Verschärfte Auflagen für Taucher am Starnberger

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23.04.2008 15:55
Kategorie: News

Seit vielen Jahren ereignen sich gerade im Tauchrevier „Allmannshauser Steilwand/Seeburg“ am Starnberger See immer wieder Tauchunfälle die auch tödlich enden. Das Landratsamt hat daher die bestehende Allgemeinverfügung für den Starnberger See erweitert und die Anforderungen für Taucher deutlich erhöht.



Die bisherigen Regelungen für das Tauchen am Starnberger See
zielten überwiegend auf die Eigenverantwortlichkeit der Taucher
ab. In den vergangen Jahren gab es jedoch wiederholt
Tauchunfälle. Seit 1994 ereigneten sich im Bereich der
Allmannshauser Steilwand insgesamt elf tödliche Tauchunfälle, 35 Personen
wurden zum Teil schwer verletzt. Die Polizeiinspektion Starnberg stuft das beliebte
Tauchrevier inzwischen als absolute Gefahrenstelle ein und hat angeregt,
die Auflagen für Taucher zu verschärfen.
Die neue Allgemeinverfügung zum Tauchen im Starnberger See enthält folgende
neuen Regelungen:
• Tauchgänge im Alleingang sind verboten.
• Für alle Tauchgänge ist eine komplette kaltwassertaugliche Ausrüstung
(insbesondere zwei getrennt absperrbare kaltwassertaugliche bzw. kaltwasserzugelassene
Atemregler) zu verwenden. Bis zu einer Tauchtiefe von
maximal 20 Metern kann hiervon abweichend auch ein sogenanntes „Oktopussystem“
verwendet werden.
• Jeder Taucher muss mit Kälteschutz und Kopfhaube ausgerüstet sein. Die
Verwendung eines eigenen Tauchcomputer wird empfohlen.
• Das Tauchen mit Pressluftgeräten ist nur bis zu einer Wassertiefe von 40
Metern erlaubt.
• Technische Taucher, wie zum Beispiel Trimixtaucher, dürfen Tauchgänge
unternehmen, sofern Sie über eine gültige Lizenz verfügen, die von einer
international anerkannten und nach geltenden Standards ausbildenden Organisation
ausgestellt wurde. Sie müssen über eine, für einen solchen
Taucheinsatz geeignete, Tauchausrüstung verfügen. Die Beherrschung der
Ausrüstung sowie der Rettungs-/ Sicherheitsskills werden vorausgesetzt
• Bei der Anfängertauchausbildung ist der Grundsatz eines 1:1–Verhältnisses
zwischen Tauchausbilder und Tauchschüler, bei der fortgeschrittenen
Tauchausbildung ist der Grundsatz eines 1:2–Verhältnisses zwischen
Tauchausbilder und Tauchschüler einzuhalten.
Diese Auflagen sind das Ergebnis von Gesprächen zwischen Polizei, Landratsamt
und verschiedener Verbände, darunter der Bayerische Landestauchsportverband
und die Interessengemeinschaft Tauchen in Bayern. Beteiligt
wurden auch die Schlösser- und Seenverwaltung als Eigentümerin des Starnberger
Sees sowie die Rettungsorganisationen. Nach Analyse der Ursachen für
die zurückliegenden Unglücksfälle und dem Austausch fachlicher Informationen
wurde deutlich, dass der Tauchsport am Starnberger See grundsätzlich
weiterhin möglich sein soll. Um Tauchunfällen in Zukunft entgegenzuwirken ist
nach Meinung der Experten jedoch eine Verschärfung der Auflagen erforderlich.
Die neue Allgemeinverfügung ist ab sofort gültig. Die Polizei und das Landratsamt
werden die Situation und das Verhalten der Taucher am Starnberger
See beobachten. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden. Der Bußgeldrahmen
gibt hier 5 bis 50.000 Euro vor.

Pressemitteilung des Landratsamt Starnberg
http://www.lk-starnberg.de/media/custom/613_7765_1.PDF?loadDocument