Hier können alle Fragen zum Thema Tauchausbildung ausgiebig diskutiert werden. Verbandsübergreifend kann hier nach allem gefragt werden was zum Bereich Aus- und Fortbildung gehört - moderiert von erfahrenen Tauchern.
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Ausbleiung eines Tauchers.

Geändert von Samehada,
Im tauchkurs wird uns ja immer beigebracht, dass anwerfbares Blei Leben retten kann.
Aber wenn ich ja mein Blei abgeworfen habe, steige ich unweigerlich auf, (meißt zu schnell) was ja auch bedenklich ist. Da die modernen jackets ja immer mehr stauraum bieten, wird wohl kaum jemand bleitaschen und bleigurt in kombination verwendem. Wie hamdhabt ihr das?
Annahme 1, ihr gebraucht am anfang 2-4 kg Blei.
Am anfang um runter zu kommen.am ende könnt ihr euch gerade noch so unten halten, (eigentlich optimal) aber abtauchen geht mit leerer flasche nur noch mit mühe. Der Sinn des abwerfbaren bleies wäre dann ja nur an der oberfläche sinnvoll, bzw obsolet.
Annahme 2, 6-8 kg Blei.
Ihr kommt ebenfalls gerade so runter, am ende habt ihr erneut dank leerer flasche leicht auftrieb. Nun allerdings in der tiefe das komplette Blei abzuwerfen ist schon heikel. Ok, eine tasche geht zur not auch, aber die tiefe langsam oder angemessen zu verlassen ist schon schwerer.
An der oberfläche natürlich egal.
Annahme 3, 10 + kg Blei.
Ich denke mal, das erübrigt sich. Was spricht daher dann für einen bleiabwurf? Richtig ausgebleit sollte ein taucher doch in der lage sein, sich an die oberfläche zu bringen, und mit etwas mühe auch zu halten.
Über eine angeregte diskussion würde ich mich freuen.
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Joe.MurrSSI DiveCon
17.06.2019 10:41Geändert von Joe.Murr,
17.06.2019 10:49
Nun, wie schon tausend Male beschrieben, macht man den Bleicheck am Beginn eines Tauchgangs (sofern man nicht weiß, wie viel man exakt benötigt) und am Ende. Wie der Bleicheck funktioniert, kann man im Web zigfach nachlesen bzw. lernt man ja im Kurs. Massgeblich ist der Check am Ende des Tauchgang bei (im Idealfall) "leeren" Flaschen; das ist dann die Bleimenge der Wahl. Dabei stellt sich noch die Frage, ob und warum man sich denn abmühen muss, sprich die Tiefe halten, wenn man die Stops erledigt. Man nimmt die Menge, bei der es komfortabel ist.

Ob man Gurt- und/oder "integriertes" -Blei verwendet, hängt vom Tauchgang und den persönlichen Vorlieben ab; kann durchaus Sinn machen beides zu verwenden.

Dass der Bleiabwurf (ist im Übrigen ein regelmässiger Streitpunkt) ein probates Mittel sein kann, liegt auf der Hand, ist aber die allerletzte Option in einem Notfall. Man muss auch nicht alles zur Verfügung stehende Blei gleichzeitig abwerfen, glücklich diejenigen, bei der man das wählen kann.

Wann wird Blei - als letzte Option wohlbemerkt - abgeworfen? Sicherlich dann, wenn der Taucher nicht mehr in der Lage ist, aus eigener Kraft Auftrieb herzustellen und nur dann. Als Sportis mit 3mm-Nassanzügen im Warmwasser beispielsweise bringt mich (192cm, 80kg) mein Buddy (168cm, 55kg) mit einem 11l-Jacket aus 30m locker nach oben. Im Kaltwasser sieht das selbstverständlich anders aus.

