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Schwanger und tauchen?

Meine Freundin ist schwanger (2Monat) und will dennoch tauchen gehen. Ich habe Angst um unser Kind, aber sie meint es wird nichts passieren. Was meint ihr? Danke für eure Meinung

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28.09.2017 12:05Geändert von Technomancer,
28.09.2017 12:08

www.gidf.de, erstes ergebnis
https://taucher.net/diveinside-tauchen_waehrend_der_schwangerschaft._die_risiken_-_ein_ueberblick-kaz103

Edit: Und das gehört wohl eher ins Medizinforum.
Bert667CMAS**, Nitrox*
28.09.2017 13:51
Es gibt dazu nur eine Antwort:
Auf keinen Fall in der Schwangerschaft tauchen!
Keiner weiss welche Auswirkungen die Stickstoff-Sättigung auf ein ungeborenes Kind hat und auch keiner weiss wie sich die Gewebe des Kindes bzgl. Entsättigung verhalten. Es gibt aufgrund von fehlenden freiwilligen Probanden (warum nur...?) praktisch keinerlei Studien und Versuche dazu.
krongSSI AOWD
28.09.2017 14:11
Unsere Kleine ist 2 Monate alt und wir habens sein gelassen.
Ihr macht euch ein Leben lang Vorwürfe, wenn irgendwas schief geht.
Während der Schwangerschaft minimiert man bestmöglich alles was sich schädigend auswirken "könnte". Dazu gehört auch das Tauchen...
28.09.2017 17:46
Es wird ärztlicherseits im Allgemeinen ein Tauchverbot ausgesprochen.
Vom Rauchen und Alkohol wird während der Schwangerschaft auch abgeraten und einige interessiert das nicht.
Aber jeder wie er mag.
28.09.2017 19:48Geändert von Kosmos,
21.10.2017 07:33

leer

28.09.2017 20:06
Kosmos...

Diese Aussage aus dem DM?? Buch ist totaler Unsinn!!!

Es gibt Einzelfälle von Tauchen in der Spätschwangerschaft und mehrere von Tauchen in der Frühschwangerschaft die ohne Probleme verliefen.
Aus retrospektiven Untersuchungen der Ama und Tierversuchen kennt man das Risiko.

Zu dem DM Buch sag ich nur Tauchen macht doch blöd.

kwolf140614413-1; Nitrox**
28.09.2017 23:23
Schwangerschaft ist vom ersten Tag an, sofern man es vermutet oder weiß, kontraindiziert. Es kann dazu keine Studien geben, das wäre im höchsten Maße unethisch. Wimre gibt es neben positiven auch negative Beobachtungen. Wer verantwortungsvoll ist, lässt es bleiben. http://www.tauchjournal.de/tauchen-waehrend-der-schwangerschaft-ein-dauerthema-9608
ramklovApnoeTL, TL**
28.09.2017 23:57
Habe zwar kein DM Buch gelesen, sondern andere Bücher, in denen es ganz klar heißt, dass in der Schwangerschaft das Risiko für das Kind einfach zu hoch ist.

Ansonsten liefert Google bei der Suchwortkombination "Tauchsport und Schwangerschaft" sehr viele Treffer. Ein kurzer Bericht findet sich hier Eigentlich steht in allen Empfehlungen dassselbe. Nicht tauchen während der Schwangerschaft.

gruß ramklov
Vercingétorixold school
29.09.2017 09:59
Scheint ja ein spannendes Buch zu sein, das Teichmeisterbuch.
Ich hätte gerne mal eine korkrete Fundstelle.
30.09.2017 14:08Geändert von Kosmos,
21.10.2017 07:34
leer
30.09.2017 14:52
Eine Quellenangabe
  • Muth und Hasmiller: Tauchende Frauen - Tauchmedizinische Besonderheiten. In Caisson, Januar 2017, S. 32ff.
Der relevante Textabsatz steht auf Seite 34 in der linken Spalte unten.
Zu finden auf der GTÜM-Seite, Download-Link im Kasten für den Jahrgang 2017.
kwolf140614413-1; Nitrox**
30.09.2017 15:10
Was bitte genau willst du diskutieren? Dass die Fachleute - nein,das sind nicht wir hier, sondern die zitieren wir nur - eine strikte Empfehlung zu Unrecht gegeben haben könnten?
30.09.2017 15:36Geändert von Kosmos,
21.10.2017 07:34

leer

Gelbe MaskeAbz. "Für gutes Wissen" (Gold)
30.09.2017 18:00
Ehrlich gesagt verstehe ich die Ursprungsfrage nur als provokanten Scherz, denn so weit, so Traffic zu produzieren, ist das Tnet doch noch nicht...
Falls doch ernst gemeint, würde ich die Frage erweitern...

