Es gibt immer neue Ausrüstung, oder was zu meckern an der alten. Hier ist genau der richtige Platz, an dem Du Dir Infos zu irgendwelchen Tauchausrüstungsteilen holen kannst - oder das in Erfahrung bringst - was dich schon sehr lange interessiert hat.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4

Integrierte Bleitasche - Unfall

Geändert von SimonH,

Hallo zusammen,

mein buddy und ich waren letztens zusammen tauchen, beim Tauchgang ist eine Bleitasche aus dem Jacket gefallen wodurch es zu einem unkontrollierten Aufstieg aus ca. 10m kam. Wir haben uns die Tasche angeschaut, welche noch brandneu aussah. Wie würdet ihr nun vorgehen? (ggf hat sich die Tasche in etwas verfangen und wurde daher rausgezogen)

Als Zusatzfrage: Wie würdet ihr in so einer Situation handel? meinem Buddy ging es nach dem Aufstieg gut, daher dachten wir, lieber nochmal abtauchen (tasche saß fest, haben wir kontrolliert) auf den ursprünglichen Druck und langsam und kontrolliert aufsteigen... Ist das richtig so?

Vielen Dank schon mal und bleibt gesund,

Grüße,

SimonH

AntwortAbonnieren
PerkedderCMAS**
30.11.2020 12:37
Mich würde hier interessieren, welches Jacket das war und wie die Schnellverschlüsse aussehen.

Was ich nicht ganz verstehe, habt ihr die Tasche wiedergefunden? Oder wie habt ihr das gemacht?

Zu der Vorgehensweise: Ich würde sagen, ja, okay. Besser als einfach oben bleiben. Wobei die Frage ist, wieviel Zeit ihr an der Oberfläche verbracht habt. Die sollte natürlich möglichst kurz sein.

In Zukunft also immer den festen Sitz der Bleitaschen überprüfen. Ich vermute, dass da beim einsetzen etwas schief gegangen ist.
froschmann95PDA, SSI
30.11.2020 12:43Geändert von froschmann95,
30.11.2020 12:45

Grüß dich!

Ich ich würde eine einfache Funktionsprobe vornehmen. Die Tasche und den Verschluss oder das Verschlusssystem testen. Löst es sich zu leicht, oder du bist dir nicht sicher, würde ich einfach damit zu deinem Händler gehen, der kennt sich aus.


Zum Unfall...
Ich nehme an der Tauchgang war nicht dekompressionspflichtig.

Es kommt schon mal vor, dass Taucher unkontorlliert aufsteigen, passiert doch regelmäßig bei Tauchkursen. Bei Deko-Tauchgängen ist eine "Nasse Dekompression" nicht zu empfehlen. Ist hier aber nicht der Fall. Jedoch muss du dir immer die Frage stellen: Was kann passieren?

Das wichtigste ist den Buddy zu beobachten und auf die Symtome zu achten. Natürlich ist dies eine Ferndiagnose, aber ich traue mich zu behaupten, dass man in diesem Fall kein gravierender Fehler gemacht wurde und es ist kein grober Unfall. Aber! Wenn man sich nicht sicher ist, lieber den TG abbrechen und die Situation nachbesprechen.

https://www.google.com/search?q=merkblatt+tauchunfall&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=2ahUKEwj3kpOWmKrtAhWQuIsKHWaBATYQ_AUoAnoECAUQBA&biw=1920&bih=937#imgrc=wpic5ekpeFnODM

30.11.2020 12:45
Hi Simon,

so ein Vorfall ist natürlich nicht schön, zum Glück ist nix schlimmeres passiert. Was ich dazu schreibe wird jetzt nicht zwingend die Lösung sein aber evtl. ein Denkanstoß.

Vorab, was euch passiert ist passiert regelmäßig. Es gibt gerade bei diesen bleiintegrierten BCD`s enorme qualitative Unterscheide. Da wäre jetzt die Frage,was der Buddy für ein BCD hat. Unabhängig davon wird leider sehr gerne das System überbleit. Diese Taschen haben max. Load, das sollte man definitiv nicht überschreiten. Ist bautechnisch aber gar nicht so einfach. Was auch gerne passiert, dass man die BCD Taschen (nicht bleitaschen) mit irgendwas voll packt und das den Einschub der Bleitasche unter Spannung setzt und somit der Verschluss schneller aufgeht.

