Alles was nicht direkt zu den obigen Foren passt, findet hier Platz. Also Fragen zu den Verbänden, Vereinen, oder einfach allem was generell tauchspezifisch ist oder sonst einen Bezug zum Taucher.Net hat.
Michael FischTMX Cave & CCR

DAN USA Zahlungsprobleme ?

Gefunden auf eine andere Board:

FOR IMMEDIATE RELEASE

Dallas, Texas, January 9, 2006: The Recompression chamber network branded SSS (Sub-aquatic Safety Services), in service in a dozen popular dive destinations worldwide (and in most cases the only chamber in a several hundred mile radius), has been forced to notify the public that certain facilities in some destinations effective immediately, and others progressively so, will NO longer accept the Divers Alert Network (DAN) AMERICA insurance as a payment method for hyperbaric chamber and medical
services.

It is hard enough to maintain the facilities available 24/7 with optimal technical, administrative and operational readiness, but with the underpayment and non-payment of bills, some over a year old by DAN America; the chambers feel obligated to the diving public to remain open. To that end the chambers can no longer tolerate unpaid services, and since the only insurer in the world who has refused to settle our bills is DAN America, thus some SSS chambers have no other choice but to ask DAN
America patients to pay for services when rendered and file the claims themselves with DAN America for any possible reimbursement. Please note that this action applies only to DAN AMERICA. It does not apply to DAN Europe, DAN Southern Africa, DAN Southeast Asia-Pacific or DAN Japan.

Divers are advised to check with their insurance carrier prior to travel to secure verification of coverage.

For inquiries, please contact cdammert@medicalhyperbarics.com

Hier DAN`s Antwort drauf:

DAN Responds to Press Release

The DAN Diver Accident Insurance Program has provided coverage for hundreds of thousands of divers and their families, and DAN America’s insurers have paid out more than $20 million dollars in claims to members and treatment facilities around the globe.

During this time, DAN has collected and exhaustively studied a wealth of information on treatment charges. From this, DAN has identified “reasonable and customary” charges for treatment of decompression illness. This information is an important component to any insurance program to assure treatment of injuries at a fair price. This benefits both the insurer and the insured.

Unfortunately there is currently a dispute between DAN and Mr. Mauricio Moreno, the owner of a few chambers in our region. Specifically the dispute involves what constitutes reasonable and customary charges for hyperbaric chamber treatment. It is DAN`s view that reasonable and customary means the usual charges of similar chambers. It is the view of Mr. Moreno that reasonable and customary means what the chamber charges, even if the charges are significantly higher than charges of other similar chambers. One major international insurance company previously withdrew coverage altogether due to these high charges. Having been sued by Mr. Moreno, DAN is now forced to address this situation legally.

There is no dispute, however, that DAN`s insurers have agreed to pay Mr. Moreno`s chambers at what they consider reasonable and customary rates. Therefore, if Mr. Moreno requires divers to pay in full for services when rendered, even for the portion of charges in excess of what is reasonable and customary, Mr. Moreno is needlessly overreaching and inconveniencing divers.

Despite these issues, DAN is committed to providing coverage to our members regardless of where they live and dive. Therefore, we have attempted to negotiate with Mr. Moreno over several years, including DAN’s attempt to identify costs unique to his chambers, but without success. The good news is that the vast majority of chamber operators in the USA and around the world provide excellent treatments and services at fair rates.

Despite this dispute, DAN will continue to take care of divers in need. DAN encourages members to ALWAYS contact DAN directly if there is any question about treatment issues or payment of services. DAN, as we always have, will address such inquiries immediately, 24/7/365. No DAN member who purchases dive accident insurance through DAN should be at risk of not being covered.

Schade!

Michael
AntwortAbonnieren
KurtCMAS**
10.01.2006 20:37
Hi Michael,

könntest du die wichtigsten Passagen für diejenigen, die der englischen Sprache nicht so sehr mächtig sind, ausdeutschen?

Vielen Dank

Kurt
10.01.2006 22:32
Hallo Kurt:

Ich will`s mal schnell zusammenfassen:

Die SSS (Sub-aquatic Safety Services) Druckkammerkette beschuldigt DAN Rechnungen für Behandlungen von bei DAN America versicherte Taucher über ein Jahr lang nicht bezahlt zu haben. Daher würden sie (SSS) und andere Druckkammern nach und nach die Versicherung von DAN nicht mehr akzeptieren und der verunfallte Taucher hätte selbst zu zahlen.

