Hallo Atreyu,
ich bin gerade in Ausbildung zum Rettungstaucher beim Roten Kreuz. Danach mache ich weiter zum Ausbilder Rettungstauchen. Der Weg dorthin ist lange und beschwerlich (ca. 2 Jahre, wenn Ausbildung günstig liegt und nacheinander vom RK angeboten wird). Die Ausbildung ist am Wochenende und teilweise unter der Woche. Ich habe ca. 400TG und tauche schon ein paar Jahre, was sehr von Vorteil ist.
Kurz gefasst: der Weg zum Rettungstaucher (falls von Interesse)
1. Das "Pflicht-Drumherum"
- Erste-Hilfe-Ausbildung, nicht älter als 2 Jahre
- DRSA "Rettungsschwimmer" Silber, nicht älter als 1 Jahr
- Sanitätsausbildung Teil A und Teil B
- Wasserretter (beinhaltet u.a. Sanitätsausbildung Teil C)
- Einweisung in die Medizinal-Geräteverordnung
- Funkeinweisung
- Ausbildung und Prüfung für Leinenführer
- Methodik & Didaktik (Für Ausbilder Rettungstauchen)
Hier der Unterrichtsstoff der Ausbildung
2. Ausbildung und Prüfung für Rettungstaucher
2.1 Ausbildung ges. 105 UE
2.1.1 Theorie ges. 35 UE
A) Sicherheitsregeln 2 UE
B) DV und Führen des Taucher-Logbuches 1 UE
C) Tauchphysik 4 UE
D) Gerätekunde
a) Druckbehälterverordnung 0,5 UE
b) Aufbau und Wirkungsweise der Tauchgeräte 3 UE
und sonstiger Tauchausrüstungen
c) Kompressorenkunde und Füllen von Druckluftflaschen 2 UE
d) Pflege und Instandhaltung von Gerätschaften, Tauchhygiene 2 UE
E) Tauchmedizin
a) Physiologie, Anatomie, Taucherernährung 2 UE
b)Temperatur0,5 UE
c) Wirkung des Druckes (Drucksteigerung, 1 UE
Druckabfall, erhöhter Partialdruck, Druckausgleich)
d) Taucherkrankheiten und andere Erkrankungen, 6,5 UE
Tauchpsychologie
e) Druckkammerbehandlung 0,5 UE
F) Tauchgangsberechnungen 1,5 UE
a) Luftbedarf
b) Austauchtabelle
c) Wiederholungstauchgänge
d) Bergsee
G) Tauchpraxis
a) Leinenzugzeichen und andere Verständigungsmöglichkeiten 1 UE
b) Einsatzmöglichkeiten, Suchmethoden und
Orientierungstauchen 1 UE
c) Kennzeichnung und Sicherung von Einsatzstellen 0,5 UE
d) Tauchen unter erschwerten Bedingungen 1 UE
Strömung, Eis, geschlossene Räume, Dunkelheit,
kontaminiertes Gewässer, Schifffahrt)
e) Vorbereiten eines Taucheinsatzes und Anlegen 0,5 UE
der Ausrüstung
f) Vorbereiten eines Tauchganges 1 UE
Einstieg, Abstieg, Arbeiten, Aufstieg
g) Notsituationen: 0,5 UE
Verhalten bei
- Panik
- Verhaken des Rettungstauchers
- defektem Gerät
(Unterbrechung der Luftzufuhr, Abblasen des Atemreglers,
anderen Mängeln)
- Leinenblockade (Signale kommen nicht an)
H) Naturschutz 2 UE
I) Allgemeine Prüfungsvorbereitung 1 UE
in Frage und Antwort
2.1.2 Ausbildung in Praxis an Land ges. 20 UE
A) Gerätekunde - ABC-Ausrüstung, Tauchgerät und 3 UE
Zusatzausrüstung
B) Montage der Gerätschaften und Funktionsprüfung 1 UE
C) Erklärung der Wirkungsweise und Funktion von 2 UE
Taucher-Auftriebsmitteln
D) Planung und Vorbereitung von Tauchgängen, Bereitstellen 2 UE
und Anlegen der Tauchausrüstung
E) Knotenkunde, Leinenführung und Leinenslalom 5 UE
F) Suchmethoden, Orientierungstauchen, Bergen 2 UE
G) Kompaßkunde1 UE
H) Instandhaltung von Tauchgeräten, Tauchhygiene, Desinfektion 2 UE