Als Tauchlehrer mußte ich aus pädagogischen Gründen auch irgendwann so ein bleiintegrierten BCD haben, weil einfach danach immer wieder gefragt. Sieht dann doof aus, wenn man das dann nicht hat. Ich persönlich bin da jetzt nicht so angetan. Ein Kompromiss war 1/3 in die Bleitaschen und der Rest auf einen Gürtel. So bist immer flexibel sollte das BCD und die tollen Taschen mal probleme machen. Ich sehe immer wieder Taucher die keinen Bleigurt mehr haben und dann am See stehen und heulen, was irgendwas an den Taschen nicht geht....

boltsnapBaggerseebesserwisser
30.11.2020 12:48

Ich würde mein Blei immer so verteilen, dass der versehentliche Verlust einer Bleitasche nicht zu einem unkontrollierten Hochschießen führt.

Zusatzfrage: Ohne konkrete Angaben zum Tauchprofil kann man dazu nicht wirklich was sagen. Bei einem völlig unkomplizierten Tauchprofil und innerhalb der Nullzeit würde ich NICHT wieder abtauchen. Ich würde eher an Land Sauerstoff atmen und abwarten ob Symptome auftreten. Das Problem bei einem Nullzeittauchgang dürfte auch nicht so sehr die Dekompression sein bzw. das Blasenwachstum sein, sondern eher innere Verletzungen durch das schnelle Auftauchen in dem Tiefenbereich 10-0m.

Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
30.11.2020 12:59
Ich wäre auch wieder abgetaucht. Zwar Nullzeittauchgang und sowieso keine Deko bei nur 10m erwartbar, aber jedenfalls Kopfschmerzen und Nasenbluten kann man ggf. so vermeiden.

Ansonsten Jacket und Mechanismus ansehen, ich vermute auch falsches Einlegen (nur teilweise Bleitasche in der Führung drin). Ggf. kann helfen, mal zu trainieren, wie man kopfunter taucht, also dem Auftrieb entgegenflösselt, und dann das untere, also nunmehr obere, Jacketventil benutzt. Geht aber oft alles viel zu schnell bei geringen Tauchtiefen.
R3scol Anfänger
30.11.2020 13:24
Mir ist im Urlaub mal eine Bleitasche der neben mir sitzenden Taucherin auf den Fuß gefallen als ich aufgestanden bin. Die hatte so viel Blei drin, dass ein streifen von mir genügt hat den Mechanismus zu lösen.
30.11.2020 13:26
Moin,

mir fallen dazu folgende Punkte ein.
Tasche falsch eingesetzt?
Verschlusssystem verschmutzt? (Sand/Salz)
Haarriss im Verschlusssystem? (Die Teile mal etwas drücken und ziehen, es gibt Risse, die erst dann sichtbar werden)
GarfiSchnorchelabzeichen
30.11.2020 13:46
Abwerfbare Tauchtaschen mit Schnellverschluss sind immer ein Problem. Wurde hier auch schon vielfach thematisiert. Hier hilft wirklich nur eine sinnvolle Bleiverteilung um einen unkontrollierten Aufstieg zu vermeiden.
Eine nasse Rekompression ist NIE zu empfehlen, wenn man nicht in freier Wildbahn taucht und professionelle Rettung zu zeitaufwändig oder gar nicht möglich ist. Nur mal angenommen, dein Buddy hätte sich wirklich eine Verletzung zugezogen die er womöglich selbst nicht gleich bemerkt. Lungenverletzungen können schon bei einem zu schnellen Aufstieg aus viel geringerer Tiefe entstehen. Dann ist es die schlechteste aller Möglichkeiten wieder mit ihm ins Wasser zu gehen. Von nasser Rekompression raten alle Verbände die ich kenne ausnahmslos ab.
SolosigiPADI DM, RAB/VDST CCR Tec, Poseidon SE7EN CCR
30.11.2020 14:09
Ich hatte früher, beim Beuchat Jacket eine Ketter mit Karabiner zu Sicherung.
Beim Shure Lock von Aqualung/Apeks scheint dies zwar nicht mehr nötig ich habe es aber (noch) nicht demontiert.