Der Taucher müsse sich dann eben mit DAN America herumschlagen, dass diese die Behandlung mit dem Taucher direkt begleichen.

Dies beträfe aber legidlich DAN America und nicht die anderen DANs (Europa, Japan, ...)

DAN hät dagegen:

Die SSS hätte wohl eine etwas undurchsichtige Kostenstruktur und andere Druckkammern als die der SSS wären wohl bei vergleichbarer Leistung um einiges günstiger.

Ein Herr Mauricio Moreno, der einige Kammern betreibt sei wohl im speziellen derjenige, der im Knatsch mit der DAN liegt.

DAN hätte mit Herrn Moreno schon länger versucht, sich ob der Zahlungen und der Gebührenhöhe, die einzigartig bei Herrn Morenos Kammern sei, zu einigen - vergeblich.

Den DAN Versicherten Tauchern empfiehlt DAN, sich dennoch unmittelbar bei einem TU mit der DAN Hotlin in Verbindung zu setzen.

Zwischen den Zeilen meint DAN wohl, dass sie die Taucher in keinem Fall im Regen stehen lassen würden (d.h. auch die außergewöhnlich hohen Gebühren zahlen würden). (Meine Interpretation.)

@Michael: Könntest Du bitte die Quelle nennen?
Und wieso "Schade"?

gruß
Martin.
Mytilus23TL CMAS
11.01.2006 00:12
Vorausgesetzt DAN USA ist wie DAN Europa konstruiert, zahlt nicht DAN, sondern ein komplexes Konsortium von Versicherungen die Kosten. DAN ist nichts anderes als ein Versicherungsmakler plus Betreiber einer Notfall-Hotline und kassiert dafür Provisionen.

Am Rande ohne Details: Einen vergleichbaren Fall von total überzogenen Forderungen seitens des Kammerbetreibers gibt es auch in DE. Fragen dazu beantworte ich definitiv nicht.
11.01.2006 07:25
1. Der Thread-Titel ist falsch
2. Kann dieses Problem mit nahezu (ehrlich gesagt kenne ich keine) _jeder_ anderen Deckung (VDST/Gerling, Aquamed und wie die alle heissen) genau so passieren, denn
- jeder Risikoträger übernimmt nur die Kosten für die medizinisch notwendige Heilbehandlung -.
Wenn dieser Mr. M. die Behandlungskosten weit über den "üblichen" ansetzt, ist das doch wohl logisch, dass sich der Leistungsträger querstellt, oder?

Hinzu kommt die Tatsache, dass Mr. M offentlichtlich mehrere Durckkammers gehören bzw. er diese betreibt und er vielleicht mittlerweile regional eine marktbeeinflussende Stellung inne hat? Könnte sein...

Fakt ist auch - s.o. - dass noch kein Taucher auf den Behandlungskosten sitzen geblieben ist, sondern lediglich der Betreiber auf Zahlung wartet. Interessant wird es, wenn Taucher in Vorleistung gehen müssen und die Rechnungen dann DAN/Versicherer zum Ausgleich einreichen.


Ich finde die Information hier interessant, messe dieser aber überhaupt keine Bedeutung bei, da es ein ganz normaler Vorgang ist, der überall auf der Welt mit jedem Kammerbetreiber und mit jeder Versicherungsgesellschaft passieren kann. Dass es als erstes (?) DAN widerfährt, ist auch normal, da DAN Marktführer ist - insbesondere auf dem us-amerikanischen Markt, oder?

Und übrigens:
Dieser Disput, der da zwischen DAN und einem Kammerbetreiber ausgetragen wird, wird zu Gunsten aller DAN-Mitglieder _und_ sonstiger versicherter und unversicherter Taucher ausgetragen.

Ergebnis der gerichtlichen Verhandlung kann ja nur die Festlegung von "Höchstgebührensätzen" von Druckkammerbehandlungen sein, oder was meint ihr?

Diese Meldung beeinflusst mich aber in keinster Weise, ob DAN oder Aquamed oder VDST/Gerling oder oder oder. Ganz im Gegenteil. Hier traue ich DAN zu, meine Interessen dort zu vertreten, als VDST/Gerling (der international keine Rolle spielt, insbesondere nach der Übernahme durch HDI/TALANX nicht) oder Aquamed (wer ist da überhaupt Risikoträger?).

