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Restdruck Reserve beim Austauchen

Geändert von Nachtaktiver Tagdieb,

Hallo

Wie haltet ihr das mit dem Restdruck bei Doppelflaschen?

Die üblichen 50 bar Reserve sind ja quasi doppelt vorhanden oder sehe ich das nicht richtig?

Wenn ich mit 30 Bar aus dem Wasser komme müsste das doch reichen.

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SirManfredNo. 24801-3
Sternenflotte
25.03.2019 07:31

Hiho,

es reicht wenn Du mit Mono oder Doppel mit 30bar aus dem Wasser kommst

25.03.2019 07:34
es reicht:
1) wenn du noch genug Luft für deinen Buddy dabei hast, damit der im Worst Case den restlichen Tauchgang mitversorgt werden kann (Umkehrpunkt bei maximaler Tiefe und Zeit angenommen)
2) die Flasche selber kommt mit Umgebungsdruck + 1 locker aus. Das verhindert das Eindringen von Umgebungsluft (in der ja auch Wasser gelöst ist)

H2CO3
gr3yw0lflife is better in fins
25.03.2019 07:38Geändert von gr3yw0lf,
25.03.2019 07:50
mal zum lesen.....

ich halte es grunz-sätzlich für etwas riskant, einen tg mit 30bar reserve zu planen, also 85bar hin und 85 bar zurück (85+85=170+30reserve=200). das könnte im worst case etwas eng werden.

und bei oberflächendruck +1 wirst nicht mehr aus der flasche atmen können - bei einem mitteldruck einer 1sten stufe von ca. 9-10bar, aber das merkt man schon beim atmen. aber für die flasche reicht es natürlich...
25.03.2019 07:58
Man sollte hier, für den Fall von nicht dekopflichtigen TG, evtl. zwischen den Planung vor dem TG und einen ggf. erfolgenden Umplanung zum Ende des TG im Flachwasserbereich unterscheiden.

D.h. ich plane so, dass ich mich und meinen Buddy von maximaler Tiefe sicher nach oben bringen kann.
Wenn dies dann erfolgt ist und ich gerne am Riff/ am Seeufer im flachen Bereich noch etwas Zeit verbringen will, spricht meiner Meinung nach, nichts dagegen, die ursprüngliche Reserve anzubrechen, dann auch gern unter die "50 bar".
25.03.2019 09:09
Die Antwort die ich geben würde es hängt natürlich vom TG ab. Fünf bis zehn Meter vom Ufer eines deutschen Sees der eine Sichtweite von 2m aber eine maximale Tiefe von 5m hat bräuchte man auch keine 30bar Reserve in der Mono 10. In anderen Situationen kann das ganz anders aussehen. Was man nehmen sollte als Planungsgrundlage wenn man einen echten Plan macht sind nicht die Bar, sondern die minimale Gasmenge (also z.B. Liter bei 1bar). Dann ergibt sich ganz automatisch der für jede Flaschengröße und Kombination entsprechende Wert.
NilsNaseeinige
25.03.2019 09:25Geändert von NilsNase,
25.03.2019 09:27
Na ja, ich sage mal "So einfach ist es nicht"!
Neben dem Druck feheln ja doch noch einige Randbedingungen, dabei ist es auch egal ob es sich um ein Doppelgerät (Ausgangspunkt der Frage) oder um ein Monogerät handelt.
Ich unterstelle jetzt mal, wir sprechen von Nullzeittauchgänge im Freiwasser, also mit der jederzeitigen Möglichkeit eines direkten Aufstieg.
Dann provoziere ich mal und sage zum grauen Wolf, ich kann sogar 115bar "one Way" und mit 80 bar den Rückweg machen (voraussgesetzt ich reiße dabei nicht schon die Nullzeitgrenze). Warum ich das kann? Ganz einfach, ich habe eine 15er auf dem Buckel, steige ein und gehe sofort auf Tiefe, hier 30m. Gemäß dem von Dir verlinkten (guten) Artikel brauche ich konservativ gerechnet 1.200l für den Aufstieg aus 30m (im worst case), mithin also 80bar einer 15er Flasche, die habe ich am Umkehrpunkt noch zur Verfügung. Ohne Ziwschenfall beginne ich am Umkehrpunkt auch unmittelbar mit dem Aufstieg, rauf auf 5m, in dieser Tiefe setze ich meinen weiteren Rückweg fort, dafür reicht die Luft ganz locker. Am Ausstieg angekommen, kann ich dann ohne Not in 3 bis 5 Metern den Rest verschnaufen, locker bis runter auf 15bar und hatte zu keinem Zeitpunkt einen kritischen Moment bezüglich meines Luftvorrates.
Mach ich das genaze mit einer 12er, benötige ich aber schon einen Druck von 100bar für den Aufstieg, sollte also bei spätestens 105bar rumdrehen. So gerechnet, bekommst Du für jede Flaschengröße einen anderen Druck, deshalb die Aussage "so einfach ist es nicht".
Heißt also, Wir müssen erst wissen, wie groß der Luftvorrat ist und dann was und wie getaucht werden soll, dann kann man eine seriöse Aussage über notwendige Reserven, Umkehrpunkt und Restluft beim Auftauchen machen. Sollte aber eigentlich jeder auch schon in einer Sporttauchausbildung gelernt haben.
gr3yw0lflife is better in fins
25.03.2019 10:07Geändert von gr3yw0lf,
25.03.2019 10:09
@nils