Ach ja: Blei ist wie Luft - man nimmt was man braucht. Die wer-braucht-weniger-Wettkämpfe sind eher Zeichen für unkonstruktive Angeberei. Angeregt wird die Diskussion sicherlich nicht, eher hitzig! :-D
Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
17.06.2019 11:03
Hi,

ich denke man sollte zwei Dinge nicht vergessen:

- egal wie unwahrscheinlich ein Szenario ist bei dem unter Wasser ein Bleiabwurf nötig würde, und egal wie schnell man dann hochtriebe: DCS kann man oft reparieren, Ertrinken üblicherweise nicht.

- meiner Meinung nach der relevanteste Aspekt kam noch gar nicht zur Sprache: Bleiabwurf an der Oberfläche kann durchaus Anwendungen haben. Wenn man in verzweifelter Lage mit letzter Kraft die Oberfläche erreicht hat aber weiss, dass man ein massives medizinisches Problem hat und wohl gleich das Bewusstsein verliert. Wenn der Buddy sich viel leichter tut einen ohne Blei durch die Wellen zu schleppen. Wenn die Helfer einen ohne Blei viel leichter die Leiter hoch bekommen...
17.06.2019 11:15
@Joe
besser kann man es fast nicht erklären. Ich werfe das Blei nur dann ab wenn mein Tariermittel den Geist aufgibt. Selbst dann solltest du aber, wenn du richtig ausgebleibt bist, in der Lage sein nur mit Flossenschlägen die Oberfläche zu erreichen. Wenn du das mit dem verwendeten Blei nicht schaffst lief beim Bleicheck was falsch ab.

@Dominike

Also Hut ab wenn du das vor einem Black Out noch hinbringst, ich würde mir da andere Gedanken machen. Aber ja du hast natürlich Recht, wenn ich das noch hinbringe thumbup
Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
17.06.2019 11:24
Oft klappt es sicher auch nicht, man weiss ja statistisch, dass sehr viele Unfallopfer die kurzzeitig die Oberfläche erreicht hatten aber dann doch noch ertrunken sind ihr abwerfbares Blei nicht entfernt hatten.

Ich denke halt, das Abwerfen des Bleis geht in verzweifelter Lage wenn dann noch eher als das mit dem Mund (oder sogar Inflator) aufblasen des Jackets.
Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
17.06.2019 11:29
...wobei man natürlich sagen muss, dass die Frage mit Leiter oder Boot sehr wahrscheinlich, und die mit dem Schleppen wahrscheinlich, "abwerfabres Blei" irgendwie immer enthalten, denn die Helfer werden einen ja dann vom kompletten Gerät trennen. Nur Fußblei bleibe im zweiten Fall :D
17.06.2019 11:46

"Richtig ausgebleit sollte ein taucher doch in der lage sein, sich an die oberfläche zu bringen, und mit etwas mühe auch zu halten."
--> eben, wenn die Blase oben ein Loch hat dann muss er permanent strampeln um nicht unterzugehen. Nicht so toll.

In der Tiefe verliert ein dicker Nassanzug (7mm mit Eisweste) übrigens deutlich an Auftrieb, er ist mit voller 15er auf 40m vielleicht 9kg negativ, das schwimmt er nicht mehr so einfach hoch.

17.06.2019 11:54
eben, wenn die Blase oben ein Loch hat dann muss er permanent strampeln um nicht unterzugehen. Nicht so toll

In Ergänzung zu Bleiente: Wenn der Taucher in seinem konkreten Beispiel auf dem Weg zur Oberfläche oder an der Oberfläche das Bewusstsein verliert, dann geht er ohne fremde Hilfe unter und ertrinkt
gr3yw0lflife is better in fins
17.06.2019 12:16
@Samehada
ich persönlich würde mich mal nicht so an bleimengen festhalten - 10+ sind mit trocki plus 400g unterzieher eher standard (natürlich abhängig von der restlichen ausrüstung)
und auch ob abwerfbar oder nicht ist in meinen augen ausrüstungsabhängig......
Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
17.06.2019 12:26
Denke mal das kann man weit fassen was Szenarien angeht, und daher kommen ja auch die mitunter hitzigen Diskussionen...allein auf dem Meer, abgetrieben, Boot weg, Nacht unter Sternehimmel steht bevor ---> abwerfbares Blei sicher nice, aber ein Trocki wird da die Überlebenszeit noch viel mehr erhöhen, ganz unabhängig vom Auftrieb...