(Ok, es muss auch Politessen und Politessisten geben...)
shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
02.10.2017 09:13Geändert von shuttle,
02.10.2017 09:16

"Ich muss den Artikel mal suchen, aber da war glaube ich eine Forscherin die im neunten Monat tauchen ging. (bin mir aber gerade nicht sicher)."

-> Ja, suche diesen Artikel einmal, diese "Forscherin, die im neunten Monat tauchen ging" finde ich weder im DM-Manual, noch im IM, noch in der Encyclopedia. Es findet sich ein Halbsatz über Frau Dr. Eugenie Clark, die schwanger tauchen war und ein gesundes Kind zur Welt brachte. Das Fazit lautet jedoch nicht - schwanger tauchen kein Problem - sondern " .... erfährt eine Taucherin nach dem Tauchen von einer Schwangerschaft, sollte man nicht gleich an einen Schwangerschaftsabbruch denken. Angeraten wird eine Ultraschalluntersuchung etc.".

"Schwanger und Tauchen geht und sollte unter normalen Umständen kein Problem sein. ….. Details könnte man im Kapitel vom DM Buch lesen."

-> Wie oben erwähnt, im DM - Manual findet sich diesbezüglich nichts, in der Encyclopdedia gibt es einen Artikel "Schwangerschaft und Tauchen" der auf Barotraumen, Lungenüberdehnungsverletzungen, Sauerstofftoxizität, DCS, Gasblasen etc. mit Wirkungen auf einen Fötus eingeht und das Fazit lautet: Empfehlung für schwangere Taucherinnen:

"Tauche nicht während der Schwangerschaft. Dies ist die Empfehlung der Undersea and Hyperbaric Medical Society und der meisten Tauchausbildungsorganisationen. Diese Empfehlung basiert jedoch eher auf dem, was man nicht weiß, als auf tatsächlichen Erkenntnissen. Die bis jetzt erhobenen Daten geben eher geringeren Anlass zu Pessimismus, als es diese Empfehlung vermuten lässt, aber in der Schwangerschaft nicht zu tauchen, ist die sicherste und einfachste Empfehlung.

-> es empfiehlt sich, bevor man etwas in die Öffentlichkeit setzt, respektive Artikel "zitiert", diese noch einmal zuvor zu lesen und nicht aus dem Gedächtnis heraus etwas u.U. sinnentstellend darzustellen, was dann andere zu Aussagen bringt wie "Diese Aussage aus dem DM?? Buch ist totaler Unsinn!!! ... Zu dem DM Buch sag ich nur Tauchen macht doch blöd."

Ich kann den Artikel aus copyright Gründen nicht hochladen, wen es interessiert, gerne pm an mich.

nandersenIANTD CCR
02.10.2017 09:43
oO eigenartiger Diskussionsfaden.

Kosmos Logik folgend ist auch der freie Fall vom Eifelturm gefahrlos möglich, wenn man die Konsequenzen eines möglichen Aufpralls mal ausser Acht läßt...

Abgesehen von der rein medizinischen Fragestellung glaube ich diesem Umstand ist auch eine ethische Betrachtungsweise geschuldet. Daher stelle ich die Frage mal vorsichtig um in: 'Sollte eine schwangere Frau Risikosportarten betreiben?' Wie wäre es beispielsweise mit Fallschirmspringen oder Skifahren? Wäre Motocross noch vertretbar? Wasserski geht aber doch sicher noch, oder?
Vercingétorixold school
02.10.2017 10:14
Lieber Schweitzer, gerne können wir miteinander tauchen gehen, es ändert jedoch zunächst nichts an meiner Einschätzung deiner Preson auf Grund deiner Anmerkung vom 30.09.2017 15:36. Eine Diskussion beginnt immer damit, das jemand seine Meinung äußert, in deinem Fall idealerweise mit einer prüfbaren Quellenangabe, da es sich um einen naturwissenschaftlichen Sachverhalt handelt. Der nächste schreibt dann seine Meinung, auch hier gerne prüfbar und so entwickelt sich der Diskurs. Der Verweis auf eine fehlerhafte Quelle, mag zwar Mode sein, erfüllt aber nicht im Ansatz den einer Diskusion. Selbst hier in diesem Forum......
kwolf140614413-1; Nitrox**
02.10.2017 17:52Geändert von kwolf1406,
02.10.2017 17:54