/Andre
(Nein, der nicht bei DAN/Ulrich von Laak arbeitet :-P )
11.01.2006 07:51
Hi Andre,

es ist nicht richtig, das alle Versicherungen nur die medizinisch notwendige Leistung bezahlen.

Bei Aquamed steht ausdrücklich in den Versicherungsbedingungen, dass sie auch auch medizinisch *sinnvolle* Leistungen bezahlen.

Ansonsten kann ich Dir nur zustimmen, dass der Threadtitel zu reisserisch gewählt ist und das es eigentlich im Sinne der Taucher ist (und damit der von ihnen gezahlten Versicherungsbeiträge), dass sich DAN darum kümmert, dass nicht beliebige Kammergebühren verlangt werden können.

Gruß
Martin.
KurtCMAS**
11.01.2006 08:58
@mhille

Danke

@D-32

Den 2. Absatz hättest du dir sparen können. Entweder du hast Infos die interessant und wissenswert sind, dann raus damit, oder du behältst alles für dich. Nach dem Motto "ich weiß was, sag`s aber nicht" kannst du im Kindergarten Punkte machen.

Gruß Kurt
Michael FischTMX Cave & CCR
11.01.2006 09:07
Fakt ist: 12 Kammern acceptieren DAN AMERICA Versicherungskarten nicht. Keine Behandlungen ohne andere Deckung/Kreditkarten.

Schade

siehe http://thedecostop.com/forums/showthread.php?t=16910
und
http://cavediver.net/phpbb2/viewtopic.php?t=3386
und
http://diversalertnetwork.com/news/article.asp?newsid=709
11.01.2006 09:43
Wenn es Konflikte zwischen einer Versicherung (egal ob DAN als Makler oder Versicherung auftritt: Den Vertrag hat man mit DAN abgeschlossen) und einem zu bezahlenden Leistungsanbieter (Druckkammer) gibt, bleibt oft der Versicherte auf der Strecke. Entweder, weil er in Vorleistung treten muß (das aber nicht kann), oder weil der Leistungsanbieter unwillig und schlechter behandelt, oder weil der Versicherte zuletzt doch auf den Kosten sitzen bleibt oder Aufwand hat, um zum Geld zu bekommen. Der Versicherte sitzt dann immer zwischen 2 Stühlen, und kann/muß sich aussuchen, wer denn nun recht hat. Woher soll der Versicherte wissen, ob die Kosten "überhöht" sind, oder die Versicherung einfach nur sparen will? Soll er nicht zahlen (und sich verklagen lassen, sofern ohne Zahlung überhaupt behandelt wurde), oder DAN verklagen (und ggf. verlieren)?

Das gleiche Problem hat man übrigens auch als privat Krankenversicherter. Ärzte, die (nach meinem Eindruck) durchaus zu überhöhter Abrechnung geneigt sind, und Krankenversicherungen, die (nach meinem Eindruck) zwar jährlich die Beiträge erhöhen, aber die Leistungen einschränken wollen, wo immer es geht. Und der dumme Versicherte wird wegen 100EUR Nichtleistung nicht gleich klagen; bei höheren Beträgen zwar vielleicht doch, mit ungewissen Erfolgsaussichten.

Wenn ich mir aber die Aquamed-Versicherungsbedingungen durchlese, dann ist mein Eindruck teilweise da noch schlechter. Kann in der Praxis anders sein, aber wann erlebt man schon mal den praktischen Fall? Man zahlt jahrelang ohne Gegenleistung, und ist "voll zufrieden".
Mytilus23TL CMAS
11.01.2006 10:49
@ Kurt

Es gibt in DE eine Kammer, die sich nicht an die allgemein vereinbarten Sätze für die Erst-Notfallbehandlung hält. Es gibt auch Fallbeschreibungen im Internet, die sich per Tante Gugl dazu finden lassen.

Und es ist absolut OK, dass Versicherer streiken bei überhöhten Forderungen.

@ flasche

Bei Aqua Med hast du im Streitfall schon mal den Vorteil, dass du gegen deutsche Versicherer klagen kannst. Bei DAN Europe wird es eine kaum finanzierbare Auslandsklage nach Italien.

