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lo0pWarmwasserplantscher

Gegen Ende des TG wie ein Korken nach oben treiben

Geändert von lo0p,

Ahoi,

ich habe manchmal gegen Ende des TG das Problem, das es es mich nach oben zieht.

Ausgangslage... Salzwasser, 5mm Nass, 12l Mono Stahl lang, auftriebsneutrale Flossen, mittelschweres Reglerset. Ich 70kg im 2,2Kg Jacket ohne grossartig Gerödel.

Dazu behänge ich mich mit 6Kg Blei und das funktioniert idR einwandfrei, beim eintarieren 1-3 ganz kurze Luftstösse ins Wing. Ansonsten muss ich den Inflator kaum benutzen, vielleicht mal kurz nachjustieren.

Und passiert es mir immer wieder mal, das ich gegen Ende des Tauchgangs mit 60-70 Bar auf der Flasche anfange nach oben zu treiben. Wenn ich das bemerke versuche ich eventuelle Restluft im Wing abzulassen, Inflator hoch, auf die linke Seite drehen und Schulterventil ziehen etc.. Bringt alles nichts.

Bin ich einmal an der Wasseroberfläche, komme ich auch zum verrecken nicht mehr runter.

Das kuriose, es ist nicht reproduzierbar. Gleiche Ausrüstung, gleicher Tauchspot, gleiche Umgebungsverhältnisse. 5x ohne Probleme, alles prima und dann der nächste... s.o.

Ich bin da gerade ein bisschen ratlos.

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Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
27.04.2022 18:52Geändert von Gelbe Maske,
27.04.2022 18:56
rüberkopiert:
Achja:
"Ich bin auf der Suche nach dem Grund, warum es mir immer wieder mal passiert das ich gegen Ende des TG bei ~60 Bar anfange wie ein Korken nach oben zu treiben."
Wenn das "immer mal wieder" passiert, also nicht immer, bei sonst gleichen Bedingungen (Ausrüstung, Temperatur, Salzgehalt), kann das ja nur an latenter Luft liegen, typischerweise im Jacket (oder Trocki). Oder im Bauch.

Denkbar wäre dann noch dynamischer Auftrieb (z.B. Strömung, Flosseneinsatz..) und veränderte Atmung.
27.04.2022 19:00Geändert von kwolf1406,
27.04.2022 19:02
Hast du mal darauf geachtet, wie leer jeweils deine Flasche am Ende der Tauchgänge ist, auch wenn du nicht hoch treibst? Findest du da eine Korrelation?
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
27.04.2022 19:01

die Physik ist gleich, also müssen es Variablen sein.

Jacket wirklich leer?

Das keine Luft mehr aus dem Inflator kommt heisst noch lange nicht dass das Jacket leer ist.

27.04.2022 19:05
Zu große Wingblase? Wing für Doppelflasche?
27.04.2022 19:12

Leihflaschen? Die sind nicht immer gleich schwer. Ansonsten noch Nervosität, Atmung, Anspannung. Quasi fast selbsterfüllend, wenn man schon drauf hinzittert tritt es auch ein.

Nimm einfach 1kg mehr, zu viel Blei ist schlecht, zuwenig aber noch schlechter, und nicht immer sind noch 60 Bar in der Flasche, und man sollte auch auf dem letzten Meter nicht hochpoppen sondern gerade da langsam machen.

CiccioneAdvanced Technical Mermaid
27.04.2022 19:21
Wie schön von anderen und mir geschrieben. Die Physik dahinter ist keine Raketenwissenschaft.

Geh am besten Mal mit etwas zuviel Blei und nur 60bar ins Wasser auf ca 2-3m. Hacker bzw Wing komplett leer.
Dann legst du unten jeweils solange Bleib ab, bis du neutral bist. Ausgeatmet musst du langsam sinken, normal eingeatmet neutral sein und bei tieferem Einatmen aufsteigen.

Wenn du das durchexeziert hast sollte es eigentlich passen.
Natürlich variiert das auch mit der Zeit wenn du fett ansetzst oder abnimmst. In Ägypten war ich mal selbst zum Korken geworden weil ich von dem Essen tierisch Blähungen hatte.

Ich hab inzwischen eine custom Backplate, die ich so ausgelegt habe, dass ich mit meinem dicken Neo und D12 gar kein Blei mehr brauche
lo0pWarmwasserplantscher
27.04.2022 19:22
Ich bin bei 50-80 Bar Restdruck bei Ausstieg. Einen Zusammenhang konnte ich bis jetzt nicht erkennen.

