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DCS Typ 1 eingefangen - Abrechnung welche Versicherung?

Hallo Zuammen

Evtl. kann mir hier jemand weiterhelfen bevor ich bei DAN anrufen muss. Ich hatte vor kurzem eine DCS Typ1 eingefangen und war deswegen im Ausland im Spital. Im Spital haben mich mind. 2 Ärzte betreut aber ich war nicht in der Kammer. Tauchprofile etc. war alles Ordnungsgemäss und nichts (ausser wenig Schlaf am Vorabend) hätte die DCS auslössen sollen. Der Arzt im Spital hat mir gesagt ich soll wegen PFO abklären.

1. Wer zahlt mir die Spitalkosten? DAN oder meine allg. KK?

2. Wer zahlt die weiteren Abklärung beim Kardio wegen möglichen PFO?

Viele Dank für beantworten und Grüsse Selina

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Michael FischTMX Cave & CCR
28.09.2018 13:50
Da kein Decokammer benutzt war, soll dein normale KK alles bezahlen. Check auf PFO beim Kardiologe zahlt auch der KK, zumindestens bei mir mit Überweisung vom Hausarzt.
Kosten die nicht übernommen wurden beim KK für Notfall Behandlung wurden anstandslos bei mir von Aquamed ersetzt, glaube das DAN sich nicht anders verhalten wird.

MfG,

Michael
28.09.2018 14:06
Deine erste Anlaufstelle wegen des Spitalaufenthaltes ist die KK. Zahlt die nicht, dann zahlt DAN. Wegen des PFOs müsste eigentlich auch die KK zahlen.
28.09.2018 14:25
Es gibt übrigens meines Wissens keinerlei wissenschaftlich fundierten Hinweis auf erhöhtes Auftreten von Typ 1 DCS bei PFO. Es gibt schwach positive Korrelationen bei Typ II DCS Symptomen, aber auch das ist nicht über Zweifel erhaben. Siehe z.B. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11763113

Ich persönlich würde das was Dir die Ärzte da erzählt haben also durch massives Eigenstudium versuchen nachzuvollziehen und zu bewerten, bevor ich es glaube und eventuell weitreichende Entscheidungen dran aufhänge. Ist Deine eigene Entscheidung, aber bei mir gehen bei solchen Aussagen alle Alarmlampen an.
chrisfussSSI IT, IANTD CCR, TMX Instructor
28.09.2018 14:39Geändert von chrisfuss,
28.09.2018 14:40
DAN wäre eigentlich die erste Anlaufstelle direkt nach absetzen des Notruf DAN bezahlt nur wenn sie die Behandlung auch koordinieren, Vorteil für dich sie bezahlen erstmal alles und holen sich dann bei KK Unfall und ggf. andere Versicherungen was für sie zu holen ist. Für dan bist du eigentlich zu spät beim nächsten mal direkt anrufen! Dan hat auch excellente Ressourcen was ärztliche Beratung angeht, nicht immer gerät man an einen Arzt der DCS überhaupt diagnostizieren kann da deren Symptome sich mit denen anderer Ursachen überschneiden. Dan anrufen ist also keine lästige versicherungsangelegenheit sondern kann entscheidend zum behandlungserfolg beitragen. Ob DAN jetzt noch zahlt kommt auf deren Kulanz an... ansonsten hoffe das deine kk alles zahlt.

ob die kk die Untersuchung beim Kardiologen bezahlt wage ich zu bezweifeln. Vielleicht wenn du deinen Hausarzt davon überzeugen kannst dass du regelmäßig Auren Migräne hast und ggf. Schlaganfall Risiko um das für eine Freizeitaktivität abzuklären wird glaube ich schwer... zudem ist der Nutzen/Zusammenhang mittlerweile mehr als strittig
28.09.2018 14:52
@Dominik_E: fakt ist leider, es war eine DCS und das versuchte ich mir gut 1,5h schön zu reden, bevor ich zum tauchshop ging und mir sauerstoff holte (ich wusste ab dem Zeitpunkt sind mein Tauchurlaub vorbei und die Maschineri geht los - so wars auch leider). Ich bin kein Arzt aber ich war im Spital bei einem Taucherarzt und werde, wenn ich zurück bin, ebenfalls ein Tauchmediziner aufsuchen. Es gibt viele Theorien, Spekulationen und was stimmt weiss ich leider nicht aber fakt ist, mit max 33m tiefe, ca 15min zwischen 28-25m und laaange auf 10m ausgetaucht,sauberen sicherheitsstop (war kein deco tg und ich war immer etwa 10-15min. von der nullzeit entfernt).. und es war mein erster tg an dem tag, hätte das nicht passieren dürfen aber es ist, leider. ich hatte eine gross verbreite dcs skin rush anzeichen und die schmerzen,jucken stoppten ca 2-3min. nachdem ich 100% sauerstoff atmete.

@All,Rest: Danke für eure Antworten wegen Versicherungen
28.09.2018 14:58
@chrisfus: DAN war involviert/Informiert. Die haben mir auch gesagt, ob ich in die Kammer muss oder nicht (hab eben angst vor engen räume/abgeschlossen - deswegen wollte ich die eine vorsorgliche druckkammerfahrt nicht machen)....Ich habe aber DAN nicht gefragt wer zahlt, in dem moment waren meine Gedanken logischerweise nicht beim Geld. Das ganze ist jetzt schon paar Tage her und es war ein Taucherarzt. Hier auf der Insel haben sie fast täglich mehrere DCS vedacht/unfälle .
chrisfussSSI IT, IANTD CCR, TMX Instructor
28.09.2018 15:17
dann schick alles an DAN die klaeren die Kostenuebernahme fuer dich.
28.09.2018 15:27
Hi selina,

wie gesagt, alles Deine Entscheidung. Aber nur weil ein Arzt etwas sagt, muss es noch nicht stimmen. Wir alle nutzen doch für die Tauchtheorie jeden Tag erfolgreich die wissenschaftliche Methode, und nicht Bauchgefühl oder "glaub mir ich weiss das!".

Es ist wohl normal, nach einem Unfall nach einem Grund zu suchen. Aber man darf eines nicht vergessen: auch unter Einhaltung aller Regeln, auch ohne PFO oder sonst irgendein Problem, bekommen IMMER einige Leute DCS. Keine Tabelle, kein Computer, kein sonstwas, kann je garantieren dass man keinen Unfall hat wenn man sich daran hält. Lediglich reduzieren diese Sachen statistisch das Risiko auf irgendeinen Wert der allen klein genug erscheint. Irgendjemanden trifft es aber immer, und der/die sagt dann "unverdient". Eigentlich müsste man eher sagen "Zufall". Es kann also gut sein, dass eine weitere Ursachenforschung nur scheinbare Erkenntnisse liefert. Mit dem Restrisiko müssen wir alle leben!
29.09.2018 08:28
Hallo Dominink

Das ist wohl so. Ich habe schon ca 5-6 Menschen mit DCS gesehen und meistens sind die ebenfalls mit nitrox 32% und normales Profile getaucht. Zu mir, jung,sportlich,schlank,nicht raucher und immer gut hydriert .....aber evtl. reichte es aus, nur 4 std schlaf und um 23 Uhr zu zweit eine flasche wein zu trinken , damit mein körper nicht 100% fit war. Ich hoffe jetzt der check beim arzt zeigt nicht weiteres schlimmes auf und ich kann bald wieder “beruhigt” tauchen gehen .

