Zyklon "Winston" mit 325 km/h über Fidschi

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20.02.2016 18:03
Kategorie: News

Monstersturm im Südpazifik

Über die Fidschi-Inseln im Südpazifik ist heute ein verheerender Zyklon hereingebrochen. „Winston“ fegte am Abend (Ortszeit) mit Spitzengeschwindigkeiten von 325 km/h über den Inselstaat. Tausende Einwohner waren nach rechtzeitigen Warnungen in mehr als 700 Notunterkünfte geflüchtet.

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„Winston hinterlässt eine riesige Schneise der Verwüstung“, hieß es. Häuser seien zerstört worden und ein Mann auf der Insel Koro erschlagen worden, als sein Haus zusammenbrach. Auch Überschwemmungen gebe es. Die Behörden machten zunächst keine detaillierteren Angaben zu Schäden. Das Ausmaß dürfte erst morgen nach Sonnenaufgang deutlich werden. Das Land ist Mitteleuropa zeitlich elf Stunden voraus.

Vor knapp einem Jahr hatten die Zyklone "Pam" und "Maysak" (wir berichteten) verheerende Verwüstungen im pazifischen Raum angerichtet. Die Unwettersaison im Südpazifik dauert von November bis April. "Winston" gehört zu den sieben stärksten Zyklonen in der Region seit mehr als 30 Jahren.

Gesamter Staat zu Katastrophengebiet erklärt
Alle der mehr als 300 zu Fidschi gehörenden Inseln wurden durch die Regierung zum Katastrophengebiet erklärte. Das gibt den Behörden Sonderbefugnisse, um den Wirtschaftsbetrieb des Landes aufrechtzuerhalten und schnelle Sondermaßnahmen für die betroffene Bevölkerung in Gang zu setzen. „Zyklon 'Winston' hat das ganze Land in Mitleidenschaft gezogen“, sagte der Chef der Behörde für Katastrophenschutz, Melati Bainimarama. Seit gestern Abend gilt eine Ausgangssperre.

Am obersten Ende der Skala
Die neuseeländische Wetterbehörde berechnete die Windgeschwindigkeit. Laut der Behörde wirbelte der Zyklon mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 325 Kilometern in der Stunde und gehört damit in die gefährlichste Kategorie 5. „'Winston' ist der stärkste Zyklon und der erste der Kategorie 5, der je auf Fidschi registriert wurde“, schrieb Meteorologin Lisa Murray.

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Ergänzung 21.Februar 2016

Sämtliche Flüge wurden gestrichen, die Schulen für eine Woche geschlossen. Helfer begannen mit den Aufräumarbeiten. Auf der Hauptinsel Viti Levu wurden Stromleitungen durch umgestürzte Bäume gekappt, die auch Straßen versperrten.

Die Hauptstadt Suva lag nicht direkt im Auge des Sturms, dennoch waren die Schäden katastrophal. In Sozialen Netzwerken veröffentlichten Inselbewohner Fotos, auf denen Häuser mit heruntergerissenen Dächern, überflutete Straßen und vom Wind umgebogene Straßenschilder zu sehen waren. Nach mehreren unbestätigten Berichten wurden Tausende Häuser durch den Zyklon zerstört.

Mindestens fünf Menschen kamen durch den Sturm ums Leben. Die Opferzahl habe der Direktor der Behörde für Katastrophenschutz, Akapusi Tuifagalele, bestätigt, berichtete das Nachrichtenportal „Fijilive“ heute.

Ergänzung 23.Februar 2016

Das große Ausmaß der Verwüstungen durch Zyklon 'Winston' auf den Fidschi-Inseln wird nun nach 3 Tagen deutlich: Tausende Häuser, diverse Brücken und ein großer Teil der Infrastruktur wurden beschädigt oder zerstört, wie die neuseeländische Luftwaffe nach einem Überflug der meisten Inseln Fidschis dokumentierte.

Mindestens 21 Menschen kamen laut dem Nachrichtenportal FijiVillage ums Leben. Die Behörden selbst machten bisher keine Angaben über Opferzahlen und Schäden. „Wir haben Landsleute, die kein Wasser haben, kein Dach über dem Kopf und keine öffentliche Versorgung“, sagte Regierungschef Voreque Bainimarama, wie die Regierung per Facebook mitteilte. „Es ist unsere Pflicht, sie so schnell wie möglich zu versorgen. Die Versorgung der Einwohner auf den abgelegenen Inseln hat höchste Priorität.

Auf Teilen der Hauptinseln wurde der Strom wiederhergestellt, aber viele der weiteren - mehr als 300 - Inseln sind noch von der Außenwelt abgeschnitten. Vielerorts waren Wege durch Erdrutsche verschüttet. Am Südende der Insel Taveuni seien 90 Prozent der Häuser dem Erdboden gleichgemacht, berichtete FijiVillage. Die Menschen hätten keinen Zufluchtsort, um sich vor Wind und Regen zu schützen, sagte Schulmanager Krishna Reddy. Australien und Neuseeland sagten mittlerweile eine Millionenhilfe für den Inselstaat mit 900.000 Einwohnern zu.

Alle Touristen sind in Sicherheit, teilte Tourismusminister Faiyaz Siddiq Koya mit. Die meisten Hotelanlagen hätten keine schweren Schäden erlitten. Der internationale Flughafen von Nadi wurde gestern wieder geöffnet.