Und ob nach X Jahren Beitragszahlung und dann einem Schadenfall auch deine erwartete Kohle rüberkommt oder du in eine Fußangel getappt bist, siehst du perfekt bei Schadenfällen im Bereich Privat-Haftpflicht: Ein falsches Wort in der Schadenmeldung und du guckst in die Röhre.
KurtCMAS**
11.01.2006 13:36
@D-32

Danke

Dies ist doch schon eine Info, mit der man arbeiten kann. Reicht vollkommen aus.

Gruß Kurt
12.01.2006 07:49
Moin,

@Martin
sinnvoll vs. notwendig - das sind beides relative Begriffe, die von verschiedenen Personen unterschiedlich ausgelegt werden können. Aber lassen wir diese Diskussion, denn es geht ja bei DAN über die Höhe der Leistung bei Moreno-Druckkammern.

@Michael
Klar, dass diese 12 Kammern DAN nicht akzeptieren, wenn Sie Gebührensätze abrechnen wollen, die über den normalen/üblichen Sätzen liegen. genau darum geht es doch.

@flasche
Erster Absatz ist doch totale Polemik und darüber hinaus auch stellenweise falsch! DAN ist weder Makler noch Versicherer... und zumindest hier in Deutschland (und ich wage auch die Aussage, dass es in USA nicht anders ist) kommt der Vertrag immer noch zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer/Risikoträger zu Stande.

Hieraus ergeben sich auch die gegenseitigen Rechte und Pflichten und da hat DAN erst mal gar nix mit zu tun.

Was DAN allerdings macht, ist eine bestimmte Versicherung (zumindest hier in Europa ein Konsortium bestehend aus Chubb und Winterthur so weit ich mich erinnere) zu vermitteln und darüber hinaus Notfälle zu begleiten (fassen wir mal die Dienstleistung von DAN so zusammen).

Ein wesentlicher Punkt ist, dass DAN sich vorbehalten möchte, die Notfall-Logistik selbst zu organisieren. Zum einen mimt Sicherheit als Dienstleistung für seine Kunden, zum anderen aber auch, um genau solche Moreno-Fälle zu verhindern.

Und stelle man sich mal den Fall vor, dass ein (wo-auch-immer) nicht versicherter Taucher alles selber zahlen muss und aus Unwissenheit in einer Moreno-Kammer behandelt wird und am Ende die Rechnung bekommt...

Ich persönlich sehe den Streitfall Moreno vs. DAN in meinem und unserer aller Interesse.

Und noch was zur Übernahmeverpflichtung der Behandlungskosten beim DAN-Konstrukt:
Wenn die Behandlungslogistik durch DAN organisiert wird, übernimmt DAN alles in voller Höhe.

Organisiert der Versicherte alles allein, bindet DAN nicht mit ein und schickt einfach nur am Ende die Rechnung an DAN gibts maximal 31 TEUR bzw. 62 TEUR, je nach Membership. BIS ZU DIESER Höhe wird aber alles übernommen.

So und jetzt nochmal zurück zum Tauchunfall. Angenommen ich mache irgendwo auf der Welt Tauchurlaub, so hinterlege ich doch schon aus Eigeninteresse meine DAN-Informationen bei der Basis, damit die bei Aktivierung der Rettungskette auch DAN informieren. Parallel wird der Buddy oder sonstige Mitreisende informiert, dass die im Falle des Falles auf jeden Fall DAN kontakten sollen.

Ist der Unfall so akut, dass eine Abstimmung mit DAN nicht unmittelbar erfolgen kann, so kommt man wahrscheinlich in die erst beste Behandlungsmöglichkeit, vielleicht in eine Moreno-Druckkamer. Erstbehandlung läuft an.

Parallel läuft die DAN-Verständigung, die man auch über die Erstbehandlung in einer M-Druckkamer informieren kann.

Was spricht dagegen, die Behandlung in einer anderen Kammer fortzusetzen und ggbfls. eine verlegung durchzuführen? IMO nix.

Und jetzt nochmal zurück zur Grunddienstleistung von DAN. Dies ist die Organisation der Hilfeleistung/Behandlung nach einem Tauchunfall. Wenn ich DAN dieser Pflicht (bzw. meinem Recht) entbinde, dann kann ich doch nicht im Ernst erwarten, das alles ohne weiteres übernommen wird...

Und nochmal: EBEN WEIL DAN die wahrscheinlich am meisten verbreiteste Organisation ist, haben die diese Probleme mit Moreno. Aqua Med als Beispiel hat evtl. noch nie einen Tauchunfall und die anschliessende Behandlung in USA begleitet - wer weiss????

