US-Tauchertraum: Gefahrlos Auge in Auge mit 100 Alligatoren

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12.04.2016 15:43
Kategorie: News

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Mit drei Meter langen Alligatoren tauchen, ohne gefressen zu werden? Garantiert? Yep, ist möglich! Und wo? In Amerika natürlich, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und bei Mosca, im Bundesstaat Colorado, soll es noch in diesem Jahr Realität werden.

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Wenn man Taucher in Colorado nach der Richtung zum besten Tauchspot fragt, lautet die Antwort: Richtung Flughafen! Denn außer einigen wenigen kalten Löchern mit ziemlich schlechter Sicht gibt es hier für Taucher nicht viel zu entdecken. Colorado gehört aber zu den US-Staaten, die pro Kopf mit die meisten US-Taucher stellen. Die zieht es aber eher in andere US-Staaten oder ins Ausland, vorwiegend in die Karibik, als in der Heimat Colorado tauchen zu gehen.

Jay Young will das nun ändern. Schon bis Juli soll ein neuer Top-Tauchspot in Colorado entstehen, der 10 Meter tief sein wird und einen Durchmesser von 60 Metern haben soll. Gefüllt wird diese künstliche Lagune mit warmem Thermalwasser, das es hier reichlich gibt. Später soll auch noch eine Überdachung hinzukommen, um auch im Winter bei angenehmen Temperaturen tauchen zu können.

Jay ist ein begeisterter Taucher und bisher hat es ihn immer in die Karibik gezogen. „Zu teuer für viele Taucher, die sich eine Ausgabe von 5.000 US Dollar für eine Woche Tauchen in Cozumel nicht leisten können, aber wohl 500 US Dollar für ein Wochenende im neuen Topspot von Colorado ausgeben würden“, wird der umtriebige Young in der Denver Post zitiert. Als Highlight der neuen Lagune soll ein Becken mit großen ausgewachsenen Alligatoren angedockt werden, die von den Tauchern durch eine dicke Plexiglasscheibe getrennt sein werden. Hier können die Taucher dann mit den gefräßigen Reptilien Auge in Auge, fast auf Tuchfühlung tauchen, ohne von ihnen angegriffen zu werden, lautet das spektakuläre Konzept von Young.

Und auch die Alligatoren sind bereits vorhanden, denn wenn es darum geht, Wertschöpfungsketten zu bilden, ist der Young-Clan ziemlich einfallsreich. Jays Eltern hatten vor vielen Jahren in Colorado mit der Fischzucht angefangen. Inzwischen sind sie Tilapia-Großproduzenten mit mehr als 300.000 Quadratmetern Fischteichen. Und da bei diesen Mengen die Entsorgung der Schlachtabfälle zu teuer wurde, hat man 100 kleine Baby-Alligatoren angeschafft. Die „süßen Kleinen“ gediehen aber in dem mehr als 30 Grad warmen Thermalwasser und dem Überfluss an Futter zu prächtig und schwupps entstand der Colorado Alligatoren und Reptilienpark. Der ist inzwischen ein großer Besuchermagnet, denn neben Alligatoren gibt es dort inzwischen verschiedene Schildkrötenarten, Pythonschlangen, Leguane und exotische Fischarten bis hin zu Amazonas-Piranhas.

Das nächste Projekt, die Warmwasserlagune für seine Tilapiaschwärme und Taucher, steht nun vor der Vollendung. Vor rund vier Jahren begann Jay, seinen Topspot auszuheben und ihn mit Beton zu befestigen und topografisch durch Felsen zu gestalten. Und nun soll demnächst mit der Flutung der Lagune begonnen werden. Immerhin liefert die Thermalquelle 113.000 Liter Wasser pro Stunde. Die Hälfte davon soll zur Befüllung der künstlichen Lagune abgeleitet werden. Das sind immerhin noch 1,36 Millionen  Liter klares Thermalwasser pro Tag. Wir können nur sagen: Lass laufen, Jay...