Gegenargumente gäbe es auch. Unabsichtlicher Verlust, Aufgeräumtheit...
17.06.2019 12:40
Welches Gegenargument gibt es denn für abwerfbares Blei, wo es aufgrund der Ausrüstung notwendig werden kann, als ultima ratio sein Blei abzuwerfen?

Und wieso steigert ein Trocki die Überlebenszeit, wenn man aufgrund fehlenden Auftriebs untergeht und ertrinkt?
Stephan K.PADI DM, CMAS***, SSI XR, Apnoe 1, Eistauchen
17.06.2019 12:46
Bleicheck aber auch am Ende des TG machen. Schliesslich muss man mit leerer Flasche auch unten bleiben können. Die Luft in einer vollen 12l-Flasche wiegt etwa 2,4 kg. Also ist man eigentlich am Anfang des TG überbleit. Wobei anfänglich auch noch etwas mehr Luft im Anzug und an der restlichen Ausrüstung ist.

In mittlerweile über 1200 TG bin ich noch nie gezwungen gewesen Blei abzuwerfen. Die Möglichkeit das Blei abzulegen ist allerdings sinnvoll. z.B. vor dem Einstieg in Zodiak oder natürlich in Fällen der Seenot. Aber Blei unterwasser abwerfen zu müssen ist recht unwahrscheinlich.

Dominik_EDarf mit zum Schnuppertauchen
17.06.2019 12:52Geändert von Dominik_E,
17.06.2019 12:58
Ich sagte ja, einen Bleigurt kann ein unerfahrener, ungeschickter Mensch auch unabsichtlich verlieren. War ich sogar schon mal dabei (nein, nicht ich selbst). Nicht-abwerfabres Blei eher nicht. "Gegenargument" ist vermutlich aber das falsche Wort, sorry. Soll natürlich nicht heissen, dass einen das davon abhalten sollte abwerfbares Blei zu haben. Ich versuche bei sowas immer in Risiken zu denken. Es gibt eine Zahl X ertrunkener Taucher weil Blei nicht abwerfen können. Und vermutlich gibt es eben auch eine Zahl Y von DCS- oder AGE - Opfern weil unter Wasser Blei verloren.

Trocki: dominanter Wärmeverlust-Term beim Treiben an der Oberfläche sind Wärmeleitung und Verdunstungskälte. Erstere kann man durch starkes Füllen des Trocki sehr klein machen, zweitere quasi eliminieren. Wenn man vor dem Unterkühlen schon ertrinkt ist das natürlich egal, daher schrieb ich ja wenn man mal sicher oben ist ;)
17.06.2019 13:38
Ich seh eigentlich momentan keine Hektik dahinter. Selbst wenn mir auf 40 Meter die Blase kaputt geht und ich mit 7er plus Eisweste tauchen sollte habe ich im Sporti Bereich ja mein Tiefenlimit erreicht. Also warum der Stress??? Wenn ich schon auf 40 Meter angekommen bin habe ich im Normalfall ausreichend Zeit um mit dem Problem fertig zu werden. Wir reden ja nicht von OOA......
Also mal entspannen und überlegt handeln was in dieser Situation zu tun ist. Es lassen sich 98% der Probleme unter Wasser lösen.
Im Normalfall habe ich ja auch noch einen Buddy dabei oder ??????

Ja wenn mir beim auftauchen die Blase hops geht hab ich auch Zeit, es sei denn es ist ein Blauwasser Aufstieg.
Also so wie Stephan K schrieb, in seinen 1200 TG hat er das noch nie machen müssen, und selbst wenn kann, ich mich an sehr wenige Blauwasser Aufstiege erinnern. Wenns zu einem Wrack geht hat man meisetns eine Boje am Wrack montiert, welches ich im schlimmsten Fall auch noch nutzen könnte zum auftauchen oder mich daran fest zuhalten.