Es kommt immer auf die Menge des Bleis an:
- Wenn ich in jeder Tasche 1kg habe und ich verliere eine, sollte es nicht unbedingt zu einem Problem ausarten; Thema: das berühmte "Wohlfühl-kg"...
- Wenn ich in jeder Tasche 5kg habe und ich verliere eine, dann habe ich ein Problem. Dann habe ich bei der Konfiguratione wohl etwas nicht ganz richtig gemacht, Stichwort: Bleisicherung, Bleiverteilung...

Das nochmalige Abtauchen ist in diesem Fall wohl nicht ganz falsch. Aber besser wäre es IMHO nach gewesen, an der Oberfläche (zur Vorsicht) Sauerstoff "schnüffeln"... Und wenn keiner da war sollte darüber zumindest nachgedacht werden...

Gruss
Solosigi

AnnaFull-Trimix, Fullcave, mCCR
30.11.2020 16:20
Ich hatte vor Jahren auch ein bleintegriertes Jacket. Nachdem mich der Bleitaschenverlust auch ereilt hat, habe ich die Tasche zusätzlich gesichert.

Passiert leider trotz viel Sorgfalt immer mal wieder.

Abhilfe:

- blei so verteilen, dass es bei Verlust zu keinem unkontrollierten Aufstieg kommt

- andere Form des Jackett/ Wind verwenden, wo Verlust nicht möglich ist.


30.11.2020 17:28
Kommt mir bekannt vor, vom Mares Jacket meiner Frau.
Lösung war, für Tauchgänge mit Trocki einfach die Taschen mit einem Doppelender Boltsnap gesichert.

wmblubbSSI AOWI
30.11.2020 17:31Geändert von wmblubb,
30.11.2020 17:33
Ja, Bleitaschen habe ich schon zu Hauf gefunden/aufgefangen und auch wieder montiert.
Gerade auf einer Tiefe von 10m wäre ein unkontrollierter Aufstieg oft vermeidbar. Die halbe Bleimenge reicht in dieser Tiefe um eine Boje, Ankerkette oä. anzutauchen. Von dort lässt sich dann mit Anhalten und evtl. Hilfe des Buddys ein kontrollierter Aufstieg mit Sicherheitsstop machen. Das hab ich auch schon in der Praxis "geübt", nachdem ein Buddy eine Bleitasche "abgeworfen" hat. Wichtig dabei: Ruhe bewahren, ruhig atmen.

Ein nochmaliges Abtauchen des "Verunfallten" ist wie schon mehrfach geschrieben ein Risiko, das man nicht eingehen sollte. Die Bleitasche kann auch von jemand anderem oder zu einem späteren Zeitpunkt gesucht werden.

Ich tauche selbst seit vielen Jahren ein bleiintegriertes Jacket mit mechanischer Sicherung. Wichtig ist das höchstzulässige Gewicht nicht zu überschreiten und akribisch auf die richtige Montage der Taschen schauen. Von Systemen die nur mit Klettern funktionieren würde ich die Finger lassen.
30.11.2020 17:32
In allen Kursen die ich so gemacht habe lernt man das nicht wieder abgetaucht werden soll.
Das kann nur in Ausnahmefällen bei Deko und schlecht erreichbarer Hilfe sinnvoll sein.

Bzgl. der Taschen würde ich persönlich nie ein System nehmen das nur einmal gesichert ist.
Selbst als ich noch bleiintegriert getaucht bin war da ein Verschluss bei dem man zwiei Sicherungen entfernen musste.
boltsnapBaggerseebesserwisser
30.11.2020 17:44
Das Bleitaschen nur eine Sicherung haben hat ja so seine Gründe.

Wichtig ist, wie richtig geschrieben wurde, die Taschen nicht zu überladen und nicht alle Bleieier in einen Korb zu legen.
30.11.2020 19:26
Gunnar: Es gibt keinen einzigen Ausnahmefall der sinnhaft ist, bezogen auf den 2.Teil Deiner Behauptung, wo Abtauchen die richtige Option ist. (siehe Mitchell: Handbuch)

Das Protokoll für nasse Rekompression der australischen Marine hat Grundvoraussetzungen die Freizeittaucher nie einhalten können.
boltsnapBaggerseebesserwisser
30.11.2020 19:36
Aber wenn man so doch Kopfschmerzen und Nasenbluten vermeiden kann???😂😂😂
NeptunCMAS 3-Stern
30.11.2020 19:40
Na, dann hat die australische Marine halt das falsche Protokoll!
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
30.11.2020 20:28Geändert von Gelbe Maske,
30.11.2020 20:33
Es soll doch jeder unmündige Hobbytaucher nur das machen, was er im OWD-Kurs gelehrt bekam. Dazu gehört, nicht tiefer als 40m, nie allein, nur in der Nullzeit, Nullzeitüberschreitung ist ein Notfall, schwimmender Notaufstieg, und viele weitere Sachen.

