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Speleo Helmlampen-Redundanz

Hallo Allerseits,
Eigentlich habe ich meinen Helm schon seit einiger Zeit (zu Gunsten einer Handrückenhalterung o. neudeutsch "Goodman…) entsorgt, insbes. wg. der Blendwirkung beim Tauchpartner.
Demgegenüber steht aber der Komfort (insbes. beim Leine legen). Aber das nur nebenbei, will hier keine "Philosophie-Diskussion anregen.
Hier meine eigentliche Frage...
Ich habe gegenüber der "Minimalanforderung von 3" immer mehr akkubetriebene Lampen dabei, da ich meistens Solo unterwegs bin. Dennoch nutze ich immer nur eine Lampe.
Beim Höhlentauchen in Italien (auch Frankreich) beobachte ich geleg. lokale Taucher, die während des Tg. alle Helmlampen u. somit nahezu alle mitgeführten Lampen überhaupt (Akkuversorgung mittels Kabel) eingeschaltet haben. Offensichtlich ein Vorteil erhöhter Gesamtlichtleistung.
Wie aber verhält sich diese Technik hins. der Redundanz?
Eine plausible Erklärung (aus meiner Sicht) wäre, daß eine Redundanz bei eingeschalteten Lampen eher gegeben ist, als bei ausgeschalteten, weil …
-Leuchtmittel während des Betriebs eigentlich nie ihren Geist aufgeben (auch ich habe Defekte bisher nur bei Ein-/Ausschaltvorgängen erlebt),
-Wassereinbruch in Akkutank o. Brenner mehr o. weniger unmittelbar erkannt werden,
-bei bekannter Akkuleistung mit einem vorzeitigen Spannungseinbruch nicht zu rechnen ist…

Diese Überlegung wäre dann doch prinzipiell bei allen kombinierten "Leistungs-Backup"-Lösungen (meint: Zusatzleistung durch Einschalten aller verfügbaren Leuchtmittel, bei gleichzeitiger Redundanz) anwendbar, unabhängig ob Helm oder nicht? Es spricht ja nix dagegen, noch `ne Batteriefunzel einzupacken….

Eure Meinung...

Gruss Incognito
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15.11.2006 14:23
Ich finde den Ansatz nicht sehr überzeugend. Meine Wahl wäre eine anständige Tanklampe mit EO-Connector, ein Lampenkopf in Reserve, und zwei gute LED Backup-Lampen (Heser, etc.).

Eine moderne HID Tanklampe gibt für die meisten Situationen mehr als genug Licht, wozu schalte ich da noch mehr Lampen an, und wo schnalle ich mir die hin?

Backuplampen brennen realistisch gesehen nicht mehr plötzlich durch. LEDs haben astronomische MTBFs, und mir persönlich ist in 8 Jahren (trockener) Höhlenforschung noch keine einzige LED gestorben.
15.11.2006 19:15

Hallo icongnito,

Bei Deiner Betrachtung muß man ein bischen auf den Werdegang blicken und dann erklärt sich vielleicht das ein oder andere.

Bei den von Dir angesprochenden Helmlampenatuachern ist es zumeist so, daß diese ohnehin einige Lampen dabei haben. Und weil die Lampen eine sehr lange Brenndauer haben, werden hier einfach mehrere Funzeln eingeschaltet. Diese Lösung finde ich nicht optimal, da die Lampen selten im Focus korrespondieren und man ganz sicher mehrere Lichtspots hat. ein geringer Vorteil mag bei extrem schlechter Sicht (<30cm) bestehen da die Lampen von außen das "Gefechtsfeld" beleuchten. Ganz nebenbei bleibt man mit dem Zeugs bei Oberkopfleinenverlegung (so was gibts - leider) auch noch superleicht hängen.

Besser finde ich eine gute Hauptlampe mit ausreichend Brenndauer. 2 gute Backuplampen die mind. jeweils die gleiche Brenndauer wie die Hauptlampe haben. Auch ich wähle eine Reservelampenkopf, lediglich nehme ich dort auch eine 3-W LED-Variante, da ich die bei Trockenpassagen auch als Stirnlampe einsetze, umd beim Kraxeln die Hände ganz frei zu haben.

Letzter Gedanke zu "Überredundanz":
Alles was Du mitnimmst, mußt Du verstauen, alles muß funktionieren (d.h. muß auch getestet und gewartet) sein, alles muß beherrschbar sein.
Belustigendes Beispiel "unser Mr. Bean" 20 Schreiber bei der Prüfung dabei und keiner geht.
Wenn man das beherzigt wird man feststellen, daß weniger eindeutig mehr ist.

