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Tauchen und Ironman

Geändert von max007,

EinArzt sagte mir einmal: "Nach einem Ironman sieht dein Imunsystem ungefähr so aus, wie das imunsystem eines Aidskranken im Endstadium. - Wenn als Triathlet an einem Rennen teilnimmt und das ganze an einem Ort, der zum Tauchen einläd, dann fragt man sich natürlich "Kann ich dort tauchen" und wenn, dann wann am besten. Vorher oder Nachher?
Vorher: Ich zweifele daran, dass Tauchen vor einem ironman Rennen eine gute Idee ist, da es sich auf dei Leistungsfähigkeit auswirkt? Also ein Woche vorher nicht mehr tauchen (und davor hat man wegen Traing auch keine Zeit dafür und ausserdem muss man sich ja auch noch vorher an ein neues Klima gewöhnen?
Nachher: Nun wie verträgt sich Tauchen mit einem "Imunsystem im Alarmzustand"? Eigentlich kann man ja Tauchen so gestalten, dass es "erholsam" ist, also nicht zu tief und nicht zu lange. Aber leider läßt sich ja nicht alles vorher planen und Überraschungen sind beim Tauchen nie auszuschließen.
Also kurze Frage langer Sinn: Vor dem Hintergrund, dass die Erholung nach einem Ironman mehrer Monate beträgt, wie realistisch ist es in der den ersten zwei Wochen nach einem Triathln Rennen wieder Tauchen zu gehn?

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Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
30.09.2019 17:11
Ich bin selbst weit weit weg davon einen Ironman absolvieren zu können, aber den Spruch des Arztes mit dem AIDSkranken halte ich für einfach nur krass daneben.

Warum sollte sich denn tauchen vor dem Wettbewerb auf die Leistungsfähigkeit auswirken? Ich mein, Du wirst ja nicht 15 Minuten vor dem Wettbewerb tauchen wollen, oder? Tag oder zwei vorher einen entspannenden TG, warum nicht? Und im Gegensatz zu allem was beim Ironman an Anstrengung ansteht sind Freizeit-TGs doch echt die reinste Erholung. Bisschen langsam angehen lassen und schon einen Tag warten würde ich halt vermutlich wegen der Restsättigung, aber da kann man ja sein Profil auch entsprechend wählen.

Nach dem Ironman, ich halte es bei (objektiv viel kleineren, aber ich bin ja auch weniger fit als Du) Belastungen so, dass ich tauchen gehe wenn ich mich nichtmehr total zerstört fühle. Komplett wie aus dem Ei gepellt muss ich nicht sein, tauchen hilft ja sogar ;) . Ich würde vermuten das merkst Du selbst am besten...
30.09.2019 19:43Geändert von MrShellShock,
30.09.2019 19:43
Grüß dich!

Also, das Statement von deinem Doc finde ich auch ein wenig gewagt. Ich weiß allerdings von Rad-Profis, dass die während/nach längeren Rennen extrem anfällig für Infektionen usw. sind. Dass du nach einem Iron Man (Hut ab!) immunologisch nicht perfekt auf der Höhe sein wirst, ist also definitiv nicht komplett aus der Luft gegriffen. Dazu kommt die Frage, wie es nach so einer Belastung um die Herz-Kreislauf-Aspekte steht. Da habe ich aber zu wenig Ahnung.

Auf der sicheren Seite bist du natürlich, wenn du nicht tauchst. Aber das weißt du selbst.

Wie bei so vielem beim Tauchsport wäre meine Herangehensweise, mich richtig gut zu informieren und mich dann, entsprechend der Informationen, sehr vorsichtig heranzutasten und ganz genau auf meinen Körper zu hören. (Abgesehen davon, dass ich bei einem Iron Man wohl nichtmal über die Startlinie kommen würde..) Davor würde ich zumindest die 24-Stunden-Flug-Oberflächenpause einhalten - besser 48 Stunden, da du ja bei körperlicher Belastung ein erhöhtes DCS-Risiko hast. Danach auf keinen Fall zu tief gehen, mit einem Buddy tauchen, der weiß, dass eventuell ein Risiko besteht, und, aus meiner persönlichen Vorbelastung: ganz teuflisch auf deine Ohren aufpassen. Die sind sicher Angriffspunkt Nummer 1. Sprich aber auf jeden Fall im Vorfeld noch mit einem Kardiologen. Dir eine Infektion einzufangen ist eines (zumindest, wenn brauchbare, ärztliche Versorgung vor Ort ist). Wenn dein Kreislauf unter Wasser schlapp macht oder du gar Herzprobleme bekommst, was ganz anderes - und deutlich akuteres! Und da wirds dann richtig haarig.

Und natürlich bin ich kein Medizinier und es ist durchaus möglich, dass ich einen oder mehrere Aspekte komplett übersehe. Bist du DAN-versichert? Dann ruf doch mal bei deren Hotline an. Die können die Rsikofaktoren sicher deutlich besser einschätzen.
30.09.2019 20:19
Vielleicht ist die Wortwahl des Arztes etwas unglücklich, aber inhaltlich sicher zutreffend wenn man es auf die "Leitzellen" der HIV-Erkrankung bezieht. Hochleistungssport ist manchmal wenig gesund😂😂
Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
30.09.2019 20:35Geändert von Dominik_E,
30.09.2019 20:36
Naja Uwe, aber mal ehrlich, der Horror den AIDS unter die Menschheit brachte mag in den Industrieländern dank der ART stark gedämpft worden sein. Sehr viele HIV-Infizierte sind weniger privilegiert. Ein Vergleich zwischen "AIDS im Endstadium" und einem sicherlich erschöpften, sicherlich einige Blessuren mit sich tragenden Ironman - Teilnehmer ist nicht nur deshalb vollkommen absurd. Hat mit dem Tauchen nichts zu tun, aber zu so jemandem würde ich sofort jedes Vertrauen verlieren. Wie groß ist denn typischerweise nach einem Ironman die CD4-Zellzahl? Doch wohl komfortabel oberhalb 200, oder?
30.09.2019 20:58
Dominik

