Tauchunfall im 'Sparmann', Kamenz

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01.09.2014 14:56
Kategorie: News

Tödlicher Tauchunfall im Kamenzer "Sparmann"

Kamenzer Steinbruch
Am Samstag Nachmittag gegen 15 Uhr kam es im Sparmann'schen Steinbruch in Kamenz/Sachsen zu einem tödlichen Tauchunfall. Der 42jährige Jan D. aus Berlin konnte, nachdem er plötzlich verschwunden war, nach kurzer Suche nur noch tot geborgen werden.

Jan D. war zuvor mit zwei erfahrenen Tauchpartnern, die den direkt in Kamenz gelegenen, bis zu 70 Meter tiefen Steinbruchsee sehr gut kennen, zu einem Trimix-Tauchgang aufgebrochen. Anders als in den Polizeiberichten offenbar missverständlich mitgeteilt war es nicht der 3. Tauchgang der Dreiergruppe, sondern der erste Tauchgang, der die drei Trimix-Taucher bei guten Tauchbedingungen und Sichtweiten in den See, in dem bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Granitaubbau betrieben wurde, hinab führte.

"Die drei Taucher beendeten ihren Tauchgang gegen 15 Uhr und waren gemeinsam bis auf 6 Meter aufgestiegen und dekomprimierten wie geplant unter Reinsauerstoffatmung", berichtete Basisbetreiber Jost Krause, der seit 2003 mit seiner Tauchbasis für viele Fans des intakten und mit guten Sichtweiten lockenden Tauchsees Gastgeber ist.

Kamenzer Steinbruch
Attraktion des Sees ist natürlich seine Tiefe, weshalb er auch sehr viel von Tektauchern frequentiert wird. Aber auch für weniger tiefenambitionierte Taucher hat der "Sparmann" einige Reize, unter anderem fast handzahme Störe, die sich den Tauchern ohne Scheu nähern.

Der verunfallte Jan D. hatte sich am Ende des Tauchgangs offenbar von der Dekogruppe entfernt und war verschwunden. Die Tauchkollegen nahmen zunächst alleine, dann aber sofort mit Unterstützung von anwesenden Tauchern der Freiwilligen Feuerwehr sowie anwesenden Gästen die Suche nach dem Vermissten auf. Dieser konnte gegen 16 Uhr schließlich nur noch tot geborgen werden.

Jan D. hatte nach eigenen Angaben vor dem Tauchgang bereits 2007 schon einmal im "Sparmann" getaucht und war mit den besonderen Gegebenheiten vor Ort vertraut, wie Jost Krause gegenüber Taucher.Net berichtete.

Die Kripo hat die Gerätschaften der Tauchgruppe eingezogen und einer eingehenden Untersuchung zugeführt. Die genaue Unfallursache ist zurzeit noch ein Rätsel. Eine Vermutung wurde geäußert, dass der verunfallte Taucher zum Abschluss des Tauchgangs möglicherweise noch den Stören im See gefolgt sei und dabei außer Acht gelassen haben könnte, dass er noch auf Reinsauerstoffatmung war.