Auslandsklage Italien (DAN) vs. Inlandsklage (Aqua Med):
Korrekt, zu Gunsten Aqua Med.

Praktisches Know How bei der Behandlungslogistik, Kontakte und Erfahrung:
Zu Gunsten DAN.

/Andre

P.S.:
@D32
Dein Hinweis auf die böse nicht zahlende Privathaftpflicht wegen einer falschen Formulierung kann ich nicht nachvollziehen. Diese Versicherung schützt vor gesetzlicher Schadenersatzansprüche Dritter und befriedigt berechtigte Ansprüche, wehrt aber in unserem Interesse auch UNberechtigte Ansprüche ab. Was erwartest Du? Eine Versicherung, die dann das zahlt, wenn Du da Bock zu hast? So was gibt es nicht und selbst wenn es diese Vollkasko für das tägliche Leben geben würde, könnten wir alle sie gar nicht bezahlen - Denk doch mal nach, ich hatte Dich eigentlich für intelligent genug gehalten.
Mytilus23TL CMAS
12.01.2006 08:20
@ Andre

Meine Bemerkung wegen der Privathaftplicht ist nur sinngemäß zitiert von einer Aussage, die mal ein Urlaubsbuddy, zu Hause Versicherungs-Außendienstler, machte.
12.01.2006 12:00
@ _Andre_ :

"sinnvoll vs. notwendig - das sind beides relative Begriffe,"
Jedenfalls wird die praktische Auslegung erstmal der jeweiligen Dame an der Hotline überlassen. Ggf. kann man dann ja später gerichtlich streiten, ob was notwendig oder sinnvoll war. Hat man die Nicht-Behandlung überlebt, war sie sicher nicht notwendig. Was nicht notwendig ist, ist sicher nicht sinnvoll; denn es kostet ja Geld. Das ist meine umgangssprachliche Übersetzung, auch wenn wohl gemeint ist, daß sinnvoll mehr als notwendig heißen soll.

"Klar, dass diese 12 Kammern DAN nicht akzeptieren, wenn Sie Gebührensätze abrechnen wollen, die über den normalen/üblichen Sätzen liegen."
Wollen tun das doch alle; Marktwirtschaft. Bei Konflikten ist dann die Frage, ob der starke Mann am Geldhahn die Ölpipeline zudreht, oder es vorher zu einer vernünftigen Regelung kommt. Ich würde ungern einen Tauchunfall in Nähe einer im Clinch mit DAN liegenden Druckkammer haben, und von DAN dann telefonisch zu einer weiter entfernten, billigeren Druckkammer weiterempfohlen werden. Oder nachträglich um Kosten streiten müssen.

Wie gesagt: Das Problem gibt es unter ungeregelten (also marktwirtschaftlichen) Bedingungen immer wieder. Anarchie eben, ggf. gesetzlich eingeschränkt oder durch Angebot/Nachfrage halbwegs normalisiert.

"@flasche
Erster Absatz ist doch totale Polemik und darüber hinaus auch stellenweise falsch! DAN ist weder Makler noch Versicherer..."
Ich bezog mich auf genau die Aussage (Makler statt Versicherer) von D32. Jedenfalls organisiert DAN das alles; nenne es, wie Du willst.
Wichtig ist nur, daß es sehr unappetitlich ist, wenn man mit Ärzten oder privaten Versicherungen über Geld diskutieren muß; womöglich unmittelbar vor einer Behandlung. Habe ich selbst schon erlebt (private Krankenversicherung).

"Was DAN allerdings macht, ist eine bestimmte Versicherung [...]zu vermitteln und darüber hinaus Notfälle zu begleiten"
Umgangssprachlich würde ich Ersteres aber dann schon als "Versicherungsmakler" bezeichnen.

"Ein wesentlicher Punkt ist, dass DAN sich vorbehalten möchte, die Notfall-Logistik selbst zu organisieren. Zum einen mimt Sicherheit als Dienstleistung für seine Kunden, zum anderen aber auch, um genau solche Moreno-Fälle zu verhindern."
Das kann Vor- und Nachteile haben. Kostenmäßig für den Versicherer sicher nur Vorteile, für den Versicherten neben Vorteilen (qualifiziertes Unfallmanagement) eventuell aber auch Nachteile (finanzielle Bestrafung bei versehentlich nicht eingeschaltetem DAN nach Unfall, evt. Ignorierung von angeblich überteuerter Hilfe naher Ärzte). Lieber in einer 30% (mal als Beispiel) überteuerten Druckkammer sofort, als in einer billigeren Druckkammer nach ein paar Stunden Flug behandelt.

"Ich persönlich sehe den Streitfall Moreno vs. DAN in meinem und unserer aller Interesse."
Ich nicht von vornherein. Es geht um niedrigere Kosten für die Versicherung. Ob die an die Versicherten (oder an die Aktionäre der Versicherung) weitergegeben werden, ist fraglich.

"Organisiert der Versicherte alles allein, bindet DAN nicht mit ein und schickt einfach nur am Ende die Rechnung an DAN gibts maximal 31 TEUR bzw. 62 TEUR, je nach Membership. BIS ZU DIESER Höhe wird aber alles übernommen."
Das will ich sehen. Wenn also die Druckkammer für eine Behandlung, die angeblich (der Versicherte kann das nicht überprüfen) normalerweise 5.000,-EUR kostet, eine Rechnung von 8.000,-EUR an DAN schickt (und die Rechnung vielleicht vorher selbst zahlen mußte), dann gibt DAN ohne Widerstand dem Versicherten 8.000,-EUR, weil`s ja unter der magischen Grenze ist? Ich kenne das so, daß Privatversicherungen auch kleinere Beträge unter die Lupe nehmen; wo gestrichen werden kann, wird gestrichen. Wenn der Versicherte dann schon selbst gezahlt hat, hat er Pech. Wenn noch nicht, kann oder muß er sich aussuchen, ob er mit der Versicherung oder dem Arzt kämpfen will (und ggf. nachher den Arzt wechseln muß; hier: Nicht mehr in der betroffenen Druckkammer behandelt wird).

"Angenommen ich mache irgendwo auf der Welt Tauchurlaub, so hinterlege ich doch schon aus Eigeninteresse meine DAN-Informationen bei der Basis, damit die bei Aktivierung der Rettungskette auch DAN informieren."
Was für ein Quatsch. Wenn ich z.B. in Deutschland tauchen will, hinterlege ich standardmäßig beim Flaschenfüllmeister meine DAN-Mitgliedsdaten? Das habe ich noch nicht erlebt. Vielleicht bei längerem Tauchurlaub auf einem Boot, ja.

Was dann bei einem Unfall passiert, ist Spekulation. In jedem Falle ist die Nichteinschaltung von DAN dann nicht zum finanziellen Nachteil von DAN.

"Und jetzt nochmal zurück zur Grunddienstleistung von DAN. Dies ist die Organisation der Hilfeleistung/Behandlung nach einem Tauchunfall. Wenn ich DAN dieser Pflicht (bzw. meinem Recht) entbinde, dann kann ich doch nicht im Ernst erwarten, das alles ohne weiteres übernommen wird..."
Warum denn nicht? Solange DAN nicht nachweist, daß die Einschaltung von DAN böswillig unterlassen wurde, sollte DAN gefälligts immer zahlen. Es ist ein Witz, daß man von einem Verunfallten fordert, eine ausländische Telefonhotline einzuschalten; auch wenn das oft (aber nicht immer) durch Tauchpartner erledigt werden kann. Verteilt DAN denn wenigstens kostenlose, mehrsprachige, wasserfeste Anhänger für`s Tauchjacket, damit nach Unfall klar ist, was zu tun ist? Wie weise ich als Versicherter nach, daß ich DAN angerufen habe?

"Aqua Med als Beispiel hat evtl. noch nie einen Tauchunfall und die anschliessende Behandlung in USA begleitet"
Daß mir die Versicherungsbedingungen von Aquamed auch nicht gefallen, habe ich schon gesagt. Immerhin sind die Beiträge niedriger (vielleicht zu niedrig?).

Daß es Konflikte unter marktwirtschaftlichen Bedingungen zwischen Versicherern, Versicherten und Leistungsanbietern gibt, ist normal. Nur sollten sie im Vorfeld, nicht auf dem Rücken der Versicherten, ausgetragen werden. Das betrifft klare Versicherungsbedingungen (gefällt mir nicht bei Aquamed) und klare Leistungsvoraussetzungen (gefällt mir nicht bei DAN). Gesetzliche Rahmenbedingungen können da viel klären; international sicher schwierig.

