Tuvalu: Kritik an Australiens Haltung bei Meeresspiegel-Anstieg

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22.02.2007 11:57
Kategorie: News
Versinkende Staaten klagen an: Kein Verständnis für Sorgen der Betroffenen

Sydney (pte/21.02.2007/11:55) - Die untergehenden Staaten im Pazifik, allen voran Tuvalu http://www.tuvaluislands.com , haben Australien heftig kritisiert. Denn die wichtige Frage der Klimaerwärmung und damit des Anstiegs des Meeresspiegels soll bei der im Oktober stattfindenden Konferenz des Südpazifik-Forum nicht diskutiert werden, berichtet der Sydney Morning Herald http://www.smh.com.au . Damit fühlen sich die beiden Staaten Tuvalu und Kiribati, die am schlimmsten bedroht sind, im Stich gelassen.

Konkret geht es darum, dass die beiden Inselstaaten für ihre Bewohner Plätze finden, wo diese in Zukunft leben können. Der Berater der Regierung von Tuvalu, Ian Fry, erklärte gegenüber der Presse, dass ein Treffen des Premierministers Maatia Toafa mit seinem australischen Amtskollegen John Howard abgelehnt wurde. Fry, Umweltjurist an der Australian National University, ist die Haltung von Howard unbegreiflich. Ein anderer Regierungsabgeordneter von Tuvalu meinte, dass dies bereits das zweite Mal sei, dass Australien das Thema der Zukunft der Inselstaaten ablehne. Ins gleiche Horn stößt auch der mikronesische Inselstaat Kiribati, dessen Vertreter ebenfalls abgeblitzt ist. "Das Howard-Kabinett steht dem Argument nicht sympathisch gegenüber", erklärte der Regierungsbeamte.

Wie dramatisch die Situation der flachen Atoll-Staaten eigentlich ist, zeige sich anhand der immer wieder auftretenden Überflutungen der Dörfer und Felder. Tuvalu ist mit einer gesamten Landfläche von nur 26 Quadratkilometern eines des kleinsten Länder der Erde. Nur knapp drei Meter über dem Meeresspiegel liegt die höchste Erhebung des aus neun Atollen bestehenden Staates, in dem rund 12.000 Menschen leben. Ähnlich dramatisch ist die Lage des im Norden liegenden Staates Kiribati - der gemeinsam mit Tuvalu die britische Kolonie Gilbert & Ellice Inseln bildete. Auch hier zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Nur eine der insgesamt 33 bewohnten Inseln von Kiribati ragt höher als fünf Meter über dem Meeresspiegel hinaus.

Die Umweltorganisation Friends Of The Earth Australia FOE http://www.foe.org.au forderte in diesem Zusammenhang die rechtliche Anerkennung von so genannten Klimaflüchtlingen. Im Report "Climate Justice: A Fair Share Of The Atmosphere" wird aufgezeigt, wie viele Menschen bereits heute drastisch von Klimaänderungen betroffen sind - egal ob durch Hochwasser oder Trockenheit. Bis 2050 rechnet die Umweltgruppe mit insgesamt 150 Mio. Klimaflüchtlingen weltweit, davon eine Million aus den kleinen Inselstaaten. "Ein Teil unserer Verantwortung liegt auch darin, Klimaflüchtlingen als eine Gruppe von Menschen anzuerkennen, die ihre Lebensgrundlage verloren haben", heißt es darin. Gefordert werde vom australischen Staat die finanzielle Hilfe für all jene, deren Heimat unbewohnbar geworden sei. Die Umweltorganisation arbeitet mit den Vereinten Nationen gemeinsam an einem Plan zur Anerkennung der Klimaflüchtlinge im Sinne der Flüchtlingskonvention, erklärte FOE-Sprecherin Emma Brindal.

Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner