Tod eines Tauchers - fragwürdiger Artikel der Tagespresse

Teile:
03.09.2006 12:01
Kategorie: News

Meißenheimer Matschelsee wird nach Taucher-Tod nicht gesperrt!... so lautet die Schlagzeile in der Mittelbadischen Presse (Baden Online). Vermutlich erscheint demnächst ein argumentativ ähnlicher Artikel: "Drei Menschen bei Verkehrsunfall ums Leben gekommen - warum wird die Bundesautobahn A 3 nicht gesperrt?

Dazu ein fachkundiger, konstruktiver Beitrag aus profunder Quelle: »Da müssen Sachen passiert sein, die mir unerklärlich sind«, betonte Johannes Waschpusch, Leiter der Ettenheimer Wasserwacht.

Als guter Recherchierer und Experte zeigte sich der Autor des Artikels, Thomas Reizel: Jürgen Warneke (richtig müsste es heißen "Warnecke"), Vizepräsident des Weltsporttauchverbandes (ist dies der Dachverband des legendären Weltverbands - oder ein Derivat?) CAMS (die CMAS-Streitigkeiten gipfeln vermutlich in neuen Abkürzungen) und Vizepräsident des Verbandes Deutscher Sporttaucher (VDST), wollte den Fall nicht bewerten, weil ihm keine detaillierten Untersuchungsergebnisse vorlagen. In welchem Zusammenhang der tragische Tod eines Tauchers mit folgender Aussage im o. g. Artikel steht, ist nicht nachvollziehbar: Verärgert sind einige Taucher aber über die Parksituation (www.taucher. net)

Auch die Sachkundigkeit deutscher Justiz bzw. Ermittlungsorgane spiegelt sich in einer prägnanten Aussage wieder: Es wird jetzt auch geprüft, ob eine ärztliche Tauglichkeitsbescheinigung erforderlich war und ob er sie gehabt hat«, ergänzte der Staatsanwalt.

Hoffnung für die Taucherszene macht hindessen der Kommentar von Frau Gerlinde Kleis. Die Bürgermeisterin von Meißenheim trat Befürchtungen entgegen, wonach der Matschelsee für Taucher gesperrt werden soll. »Das können wir gar nicht, weil per Landesgesetz alle Seen für Taucher freigegeben sind«, sagte sie. Deshalb dürfe der Matschelsee auch nicht eingezäunt werden. Allerdings gebe es seit Jahren Überlegungen für eine Rechtsverordnung, die die Interessen der Angler, Taucher und Badegäste in Einklang bringt. »Aber alle kommen gut zurecht«, hob Kleis hervor. Im übrigen hätte eine Rechtsverordnung den Tod des Tauchers nicht verhindert." - so die einzig realistische Einschätzung der Sachlage - und als sinnvole Quintessenz jeglicher spekulativer Diskussionen aus meist sachfremdem Munde.

Der zitierte Artikel ist nachzulesen unter http://www.baden-online.de/news/artikel.phtml?page_id=63&db=news_lokales&table=artikel_ortenau&id=7501