Ach so: Ich selbst sympathisiere eher mit DAN. Frei nach "Was nichts kostet, ist auch nichts." Tut aber hier nichts zur Sache.
13.01.2006 05:29
Als DAN Member sollte man, bevor man sich an jemanden vor Ort wendet zuerst die DAN Hotline anrufen, die dann alle weiteren Schritte einleitet, ueberwacht und dann auch die Zahlungen garantieren kann.

Tauchmedizinische Dienstanbieter, sind meinstens keine Wohlfahrtsverbaende, auch wenn sie sich so praesentieren. Die genannte Firma SSS ist eine auf Profit ausgelegte Firma, die 800 USD pro Stunde in der Kammer berechnet, plus alle anderen anfallenden Kosten. Taucher werden behandelt, wenn sich nicht absolut ausschliessen laesst, dass es sich um DCI handelt - auch bei subtilen Symptomen. Standard Behandlungen fuer Menschen mit DCI Symptomen bei SSS sind zwei US Navy Treatment Table 6 (USN TT6) und eine USN TT5, welche intern als "washout table" bezeichnet wird. Macht zusammen ueber 10 Stunden in der Kammer und damit schon mal alleine 8000 USD. Wenn diese Kosten laut DAN also um einiges hoeher sind, als vergleichbare andere Hyperbare Zentren und das anzweifelt, anstatt einfach die Kosten an die Mitglieder in Form von Beitragserhoehung weiterzugeben ist das meines Erachtens der richtige Weg. Dass SSS sich dann die Kosten im Vorraus bezahlen laesst und nicht mit einer der am weitest verbreiteten Tauchversicherungsanbieter direkt abrechnen will, spricht nicht gerade fuer diesen Verein.

Man sollte sich deshalb immer mit DAN in Verbindung setzten, um zu eroertern ob eine Behandlung notwendig ist.

Bei Kammern in entlegenen Gebieten, die rund um die Uhr besetzt sein muessen und dann auch noch drei bis vier Personen fuer die Behandlung benoetigen (Multiplace Chambers), ist es schwierig diese ethisch zu betreiben und trotzdem einen vernuenftigen Gewinn zu erzielen. Da faellt es den Betreibern doch leicht, DCI Symptome zu entdecken und diese reichlich zu behamdeln. Fuer Tauchunfaelle konfigurierte Einzelplatzkammern mit entsprechend geschultem Personal sind fuer diese Gebiete in vielen Punkten vorteilhaft, aber das waere eine komplett andere Diskusion.
15.01.2006 09:47
Moin,

musste mich erst mal sammeln, bevor ich antworte. Ich antworte Dir einfach auch mal absatzweise, flasche:

"sinn vs. notwendig"
Genau, da sind wir einer Meinung, alles Auslegungssache. Deswegen kann man nicht sagen, dass Aqua Med "vorm Zug" besser ist, als DAN. Über Härte-/Grenzfälle wird man hinterher eh diskutieren müssen (und dann spielt es tatsächlich eine Rolle, ob Klage im Inland oder Ausland).

"höhere Gebührensätze"
Da gebe ich Dir Recht, lieber nahe einer "DAN-Kammer" einen Unfall erleiden. Mit Deiner Aussage zur marktwirtschaft und gesetzlichen Regelungen gebe ich Dir wiederum vollkommen Recht - nur hat das alles überhaupt keine Auswirkung darauf, dass identische Fälle mit anderen Leistungsträgern (Versicherern) passieren kann (bzw. wird...).

"erster Absatz"
Auch hier wieder: 100% agree, dass es Mist ist, wenn man bei solchen Sachen (Unfall-/Kranken-versicherungen) diskutieren muss. ABER ich kann doch nicht davon ausgehen, dass egal was ist, mein Versicherer _immer_ zahlt. Leute, in welcher Welt lebt ihr? Das ist genau das, was man Vollkaskomentalität nennt - so was ist nicht bezahlbar.

"Was ist DAN"
Ohne grossartig ins Detail zu gehen: Die Anforderungen (Pflichten) an einen Makler sind sehr komplex. Ein wesentlicher Punkt ist die Beratungsverpflichtung bezüglich der angebotenen/vermittelten Produkte. Für Fehlberatungen (qualitativ und monetär) haftet er. Diese Haftung geht (zumindest hier in Deutschland) so weit, dass er sich aktiv entlasten muss. DAN vermittelt nur eine bestimmte Deckung und ist somit einfach nur ein Vermittler , ohne besondere Rechte und Pflichten hinsichtlich des vermittelten Produktes.

