Wrack des Schlachtschiffs Danton entdeckt

Teile:
20.02.2009 16:16
Kategorie: News
Schlachtschiff Danton
Das Schlachtschiff Danton

Bei Explorationsarbeiten zur Verlegung der GALSI-Gaspipeline (Gasdotto Algeria Sardegna Italia) zwischen Algerien und Italien wurde im Mittelmeer, etwa 35 km südlich Sardinien, ein 150m langes und 26m breites Wrack entdeckt. Der Fund konnte als das französische Schlachtschiff Danton identifiziert werden.

Die knapp 20.000ts große Danton wurde 1906 auf Kiel gelegt und am 1. Juni 1911 in Dienst gestellt. Während des 1. Weltkrieges diente das Schlachtschiff in der französischen Mittelmeerflotte um Angriffe der Flotte Österreich-Ungarns auf französische Truppen- und Nachschubdampfer abzuwehren.

Im Zuge dieser Tätigkeiten hatten auch gelegentlich Wartungen zu erfolgen. Eine derartige hatte die Danton soeben in Toulon hinter sich gebracht und schipperte nach Korfu um sich dort der Blockade der Otranto-Straße gegen die Österreich-Ungarische Flotte anzuschließen, als sie am 19. März 1917 39 Meilen südwestlich von Sardinien auf das deutsche U-Boot SMU 64 traf.

Kapitänleutnant Moraht
Kapitänleutnant Moraht
Dieses unter dem Kommando von Kapitänleutnant Robert Moraht stehende deutsche U-Boot hatte das kohleverbrennende Schlachtschiff mit seiner Bewachung schon aus weitere Entfernung an seinen dichten Rauchschwaden entdeckt und war frühzeitig getaucht um nicht entdeckt zu werden. Da sich die Aussichten für einen Angriff günstig entwickelten setzte Kapitänleutnant Moraht zu einem solchen an und löste um 13.17 Uhr einen Torpedo mit Zielrichtung Mitschiffs auf die Danton.

Das französische Schlachtschiff wurde schwer getroffen und sank nach nur 45 Minuten. Seine Bewacher, der Zerstörer Massue und mehrere Patrouillenboote, retteten 806 Seeleute. 296 Besatzungsmitglieder, inklusive der Kommandant der Danton, Capitaine Delage, sanken mit ihrem Schiff auf den Meeresgrund.

Dort ruht es heute aufrecht auf seinem Kiel, in 1.000m Tiefe, in erstaunlich gutem Zustand. Viele der schweren 30,5cm- und 24cm-Zwillingsgeschütztürme machen auch heute noch einen sehr intakten Eindruck.

SMU 64 sollte das Schicksal der Danton nicht lange überleben. Das Boot der deutschen Unterwasserflotte ging am 17. Juni 1918 verloren.

U 64
Das deutsche U-Boot SMU 64 versenkte die Danton im März 1917

Die Regierung in Paris ist rege darum bemüht, den Fundort des Schiffs zu sichern, meldet die BBC. Die für 2012 geplante Pipeline muss nun um die Fundstelle herumgeführt werden.


Bildquelle: Deutsches U-Boot-Museum, Cuxhaven-Altenbruch