bin ganz bei dir.

aussagen wie "du musst mit XXbar aus dem wasser kommen" halte ich, pauschal für alle tg zu treffen, für eher unsinnig.
25.03.2019 11:02
Sehe ich wie die Anderen. Es hängt auch vom Tauchgang ab. Beim Flusstauchen mit wenig Strömung beim xten TG mit dem Gerät komme ich auch mal mit so gut wie leeren Flaschen raus.
Bei Tauchgängen mit (virtuellem oder realem) Dach über dem Kopf bin ich mit mindestens 1/3 des Flascheninhaltes draussen.
Alternativ halt so wie von NilsNase gerechnet.
Gelbe MaskeAbz. "Für gutes Wissen" (Gelb)
25.03.2019 11:35
Im Gegensatz zu allen Vorrednern, welche deine Kernfrage, ob es bei einem Doppelgerät ausreicht, weniger Reservedruck zu haben, nicht klar beantworteten: Ich meine nein.
Denn mit einer D7 hast du weniger Gasreserve bei 50bar als mit einer M15, und mit einer D12 machst du vermutlich keinen 15m-Nullzeittauchgang. Von daher: Den Sicherheitsvorteil der Doppelflasche nicht zugunsten von 10min mehr tauchen verkleinern.

Ich bin sowohl mit M15 als auch mit D12 immer möglichst mit 10..20bar Rest oben gewesen...
25.03.2019 11:38
Hallo zusammen
Vielen Dank für die konstruktiven Antworten.

Es wurde richtig verstanden es handelt sich nur um Null Zeit Tauchgänge.
Für Dekopflichtige fehlt mir noch die Erfahrung.
Und hier würde ich die Drittel Regel befolgen.

Letztes Wochenende wurde ich von einem "Tauchlehrer" blöd angemacht, wohl um als schlechtes Beispiel für seine 3 Schüler herzuhalten .
Ich war nicht mit denen unterwegs sondern nur am Platz daneben.

nja vielleicht war es nicht sein Tag....

Richtig guter Link die Seite kannte ich noch nicht auch hierfür Dankeschön
25.03.2019 11:57
Unwanted Beta ist beim Bouldern unhöflich, und beim Blubbern auch. Nimm es locker, man trifft alle Sorten Leute sm1
AnkouJedimeister
25.03.2019 12:22
Die Antwort kann eigentlich immer nur lauten, es kommt darauf an.......
Man kann auch tiefe Tauchgänge mit deutlicher Reserve planen und die letzten Bar in 5 Meter unter dem Boot wegatmen, wenn es was zu sehen gibt. Und es gibt immer mal wieder Selbstdarsteller, die einen auf dem Tauchboot zu texten und sich wichtig machen. Möglichkeit a) Nix sagen, Möglichkeit b) ein fröhliches geh kacken......
gr3yw0lflife is better in fins
25.03.2019 13:14
oder c) ein "kannst du rechnen?" lol2
AnkouJedimeister
25.03.2019 13:33
Dann hast du den Schwaderlaap aber auch am Hals.........
nandersenIANTD CCR
25.03.2019 13:43
...was war denn jetzt das schlechte Beispiel für die Tauchschüler? Ein Taucher, der mit 30bar auf dem Doppel an Land sein Gerödel zusammenräumt?

Für einen angehenden OWD mag es auch ein schlechtes Beispiel sein, der soll ja erst noch lernen was AMV, bar, barl etc. sind. Ich würde dem nicht so viel Bedeutung beimessen- ist doch toll wenn Neulinge anfangen die Materie zu verstehen...
25.03.2019 13:58
Ich hätte diesen TL als angehender OWD oder als Empfänger des unerwünschten Ratschlages vielleicht einfach mal gefragt ob er mir eine beliebige Zustandsgleichung für Luft nennen kann die genauer ist als Van der Waals.
25.03.2019 14:09

Moin Moin,

50bar unterm Boot 40bar auf dem Boot. Das doch Standard. big
Nee jetzt mal im ernst. 1/3 Regel ist schon gut. Wenn man mit einem Doppel mit 30bar oder weniger aus dem Wasser kommt, hat man eine menge Falsch gemacht oder alles richtig.
Das kann man so pauschal nicht sagen.