Vielen Dank auf jedenfalls
Lg Selina
29.09.2018 09:06
Hi Selina,

ich bin ja nicht vom Fach. Alles was ich machen kann ist sorgfältig Fachliteratur zu lesen, so wie jeder das kann. Meine eigene Lebenserfahrung ist, grundsätzlich niemandem bei solchen Sachen zu trauen, sondern immer den Stand der Erkenntnis selbst nachzulesen. Der moderne Stand von Wissenschaft und Publizistik gibt jedem von uns da Möglichkeiten an die Hand von denen unsere Vorfahren nichtmal träumen konnten. Und es ist erstaunlich, erschreckend, und manchmal rettend zugleich, wie oft man in allen möglichen Feldern (auf keinen Fall nur Medizin) dann Leuten auf die Finger schauen und bevor Schaden passiert zur Not auch auf die Finger hauen kann. Insbesondere würde ich das machen, bevor ich Schritte unternehmen würde wie ein eventuelles PFO operieren lassen, wo ja auch die Operation ein nicht zu vernachlässigendes Risiko darstellt. Ist aber auch eine Sache der persönlichen Einstellung, und will ich mir unter keinen Umständen anmaßen zu verallgemeinern!
Ich will Dir daher auch wirklich in nichts reinreden. Ignoriere das alles wenn es Dir geraten scheint, aber irgendwie verstehe ich nicht so richtig, wie Skin Bends nach nur 2 oder 3 Minuten atmen von Sauerstoff verschwinden können. Auch hier würde ich persönlich, wäre ich an Deiner Stelle, wissen müssen, dass die Diagnose "DCS" wirklich über alle noch so harte Zweifel erhaben ist. Nicht weil jemand mit Erfahrung sagt er/sie "erkennt das". Aber vielleicht ist sie das ja, logischerweise kannst Du hier nicht alles schreiben, oder Dir persönlich reicht die Aussage der Ärzte. Auch das ist natürlich allein eine Entscheidung die Dir zusteht.

So oder so, ich wünsche Dir noch viele sorgenfreie und problemlose TGs!

Viele Grüsse,
Dominik
08.10.2018 19:45
Hallo Selina,

Dein Thread ist zwar schon ein paar Tage alt, aber Dominiks ausgewogenen Statements muss ich mich einfach anschließen.

Bei gesicherter Diagnose Decompression Sickness mit manifestierten Skin Bends ist umgehend die Druckkammerbehandlung einzuleiten. Das zu unterlassen dürfte jedenfalls hierzulande schon in Richtung justiziable Falschbehandlung/Kunstfehler gehen.

Nun mögen es viele Ärzte halt nicht, Ihren Patienten gegenüber einzugestehen, dass sie selbst nun gerade im Moment nach der Untersuchung nur anhand der klinischischen Befunde auch nicht so recht wissen was los ist. In Zweifelsfällen scheidet es für sie aus haftungsrechtlichen Gründen aber aus, frühzeitig Entwarnung zu geben, also wird sich bei der Diagnosestellung gegenüber dem Patienten sozusagen "nach oben" orientiert. Du bekommst keine vielleicht ungerechtfertigte Entwarnung, bleibst gegenüber Deinem Körper wachsam, unterziehst Dich vielleicht später einer PFO-Diagnostik (gut fürs Geschäft, bekommt ein werter Kollege was zum abrechnen mit Deiner Kasse)) und alles ist aus ärztlicher Perspektive erstmal schick.

Gleichzeitig werden sich dort unten Deine beiden Ärzte tief in die Augegen geguckt und - ohne es Dir zu sagen - eine DCS I für dermaßen unwahrscheinlich gehalten haben, dass sie es nicht für geboten hielten, Dich hyperbar zu behandeln und dadurch knappe Kammer-Kapazitäten zu blockieren, die dann vielleicht schlimmstenfalls für ein eventuell nach Dir eingeliefertes Unfallopfer in akter Lebensgefahr mit schwerster DCS-Symptomatik nicht mehr zur Verfügung steht. Da ist, weil Kammer-Plätze praktisch überall auf der Welt ein rares bis sehr rares Gut sind, Allokation angesagt. Das Wort mag im Zusammenhang mit Gesundheitsfragen immer keiner hören, weil sofort der Teufel an die Wand gemalt wird, es würden ökonomische Belange über den medizinischen Ethos gestellt (Klassiker in diesem Zusammenhang ist bekanntlich das Beispiel von der 80-jährige Oma, die plötzlich keine Hüft-OP mehr erhalten soll). Die Wahrheit ist jedoch folgende: Notfallmedizin funktioniert aufgrund der geschilderten Knappheit nur so und nicht anders (gleiches gilt übrigens auch für den Katastrophenschutz und ähnliche Bereiche).

