Tauchunfälle: Maßnahmen am Attersee

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26.05.2009 19:50
Kategorie: News

Landesrat Stockinger: Mehr Sicherheit bei Tauchgängen
durch Maßnahmen und Information

Nach ausführlicher Diskussion mit den Tauchvereinen und regionalen Tourismusorganisationen hat der für Feuerwehren und Wasserrettung zuständige Landesrat Dr. Josef Stockinger ein gemeinsames Maßnahmenpaket für mehr Sicherheit bei Tauchgängen vereinbart. Wesentliche Ziele für das heurige Jahr sind Information, Aufklärung und Reduzierung eines falschen Heldentums. "Im Vordergrund steht die Sicherheit für die Hobbysportler/innen am Attersee. Unser Ziel ist es, den Attersee aus den Negativschlagzeilen herauszuholen, deswegen bedauern wir den ersten Tauchunfall in dieser Saison besonders", so Landesrat Stockinger in einer ersten Reaktion.


Tauchsportler/innen sind am Attersee sehr willkommen. "Wir wollen aber keinen Anziehungspunkt für jene sein, die beim extremen Tiefetauchen über das Limit gehen, sich selbst dabei überschätzten und somit auch noch ihre Retter gefährden", sagt Landesrat Stockinger und nennt die wesentlichen Eckpunkte des Maßnahmenpakets für Tauchersicherheit im Attersee:

Mahnmal statt Gedenkkreuze
Die privat aufgestellten Gedenkkreuze unmittelbar an der Einstiegstelle der Schwarzen Brücke in den Attersee wurden entfernt und durch ein großes Taucherkreuz als Mahnmal für alle im Attersee Verunglückten am gegenüberliegenden Straßenrand aufgestellt. Die früheren Gedenkkreuze an der Einstiegstelle sorgten für belastende Momente am Beginn der Tauchgänge der Hobbysportler/innen, aber auch für falsches Heldentum und makabere Siegerfotos nach den gefährlichen und verantwortungslosen Tieftauchgängen.

Tauchvereine informieren stärker
Die Tauchvereine haben zugesagt, nochmals verstärkt über die Gefährlichkeit des Tieftauchens zu informieren.

Hinweistafeln kommen
Hinweisschilder und Informationstafeln sollen künftig an allen Taucheinstiegstellen am Attersee auf die Gefahren von Tieftauchgängen (tiefer als 40 Meter) hinweisen.

Sichere Einstiegstelle bei Schwarzer Brücke
Damit es nicht schon vor einem Tauchgang zu unnötigen körperlichen Belastungen kommt, die später im Wasser zu Schwierigkeiten führen können, entsteht an der Schwarzen Brücke im Gemeindegebiet von Weyregg am Attersee eine Stiege als gesicherte Einstiegsstelle für Sport- und Freizeittaucher/innen. Bisher müssen Taucher/innen unbequem über Leitplanken und Uferverbauung klettern. Der neue Einstieg soll für alle Normal-Benutzer/innen Sicherheit geben.

Tauchroboter kommt
Feuerwehr und Wasserrettung erhalten einen Tauchroboter für eine gefahrlosere Bergung.

Kostenersatz
Künftig wird es ein strengeres Vorgehen beim Kostenersatz für Rettungseinsätze geben, weil die Rettungsmannschaften aus Feuerwehren und Wasserrettung nicht unnötig gefährdet werden sollen und eine Kostenverrechnung auch abschreckend wirken kann.

Die Idee eines generellen Tauchverbotes an der Schwarzen Brücke im Attersee wurde in den gemeinsamen Beratungen zurück gesetzt, weil dieses Verbot nur sehr begrenzt und ortsbezogen machbar ist und außerdem schwer kontrolliert werden kann. Das Verbot von Tieftauchgängen über 40 Meter Tiefe ist für Landesrat Stockinger eine allerletzte Möglichkeit für den Fall, das die Reihe der schweren Tauchunfälle auch heuer nicht abreißt.

"Im Vordergrund stehen mehr Verantwortung, mehr Sicherheit und mehr Aufklärung", fasst Landesrat Stockinger zusammen.

Quelle: Land Oberösterreich