Gruß

Hammerhai

25.03.2019 15:39
" Wie haltet ihr das mit dem Restdruck bei Doppelflaschen? Die üblichen 50 bar Reserve sind ja quasi doppelt vorhanden oder sehe ich das nicht richtig? Wenn ich mit 30 Bar aus dem Wasser komme müsste das doch reichen."

Das Doppelgerät ist wie ein großes Monogerät zu rechnen. 50bar in einer Doppel-7 ist weniger als 50bar in einer Mono-15.

Die Faustregeln für Restreserve sind ziemlich grob. Bei uns heißt's 50bar, der Ami lernt 500psi, das sind aber nur 35bar. Die 50bar in der 12l Stahlflasche sind ~60% mehr als 500psi in der 11l Alu.
Bert667CMAS**
25.03.2019 16:38Geändert von Bert667,
25.03.2019 16:58
Das Zauberwort heißt hier für mich gesunder Menschenverstand.

Für mich ist nicht relevant, mit wieviel Restdruck ich aus dem Wasser komme. Mann kann mit 10bar aus dem Wasser kommen und einen 100% sicheren TG gemacht haben (Fall 1). Man kann aber auch mit 40bar aus dem Wasser kommen und einen viel unsicheren TG gemacht haben (Fall 2).

Relevant ist, zu welchem Zeitpunkt des TGs man wieviel Luft in der Flasche hat.

Beispiel für Fall 1 (Ich gehe von einem angemessen großen Luftvolumen aus):
Ich versenke mich direkt auf 40m, sättige 2-3 Minuten Minuten Deko auf und verlasse die Maximaltiefe zum gemütlichen Aufstieg mit 140 bar in der Flasche. Auf 10m habe ich noch 100bar. Da dümpel ich ne Weile rum. Nach Beendigen der Deko habe ich noch 50 bar. Ich bin nun auf 3-5Meter. Dann dümpel ich noch 15 Minuen im Flachbereich rum und fotografiere noch ein Bisschen. Dann gehe ich mit 10bar aus dem Wasser.
--> Für mich ein absolut sicher durchgeführter Tauchgang. Ich hätte zu jedem Zeitpunkt meinen Buddy und mich sicher mit der vorhandenen Luftmenge hochbringen können.

Beispiel für Fall 2:
Ich dümpel erst relativ lange zwischen 10 und 20 Meter rum. Dann gehe ich auf 40m, sättige ein 2-3 Minuten Minuten Deko auf und verlasse die Maximaltiefe zum zügigen Aufstieg mit 80 bar in der Flasche. Auf 10m habe ich noch 60bar. Nach Beendigen der Deko habe ich noch 40 bar und tauche aus.
--> Das ist ein fahrlässiger Tauchgang. Wenn ich mit 80bar meinen Buddy und mich dekopflichtig aus 40m hochbringen muss ist die Kacke am Dampfen.


nandersenIANTD CCR
25.03.2019 17:17
...bei 10bar Restdruck ist nur noch ein Schnorchel hilfreich. Dh. Du hast an der Oberfläche so lange gesaugt bis Nichts mehr aus dem Atemregler kam...
kwolf140614413-1; Nitrox**
25.03.2019 17:50
Es heißt “Resevedruck” d.h. es ist klar, dass man auch mit 10bar noch raus kann, aber bis zum Schluss kann nocht etwas passieren, so dass man noch mehr Luft benötigt. Z. B. wie kürzlich bei einem Bekannten eine Schnur, die sich an den 1. Stufen verheddert hatte: Zunächst hohes AMV, er konnte den Druckzeiger fast sinken sehen...
Je mehr Luft ich dabei habe, desto ausgedehnter und weiter kann der TG auch in der Nullzeit gehen, und auch bei flachen Tauchgängen gibt es mal Probleme - z.B. sehe ich dort besondes häufig Angelschnüre. Also ist es gut, bei langen Tauchängen auch mehr barl Reseve zu haben. Ich plane also auch bei großen Flaschen den Umkehrpunkt so, dass ich voraussichtlich mit 50 bar (Nullzeit!) zurück bin.
Wenn ich allerdings im Urlaub schon am Boot bin und dort noch bei klarer Sicht eine schöne Umgebung zu besichtigen ist, schlürfe ich die Restluft noch etwas weiter runter.
kwolf140614413-1; Nitrox**
25.03.2019 17:55Geändert von kwolf1406,
25.03.2019 18:19
EDIT
Bemerkung habe ich gelöscht: Wurde ja schon angesprochen.
25.03.2019 18:03
K.V. „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen“

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