WK.2- U-Boot Doris gefunden

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02.10.2003 13:49
Kategorie: News
Die beiden Holländer Hans Martin van Leeuwen und Ton van der Sluijs haben 30 Seemeilen vor der Küste bei Ijmuiden das im 2. Weltkrieg am 9. Mai 1940 vom deutschen U-Boot U9 versenkte französische U-Boot Doris entdeckt. Dieses 552 BRT große U-Boot war schon im Jahre 1927 in Dienst gestellt worden und fuhr aufgrund besonderer Absprachen zur Bündelung der Kräfte beider Länder zuletzt unter dem Kommando von Capitaine de Corvette Favreuil mit französischer Mannschaft unter britischer Flagge für die freifranzösische Marine die später auch nach der Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen an der Seite der Alliierten weiterkämpfte. Die Mission der 42 Franzosen und drei Briten an Bord lautete auf ihrer letzten Fahrt: auf der Höhe von Texel und Terschelling patrouillieren um dort die Schiffsbewegungen der deutschen Marine zu überwachen. Dann kam es jedoch in den frühen Morgenstunden des 8. Mai 1940 zu jener schicksalsschweren Begegnung der Doris mit dem Boot des deutschen Kommandanten Wolfgang Lüth: Um 23.50 Uhr sichtet U 9 im Planquadrat AN 8277 in 4.000m Entfernung ein feindliches U-Boot und setzt zum Angriff an. 24 Minuten später fällt ein Doppelschuß. Zwei G7a-Torpedos verlassen die Rohre von U 9 und treffen nach 52 Sekunden Laufzeit den Gegner im Planquadrat AN 8511. Die erste Detonation geht hinten am feindlichen Boot in eine zweite, noch stärkere über. Eine 25m hohe, unten weißlich und oben rötliche Feuersäule türmt sich auf. Es folgt eine 30-50m hoher Funkenregen. Sprengstücke wirbeln durch die Luft und schlagen 50m vor U 9 ins Wasser. Dann ist die Doris verschwunden und nichts als ein großer Ölfleck bleibt zurück.
Über 60 Jahre später ärgert sich ein Fischer aus Ijmuiden immer,daß ihm an einer ganz besonderen Stelle sein Netz kaputtgerissen wird. Dies erzählt er zufällig Van Leeuwen. Bei nächster Gelegenheit machen sich die beiden Taucher auf und lassen über der fraglichen Position einen Anker über Grund schleifen. So finden sie schließlich das in knapp 30m Tiefe liegende Wrack und können es anhand der Baucharakteristika auch identifizieren. Bei einer weiten Ausfahrt zu dem Wrack legten sie noch eine Gedenkplatte am Turm nieder.