Luft im Wing, ich tue alles um eventuelle Restluft rauszubekommen. Luft sucht sich ja den höchsten Punkt. Siehe oben, linksdrehen Schulterventil, in die Horizontale und Schulterventil/Inflator.

Die Tauchgänge haben wir alle gegen 900h morgens gestartet und ich habe eine geregelte Morgenroutine. Aber kann evtl. vorhandenes "Gas" im Verdauungstrakt da wirklich kriegsentscheiden sein? Strömung ist nicht vorhanden. Atmung? Möglich. Ich atme eigentlich unbewusst, es sei denn ich muss über einen 3m hohen Felsen rüber dann ein bisschen konzentrierter. Setzt der Auftrieb ein, versuche ich tiefer auszuatmen = Lungenvolumen reduzieren. Hilft auch nicht.
27.04.2022 19:57
Hatte ich auch schon mal mit dem Auftreiben, da war doch noch Luft im Jacket versteckt. Alle Ventile ziehen und vor dem Sicherheitsstopp verschiedene Körperlagen einnehmen, evtl. Inkl. Kopfstand. Kann auch nach sehr anstrengendem Tauchgang mit schwerer Atmung am Ende passieren, denn die Sauerstoffschuld muss zurückgezahlt werden, was zur Folge hat, dass die Atmung noch schwer ist, obwohl die Anstrengung endete. Wenns doch öfter ist mal ein Kilo mehr. Die Bleispartaner sind für mich genauso Pharisäer wie die Schw.zmesser.
gr3yw0lflife is better in fins
27.04.2022 21:52
hm...
seh ich ähnlich. 6kg mit 5mm + lange 12er im salzwasser ist schon ambitioniert.
da darf es gern 1-2kg mehr sein, wenn man bedenkt, daß eine "normale" 12er (ca 14kg) bei 30 bar durchaus leicht positiv sein kann (eine leichtstahlflasche schon früher).....
lo0pWarmwasserplantscher
28.04.2022 08:31
Der einfache Bleicheck vor dem abtauchen funktioniert eigentlich wie er soll, ich komme ziemlich genau auf Mitte Maskenglas. 2x 500g Platten habe ich noch liegen, die werde ich mal testweise dazupacken. Ansonsten das, was Ciccione sagt.

IvoryAOWD DTSA**
28.04.2022 08:55
Tauchst du mit Kopfhaube? Im Nasstauchanzug kann sich auch mal Luft ansammeln, besonders, wenn sie über die Kopfhaube eingefangen wird. Die Stahlflaschen können auch durchaus bis zu einem Kilo unterschiedlich schwer sein, sofern du nicht immer die selbe nimmst. Bleicheck vor dem Abtauchen, mit voller Flasche ist natürlich auch nicht optimal. Wenn du das ganze mit 8 Kilo tauchen würdest, solltest du nicht stark überbleit sein. Wenn das Blei abwerfbar ist spricht auch nichts dagegen, dann hättest du definitiv Ruhe.
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
28.04.2022 09:14
@loop
"Ansonsten das, was Ciccione sagt."
Der Teil mit der Ausbleiung bei Tauchende stimmt selbstverständlich (und sollte doch zur Tauchsusbildung gehören). Aber Vorsicht mit dem Teil:
"
Ich hab inzwischen eine custom Backplate, die ich so ausgelegt habe, dass ich mit meinem dicken Neo und D12 gar kein Blei mehr brauche." Sofern der "dicke Neo" kein Trocki ist...

CiccioneAdvanced Technical Mermaid
28.04.2022 09:42
Der dicke Neo ist ein halb-Trockie.
Deshalb schrieb ich auch, dass man mit fast leerer Flasche auf 2-3 m noch schweben können muss. Tiefer ist das Neopren schon wieder merklich komprimiert und hat weniger Auftrieb
blackraiderDM / TEC Nitrox Diver
28.04.2022 09:45
Die Flasche selbst spielt eine gravierende Rolle beim Thema Blei!
Wenn Du mit Leihflaschen unterwegs warst hast Du bei den Tauchgängen vielleicht eine besonders leichte Pulle erhalten?

Ich besitze zwei 15er Stahlpullen, Gewichtsunterschied: sage und schreibe 3 Kilo!