Ich hingegen entscheide fallweise selbst, z. B. auch, wenn symptomlos, und technisch kein Problem, und genügend Gasreserve, und z. B. Basis mit O2 ist nicht direkt ganz nah, die sogenannte nachgeholte Deko eigenverantwortlich vorzunehmen, oder (wenn gewisse Bedingungen nicht vorhanden sind) auch nicht.

Nebenbei. Ich hatte auch mal so ein Jacket, das angeblich oft Blei verliert. Ich hab nie Blei damit verloren, allerdings nach jedem Tauchgang den Sand aus dem Verschlussmechanismus gespült, den Mechanismus geprüft, und sorgfältig das integrierze Blei vorm Tauchgang eingeführt (dabei manchmal erst im 2. Versuch korrekt...).

Ach ja. Ich hab auch mal überlegt, eine Verliersicherung zusätzlich anzubringen, mich aber eigenverantwortlich dagegen entschieden, weil das zugleich eine Bleiabwurfsverhinderung ist. die z. B. im Notfall einen evt. Retter überfordern könnte.
GarfiSchnorchelabzeichen
30.11.2020 20:40Geändert von Garfi,
30.11.2020 20:41
Voraussetzungen der Navy:

  • Reiner Sauerstoff
  • Vollgesichtsmaske mit Sprecheinrichtung
  • Besser noch: Taucherhelm
  • Sauerstoffversorgung von der Oberfläche
  • Beheizbarer Tauchanzug
  • Ständige Betreuung

Auch unter diesen Voraussetzungen nur für Spezialisten wenns gar nicht anders geht.
Aber was für die Navy eine Herausforderung darstellt, ist für manchen hier natürlich banales Tagesgeschäft.
Im Übrigen sprachen wir hier von nasser Rekompression und nicht von nasser Dekompression. Ist aber sowieso egal.
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
30.11.2020 20:48
Garfi. Die empfehlen ein solches Vorgehen, wenn alternativ auch ggf. ein besseres Vorgehen verfügbar ist (denn auch die unter diesen Bedingungen nachgeholte Deko geht nur, wenn man schon direkt am Schiff ist, und Unterstützung schon da ist), und betrachten ernsthafte Dekoverstöße. Das ist nicht vergleichbar mir symptomlosem hochschießen aus 10m / in der Nullzeit, Basis oft eine halbe Stunde entfernt, O2 zwar theoretisch vorhanden (wenn Basisleiter nicht gerade eine rauchen ist), muss aber auch erst vorgeholt/aufgebaut werden, usw.

Wie gesagt. Eigenverantwortlich, nicht immer sinnvoll, aber Zeit spielt schon eine Rolle.
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
30.11.2020 21:00Geändert von Gelbe Maske,
30.11.2020 21:03
Noch was: Dass man sinnvoll das Blei auch bei sogenannter Bleiintegration nicht komplett auf die 2 Bleitaschen verteilt, sondern z. B auch die sog. Trimmbleitaschen mit benutzt, setzte ich einfach mal voraus. Dennoch, bei z. B. je 3kg in jeder abwerfbaren Tasche, wird der Taucher (insb. der Anfänger) es kaum schaffen, das hochschießen absolut zu verhindern, wenn er nicht sehr schnell reagiert. Evt. geht er nur von -10 auf -1m hoch, nach Logik Einiger dürfte er ja so lang noch wieder abtauchen, wie die Stirn noch nass ist... dann aber nicht mehr.
boltsnapBaggerseebesserwisser
30.11.2020 21:14
Eigenverantwortung bedeutet für manche offenbar mit Scheiße am Schuh herumzulaufen.

Ist ja auch nix neues, dass einige wenige es besser wissen als die großen Sporttauchverbände.
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
Antwort