TU bei Rekordversuch - hier : Urteil

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20.04.2004 14:46
Kategorie: News
Unfall aus dem Jahr 1999 : http://www.taucher.net/unfall/unfallShow.html?unfallNummer=40

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Wochenblatt

Wallhausen (he).
Ein Weltrekord sollte es werden, der seinesgleichen sucht: Ohne Sauerstoffgerät, nur mit Flossen ausgestattet, wollte der Heidelberger Extremtaucher Heimo Hanke 600 Meter vor dem Teufelstisch bei Wallhausen 90 Meter tief im Süßwasser tauchen und damit seinen eigenen Weltrekord brechen. Seine weiteren Pläne: 100 Meter im Jahr 2000.

Doch es sollte anders kommen: Bei 23 Metern musste Hanke abbrechen, weil ihm einer der mindestens drei Sicherungstaucher entgegentrieb, die auf 90 Meter auf Hanke warten sollten. Der Sicherungstaucher war, wie die Wasserschutzpolizei vermutet, in 27 Meter Tiefe mit etwas oder jemand kollidiert und dann nach oben getrieben. Er wurde wenig später schwer verletzt mit einem Boot ins Überlinger Krankenhaus gebracht, wo er erst am Montag nochmals in die Druckkammer musste.

Die Konstanzer Staatsanwaltschaft und die Wasserschutzpolizei ermitteln jetzt, ob jemand an den Verletzungen des eigentlich professionellen Sicherungstauchers Schuld hatte. Ganz unbekannt ist der Heidelberger Extremtaucher am See indes nicht: Letztes Jahr versuchte er vor Friedrichshafen einen Weltrekord, musste aber aufgrund schlechten Wetters abbrechen. Riskant ist so ein Tauchversuch allemal: 10 Bar Druck hat es in 90 Meter Tiefe. Unüblich ist die ganze Aktion indes keineswegs: "Apnoiker"", so heißen die Taucher, die das tiefe Wasser ohne Preßluftflaschen versuchen, gibt es schon lange. Bei den Perlentauchern in Griechenland hat das freie Tauchen Tradition und im Meerwasser liegt der Weltrekord im Tieftauchen ohne Sauerstoff mittlerweile bei rund 130 Metern.

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Laut Urteil ist bekannt, womit der Sicherungstaucher kollidierte, nämlich mit dem Schlitten des Apnoetauchers, der am Führungsseil in die Tiefe schoß. Der SiTaucher hielt den WR-Versuch für beendet und stieg (wohl leichtsinnig) am Führungsseil auf. Der Apnoetaucher hat ihm dann wohl das Leben gerettet, indem er ihn nach oben schob, bis der Eigenauftrieb einsetzte. Dem gebührt wohl aller Respekt!

Interessant ist das Urteil in diesem Fall : http://www.recht-in.de/urteile/urteil.php?urteilID=111085

Danke an Christian Ribeaucourt für die Info.