Moin Moin,
Obwohl ich mit meinem M1 recht glücklich bin, möchte ich das Folgende nicht als Produktempfehlung verstanden wissen. Ich möchte aber auf ein paar Punkte aufmerksam machen, die man beim Kauf eines Haupt/Backupcomputers vielleicht im Auge behalten sollte:
1. Murphy sorgt meist dafür, dass man UW dann vom Haupt- auf den Backupcomputer wechseln muss, wenn man ohnehin in einer kritischen Phase des Tauchganges ist. Dann ist es günstig, wenn nicht noch zusätzlich Hirnschmalz (oder neudeutsch "taskload") investiert werden muss, um sich an die Bedienfunktionen des Zweitcomputers zu erinnern. Sprich: Es erleichtert das Leben ungemein, wenn Haupt- und Backupcomputer in Aufbau und Bedienung identisch oder möglichst ähnlich sind.
2. „Tekk“-tauchen heißt meist KTD (kalt, tief, dunkel)-tauchen. D.h., die Instrumente müssen zum Ablesen meist beleuchten werden. Ein permanent leuchtendes Display spart hier "taskload", da dazu keine Knöpfe gedrückt oder Lampen bewegt (Blendgefahr!) werden müssen. Zusätzlich ist es in völlig orientierungsloser Umgebung (tiefes oder trübes Freiwasser, Solotauchgänge, Buddy verloren...) ein optischer Haltepunkt, der meiner Erfahrung nach Orientierungsverlust durch Vertigo u.ä. wirkungsvoll unterdrücken kann. Zumindestens für den M1 kann ich sagen, dass bei in Brusthöhe gehaltenem Computer die Lichtstärke des Displays ausreicht, um in völlig dunklem Wasser die aufsteigenden Luftblasen gut zu sehen oder notfalls Uhr/Fini/Kompass abzulesen, ohne aber geblendet zu werden. Wer häufiger Freiwasseraufstiege unter solchen Bedingungen macht, wird das zu schätzen wissen.
3. Batterien geben meist dann ihren Geist auf, wenn man es am wenigsten erwartet. Bei Computern mit „low battery“- Automatik ist in diesem Falle mindestens die Beleuchtung des Displays stark reduziert. Das kann auf Dauer nervig werden. Es ist also günstig, wenn wenigstens einer der Computer eine ohne Spezialinstrumente selbst zu wechselnde Batterie hat. Die Reservebatterie muss dann allerdings „am Mann“ oder schnell zu beschaffen sein. Wie das z.B. bei der Suunto- Knopfzelle ist kann ich nicht beurteilen, ich halte hier den M1 mit seinen 2 AAA- Standardzellen sowohl von der Beschaffbarkeit als auch vom Preis der Batterien her für unschlagbar.
4. Der Computer ist das komplexeste und störanfälligste Tauchinstrument. Ich würde bei kritischen Tauchgängen als zusätzlichen Backup auf jeden Fall zu den guten alten Analoginstrumente (Fini, Tiefenmesser, Uhr als Sensoren) und der Verwendung von Brain 1.0 als Auswertesoftware raten
Gut Luft,
Hartmut