Also langer Rede kurzer Sinn: Wenn Du in den Tagen vor Deiner vermeintlichen DCS taucherschich nicht sportlich bis exzessiv unterwegs gewesen bist, dann würde ich mich an Deiner Stelle weniger mit der Möglichkeit einer DCS als vielmehr mit der Frage beschäftigen, welchen Gesundheitsgefahren ich mich möglicherweise unwissentlich überwasser so ausgesetzt habe. Denn an den meisten tropischen und subtropischen Destinationen ist die "Gefahrenliste" für uns Mitteleuropäer nämlich nicht unbedingt kurz. Als größtes und exponiertestes Organ des menschlichen Körpers ist die Haut natürlich als erstes jedweden mikrobischen Angriffen ausgesetzt. Somit mag bei Selina zwar zeitliche Korerlation von Tauchaktivität und DCS-mäßig daherkommenden Hautsymptomen gegeben sein, womit aber noch keine Aussage zur kausalen Verursachung getroffen ist. Dies ließ sich schon am Urlaubsort durch Fachleute nicht zweifelsfrei abklären und dürfte auch immer schwieriger herauszufinden sein, je mehr Zeit nun vergeht. Wäre selbiges mir passiert, so würde ich das Verhalten der Ärzte allerdings eindeutig dahin interpretieren, dass die Wahrscheinlichkeit einer DCS vernachlässigbar gering ist und nach Genesung das Tauchen nicht grundsätzlich in Frage stellen.

Ggf würde ich mich noch vertiefter mit dem Auf- und Entsättigungsalgorithmus meines Tauchcomputers beschäftigen und vergleichen, ob ein anderes Rechenmodell meine dem fraglichen Ereignis vorangegangenen Tauchaktivitäten als riskanter bewertet hätte. Ein Wechsel wäre dann meinem individuellen Sicherheitsniveau beim Tauchen nur zuträglich und selbst wenn etwas ganz anderes als DCS die Ursache der Beschwerden war, so wäre das Ereignis doch dafür "gut" gewesen, fortan noch sicherer diesem tollen Hobby nachzugehen.




arureusCMAS-TL**, Nitrox**
09.10.2018 11:14
Hallo Selina,
das mit der Übernahmen der KKH-Kosten im Ausland sollte sich regeln lassen....
Zu Deinem DCS 1 mit cutaner Syptomatik:
Bei dem von Dir beschriebenen Tauchgangsprofil und der Örtlichkeit gehe ich mal davon aus, dass Du mit einem Trocki und entsprecchender Ausrüstung unterwegs warst in relativ kaltem Wasser bei warmen Wetter!?
Was passiert da? Anreise, Transport, Anziehen der umfangreichen Ausrüstung, evtl. kurzer Marsch zum Einstieg, Warten auf andere....
Dein Körper erhitzt stark und die Peripherie Deines Kreislaufes wird geöffnet zur Kühlung, Du schwitzt, der Trocki wird innen feucht.....
Du tauchst ab ins kalte Wasser, zunächst ist alles sehr warm und in der Tiefe pumpt Dein Kreislauf das N2 in Deine Peripherie und Dein Unterhautfettgewebe...
Nach einiger Zeit kühlt alles ab, Du auch, durch die Feuchtigkeit im Anzug isoliert dieser nicht mehr so gut....Deine Peripherie wird geschlossen und Dein Unterhautfettgewebe wird nicht mehr durchblutet.....
Nun tauchst Du aus, aber das übermässig gelöste N2 in Deinem Unterhautfettgewebe kann nicht entsprechend schnell entweichen, weil eben die Durchblutung nicht mehr gegeben ist.
Das kommt in den letzten Jahren immer häufiger vor, weil viel Trockentaucher unterwegs sind und viele Trockentaucher um diese Mechanismen nichts wissen.
Neu ist das nicht! Wurde bereits Mitte der Achtziger Jahre in "Tauchen" und anderen Medien diskutiert unter dem Titel "Ist Trockentauchen wirklich sicherer?"

