt kein Problem bei ihr.
Sie hat vom Arzt zusätzlich zur TTU immer noch einen extra Zettel zur Info der Tauchbasis. Damit hatte sie noch nie ein Problem und konnte bis jetzt überall wo sie wollte tauchen gehen.

Vielleicht fragt ihr auch den Arzt der Tochter ob er nicht noch zusätzlich etwas ausfüllen kann, dass es kein Problem ist, wenn sie mit Typ 1 tauchen geht. Natürlich nur, so fern es denn wirklich kein Problem bei ihr sein sollte.
12.02.2010 19:31
@ cabrinha

Ganz so einfach ist die Problematik nicht, und mit einem Zettel für die Tauchbasis ist es wirklich nicht getan.

Schade, dass Silver hier im Forum schweigt und auch auf meine Mail nicht reagiert.
13.02.2010 20:45
Hallo,

@Cabrinha

Du schreibst totalen Unsinn!!! Keine TT für Kinder mit D.m.!!! Ließ vielleicht mal ein Fachbuch.

Grüße
Uwe
15.03.2010 22:13
...upps...da hat wohl jemand teilweise was über meine Erlebnisse berichtet-na sowas und ganz schnell wird ein Haufen Quatsch dazu geschrieben
...toll!
@Tobias n.E.
Du solltest Dich unbedingt mal mit dem Thema "Azidose" und deren verschiedenen Formen beschäftigen (hauptsächlich auch, wenn Du gern tief tauchst oder EAN benutzt)+(Ketone entstehen nicht nur bei Insulinmangel) bevor Dir ähnliches wie mir passiert, was ich Dir nicht wünsche-es hätte bei mir auch ganz anders ausgehen können...und zum Glück bin ich jetzt auch ein bißchen schlauer
...der Urin-Test hinkt immer der Zeit hinterher-besser sind da Blutzuckermeßgeräte, die ß-Ketone messen können-nur mal so am Rande
...und da bei mir die Diabetes in dem Moment sicher nicht dafür verantwortlich war, kurz zusammengefasst:
-eine Azidose kann fast jeden ganz schnell und unverhofft erwischen, selbst wenn er noch so gesund ist-wenn Grenzen überschritten werden ist halt Schicht im Schacht-meine ist seitdem bei max. 1,4 PO2 und beim kleinsten Anzeichen von Unwohl oder irgendwas geht es langsam

Sorry, wenn´s am eigentlichen Thema vorbei ging-wollt es nur mal schnell los werden...ansonst wünsch ich immer gut Luft!
Antwort