I) Unterweisung Kompressor 2 UE
2.1.3 Ausbildung im Schwimmbecken mit klarer Sicht ges. 20 UE
A) Ausbildung mit ABC-Ausrüstung 6 UE
a) Übungen mit ABC-Ausrüstung
Einführung Schnorcheln mit Abtauchen, Druckausgleich
b) 3 x 25 m Streckentauchen mit jeweils 1 Minute Pause
c) Brille unter Wasser abnehmen, aufsetzen und ausblasen
d) zwei verschiedene Sprünge (Fußsprung vorwärts und rückwärts)
von 1 m Höhe oder Beckenrand
e) 1000 m Schnorcheln in Brust- und Rückenlage ohne Armbewegung
f) 500 m Schnorcheln mit einer Flosse und Armbenutzung
g) 35 m Streckentauchen
h) 60 Sekunden Zeittauchen unter Zurücklegung einer Strecke
von mindestens 10 m
i) schnellste Rettung eines "bewusstlosen" Gerätetauchers
vom Beckengrund
- 100 m Anschwimmen
- fachgerechte Rettung
- anschließend 200 m Transportschwimmen
- Ablegen der Ausrüstung und an Land bringen
- Reanimation und stabile Seitenlage
B) Ausbildung mit Tauchgerät 14 UE
a) 2 Sprünge aus einer Höhe von 1 m,
Fußsprung vor- und rückwärts
b) 200 m Schnorcheln
c) Brille ausblasen
d) mit Hilfe kombinierter Auftriebsmittel im Wasser schweben
und mit Partner mindestens 2 Minuten simulierte Wechselatmung
ohne Flossenbewegung
e) Wechsel eines Tauchgerätes unter Wasser
f) Gerät aus 25 m antauchen und anlegen
g) Leinenzieltauchen aus mindestens 20 m mit verdunkelter Brille
h) Retten eines verunglückten Tauchers
i) Kontrollierter Notaufstieg
2.1.4 Ausbildung im Freiwasser ges. 30 UE
A) Ausbildung mit ABC-Ausrüstung 3 UE
Übungen in Anlehnung an AV /PV, Ziffer 8.1.3 A
(siehe 2.1.3 A ), vom Ausbilder Rettungstauchen auszuwählen
B) Ausbildung mit Tauchgerät 27 UE
Nach erfolgreicher Beendigung der bisherigen Ausbildung
kann mit Tauchabstiegen im Freiwasser begonnen werden:
a) Es werden Tauchgänge mit zunehmender Tiefe durchgeführt,
wobei ein Ausbilder T den Anwärter begleitet. Diese Einführung
kann durch einen erfahrenen Rettungstaucher fortgeführt werden.
(Ein Rettungstaucher gilt als erfahren, wenn er mindestens
100 Tauchgänge nachweisen kann.)
Er wird vom Ausbilder T bestimmt.
b) Zeigt der Tauchanwärter entsprechende Sicherheit, so sind
folgende Übungen durchzuführen: Übungen laut "Prüfungs-
bogen Rettungstaucher" und andere Übungen bis 20 m Tiefe.
Die Ausbildung muß mindestens einen Tauchgang bei Nacht
und einen nach Möglichkeit in Strömung beinhalten.
2.2 Prüfung
2.2.1 Prüfung in Theorie
Schriftliche und ggf. mündliche Prüfung
A) Physik
B) Ausrüstung
C) Medizin
D) Praxis
E) Sicherheitsregeln
F) DV, AV /PV
2.2.2 Prüfung in Praxis
Prüfung in Praxis laut "Prüfungsbogen Rettungstauchen"
Die Ausbildung und die Vorraussetzungen sind sehr anspruchsvoll und zeitaufwendig. Wenig Freizeit, wenig Fun-Tauchen. Ziel dieser Ausbildung ist das Beherrschen der Vermisstensuche und nicht das Beherrschen des Fun-Divings. Deswegen verstehe ich nicht den Sinn deiner Frage in der Du Rettungstaucher bzw. Bergungstaucher in gleichem Atemzug mit Basenbesitzer im sonnigen Süden nennst.
Vielleicht hilfst Du uns auf die Sprünge?!?
Grüße
Blechi