Die Meinung von tauchmedizinischen Praktikern (VDST-Onlinearzt mit langjähriger Erfahrung als Druckkammerarzt, mir persönlich bekannt, u.a.) hierzu ist: HBO-Behandlung bei sowas wie bei Dir ist übertrieben. Insbesondere wenn die Symptomatik nach wenigen Minuten O2 verschwindet. Wenn man/frau so will: Eine Woche Tauchverbot und gut!
Justiziable Behandlungsfehler? Knappe HBO-Plätze? Algorithmus TC? JaJa Alles Gut! Laßt mal die Kirche im Dorf!
Grüße arureus
31.12.2018 12:38Geändert von selina81,
31.12.2018 14:17
Hallo Zusammen

Ups hab gar nicht gesehen das sich noch so viele zu meinem Thread gemeldet hat.
1. Versicherung (DAN) hat alle Kosten im Ausland übernommen, PFO Check beim Kardio musste ich selber bezahlen.
2. Bei mir wurde ein PFO Typ III festgestellt . Der Unfall war also unverschuldet (war mir ja vorher schon bewusst aber suchst halt trotzdem den Fehler irgendwo)....Somit darf ich ab jetzt nur noch nach dem Low Bubble Prinzip tauchen, was doch wirklich scheisse ist :D. Ich war unterdessen wieder im Tauchurlaub und es ist schon doof wenn du als erstes wegen der Null Zeit hoch musst. Naja shit happends, kanns ja immernoch verschliessen lassen.

Lg Selina
31.12.2018 12:53Geändert von Dominik_E,
31.12.2018 13:55
Hi,

erstmal, alles Gute weiterhin. Ich will mich unter keinen Umständen in Deine Entscheidung einmischen, die steht nur Dir zu. Ich kann aber einfach nicht über meinen Schatten: Da ein PFO so unfassbar häufig ist (ca. ein Viertel aller Menschen auf der Erde haben eines, das heisst auch, wenn morgen 4 Personen mit Kater wegen Alkohol aufwachen und sich darauf untersuchen lassen, wird statistisch bei einem ein PFO gefunden. Der soll daraus natürlich auch nicht schließen, dass der Kater daher kam), und DCS so selten, ist es grundsätzlich unmöglich, im Nachhineinen zu sagen ob Dein spezieller Vorfall (oder irgendein anderer einzelner) davon kam oder nicht. Das ohne jede weitere Wertung, und ohne besserwisserischen Versuch eines Ratschlages. Es ist bloß eine mathematische Aussage. Wenn Dein PFO aber sehr groß ist (meinst Du das mit Typ III?), dann kann es ja vielleicht sogar vom Tauchen vollkommen unabhängige Gründe geben es verschließen zu lassen. Kann. Es bleibt aber halt im Endeffekt die statistisch unvermeidliche Aussage, dass es von vornherein nicht grade überraschend ist, ein PFO bei jemandem zu finden, und dass daher der Erkenntniswert dieser Untersuchung nicht berauschend sein kann...