Eine weitere Diskussion des Themas halte ich für verantwortungslos aus folgenden Gründen:

Es gibt keine Erkenntnisse und Studien dazu (letztere wird es auch niemals geben), wohl aber die berechtigte Sorge eines möglichen irreparablen Schadens durch die vielfältigen Einflüsse des Tauchens auf den Embryo, Fetus oder seine Versorgung.
Ein ungeborenes Kind einer Nutzen- Risiko Abwägung des Tauchens auszusetzen, wäre absolut unethisch, denn den Risiken steht beim Sport- und Freizeittauchen kein Nutzen, allenfalls purer Egoismus der Schwangeren gegenüber.
Die Empfehlung, keinesfalls wegen eines Tauchens während einer damals unbekannten Schwangerschaft abzutreiben, schwächt die strikte Empfehlung nicht ab.

Hier haben wir also ein Thema, das aus ethischen Gründen m.M.n. nicht zur Diskussion steht.

shuttleTL** / Instructor Trainer / MSDT / TMX
02.10.2017 19:52
Kwolf: schön gesagt, absolut d‘accord 👍👏👍
02.10.2017 21:13
Klaus

so nicht ganz richtig. Studien gibt es schon nur retrospektive!
So wurden die Ama schon vor über 40Jahren untersucht bzw. die Kinder, dann wurden die Mütter zum Tauchverhalten während der Schwangerschaft befragt. Ähnliche Studien gab es dann später nochmals.
Diese Ansätze verfolgt man nicht mehr. Gründe sind vielfältig. Hauptgrund: Tauchen muss nicht sein und ist relativ selten.
Es ergibt sich aus den Richtlinien zum PADI Selbstauskunftsbogen eine interessante Frage. Mann macht Kreuz bei Schwager bzw. beabsichtigen Sie schwanger zu werden, muß man den dann zum Arzt schicken??😉😉😉
kwolf140614413-1; Nitrox**
02.10.2017 23:07
Bezüglich der Selbstauskunft: Lol

Bezüglich der Studien: Das stimme ich dir zu, aber unter aussagekräftigen Studien verstehe ich prospektive Studien oder retrospektive mit zumindest sehr großer Fallzahl. Ersteres ist nicht möglich, zweiteres gibt es m.W. nicht ausreichend, um ein Risiko abschätzen zu können.
03.10.2017 08:50
Klaus,
die Studien haben schon ihre Aussagekraft (n>100).
Da aber nur ca. 35% der Taucher Frauen sind und es keinerlei Relevanz (€) für die Frage gibt, bleibt es beim generellem „Verbot“ zumal die wenigen retrospektiven Studien doch recht eindeutig sind

virilityCMAS ***
18.10.2017 11:23
Kurz gesagt: LASST ES SEIN! Das Risiko ist einfach zu hoch.
Hier nur was ich mal gefundene habe:


Bolton berichtete 1979 über Untersu-
chungen an amerikanischen Taucherin-
nen: Von 109 Frauen, die während der
Schwangerschaft getaucht waren, brachten
6 (5,5 %) Kinder mit verschiedenen Fehl-
bildungen (Herzfehler, Fehlbildungen des
Skeletts und von Gefäßen) zur Welt. Dabei
war kein Zusammenhang zwischen Fehl-
bildungsrate und Tauchprofil festzustellen.
Von den 69 Taucherinnen, die während der
Schwangerschaft nicht getaucht waren, wa-
ren keine kranken Kinder geboren worden
[1].
Betts beschrieb 1985, dass die Fehlbil-
dungsrate bei Frauen, die im ersten Schwan-
gerschaftsdrittel getaucht waren, mit 30 %
etwa 15× höher lag als beim Durchschnitt
der Gesamtbevölkerung [2].

Quelle:
1. Bolton ME. Scuba diving and fetal well-being: a
survey of 208 women. Undersea Biomed Res 1980;
7: 183–9.
2. Betts J. Diving and the unborn child. Diver 1985;
30: 14–5.

Quelle:
http://www.kup.at/kup/pdf/9210.pdf
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