Hm
Gelbe MaskeAbz. "Für gutes Wissen" (Gelb)
17.06.2019 13:51
Übrigens kann man im Nassanzug nach Bleiabwurf (odwr Verlust) auch dem Auftrieb kopfunter entgegenflösseln, sofern man vorher geübt hat, nicht nur den oben angebrachtan Luftablass des Jackets zu benutzen.

Außerdem stellt sich bei UW eigentlich lösbaren Problemen im Rücken des (Solo)tauchers gelegentlich (besonders mit Trocki) die Frage, ob Blei an/in der Ausrüstung (abwerfbar oder nicht) so schlau ist. Ausrüstung hat Abtrieb, Taucher hat Auftrieb.
(Andererseits kommen vermutlich statistisch kaum messbar auch Taucher um, die erst die Ausrüstung abgeben, dann aber bemerken, dass sie noch 10kg Blei am Bleigurt haben.)

Wie man's auch macht, man macht's verkehrt. Da wünscht man sich doch ein festes Regelwerk...

17.06.2019 14:13
Drum GM immer den Bleigurt über den Beckengurt ziehen vom BPW dann kann dir das nicht passieren baehbaeh
kwolf140614413-1; Nitrox**
17.06.2019 14:37
Anderer Gesichtspunkt für abwerfbares Blei: Im Urlaub mache ich das regelmäßig, nämlich wenn ich nach dem Tauhgang ins Zodiak will: Zuallererst das Blei dem Helfer im Zodiak hochreichen, dann ggf. Kamera und Lampe, danach das DTG mit Jacket. Dann sich selbst hochwuchten (genau in der Reihenfolge). Im Zodiak dann Flossen aus.
SolosigiPADI DM, RAB/VDST CCR Tec, Poseidon SE7EN CCR
17.06.2019 15:08
Klaus, was mach ich da jetzt bloss in Medulin, die haben ein Schiff mit Aufzug?
Gruss
Solosigi
kwolf140614413-1; Nitrox**
17.06.2019 15:16
Dicke Wampe anfuttern? 🍔🍔
bolivarJA…..
17.06.2019 15:56Geändert von bolivar,
17.06.2019 16:01
>Im tauchkurs wird uns ja immer beigebracht, dass anwerfbares Blei Leben retten kann.<

Anwerfbares Blei kann auch ein Leben beenden.....
17.06.2019 16:03
@Klaus
Wieso erst Blei und dann Kamera? Ich geb die Kamera als erstes ab und bin froh das sie heil aus dem Wasser ist.
kwolf140614413-1; Nitrox**
17.06.2019 20:03
Jan, du hast recht. Ich habe aber nur eine Miniknipse am Arm hängen. Da gebe ich tatsächlich erst das Blei hoch. Größere Kamera würde ich auch zuerst abgeben. Lampe aber später, als Blei, da sie verräumt ist. (Da habe ich beim Schreiben nicht geau genugnachgedacht.)
GarfiSchnorchelabzeichen
17.06.2019 20:15
Besonders lustich ist es, wenn der Buddy in seinem Tran erst das Jacket auszieht und dann feststellt, dass er den Bleigurt noch um hat.
Aber immerhin: Die erste Runde Deko Bier ist damit geritzt ...
kwolf140614413-1; Nitrox**
17.06.2019 21:31Geändert von kwolf1406,
17.06.2019 21:32
Genau deswegen habe ich die Reihenfolge hervorgehoben: Tauchen und Alkohol... prost
17.06.2019 22:16
Klaus OK! Ich hatte jetzt echt überlegt ob Du eine kleine Kamera hast oder mir was entgangen ist. Dann ist klar und wir sind uns einig.
17.06.2019 22:35
So 1Kg kann man noch gut mit der Lunge ausgleichen. Nach Möglichkeit kannst Du mit Deinem Buddy mal 1Kg Stücke abwechselnd übergeben. Das ist eine gute Übung um ein Gefühl daführ zu bekommen. Und nein: nicht bei Schifffahrt, nicht im Freiwasser und auch nicht bei der Deko. Und das benötigte min. blei abzugeben ist auch nicht gemeint.
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