Zum glücklich werden gehört auch an anderer Stelle noch die Statistik, denke ich: andauernd liest man von "verschuldet" oder "unverschuldet" bei DCS. Auch das gibt es doch eigentlich nicht in dieser Reinform. Selbst wenn man immer immer super vorsichtig und in allen Grenzen taucht, und keinerlei andere gesundheitliche Defizite hat, irgendwann wird es einen vielleicht dennoch erwischen. Das Risiko wird ja nie Null, es wird nur sehr klein. Aber irgendwen trifft es halt dennoch. Ich würde mich nur unglücklich machen, wenn ich dann ständig nach einem konkreten Grund suchen würde, den es so womöglich gar nicht gibt. Das jetzt nicht bezogen auf Deinen Vorfall, sondern darauf, dass es Dir scheinbar sehr wichtig ist, einen Grund zu finden. Das kann ich verstehen, ist wohl ein menschlicher Trieb, aber führt halt leider nicht immer zur Erkenntnis...

Wie gesagt, weiter alles Gute für Dich!
Dominik
31.12.2018 14:04Geändert von selina81,
31.12.2018 14:10
Hallo Dominik

Der Grund "wieso" genau bei dem Tauchgang, obwohl das Profile perfekt war, ich innerhalb der Nullzeit tauchte und ich mich puddelwohl fühlte unterwasser, kam schon hoch. Klar hatte ich nicht all zuviel in der Nacht geschlafen und ja ich drank Wein am Vorabend aber das kam schon x mal vor und ich tauchte in x Situationen wo ich mir ein DCS eher vorstellen konnte als bei dem einen Tauchgang aber der Arzt sagte auch, wann ein DCS kommt ist oft nicht erklärbar. Dies kann dir kein Arzt erklären. Fakt ist, ich hab ein grosses PFO (TypIII), was bedeutet mein PFO ist offen und die Stickstoff blasen swappen immer von der rechten in die linke Kammer aber das sind wenige, gemäss meinem Arzt. Wenige Bubbles sättigen das Gewebe nicht all zu stark wieder auf, so die Theorie. Weil mein PFO offen ist, ist aber bei mir um so wichtiger das ich nachdem Tauchgang nichts mehr schweres hebe bzw. Pressbewegungen vermeide. Beim Pressen drücke ich nämlich zusätzliche Bubbles in die linke Kammer und begünstige so noch zusätzlich ein erneutes aufsättigen. Mein Vorfall geschah ja in Gozo. Dort tauchst du ja vom Land aus und bewegst dich nachdem Tauchgang oft über Steine/Felsen und laufst auch mit Equipment zurück zum Auto. Das könnte ggf. der Grund sein wieso es zu einer DCS kam. Durch die Bewegung bzw. weil ich mit dem Equipment hoch am Fels musste, habe ich natürlich oft mit viel Kraft mich selber hochgedrückt. Evtl. reichte das aus?? Aber eben, logisch erklärbar ist es trotzdem nicht! Wie oft habe ich mich nachdem Tauchgang vom Wasser im Beiboot hochgehieft und wie oft habe ich mit dem Equpiment eine Leiter hochmüssen...

Es ist und bleibt ein Rätsel warum genau bei dem Tauchgang aber immerhin kenne ich jetzt meine Grenzen. Wie du schon erwähnt hast, jede 4te Person hat ein PFO.
Aus Medizinische Sicht gibt es auch keinen Grund das PFO schliessen zu lassen ausser ich hätte leichtes Kammerflimmern (hab ich nicht). Das kommt öfters im Alter vor und mein Herz Doc hat mir deswegen geraten dies alle 5-10 Jahre abzuchecken. Kammerflimmern kann Thrombosen begünstigen und das wäre jetzt in meinen Fall, weil mein PFO offen ist, sehr gefährlich. Deswegen hat er mir für längere Flugstrecken Blutverdinner verschieben. Einfach um das Risiko zu verkleinern.
Danke Dir und Liebe Grüsse Selina
31.12.2018 14:18Geändert von Dominik_E,
31.12.2018 14:20
Ja, ich meinte halt genau das: Warum der eine spezielle Vorfall kam (mal angenommen es war DCS, nichtmal das kann man ja mit absoluter Sicherheit im Nachhinein sagen) wird sich niemals klären lassen, und man muss damit ja irgendwie seinen Frieden finden. Bei manchen geschieht das durch möglichst viel untersuchen lassen, bei anderen irgendwie anders. Muss jeder für sich selbst wissen, denke ich.

