Umweltdesaster vor der Ostküste Australiens

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13.03.2009 16:11
Kategorie: News

Ölpest an Australiens Küste

Ölteppich
Ölteppich treibt auf der Meeresoberfläche

Das Ausmaß der Umweltschäden nach einem Containerschiff-Unfall vor der australischen Ostküste ist weitaus dramatischer als zunächst angenommen.

Ausgelaufenes Schweröl verschmutzt die Strände von Queensland auf einer Länge von nun über 60 Kilometern, wie die Umweltbehörden berichteten. Die Pacific Adventurer hatte am Mittwoch auf dem Weg nach Indonesien in einem Orkan mehrere Frachtcontainer verloren. Die mit Chemikalien gefüllten Container rissen sich aus den Verankerungen und beschädigten den Tank mit dem Schweröl, das als Kraftstoff für das Containerschiff dient.

100.000 Liter Schweröl bedrohen die Küstenregion
Am schwersten betroffen sind die Naturschutzgebiete um die Inseln Merton und Bribie mit Delfinen, Pelikanen und Schildkröten sowie die Sunshine Coast mit ihren kilometerlangen Sandstränden, eine der wichtigsten Touristenregionen an der Ostküste. Die Regierungschefin von Queensland sprach von dem möglicherweise schlimmsten Umweltdesaster, das die Region je gesehen habe. Nach ursprünglichen Meldungen ist eine Menge von ca. 30.000 Liter Schweröl ausgelaufen. Jüngste Schätzungen sprechen von mehr als 100.000 Liter Schweröl die die Küstenregion bedrohen.

Das Gefieder ist ölverschmiert
Die Behörden haben ganze Landstriche zum Katastrophengebiet erklärt. Neben der Tier- und Pflanzenwelt ist auch einer der beliebtesten Strände des Landes betroffen. Überall sind freiwillige Helfer im Einsatz, um Schildkrötennester zu retten und verschmutzte Vögel zu säubern. Räumfahrzeuge rückten an, um den schwarz verseuchten Sand abzutragen. Die Behörden befürchteten, dass sich die Lage in den kommenden Tagen weiter verschlechtern werde. Der Leiter des lokalen Krisenstabes, Trevor Hassard, sagte im australischen Rundfunk: "Das ist eine Katastrophe. Die Gefieder der Vögel sind völlig ölverschmiert. Das ist ein Naturschutzgebiet und jetzt ist alles von dem dicken Ölschlamm bedeckt."

Zeitbombe am Meeresgrund
Doch nicht nur der Ölteppich beunruhigt die Umweltschützer. Die über 30 Container mit Düngemittel, die das Containerschiff "Pacific Adventurer" verloren hat, liegen vor der Küste auf dem Meeresboden und könnten sich als Zeitbombe erweisen. Die Australian Marine Conservation Society AMCS befürchtet, dass das gesamte Ökosystem der Sunshine Coast langfristig gefährdet werden könnte, wenn die Container mit den giftigen Chemikalien undicht werden sollten.