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GlentaucherPADI Rescue + Spezialbrevets von PADI; Nitrox CMAS; TDI Rebreather3220 TGs

Nord-Molukken/Halmahera, 04/2019

Das Schiff bietet Platz für 14 Passagiere. Es hiess früher "MY Liburan Paradise", wurde vor ein paar Jahren komplett erneuert und überholt. Bei näherem Hinsehen erfolgte dies jedoch meist kosmetisch. Noch immer bzw. schon wieder lottert es hier und dort. So tropft zum Beispiel Wasser vom Oberdeck auf den Speisetisch im Hauptdeck. Ferner sind die Abläufe in den Nasszellen der Kabinen verstopft. Die Duschen geben in einigen Kabinen nur Wasser in Tröpfchenform von sich. Unsäglich ist Wolke aus Abgas und Russ, welche die Maluku Explorer während der Fahrt hinter sich her zieht. Positiv hervorzuheben ist das grosse und bedarfsgerecht ausgestaltete Taucherdeck des Schiffes. Auch sind die beiden Beiboote aus Hartschale äusserst taucherfreundlich; keine wackeligen und schwabbligen Schlauchboote, wie man dies andernorts antrifft. Die Verpflegung an Bord war reichhaltig, aber etwas eintönig - Geflügel und Kohl. Die Hauptmahlzeiten waren stets lauwarm Der Grill auf dem Heck des Schiffes war leider nur einmal in Betrieb. Wir vermissten Schnittsalate und Joghurt, auf anderen Schiffen in dieser Preisklasse eine Selbstverständlichkeit. Die Besatzung zählte ebenso viele Leute wie Passagiere. Die Beibootfahrer und Diveguides waren stets beschäftigt. Auch jene in der Küche hatten genug zu tun. Es gab aber nicht wenige, die stets am Handy hingen, Blödsinn trieben, rumquatschten und uns beim Ausrüsten zuschauten, jedoch ohne Hilfe zu leisteten, wenn diese oder jener von uns Mühe hatte, den Anzug über die Schultern zu ziehen oder sich in die Tarierweste zu zwängen. Ich störte mich daran, dass Teile der Besatzung das Sonnendeck, den Salon (diente als Schlafraum) und den Essbereich sogleich und voreilig für sich in Beschlag nahmen, wenn sie das Gefühl hatten, wir Gäste würden diese Räumlichkeiten nicht oder nicht intensiv genug für uns beanspruchen (das war vor allem abends der Fall). Davon war auch das Sonnendeck betroffen, weil dort oben der beste Handy-Empfang herrschte. Es gibt aber auch Positives zu erwähnen: der Tourguide aus den Niederlanden, Eric van den Berg. Er sorgte stets für gute Stimmung, ging auf die Bedürfnisse der Taucher ein und kennt sich aus wie kein zweiter. Ihn brachte einfach nichts aus der Ruhe. Die Tauchgebiete rund um den Archipel von Halmahera können als gut bis durchschnittlich qualifiziert werden. Sie mögen allerdings nicht mit Raja Ampat mithalten. Auffallend war die relative Fischarmut; nach Riesenschwärmen an Makrelen, Schnappern und anderen suchte man vergeblich. Nur einmal bekamen wir einen grossen Barrakuda-Schwarm zu sehen. Haie waren jedoch unsere regelmässigen Begleiter. Sehr schön sind die Makro-Plätze, welche sehr vielfältig waren und stets für Überraschungen sorgten. Äusserst interessant waren die beiden Landgänge, die wir unternahmen. Selbst auf den entlegensten Plätzen wollten die jungenEinheimischen mit uns "Langnasen" Selfies machen. Obwohl die Bevölkerung hauptsächlich muslimisch ist, sind keine Berührungsängste vorhanden – egal ob verschleiert oder nicht. Alles in allem eine abwechslungsreiche und lohnenswerte Reise in ein völlig unbekanntes Gebiet, das - bis auf die mit Plastik zugemüllten Strände - noch total unberührt ist.
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