Trotz Klimawandel: 270.000 Robben sollen sterben

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30.03.2007 16:14
Kategorie: News
Enttaeuschung bei Tier- und Umweltschuetzern nach Gespraech in Kanadas Botschaft

Berlin, 29. 3. 2007 - Greenpeace und IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) haben sich am Donnerstag nach einem Gespraech in der kanadischen Botschaft in Berlin enttaeuscht gezeigt. Das Robbenschlachten in Kanada wird auch in diesem Jahr fortgesetzt, obwohl viele der neu geborenen Sattelrobben ertrinken werden, da es im Norden Kanadas durch den Klimawandel viel weniger sichere Eisflaechen gibt und die auch wesentlich duenner sind als in den Jahren zuvor.

"Die Kanadier haben zwar die Quote auf 270.000 Tiere herab gesetzt, aber die Jagd muss endlich ganz aufhoeren" sagt Thomas Henningsen von
Greenpeace. "Sie ist grausam und ueberfluessig". Die alljaehrliche kanadische Robbenjagd ist das weltweit groesste Massaker an Meeressaeugetieren. Ihr sind in den letzten Jahren jeweils 350.000 Tiere zum Opfer gefallen.
Ralf Sonntag von IFAW: "Die bedrohliche Klimasituation ist ein Grund mehr, endlich Konsequenzen zu ziehen".

Zur Zeit bereist eine Gruppe von Kanadiern Europa und macht Werbung fuer die Robbenjagd. In Belgien, Grossbritannien, Deutschland, den Niederlanden und Oesterreich sind Treffen mit Regierungsvertretern, Parlamentariern und Umwelt- sowie Tierschutzorganisationen angesetzt. An der Spitze der Delegation steht Kanadas "Fischereischutz- Botschafter" Loyola Sullivan, der versucht, die Robbenjagd als "human, nachhaltig und gut reguliert" darzustellen.

"Das war kein Austausch, das war eine Abfolge von kleinen Vortraegen", sagt Thomas Henningsen von Greenpeace zum Verlauf des Gespraechs. Die Argumente fuer die Jagd bleiben weiter falsch und vordergruendig. Die Fischbestaende werden sich durch die Vernichtung der Robbenbestaende auch nicht wieder erholen.
"Die Kanadier haben keine Argumente. In ihrer Verzweiflung haben sie sogar die Karte der Inuit gespielt. Die Inuit sind die Ureinwohner Kanadas," sagt Ralf Sonntag. "Fuer die Ureinwohner Kanadas sei die Robbenjagd unverzichtbar, hiess es. Das ist falsches Spiel. Die Inuit leben hoch im Norden. Mit der kommerziellen Robbenjagd im Sueden haben sie nichts zu tun. Dagegen, dass die Ureinwohner Robben fangen, haben wir nichts."