West-Australien – Buckelwal-Kinderstube in Gefahr

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09.08.2012 07:48
Kategorie: News

Erst gejagt, dann vergrault

James Price Point - Nähe Broome - Westaustralien
James Price Point, Nähe Broome - Westaustralien

Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem wir nicht über irgendein nur durch wirtschaftliche Interessen gesteuertes Vergehen gegen Natur und Umwelt berichten könnten. Heute dreht es sich um Australien.

Wieder mit von der Partie sind die Umweltaktivisten von Sea Shepherd. Es geht um Gasvorkommen an der westaustralischen Küste, die von einem Industrie-Konsortium (u.a. BP, Chevron, Shell, Mitsubishi, Mitsui und BHP) ausgebeutet werden sollen. Umstritten ist vor allem der Ort, an dem es geschehen soll. Der „James Price Point“, nördlich von Broome an der Nordwestküste Australiens ist weltweit die größte „Kinderstube“ für Buckelwale, deren Bestand sich hier nach Jahren der gnadenlosen Jagd in den letzten drei Jahrzehnten gerade wieder begonnen hatte zu erholen. Eine Untersuchung der Bestände in diesem Küstenbereich vom 1. bis zum 17. Juli diesen Jahres ergab eine Population von 259 Walen und 23 Mütter mit Jungtieren.

Auch in diesem Fall handelt es sich offenbar wieder einmal um ein Projekt, dass gegen den Willen der Bevölkerung durchgedrückt werden soll. Umfragen ergaben, dass 79 Prozent der Anwohner von Broome gegen die Erschließung der Gasvorkommen sind, und nach Angaben von Sea Shepherd wollen auch Teile des Industrie-Konsortiums die großen Gasvorkommen lieber an einer anderen Stelle erschließen. Es sei jedoch die Politik in Person des West-Australischen Premiers Colin Barnett, die das Projekt aus regional-wirtschaftlichen Gründen unbedingt in diesem absolut unberührten, für die Walpopulation wichtigen Küstenbereich durchziehen will.

Wale for der Küste am James-Price Point, Broome © Sea Shepherd  Wale for der Küste am James-Price Point, Broome © Sea Shepherd
Die Wal-Kinderstube am James Price Point, Broome (klick zum Vergrössern)

Es gibt Alternativen - aber nicht für die Wale

Buckelwal vor der Küste von Broome
Buckelwal vor der Küste von Broome

Jeff Hansen, Sea Shepherd's australischer Direktor beklagt: “Es sind genau die Walpopulationen, die im Sommer in den südlichen Ozenanen von japanischen Walfängern gejagt werden, die nun mit neuen, zusätzlichen Beeinträchtigungen konfrontiert werden sollen“. Sea Shepherd unterstützt den Kampf australischer Verbände, Organisationen und Aktivisten und beorderte das Flaggschiff „Steve Irwin“ in die Gewässer vor Broome um vor Ort Flagge zu zeigen.
Sea Sheppard's australischer Kampagnenchef Bob Brown sagte: “Für die Gasgewinnung gibt es alternative Orte, aber nicht für die Kinderstube der Wale. Shell hat schon signalisiert, dass es den Projektstandort gerne verlegen würde. Ich werde mich bei den anderen Partnern für eine ebensolche Haltung einsetzen,“ sagte Bob Brown.

Um auch einen entsprechenden Nachhall bei den verantwortlichen Politikern zu erzwingen, müsse Druck aufgebaut werden, hieß es aus Reihen der Sea Shepherds. Brown forderte daher alle Sea Shepherd-Aktivisten und -Sympathisanten auf, den verantwortlichen Minister Tony Burke wissen zu lassen, dass sie das Projekt „Gasförderung am James Price Point“ verurteilen.

Eure Meinung könnt ihr senden an:

The Honorable Tony Burke MP
Minister for Sustainability, Environment, Water, Population and Communities
PO Box 6022
House of Representatives, Parliament House
Canberra ACT 2600, Australia

Mailto:       Tony.Burke.MP@aph.gov.au