Viele Grüße, Patrick
16.11.2006 22:34
"Wie aber verhält sich diese Technik hins. der Redundanz?"
10 Lampen fallen häufiger aus als 1, aber es ist trotz häufigerer Ausfälle seltener ganz dunkel. Dürfte klar sein.

"-Leuchtmittel während des Betriebs eigentlich nie ihren Geist aufgeben (auch ich habe Defekte bisher nur bei Ein-/Ausschaltvorgängen erlebt),"
Die eingeschaltete Lampe bewahrt ja trotzdem nicht vorm Defekt. Der Defekt (z.B. durch mechanische Beanspruchung) wird nur gerade im besonders belastenden Einschaltmoment offen zutage treten. Wenn die Lampe bei Tauchgangsbeginn ausfällt, weißt du nun also, daß sie bei sonst späterem Einschalten auch ausgefallen wäre...
Ich würde, wenn ich so viele Lampen dabei hätte, und nur 1 davon (und nicht die Hauptlampe) ausgefallen wäre, den Tauchgang nicht unbedingt abbrechen. Wenn du also auch nicht abbrichst, wenn der Defekt am Anfang auftritt, dann darf er bei Nutzung von mehr als einer Zweitlampe ja auch mittendrin auftreten.

"-Wassereinbruch in Akkutank o. Brenner mehr o. weniger unmittelbar erkannt werden,"
Ebenso: Nun weißt du`s früher, das ändert aber nichts am Ausfall selbst.

"-bei bekannter Akkuleistung mit einem vorzeitigen Spannungseinbruch nicht zu rechnen ist…"
Jedenfalls wird, wenn man nicht auf mehrere schwächere Lampen umrüstet, mehr Energie verbraucht. Man braucht also größere Akkus oder riskiert doch häufigeren Ausfall.
20.11.2006 13:45
Es ist eh schon riskant wenn Du nur mit Akkulampen in Höhlen unterwegs bist. Mindestens eine Batteriebetriebene sollte es also schon sein.

Alle Lampen einzuschalten finde ich persönlich deutlich übertrieben. Wenn der Träger/Taucher natürlich Angst hat dann liegt die Begrüpndung natürlich hierin .

Wenn ich mit Helm tauche dann habe ich in der Regel eine Helmlampe eingeschaltet. Bevor ich durch eine Engstelle tauche schalte ich eine zweite Lampe ein. Diese schalte ich nach der Engstelle aber wieder aus.

Warum?
Vielleicht sagt einer "Klar, Du hast Angst!"
Kann schon sein
Tatsächlich schalte ich vor der Engstelle eine zweite Lampe ein um mit hoher Wahrscheinlichkeit Licht bis hinter der Stelle zu haben. Mir ist einmal die einzige eingeschatete Lampe in einer Engstelle ausgegangen. Zufällig hatte ich da auch gerade meine Ausrüstung vor mir hergeschoben (ausgezogen versteht sich). Man kann auch im Dunkeln durch eine Engstelle kommen. Mit Licht ist es aber angenehmer. Vor allem dann wenn etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt.

Auch ich habe nicht nur drei Lampen beim Höhlentauchen dabei. Vielleicht habe ich aber auch nur Angst im Dunkeln...
23.11.2006 21:18
Jetzt war ich doch neugierig...

@ Michael
ich stimme voll u. ganz mit Dir überein...

@ PatrickB
wo man sich so wieder trifft

@Flasche
ich habe ja keinen Lampenbauchladen dabei, aber im Prinzip stimme ich Dir zu...

@ Beobachter
ich habe immer noch 2* Batteriebackup (ich trau mich kaum, es auszusprechen, so richtig im "Achselschweißbereich" ala DIR dabei
Möge die Angst mit uns sein...

@all
ich schalte nicht alle Lampen ein, meine Frage bezog sich eher auf meine Beobachtungen hins. der Gewohnheiten (einiger)unserer südländischen Kollegen. Ich denke mir, daß die sich was denken (demnächst frage ich sie mal).

Jedenfalls danke für Eure Antworten (meine allzu pauschale Reaktion auf die Qualität des Forums an anderer Stelle revidiere ich hiermit teilweise)

Gruß Incognito
Antwort