wo hast Du die Erkenntnis her? komfortabel?? was bedeutet das 10, 100 oder was auch immer? Was Du machst oder denkst, ist doch den Viren völlig egal😂😂 Ob Du oder auch nicht zu welchen Arzt auch immer gehst ist doch auch egal, oder?
Mit etwas Mühe und Geld findest Du die Daten in einigen internationalen Zeitschriften für Sportmedizin bzw. in Zeitschriften für innere Medizin. Es gibt eine Vielzahl.

Solange der TO sich wohl fühlt, kann er doch vorher Tauchen und gut ist.
Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
30.09.2019 21:09
Das ist andersrum. Wenn der Arzt behauptet Ironman sei wie AIDS, dann sollte er dazu eine Quelle zitieren können. Kann er natürlich nicht. Ansonsten aber klar, alles entspannt, ob ich dem vertraue oder ob er mich für kompetent hält interessiert uns beide glaube ich genausoviel wie einen Goldfisch die Schriftart der Pioneer-Plakette. Ist doch eine der schönen Eigenschaften der Welt ;)
30.09.2019 21:14
Du kennst den Arzt?? Vielleicht hat er ja einen solchen Artikel geschrieben??😂😂


Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
30.09.2019 21:21
Das wäre sogar ein noch viel schlechteres Zeichen, weil nichtmal die NCBI Datenbank per Suche nach "post exercise immunosuppression" einen Artikel findet der auch nur irgendwo annähernd eine Äquivalenz zu AIDS nachweist. Und die referenzieren ein paar Journale die wirklich wirklich nicht gut sind. Nicht auf jede Veröffentlichung ist jeder dauerhaft stolz, ne? ;)
Bert667CMAS***
30.09.2019 22:58
Solange du komplett entsättigt in den Ironman startest, sehe ich keine Probleme darin, vorher zu tauchen.

Und danach würde ich persönlich es so halten: Fühlst du dich normal und fit, dann geh tauchen. Dann spricht für mich nichts dagegen. Tauchen erhöht ja nicht pauschal das Infektionsrisiko o.Ä
01.10.2019 06:44
Zwischen dem Ironman und einem Triathlon liegt ein gewaltiger Unterschied.
Vor einem Wettkampf würde ich nicht tauchen aufgrund der Dehydrierung, 2-3 Tage danach sehe ich kein Problem.
KosmosPADI DM
01.10.2019 10:34
Ich glaube nicht, dass schon jemand auf solch eine Kombination gestossen ist. Auf jeden Fall habe ich noch nie jemanden gehört/gelesen der sich über diese Konstelation Gedanken macht.

Tauchen sollte man allgemein nur wenn man sich fit fühlt. Wann du dich nach einem Ironman fit fühlst weisst nur du. Ich kenne Leute die am nächsten Tag aufstehen als wäre nichts gewesen und andere die eine Woche down sind.

Probiers aus.... Vieles musste in unsere Gesellschaft getestet werden. Natürlich wie du sagst flach, easy....usw. Nimm nen Buddy deines Vertrauen mit (nicht irgend nen zugelosten Ferienbuddy) und spring rein. Anders wirst dus nie wissen.

Gib Bescheid
Hemminorm. TMX
01.10.2019 11:00
Interessante Frage, vor der ich im Jahr 2004 auch schonmal stand. Für mich war damals klar, dass ich auf Hawaii einen Tag tauchen werde und habe das angesichts der insgesamt 20 Tage dort mit dem Ironman am Ende nie in Frage gestellt. Ich habe den Tauchtag allerdings recht früh gemacht, am Anfang der zweiten Woche. Mehr wollte ich nicht machen. Grund war die Akklimatisierung, ich wollte ein leichtes Training in allen Disziplinen beibehalten, um mich an die Hitze, die hohe Luftfeuchte, den Wind und das Salzwasser zu gewöhnen. Das empfehle ich Dir auch, nicht dass der Wettkampf dann nicht optimal läuft. In Kona gab es damals eine nette Basis. Du kannst mir gerne eine Mail schreiben, vielleicht kann ich Dir noch das ein oder andere mitteilen.

Liebe Grüße und viel Erfolg, wenn Du finisht, wirst Du es nie vergessen.

Hemmi
01.10.2019 18:00
vielen Dank für die Infos ! Es wäre wirklich eine Schande nach Hawaii zu fliegen und dort nicht zu tauchen. Gleichzeitig möchte man natürlich trotzdem auch beim ironman ankommen und natürlich wieder relaiv gesund nachhause. Also Danke an alle !
Hemminorm. TMX
01.10.2019 19:06
Ich wünsche Dir nochmals einen tollen Wettkampf. Genieße ihn, die letzten Meter auf dem Alii Dive vergisst Du nie. Mach halt einen oder zwei Tauchtage mit genügend zeitlichen Abstand, damit Du Dich auf das Rennen fokussieren kannst. Zu Deiner Frage „Tauchen danach“: ich war einige Tage muskulär echt platt und auch müde, zum Tauchen hatte ich da keine Lust. Bin nur ganz locker geschwommen und etwas geradelt. Nach drei Wochen bin ich wieder getaucht, aber nur ganz entspannte TG.

Melde Dich mal, wie es Dir ergangen ist

Hemmi
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