Um dafür ein Gefühl zu bekommen, kannst Du mal auf der Pulle schauen mit der Du den Bleicheck gemacht hast, das Gewicht ist eingeschlagen.
Bei neuen Leihflaschen kurz checken ob das ca. hin kommt, bei größeren Abweichungen nach oben oder unten entsprechend mit der Bleimenge gegenarbeiten.
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
28.04.2022 09:57Geändert von Gelbe Maske,
28.04.2022 09:58
"Der dicke Neo ist ein halb-Trockie."
Das hab ich befürchtet. Dann brauchst du, um sicher bei Wingausfall nicht zu ertrinken, jedenfalls in tieferen Gewässern abwerfbares Blei, und kein schweres "
custom Backplate". Wäre doch schade (wegen Eventausfall Steinigung).
gr3yw0lflife is better in fins
28.04.2022 10:09
Der einfache Bleicheck vor dem abtauchen funktioniert eigentlich wie er soll, ich komme ziemlich genau auf Mitte Maskenglas.


ahja - sollte man irgendwie am ende des tg machen, oder? wenn du also VOR dem tg ausgebleit bist, bist du logischerweise am ENDE des tg zu leicht.....
28.04.2022 10:24
Der Tariercheck wird vor dem Tauchgang gemacht. Wenn man mit voller Flasche auf Maskenniveau schwebt sollte man mit leerer Flasche am Ende noch die Tiefe halten können. Sollten die Flaschen dermaßen unterschiedlich wiegen muss man entweder "seine" Flasche behalten oder bei Flaschenwechsel zu Beginn neu tarierchecken.
SolosigiPADI DM, RAB/VDST/CMAS CCR Tec, Poseidon SE7EN CCR
28.04.2022 10:32Geändert von Solosigi,
28.04.2022 10:34
Und möglicherweise kommt dann noch was dazu:
Aus Angst, du könntest "hochploppen" wirst du etwas nervös und atmest mehr/anders.

Wenn ich irgendwo hinkomme und kenne die "Bleiverhältnisse" nicht mache ich folgendes:
- ich nheme beim 1. TG genug/eher zu viel Blei mit.
- am Ende des TG lasse ich auf ca. 3m mein Gas bis auf 50bar ab, z.B. über den Oktopus
- dann lege ich so viel Blei ab, dass ich mich auf 3m sicher halten kann.
- ich schraube mich mit 1 Minute pro 0,5m bis auf 1m hoch. Ich will mich auch noch in 1m halten können.
- dann tauche ich wieder auf 3m ab und hole das abgelegte Blei
- zum Blei, mit dem ich mich auf 1m bei ca. 50bar gerade noch halten konnte, gebe ich 1kg "Wohlfühlblei" dazu

Und vergessen wir mal die üblichen Klischees; ist alles Blödsinn:
- der Taucher mit weniger Blei ist besser
- der der am wenigsten schnauft ist der Beste
....


Sascha314AOWD, Nitrox, Deep
28.04.2022 10:33
Kommt dieser "Bleicheck vor dem TG" nicht aus dem OWD? Halte ich auch für Unsinn.
Ich vermute es kommt daher:
Normal einatmen entspricht etwa 2-3kg Auftrieb. Die rechnen mit einer 80 CuFt Flasche, die auf minimal 50 bar leergeatmet wird.
Dazu kommt Oberflächenspannung plus Komprimierung des Anzugs sowie unter Druck unter Wasser einfacher entleerbares Jacket -> "Einfache" Faustregel für Anfänger.
Funktioniert halt bei zB 15 Liter Flaschen dann nicht mehr so gut...

Ich halte es wie geschrieben:
Mit "meiner" Ausrüstung habe ich für meine Fälle das so ausgebleit, dass ich mich komfortabel auf ca. 2m mit ca. 25 Bar Rest halten kann: Wenn ich ein "Notfall" habe, halte ich die 50 bar nicht unbedingt ein und möchte dann nicht auch noch Streß beim Sicherheitsstopp haben ...
Mit den Ausrüstungsgewichten, Auftrieb usw.kann ich dann das Extrablei für Meer abschätzen, die grob 2-3kg, was ca. 1/3 entspricht, kommen ja oft gut hin.
Dazu merke ich mir eben das Flaschengewicht und gebe einfach die Differenz aufs Blei zu.
Lieber etwas mehr Blei, als unkomfortabel am Ende. Ein Auftriebproblem sehe ich nicht, da ich immer was zum Abwerfen habe und mit Flasche leer man mehr Auftrieb hat.
28.04.2022 10:48
Vor dem TG ist mir auch zu grob. Da hatte ich mit leerer Flasche am Ende des TG auch schon Probleme. Ich bleie mich so aus, dass ich am Ende des TG nicht nur auf drei Metern schwebe, sondern auch noch auf 1m halten kann: Zwischen 3m und Oberfläche sollte es immer noch seeehr langsam hoch gehen!
28.04.2022 11:04
Kommt dieser "Bleicheck vor dem TG" nicht aus dem OWD? Halte ich auch für Unsinn.
Ja. Ich hab es beim PADI OWD so gelernt und seit dem auch von SSI Instructorn immer wieder mal gehört. Volle Flasche, leeres Jacket und beim Ausatmen soll Taucher:in dann untergehen. So war das. Glaube ich ... headscratch
lo0pWarmwasserplantscher
28.04.2022 11:45Geändert von lo0p,
28.04.2022 11:49
Yo, so habe ich das auch im OWD gelernt. Mir ist das Ausbleien am Ende des TG, so wie ihr das beschreibt, schonmal über den Weg gelaufen aber da war meine Saosin leider schon zu Ende.