Es gäbe grundsätzlich ja auch noch ganz andere Möglichkeiten damit umzugehen, das nur mal so in den Raum gestellt. Was man schließlich macht ist keine primär medizinische Frage, sondern eine der eigenen Lebensplanung; die folgende Aussage habe ich fast wörtlich von S. Mitchell "geklaut", der im Gegensatz zu vielen anderen Medizinern aber zu genau dem Thema echte Forschung betreibt:
Die Mehrzahl der PFOs bei Tauchern werden nicht nach schweren Unfällen gefunden, sondern nach leichteren Vorfällen wie wiederholten Hautirritationen.

(Quelle des "Zitats" ist hier, generell finde ich sehr lesenwerter Thread:
https://www.scubaboard.com/community/threads/going-tech-patent-foramen-ovale-pfo-testing.560827/page-4 )

31.12.2018 14:44
Vielen Dank für den Link aber das Englisch ist mir zu hoch. Suchst du nach der ultimative Antwort warum es genau dann?Die wirst du wohl nicht finden. Kannst also nur Frieden mit der Diagnose finden...rest bleibt offen...

Gegenfrage, hattest du schon mal Hautirritationen (DCS) nach einem Tg? Kennst du das Gefühl? Ich war wie du sehr skeptisch vor meinem Vorfall aber wenn du mal eine DCS hast die bis in die Muskelatur geht, merkst du den Unterschied ob es nur eine Hautirritation ist ( von was auch immer) oder ob es eine DCS ist :P.
Der Schmerz ist eindeutig und auch die Zeichnung/Ausbreitung nachdem Tauchgang..


31.12.2018 14:54
Nein ich suche keine Antwort auf Einzelereignisse, wirklich nicht. Ich glaube die gibt es gar nicht. Ich hatte noch keine DCS, und wenn es je kommt, dann plane ich es als ein Ereignis wie viele andere auch hinzunehmen, wie so oft im Leben. Und vermutlich danach genau so weiter zu tauchen wie vorher (falls dabei nicht zu viel kaputt gegangen ist). Ich verstand aber auch, Du selbst habest vorher noch nie eine DCS gehabt? An einem einzigen Ereignis kann man ja normal nie einen Unterschied festmachen.

Und, mal angenommen es war in diesem Fall eine, mein Kommentar war so wie so einfach nur, dass es nur mit übernatürlichen Mitteln möglich wäre sicher zu wissen ob sie wegen des PFO kam. Das ist alles.

Wegen des Englisch: Wissenschaftliches Englisch lesen können kann im Extremfall leben retten, gerade bei so Umständen. Es lohnt sich zu lernen. Aber es gibt auch mittlerweile echt richtig gute automatische Übersetzungen, probier evtl. mal DeepL:

https://www.deepl.com/translator

Nur falls es Dich interessiert natürlich...