"Organisation der Notfall-Logistik"
Richtig, dass hat Vor- und Nachteile. Deswegen steht auch unmissverständlich in den Bedingungen drin, dass DAN zu benachrichtigen ist. Dass DAN generell die Leistung einschränkt, wenn nicht benachrichtigt wird, ist doch (sorry) Quatsch. DAN möchte so früh wie möglich informiert werden, um entsprechend eingreifen zu _können_. Sicherlich ist dies auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass nicht jeder Arzt weiss, wie mit einem Dekounfall umzugehen ist. (an dieser Stelle gehe ich nicht tiefer ins Detail, weil ich davon ausgehe, dass Du weisst, was ich meine) Hinzu kommt, dass DAN sich gar nicht erlauben kann, in eine "Billigkammer" zu verlegen, da durch die verzögerte Behandlung die Behandlung im Endeffekt auch länger dauern kann und dadurch teurer wird. . . alles klar? Darüber hinaus ist ja auch eine Unfalldeckung bei DAN enthalten, wonach DAN eine bestimmte Summe an den Versicherten auszahlen muss, wenn der Versicherte durch den Unfall invalide wird - auch diese Leistung möchte sich DAN bestimmt sparen. Hinzu kommt, dass dser Transport in eine weiter entfernte Druckkamer auch noch Geld kostet (u.U. Hubschrauber?!) und man dann ERST RECHT viel höher liegt, als in der Moreno-Kammer.

Und wenn man dies alles berücksichtigt (mir wird an dieser Stelle immer mehr bewusst), wird für mich offensichtlich, welches Schindluder Moreno mit der Höhe seiner Gebührensätze dort _wahrscheinlich_ betreibt.

"Moreno vs. DAN"
Dreh Deine Aussage doch mal um. Wenn Moreno sich durchsetzt, werden die Versicherungsverträge noch teurer, weil jetzt höhere Kosten u.U. ersetzt werden müssen, als bisher angenommen. Und verlass Dich drauf, dass dies auch von anderen als den DAN-Versicherern umgesetzt wird. Ob es konkret auch Aqua Med ist, wage ich zu bezweifeln, da die Wahrscheinlichkeit, dass Aqua Med-versicherte Taucher in einer Moreno-Druckkamer behandeln werden geringer ist, als DAN-USA-versicherte - auch klar.

"31 TEUR bzw. 62 TEUR"
Weiss ich nicht, flasche, aber es steht da ausdrücklich und unmissverständlich, lies mal selber nach.

"Hinterlegung Notfallinformationen"
Mensch Du Dödel , ich hab doch geschrieben "irgendwo auf der Welt". Damit meine ich natürlich die Basis im Ausland und nicht den deutschen Flaschenfüller...

"Dienstleistungen DAN"
Ja, sollte DAN (UND ALL DIE ANDEREN) immer zahlen... tun sie aber alle nicht. Bei DAN gibts die eine Einschränkung, bei anderen eine andere. Von DAN gibts Sticker, Aufkleber etc. Ich habe es noch nie erlebt, dass eine Basis im Ausland nichts mit den Kontaktinformationen anfangen konnte. Als Sicherheit, dass DAN einschaltet wird, habe ich dann die Basis und meinen Buddy.

Deine Ansicht, wie es richtigerweise sein sollte, teile ich uneingeschränkt! ABER in diesem Fall wird nichts auf dem Rücken der Versicherten ausgetragen, denn es streiten sich Moreno und DAN. In wie weit sich dies bald auf die Versicherten auswirkt, bleibt abzuwarten (ich fange jetzt nicht mit Mutmassungen an).

Und mit Deiner letzten Aussage stimme ich wiederum zu 100% mit Dir überein!

Und was "Scuba Dude" im folgenden geschrieben hat, deckt sich absolut mit meiner Vermutung, die ich von Anfang an hatte, dass Taucher mit leichten Symptomen "überbehandelt" wurden - warum sollte sich DAN bei einer schweren DCI "anstellen", wenn doch alles nur noch schlimmer werden würde, wenn weiter entfernt behandelt worden wäre???

Also:
Moreno ist der Böse!

/Andre
Antwort