Das mit unterschiedlich schweren Flaschen könnte sein. Die Tauchschule hat vor 4 oder 5 Jahren den Besitzer gewechselt. Wer weiss, was der an einem natürlich gewachsenen Konglomerat an Flaschn übernommen hat. Die hat er aber über diesen Winter komplett gegen neue ausgetauscht, von daher schwer nachzuvollziehen. Und ich habe das als Faktor natürlich nicht in Betracht gezogen. Bei TGs ohne TS haben wir die Flaschen bei einer Füllstation geholt, ka wie schwer die sind.
Ich habe mittlerweile meine eigene Flasche, auch 12l Stahl lang. Aber nur mit einem TG bis jetzt (ohne Problem), dann wurd's zu kalt. Aber immerhin habe ich jetzt eine unveränderliche Basis.

In die Schnellabwurftaschen meines Jackets sollen lt. Hersteller 9Kg passen, bei mir ist aber mit 2x 2.5kg und 2x Kg Softblei schon Ende. Vielleicht auf normales Blei wechseln oder Trimbleitaschen, da passen jeweils auch nochmal 1Kg rein.

Ist nicht so das ich das aufploppen befürchte und deswegen nervös werde, zumindestens nicht bewusst. Dafür ist das zu selten vorgekommen aber oft genug, das ich mir da jetzt Gedanken zu machen muss.

Wieviel Blei ist mir egal, Hauptsache ich kanns noch tragen. Wobei ich dachte, das ich mit 6Kg schon mit "viel" dabei bin. Auch Restdruck in der Flasche am Ende ist mir egal, den Wettbewerb mache ich nicht mit. Wenn ich derjenige bis, der als erster den vereinbarten Restdruck erreicht und die Rückkehr anzeigt, dann ist das eben so.
Gelbe MaskeMaske hilft!
Abz. "Für gutes Wissen" (Gold)
28.04.2022 11:50Geändert von Gelbe Maske,
28.04.2022 11:54
"In die Schnellabwurftaschen meines Jackets sollen lt. Hersteller 9Kg passen, bei mir ist aber mit 2x 2.5kg und 2x Kg Softblei schon Ende."
Mathe ist auch nicht so dein Ding? 🤣
(2x2,5 + 2x2 = 9. Allenfalls 7, falls das da hinten 2x1kg lauten sollte. Solche Angaben beruhen aber auf den günstigeren Fall (Hartblei in Idealform), außerdem stören prall gefüllte Taschen das prall aufgeblasene Jacket...)
Sascha314AOWD, Nitrox, Deep
28.04.2022 11:51
Bei einer 12l kurz brauch ich im Schnitt 2kg Blei weniger, die sind zB oft schwerer. Auch sind eben Schwankungen je nach HErsteller usw. in der gleichen Flaschengröße um 2kg keine Seltenheit.

Bei Bleitaschen würde ich so Bleiplatten reinpacken, die füllen die relativ dünn und kompakt aus. Dann verrutscht das auch nicht wie Softblei.
Mit Eisweste gehe ich z.B. mit 6kg ins Wasser im See: Je eine 2kg Platte in eine Abwurftasche und je 1kg kleine Platte in Trimmtaschen.
Wenn ich länger nicht tauchen war, dann atme ich auch unruhiger. Dann gehe ich auch schonmal mit 8kg rein, also noch je eine 1kg Platte in jede Abwurftasche mehr.
Das wird u.a. unter dem Namen Choclead von Scubapro vertrieben, weil es wie eine Tafel Schokolade ist. Gibts aber auch von anderen Herstellern.
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