31.12.2018 15:13Geändert von selina81,
31.12.2018 15:16
War mein zweiter Vorfall. Der erste ist 2,5 Jahre her und war wesendlich leichter. Vermutlich auch weil ich viel schneller am Sauerstoff hing. Dazumal war ich mir aber nicht sicher. Ich fühlte mich grundsätzlich schon Krank und ging so tauchen. kam hoch und kurze Zeit später das spannen auf der Brust bzw. auf der Haut und die Rötung. Weil das im nirgendwo war, war ich übervorsichtig und hing dann auch sehr schnell am Sauerstoff, tauchte aber noch am gleichen Tag weiter ....habs mir auch schön geredet....Tja und jetzt vor 3 Monate, gleicher Schmerz aber x-Fach stärker und am ganzen Bauch verteilt...Der Schmerz hatte ich noch 3 Tage später in der Bauchmuskelatur...kannst also nicht ganz mit dem ersten Vorfall vergleichen aber das spannen und beissen der Haut, war identisch und deswegen war mir sofort nachdem Tauchgang in Gozo klar, dass sich sowas wieder anbahnt...wartete trotzdem blöderweise um sicherzustellen ob sich der "Ausschlag" weiter verbreitet. Ich wollte sicher gehen, weil wenn du einmal nach Sauerstoff im Tauchshop fragst, kannst das Tauchen für die weiteren Ferien vergessen...die geben dir dann keine Tanks mehr....

Ich lese sehr gerne, nur nicht heute. Ich werde es nachholen..
31.12.2018 15:16
In jedem Fall, ich wünsche Dir ehrlich, dass das erworbene Wissen insgesamt Dich glücklicher und nicht unglücklicher macht. Und vor allem natürlich problemlose TGs!
kwolf140614413-1; Nitrox**
31.12.2018 17:10
Nullzeittauchen allein ist m.M.n. für die Katz, was dein Risiko betrifft. Du kannst in der “Nullzeit” tauchen und dennoch ordentlich Blasen produzieren (z.B. Stichwort “Nullzeitschrammeln”) oder mit deutlicher Dekostoppverpflchtung sehr blasenarm tauchen (z.B. Stichwort “Mikroblasenlevel” o.ä. in der Einstellung mancher Tauchkomputer oder auch Gradientenfaktoren in Bühlmannmodellen). Letzteres Dekoverhalten beginnt mit tieferen Stopps (im Sporttauchbereich früher auf 6 bzw. 9 oder sogar 12m) und führt betont langsam zur Oberfläche, vor allem auch auf den letzten drei Metern. Zu diesem Thema solltest du dich fortbilden und nicht einfach irgendwelchen Schlagworten folgen, selbst wenn sie von Medizinern kommen. Erwirb dir eine Kompetenz, die dich souverän macht und auch unabhängig von einem Guide austauchen lässt.
Nitrox-PanscherPADI AOWD
PADI Advanced Freediver
SDI Solo-Diver
GUE Fundi Tech
TDI Normoxic Trimix
TDI Gasblender
04.01.2019 12:45
Hallo Selina,

noch als Ergänzung und vielleicht von Interesse:

In der vorletzten Ausgabe (Nr. 29) der Wetnotes (http://www.wetnotes.eu/) hat Dr. Frank Harting einen sehr interessanten Artikel zum Thema PFO geschrieben. Es ist mal keiner der üblichen Grundlagenartikel (die kennt man ja zu Genüge) sondern am praktischen Tauchen orientiert.

Er geht auch auf die Frage ein, ob und wann man einen Verschluß erwägen sollte. Auch gibt er Tipps, was man noch machen kann um die Blasenlast zu verringern (er hat z.B. immer eine O2-Stage im Kofferaum und atmet O2 während er seine Ausrüstung auszieht).

@Dominik_E: Sehr gute Beiträge. Sachlich, ausgewogen und gut durchdacht. Tut dem TN mal richtig gut... thumbup

Gruß,
Frank
manimanCMAS*** NSS/CDS
29.01.2019 09:28
Hallo Frank,
da ich die Wetnotes nicht aboniert habe möcht eich fragen ob es den Artikel auch online zu lesen gibt.
Ich bin gerade in der Abklärungsphase nach vermutlichen DCS ohne erkennbaren Grund.

Danke
Manfred
29.01.2019 10:18
@maniman
online gibt es den glaube ich nirgends, aber Du kannst bei Wetnotes auch einzelne Ausgaben ohne Abo bestellen wenn Du schnell genug bist.
Antwort